Header Image
Interview mit Mo Simakan

Interview mit Mo Simakan

Ob sportlich, neben dem Platz, auf dem Kopf oder mit der Kugel. Mo Simakan strahlt nicht nur. Er hat auch auf alles eine Antwort. Wir durften ein erfrischendes Interview mit unserem neusten Publikumsliebling führen.

Hier würde ein Spenden-Widget von GoFundMe geladen werden. Das lädt Inhalte eines externen Anbieters inklusive dessen Cookies.

Kaum geht der Video-Call los, erschallt schon ein einem fröhliches "Hey was geht! Alles gut?". Auf der anderen Seite des Bildschirms kann nur die französische Frohnatur Mo Simakan sitzen. Wir haben uns mit dem neuen Leipziger Publikumsliebling unterhalten. Über Ziele, Über aktuelles und sehr gern über das, was auch neben dem Platz ist.

 

Simakan lässt Fanherzen höher schlagen.

 

Du hast dich mit deiner fröhlichen und positiven Art nahezu sofort in die Herzen der Fans gebracht. Woher ziehst du diese positive Einstellung?

Als ich kleiner war, war ich Olympique Marseille Fan, weil es mein Geburtsort ist. Im Stadion haben die Spieler immer alles getan, um die Fans auf den Tribünen glücklich zu machen und alles gegeben. Und das Gefühl habe ich mitgenommen und mir gesagt, wenn ich einmal Profi sein sollte, möchte ich dies den Fans genauso geben. Und seitdem ich bei RB Leipzig bin, erlebe ich genau diese Emotionen mit unseren Fans, die uns unglaublich pushen. Besser geht es nicht und das macht mir viel Spaß. Aktuell ohne Fans spielen zu müssen ist extrem bitter.


Von Frankreich nach Leipzig ist es von der Distanz ein großer Schritt. Hast du Familie oder Freunde hier die dich unterstützen und wie sehr hilft es, dass du hier französische Mitspieler wie Nordi oder Christo in der Kabine hier hast?

Meine Familie ist nicht mit in Leipzig. Ab und zu besucht mich meine Mutter oder mein Cousin. Ich freue mich immer, wenn sie kommen und die Möglichkeit haben, im Stadion zu sein und wir gemeinsam einen Sieg feiern können. Vor fünf Jahren war ich noch derjenige, der oben auf der Tribüne stand und die Akteure auf dem Rasen angefeuert und Kraft gegeben habe. Jetzt stehe ich unten und werde von oben angefeuert. Das macht mir und natürlich auch meiner Familie riesig Spaß.


Wie geht ihr als Team mit Niederlagen und Rückschlägen um?

Wir sind eine junge Mannschaft und natürlich wollen wir erfolgreich spielen, aber es gibt in einer Entwicklung natürlich auch Dellen. Es gibt Spiele, nach denen man in der Kabine einfach down ist und man versucht, sich wieder selbst aufzubauen. Das ist manchmal schwer. Aber spätestens, wenn wir im Bus sitzen, ist die Stimmung eigentlich wieder positiver. Denn wir wissen genau, dass wir zwar ein Spiel verloren haben, aber die Saison noch lang ist und wir uns stetig weiterentwickeln und verbessern werden. Auf diesem Weg befinden wir uns aktuell. Wir bedanken uns auf jeden Fall bei unseren Fans, sie stehen immer hinter uns, egal ob Sieg oder Niederlage. Diese Unterstützung ist nicht selbstverständlich und jetzt wollen wir das zurückzahlen.

 

Haartrends 2021.

 

In jeder Mannschaft gibt es einen Kabinen-DJ. Wie zufrieden bist du mit der Musikauswahl bei euch und möchtest du vielleicht auch bald mal Kabinen-DJ sein?

Musik ist auf jeden Fall eine coole Sache und ein gewisser Rhythmus steckt in jedem Sportler, glaube ich. Mit unserer DJ-Auswahl bin ich mehr als zufrieden. Momentan komme ich da noch nicht in Frage, weil Christo das sowohl zuhause als auch auswärts einfach besser macht. Wir haben eine bunte Mischung: spanische Musik, portugiesische, deutsche oder afrikanische. Diese Mischung passt, daher hat Christo unser Vertrauen in der Sache. Ansonsten haben wir noch Tyler oder Angelino, die sind schon richtig gut. Also habe ich momentan keine Chance, an denen vorbeizukommen (schmunzelt).


Wenn man an Ziele denkt, kommt man nicht am sportlichen vorbei. Du trittst ja quasi in die Fußstapfen von Dayot Upamecano und Ibrahima Konatè. Treibt dich das bei deiner Leistung an oder interessiert dich das weniger und du willst deinen eigenen Wegen gehen?

Mich stört es überhaupt nicht. Zunächst sind beide großartige Menschen und Sportler, die ihr Können unter Beweis gestellt haben. Vielleicht sagt man, ich bin als eine Art Ersatz für die beiden gekommen, da ich auch Innenverteidiger bin. Von daher ist es selbstverständlich, dass wir verglichen werden. Aber ich bin Mo Simakan und Vergleiche sind immer schwierig.

Ob ich auch die Leistung abrufen kann wie Dayot oder Ibrahima? Das wird man sehen. Ich bin ein junger Spieler und muss noch viel lernen. Wenn ich weiter hart arbeite, werde ich hoffentlich auch konstant gute Leistungen abrufen wie die beiden. Aber alles ist davon abhängig, dass ich meine Chance nutze, mich hier weiterzuentwickeln. Und ich bin genauso in der Lage das zu schaffen, was Ibou und Upa geschafft haben - davon bin ich überzeugt. Es liegt ganz allein in meinen Händen. Ich habe ein tolles Umfeld hier, das passt perfekt.

 

 

Welche Ziele hast du denn mit RB Leipzig? Schnellstmöglich Titel zu gewinnen? Und was passiert dann? Eventuell Rot-Goldene Haarspitzen?

(Lacht) Ich bin auf jeden Fall spontan und mir würde schon was Gutes einfallen.

Titel sind große Ziele. Natürlich will ich mal mit RB auch Titel gewinnen. Wenn es soweit käme, würde ich dazu sicher nicht nein sagen. Aber aktuell sollten wir natürlich nicht darüber sprechen, denn wir müssen erst einmal wieder konstanter in unseren Leistungen werden.

Bezüglich meiner Haare verlasse ich mich gern auf die Fans. Vielleicht haben sie ja eine Idee. Lasst doch mal ein Voting bei RB-Fans.de laufen, welche Farbe meine Haare bei einem großen Erfolg haben sollen. Und wenn die Mehrheit entschieden hat, bin ich auf jeden Fall dabei.

 

Ziemlich beste Freunde: Simakan und der Ball.

 

Hast du denn schon mal beim Verein nachgefragt ob man Perücken mit deinen Haaren herstellen könnte? Falls nicht, es gibt ja viele begabte Fans. Vielleicht können wir ja mal rumfragen, ob diese jemand anfertigen möchte, damit man dich mit Mo-Perücken im Stadion supporten kann?

Das wäre eine große Sache. Die Fans sind ja positiv verrückt. Wenn ich dann im Spiel bin und würde die Fans auf der Tribüne mit der Perücke sehen, wäre das natürlich eine coole Sache. Aber ich will mehr mit meinen Leistungen auffallen als mit meinen Haaren, das muss immer im Fokus stehen.

 

Schon jetzt im Team angekommen.

 

Im Stadion und beim Interagieren mit den Fans fühlst du dich ja sichtlich wohl. Doch wie sieht es außerhalb des Stadions aus? Konntest du dich schon in Leipzig einleben und hast du Lieblingsorte, die du in deiner Freizeit besuchst?

Generell haben wir nach dem Training nicht super viel Zeit. Viele bleiben danach noch eine Weile, arbeiten zusätzlich im Kraftraum oder bekommen Behandlung. Viele von uns verlassen die Akademie erst gegen 15.30 Uhr oder 16.00 Uhr, wenn wir um 10 Uhr trainiert haben. Es ist schon eine Menge Zeit, die wir hier verbringen und uns auf die nächsten Aufgaben, ob Training oder Spiel, vorbereiten.

Wenn ich nach Hause fahre, gönne ich mir immer erst einmal für eine halbe Stunde Schlaf. Wenn meine Freunde oder Familie da sind, gehe ich gern in die Stadt.

Was ich aber sehr gerne mache ist Bowling! Da habe ich schon den einen oder anderen Fan getroffen. Und die wissen, dass ich da der Weltmeister bin (lacht). Darin bin ich wirklich sehr gut.

 

 

Im kulinarischen Bereich gibt es ja auch einen großen Unterschied zwischen Frankreich und Deutschland. Konntest du dich daran schon gewöhnen? Und zwischen den Fans gibt es zwei Lager was das Thema Rosenkohl betrifft. Konntest du das schon probieren und hat es dir geschmeckt?

Rosenkohl gibt es nicht so oft und es kommt drauf an, wie er gemacht ist. Aber ich esse ihn.

Der größte Unterschied zu Frankreich ist, dass es hier kein Yassa gibt. Yassa ist weißer Reis mit einer Sauce aus Zwiebeln, Gemüse und Senf. Dazu gibt es Fleisch oder Fisch. Das esse ich sehr gerne, aber das gibt es natürlich selten hier in Deutschland. Außer die Familie oder Freunde kommen zu Besuch.

Aber auch das Essen hier ist sehr lecker, so dass ich das Essen in Frankreich nicht allzu sehr vermisse. Ich bin sehr zufrieden mit unserem Chefkoch (schmunzelt).


Eine abschließende Frage: Wir haben dieses Interview dank Dolmetscher (Baba vielen Dank nochmal) auf deutsch-französisch geführt. Wie hoch stehen die Chancen, dass wir uns das nächste mal auf Deutsch unterhalten?

Das stimmt, aktuell komme ich gut mit Babas Hilfe über die Runden, aber ich hoffe, dass ich bald die Sprache einigermaßen kann. Es ist nicht einfach, aber ich höre sehr genau zu, sauge viel auf und versuche in Zukunft die einen oder anderen Sätze auch auf Deutsch hinzubekommen. Wenn ich was bestelle, kann ich schon sagen: “Ich möchte gern Pasta mit Tomatensoße, bitte”. Das geht schon. Der Rest wird in Zukunft auch kommen. Das verspreche ich.

 

Mo und Baba beim Fragen beantworten.

 

Vielen Dank an Mo Simakan für dieses offene und kurzweilige Interview. Wir nehmen dein Versprechen beim Wort, denn es wird wohl jetzt noch viel zu besprechen geben. Ob es die DJ-Karriere betrifft, das Perücken-Geschäft, die besten Yassa Köche zu bewerten gilt oder ob man vielleicht den einen oder anderen Bowling-Skill in Erfahrung bringen kann.

tony4arsenal