Gut gespielt und dennoch punktlos!
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Vor dem Spiel ist vor dem Spiel
Zwei Wochen Training und das mit der fast kompletten Mannschaft - ungewohnter Luxus in dieser Saison und beste Voraussetzungen für das Spitzenspiel. Ebenso ungewohnt: Leipzig hatte mit einem Sieg die Möglichkeit auf Platz 4 zu springen, denn die Konkurrenz patzte am Nachmittag.
Für das Spiel wurde Simakan nach Trainingsverletzung nicht rechtzeitig fit, Haidara saß nach Rückkehr vom Afrika-Cup vorerst auf der Bank. Offensiv vertraute Tedesco auf eine Dreierreihe aus Olmo, Nkunku und Silva. Bei den Bayern saßen der Abwehrchef und der Kapitän des letztjährigen Vizemeisters zum Spielstart auf der Bank – wohl dem, der sich sowas leisten kann.
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Dreisatz des Spiels
Was ist ärgerlicher: Wenn du chancenlos in München untergehst oder wenn du fast auf Augenhöhe am Ende genauso ohne Punkte dastehst? Leipzig machte es den Bayern bei den Gegentoren zu leicht und kam dann doch noch zweimal zurück. Nach dem 3:2 war die Luft dann aber etwas raus und der Serienmeister sackte mal wieder den Sieg und die Punkte ein.

Die Freude über die zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer währte nur kurz.
Die drei besten Kicker aus der schönsten Stadt der Welt
Nkunku: Leitete das 1:1 ein, traf zum 2:2 und spielte die meisten Keypässe auf dem Feld. Nach ein paar durchwachsenen Spielen ist der Franzose zurück und zeigte mal wieder seine ganze Klasse. Kein Wunder, das vor dem Spiel mal wieder die Gerüchteküche brodelte. Ihn über den Sommer zu halten, wird schwer bis unmöglich.
Laimer: Laimer kämpfte, Laimer pumpte und Laimer legte beide Tore auf. Das erste mittels Abschlussversuch eher unfreiwillig, das zweite mit einem tödlichen Pass, der sich gewaschen hatte. Physisch muss er noch zulegen, aber in dieser Form wird er sich im Zentrum festspielen können.
Silva: Übte als Sturmspitze viel Druck aus und war stets präsent. Den Abstauber zum 1:1 muss er natürlich machen, aber dass dies sein einziger Torschuss blieb, war auch ein wenig Teil des Leipziger Problems. Trotzdem einer der Besten auf dem Feld.

Laimer groggy aber teilweise richtig gut.
Luft nach oben
Olmo: Versuchte zwar einiges, was aber hängen bleibt, sind seine zwei Topchancen in Halbzeit 1 (16./18.), als er den Ausgleich auf dem Fuß hatte. Olmos Abschlussschwäche aus dem Vorjahr ist also immer noch da. Letztlich ist es ganz einfach: auch mal dahin zielen, wo der Torhüter nicht gerade steht… Forsberg als sein Ersatz stach jedoch am Ende des Spiels noch weniger heraus und vergab ähnlich kläglich.
Mukiele: Lieferte sich mit Coman einige Schlüsselduelle. Seine physische Verfassung ist aber noch nicht top und ohne Simakans Ausfall wäre vielleicht Klostermann die bessere Wahl gewesen (auch er aber nicht fehlerfrei). Am Ende bleib Mukiele zu oft nur der zweite Sieger gegen seinen Landsmann.
Kampl: Gewann keinen Zweikampf und fand in der ersten Halbzeit nicht wirklich ins Spiel. Nach einigen guten Spielen heute leider mit einer schwachen Leistung. Szoboszlai war im zweiten Durchgang dann aber auch keine wirkliche Verbesserung.
Kategorie nicht gut gealtert
TedescoRBL: "Rechne mit einer deftigen Klatsche heute. Sollte man wie zu erwarten ist 5-3-2 gegen den Ball spielen, werde ich nach dem 0:1 abstellen und das kann ich auch jedem anderen empfehlen, gibt auch schöneres im Leben als jabbadabbadu und Tor für den FC Bayern München in Dauerschleife zu hören.
Wie kann man denn hier ohne Poulsen spielen? So haust du jeden Ball lang und er ist direkt weg. Klatsche mit Ansage gibt das; man kann Bayerns nicht existente Flügelverteidigung damit auch überhaupt nicht bestrafen. Schon traurig, was aus dieser Mannschaft geworden ist."
Ganz schön pessimistisch bei diesem Forennamen.
Tweet des Spiels
Trotz der Niederlage - ich bin einfach nur stolz auf die Mannschaft heute. Weiter so. 👍 #FCBRBL
— Justgroovy (@justgroovy20th) February 5, 2022
Das Spiel kurz und knapp zusammengefasst.
Champagner statt Bier – die Fans
Ein Silberstreif am Horizont. Endlich sind wieder Zuschauer in nennenswerter Anzahl zugelassen. 10.000 Heute in München und 25% Auslastung demnächst auch wieder in Leipzig. Einige nutzten diese Möglichkeit und tourten zum Spitzenspiel. So ein wenig Normalität. Gut möglich, dass man nach dem Durchmarsch der Omikron-Welle die Saison mit vollen Rängen beenden kann.
In der Arena dann doch eher Geisterspielstimmung. Die Leipziger Fans gut zu hören, aber mit 10.000 in einer 75.000 Mann Arena, ist eben doch etwas gewöhnungsbedürftig.
Let‘s Go 👋🏼 🔜 München 🥳@Moritz180 #FCBRBL pic.twitter.com/QWgGSaV7WR
— VivienNdk ♥️🤍 (@Vvn0998) February 5, 2022
RB-Fans endlich wieder auf Tour!
Pfeife des Spiels
Jablonski ist so etwas wie Leipzig Glücksbringer. Ein ganzes Dutzend Spiele ohne Niederlage unter seiner Leitung, zuletzt mühte man sich gegen Hansa zum 2:0 Pokalviertelfinaleinzug. Aber auch die Bayern hatten unter seiner Leitung noch nicht verloren und diese Saison zweimal fünffach getroffen.
Ruhige Spielleitung in einem erst später etwas ruppiger werdenden Spiel. Lag vielleicht nicht immer richtig, korrigierte sich aber wie beim Einsatz des VAR auch mal. Leider ist seine Serie nun gerissen...
What a fucking good Pass. Ich habe noch nie an Laimers fusballerischer Klasse gezweifelt. Never nicht. #fcbrbl
— rotebrauseblogger (@rotebrauseblog) February 5, 2022
Niemand hatte je die Absicht an Laimer zu zweifeln...
Aufgefallen
1) Die eigenen Fehler. Fußball ist ein Fehlervermeidungsspiel und Leipzig ist es heute bei den Gegentoren nicht gelungen, diese zu minimieren. Beim 1:0 wird der Ball von Klostermann in die gefährlich Zone gegen aufrückende Bayern gespielt, beim 2:1 ist RBL zu weit aufgerückt und Mukiele ohne Bindung zum schnellen Coman (hier tobte eines der Schlüsselduelle des Spiels), in der Mitte Raumdeckung ohne Mannbindung, quasi jeder Bayernspieler stand frei. Beim 3:2 war es Gulácsi der zu unpräzise abschlug und so den sofortigen Gegenangriff ermöglichte, Gvardiol fälschte dann unglücklich ab.
2) Nicht das erste Mal, dass RBL mit dem gegnerischen Gegenpressing nicht klarkommt. Die Bayern haben da seit Jahren eine Topentwicklung genommen und sind Meister darin den Gegner frühzeitig zu stressen. Vielleicht nicht das gesamte Spiel hindurch aber meist mindestens so lange, bis die Führung im Sack ist. Hier fehlt Leipzig in der Defensive die Passqualität und Ruhe. Der Fehlpass vor dem 1:0 des FCB war da eher beispielhaft statt singulär.

Jablonskis Serie riss.
3) Intensives Spiel gegen die Bayern, wo du die Lücken in der spielerischen Qualität mit läuferischen Mitteln schließen musst. Die fehlende Physis der Hinrunde lässt sich aber in der Saison kaum noch aufholen. Das merkte man besonders Mukiele und Laimer an, die zudem noch krankheits- bzw. verletzungsbedingt Defizite haben. Trotzdem am Ende läuferisch auf dem gleichen Niveau wie die Bajuwaren.
4)
Wenn man gegen die Bayern die Bälle nicht raushauen will, was im Prinzip, weil dann gleich die nächste Welle rollt, die richtige Strategie ist, muss man über solide Passspieler in der Defensive verfügen, die auch unter dem immensen Druck der FCB-Offensive einen kühlen Kopf bewahren können. Das war heute nicht immer der Fall und wird dann von einer Offensive aus Coman, Müller, Gnabry, Lewandowski und Sané eben auch mal bestraft.
In die gleiche Kerbe schlägt das hohe Aufrücken. Was RBL zwar einige Offensivaktionen beschwerte, war der Ball aber weg, dann stand man gerne auch hinten im Eins gegen Eins und musste viel investieren, um die Lücken zu schließen.

Nkunku offensiv erneut der beste Mann.
5) Fehler in der Abwehr sind das Eine, aber auch im Angriff darf man solche Chancen wie die von Olmo (16./18.) nicht liegenlassen. Olmo ja schon letzte Saison einer der Underperformer der Liga in Sachen Abschluss (Höhe der ausgelassenen xG). Das ist ein Bereich, in dem er zwingend noch zulegen muss. Abseits davon hatte er seine gewohnt starken spielerischen Momente und wird so auch in Zukunft der Mannschaft helfen können - aber das ein oder andere Tor darf es als OM dann doch schon sein.
6) Kein Spiel, was sich mit Geplänkel im Mittelfeld aufhielt. Beide Teams standen hoch und schalteten schnell um. Ob es den Bayern nicht um Kontrolle ging und sie lieber diese Momente nutzen wollten oder ob Leipzig das teilweise auch forcierte. Ich tippe eher auf ersteres. Da gab es jedenfalls schon Spiele, wo der FCB deutlich mehr Ballbesitz hatte und wollte. Erst nach dem 3:2 dann mehr Kontrolle durch die Hausherren, wobei bei RBL auch etwas die Kräfte schwanden.
#FCBRBL: Ein verändertes #RBLeipzig nach der zweiwöchigen Pause. Mehr Ballgewinne, Selbstvertrauen, Kreativität und Torgefahr. Unterm Strich deutlich mehr Fußball. 7 Schüsse aufs FCB-Tor = neuer Bestwert in dieser Saison. Aber: Häufig fehlerbehaftet gegen Bayerns Angriffspressing
— Philipp Hinze (@philipphinze24) February 5, 2022
Es geht trotz Niederlage aufwärts.
7) Positives schon am Nachmittag. Denn die Konkurrenz um Platz 4 hatte gepatzt, so dass die Niederlage gegen den FCB nicht ganz so wehtat. Union hat zudem Kruse verloren und damit ihren Topstürmer. Im Idealfall kann RBL die Qualifikation für die Champions League noch schaffen. Das Spiel gegen die Bayern zeigte, was offensiv möglich ist. Das sollte Mut machen.
8) Auch wenn die Bayern in fast allen Belangen die besseren Werte hatten: Ballbesitz, Torschüsse, Ecken und Passquote, so war RBL bei Großchancen (und damit auch xG) gleichauf. Ein Spiel was diesbezüglich in beide Richtungen hätte kippen können. Im Hinspiel sah das bei 0:7 Großchancen für die Bayern noch ganz anders aus.
9) Trotz dieser Werte auf Augenhöhe, musste ich hin und wieder an das Spiel bei Manchester City denken, auch da war offensiv viel los, aber immer, wenn RBL rankam, schlug City zurück. Auch heute hatten die Bayern schnell Antworten auf die beiden Ausgleichstreffer parat, so dass der Jubel über die Treffer schnell kassiert wiurde.
Das M macht den Unterschied. #FCBRBL pic.twitter.com/gYNlGfURpR
— FUMS (@fums_magazin) February 5, 2022
Auf dem Platz 3 Punkte aber an der Seitenline gab es keine Swagpunkte für Nailsman.
Nach der Hinrunde den Bayern schon wieder so nahe zu sein – zumindest in einem Spiel – ist eine Steigerung, die viele nach dem Bielefeldspiel wohl kaum für möglich gehalten hätten. Offensiv war es auch im Vergleich zu den letzten Spielen ein Schritt in die richtige Richtung, auch wenn es nicht zu einem Punkt reichte.
Da einige der anderen Anwärter auf die Plätze 3 und 4 verloren haben, hat sich trotz der Niederlage tabellarisch nicht viel getan. Entscheidend wird nun sein, die direkten Duelle gegen diese Mannschaften zu gewinnen. Hier macht Tabellennachbar Köln am nächsten Freitag den Anfang. Nach drei sieglosen Spielen gegen den FC in Folge darf diesmal zum Start in die englischen Wochen gewonnen werden.
Einmal Leipzig, immer Leipzig 🔴⚪️
— RB Leipzig (@RBLeipzig) February 5, 2022
Danke für euren Support heute #RBLFans 👏#FCBRBL pic.twitter.com/1IYB8rOqjq
Ohne Fans ist alles nüscht...
Kicker – Whoscored – Sofacore – Understat – RBL – Bundesliga – FotMob
Statistik
FC Bayern München: Neuer – Pavard, Süle, Hernández (73. Upamecano) – Gnabry, Kimmich, Tolisso (63. Musiala), Coman (85. Nianzou) – Müller (84. Sabitzer), Sané – Lewandowski
RB Leipzig: Gulácsi (C) – Mukiele (72. Henrichs), Klostermann, Orbán, Gvardiol, Angeliño – Laimer (61. Haidara), Kampl (46. Szoboszlai) – Nkunku, Olmo (60. Forsberg) – Silva (80. Poulsen)
Schiedsrichter: Sven Jablonski (Bremen)
Tore: 1:0 Müller, 1:1 Silva (27.), 2:1 Lewandowski (44.), 2:2 Nkunku (53.), 3:2 Gvardiol (58.) ET
Torschüsse: 23 / 12
Schüsse aufs Tor: 7 / 7
expected Goals: 3,0 / 2,7
Passquote: 88% / 81%
Zweikampfquote: 48% / 52%
Ballbesitz: 58% / 42%
Laufleistung: 115,8 km / 116,3 km
Sprints: 244 / 241
Fouls: 11 / 12
Ecken: 2 / 0
Abseits: 5 / 3
Gelbe Karten: Hernández / Laimer (1), Nkunku (1), Henrichs (2)
Zuschauer: 10.000
Rumpelstilzchen