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Leipzig verpasst eine große Chance!
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Leipzig verpasst eine große Chance!

Leipzig verpasst eine große Chance!

Platz 4 gehalten, aber eine große Chance verpasst. Leipzig kommt trotz einer Vielzahl von Möglichkeiten nicht über ein 0:0 gegen Frankfurt hinaus. Zwei Pfostenschüsse und anderweitiges Abschlusspech verhindern ein Tor. Nach der Länderspielpause geht es knackig weiter!

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Vor dem Spiel ist vor dem Spiel

Der Tanz in den Hammer-April? Noch über 10 Tage und doch ist es Leipzigs letztes Pflichtspiel im März. Nachdem Freiburg und die TSG gestern Federn ließen und Tedesco eine ganze Woche Vorbereitung auf die Eintracht hatte, war die Marschrichtung klar: Siegen und bestenfalls Platz 3 erklimmen.

Volle Hüte – wenn auch ein paar Plätze freiblieben. Denn nicht alle trauten dem nahen Freedom Day oder waren gar in Quarantäne. In Zeiten in denen Inzidenzen in Tausendern gemessen werden und in den Schulen der Kahlschlag herrscht, eine merkwürdige Bezeichnung. Vorrang auf der medialen Bühne hat nun logischerweise die Ukraine – auch in Leipzig wurde heute wieder gespendet.

Zurück zum Fußball. Tedesco hatte fast freie Hand bei der Aufstellung, nur Klostermann angeschlagen und so sollte die nominell beste Elf gegen die Eintracht aufdribbeln, weshalb Olmo Forsberg und Kampl Haidara ersetzte. Glasner sogar mit nur einer Anpassung nach den 120 Minuten gegen Betis und die gezwungenermaßen: für den gelbgesperrten Sow startete Rode.

 

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Dreisatz des Spiels

Eintracht wie man sie kennt, stark und bissig (21 Fouls) gegen den Ball und mit dem Versuch über Umschaltmomente, Flanken und Standards Gefahr zu erzeugen, was ihnen letztlich einen Punkt bescherte. Leipzig mit einer Großchance (Laimer) und zwei Pfosten-Fernschussknallern (Simakan, Laimer) und vielen Halbchancen, die nicht ordentlich zu Ende gespielt wurden – letztlich etwas zu wenig. Die Effizienz der letzten Wochen fehlte heute, der Hauptgrund, warum es zum dritten Mal in Folge daheim nur zu einer Punkteteilung reichte.

 

Chaotisch war es teilweise auch vor dem Frankfurter Tor.

 

Die drei besten Kicker aus der schönsten Stadt der Welt

Olmo: Zog hinter Silva und Nkunku die Fäden und setzte die Angriffe in Szene, auch bei ihm gab es hin und wieder Probleme mit der Präzision, aber wie kaum eine anderer auf dem Feld, war er nur schwer vom Ball zu trennen (11 von 17 Duellen gewonnen, 7 von 8 Dribblings erfolgreich). Nach seiner Auswechslung wurde das Leipziger Spiel deutlich unstrukturierter.

Laimer: Schade, dass er weder seine Großchance verwandeln (fabelhaft pariert von Trapp) noch seinen Fernschuss ein paar Zentimeter platzieren konnte. Laimer nicht nur defensiv wichtig, sondern auch offensiv immer wertvoller fürs Team.

Simakan: Warf sich in viele Zweikämpfe – doppelt so viele wie der Spartaner, was ja was heißen will – und gewann 11 von 14 Duellen. Dazu auch er im Pech bei seinem Abschluss , der von Trapp an den Pfosten gelenkt wurde.

 

Olmo von der Eintracht nur schwer zu kontrollieren.

 

Luft nach oben

Silva: Im Zusammenspiel mit Olmo und Nkunku solide, aber die Abschlüsse waren eines Topgoalgetters nicht würdig. Poulsen machte es danach nicht besser, eher schlimmer, als er wild durch den Strafraum dribbelte und nicht zum Abschluss fand. Bei 15 Saisontoren ist das natürlich auch etwas Jammern auf hohem Niveau aber in den letzten sechs Ligaspielen nur ein Tore ist dann auch derzeit etwas wenig.

Henrichs: Trat offensiv gegen die SGE weniger in Erscheinung, lag auch daran, dass er Kostic verteidigen musste, was ihm in Anbetracht von Kostics Flankenquote (0%) auch ganz gut gelang. Trotzdem nicht sein bestes Spiel.

 

Tweet des Spiels

Abseits der Effizienz gab es nicht viel zu meckern.

 

Champagner statt Bier – die Fans

Endlicher wieder volle Hütte. Das bedeutete für die RB-Fans nach über zwei Jahren auch lernen, wie mit der neuen Stehplatztribüne umzugehen ist, auf die nun dicht gedrängt (Corona wink einmal…) über 10.000 Personen passen. Garniert wurde das Ganze mit einer Choreo der Fanszene – „Chaotisches Leben – Fantastisches Streben“ und ganz vielen Fahnen. Auf alle Fälle deutlich hübscher als die Rauchschwaden, die aus dem nur halbvollen Frankfurter Fanblock zu Beginn waberten – Dinge, die man in der Corona-Phase überhaupt nicht vermisst hat… Noch erstaunlicher, dass DAZN diesen Pyro-Einsatz auch noch abfeierte und am Ende den SGE Fans fast schon kultisch huldigte. Das gab dann natürlich online Beef mit der RBL Fanszene. Abseits davon war trotz des 0:0 einige Stimmung in der Bude, auch wenn es hier und da Luft nach oben gab (Liedauswahl). Die Spenden flossen jedenfalls zahlreich.

 

#RasenballHilft

 

Pfeife des Spiels

Dingert mit einer schönen Bilanz. Unter seiner Leitung hatte Frankfurt in der Bundesliga (Relegation außen vor) noch kein Auswärtsspiel gewonnen (0-1-5) während Leipzig bisher in allen Wettbewerben noch kein Heimspiel verloren hatte (4-1-0). Durch das Unentschieden hielten beide Serien. Naja. Im Spiel ließ Dingert erstmal viel laufen, eher er sich am Ende der zweiten Halbzeit dazu durchrang, den Frankfurtern mehr Karten zu zeigen, was bei 6 zu 21 Fouls auch angebracht war. Richtig böse Fouls waren aber kaum dabei.

 

Silva nur ein Tor in den letzten sechs Bundesligaspielen.

 

Aufgefallen

1)      Vier Punkte, die am Ende nochmal richtig wehtun können. Bei den kommenden Aufgaben wäre RBL gut beraten gewesen gegen Freiburg und Frankfurt zwei Heimsiege einzufahren, so sind es lediglich zwei Unentschieden geworden. Nun muss Leipzig sich in den direkten Duellen gegen Leverkusen und Hoffenheim strecken und das nach den sicherlich anspruchsvollen Duellen gegen Bergamo. Die Ausgangslage im Rennen um die CL Plätze ist nicht besser geworden.

2)      23 Scorerpunkte hatten Marsch (9) und Tedesco (14) schon eingewechselt. Ligaspitze aber heute kam keiner dazu. Wie schon gegen Fürth und Freiburg war die Bank wenig beflügelnd. Poulsen nicht besser als ein überschaubar effizienter Silva, Szoboszlai und meist auch Forsberg können Olmo nicht das Wasser reichen und auch im ZM verliert Haidara etwas den Anschluss. Im April braucht RBL aber von allen das Maximum, damit Tedesco etwas rotieren kann. Auf der anderen Seite hat die SGE auch ohne Rotation und mit 120 Minuten in den Beinen einen Punkt mitgenommen – aber einen schmeichelhaften.

 

Nkunku mit ein paar Entscheidungsschwächen.

 

3)      Die Frankfurter Doppelbelastung nicht wirklich zu spüren. Dass die SGE in Leipzig das Spiel machen würde, war so oder so nicht zu erwarten. Die läuferische Stärke, die Euphorie des Weiterkommens und allgemein die Mentalität der Eintracht-Kicker führten am Ende zu einigen Mehrkilometern (auch weil sie oft dem Ball hinter rennen mussten), wobei RBL aber mehr Sprints hatte.

4)      Viertes Unentschieden in Folge gegen die SGE, sechs Spiele ist RBL gegen Frankfurt sieglos. Sechs Spiele ist Frankfurt in Leipzig nun sieglos, acht Spiele ist Glasner nun gegen Leipzig sieglos. Bei so viel Sieglosigkeit musste ja ein Unentschieden herauskommen. Wäre schön, wenn RBL bei der nächsten Gelegenheit mal gegen Frankfurt gewinnt – mal so zur Abwechslung…

 

Abschied in die Länderspielpause.

 

5)      Die Formkurven vor dem Spiel gar nicht so unterschiedlich. Frankfurt läuferisch besser und mit solider Torausbeute, Leipzig defensiv und in der Spielstruktur reifer. Auf dem Feld war das ebenfalls zu sehen. Wenig zu sehen dagegen von den Flankengöttern der Liga, Kostic wurde von Henrichs abgemeldet (keine Flanke kam an) und auch Angel erreichte lediglich einmal seinen Mitspieler. Zu den gut 300 Saisonflanken der beiden kamen weitere 13 – in etwa der erwartbare Schnitt.

6)      Auch wenn es nicht zum Sieg gereicht hat, so scheint die Sonntagsdelle durchschritten. Tedesco bis zum Frankfurtspiel noch verlustpunktfrei an einem Sonntag mit RBL, jetzt immerhin noch ungeschlagen. Vor Marschs Amtsantritt gab es eine 19 Spiele andauernde Ungeschlagenserie an Sonntagen. Möge sie erneut lange andauern…

 

In allen Belangen überlegen, nur eben keine Tore.

 

7)      Während Leverkusen einen Last-Minute-Erfolg feierte, vergab auch der BVB die Chance an die Bayern heranzurücken und dies trotz Haaland in der Startelf. Auch die letzte Chance auf einen Titel scheint nun also den Borussen davonzuschwimmen. Eine Niederlage daheim gegen Leipzig wäre doch dann wohl die Sahnekirsche auf diesem Saisonkuchen… Man wird sich ja mal was wünschen dürfen!

8)      Nachdem Marsch zwei Last-Minute-Siege beim Zechpreller FC eingefahren hat, scheint schon die Zeit gekommen, um ein wenig Richtung Leipzig zu schießen. So richtig habe er sich nicht wohlgefühlt und nicht das Gefühl gehabt, nach LE zu gehören. Das wundert dann schon ein wenig, gemessen an dem doch recht warmen Empfang (Kurvenruf nach dem ersten Heimsieg, dazu das Vorwissen aus dem Co-Trainer Jahr). Dass nach den Vorstellungen der Hinrunde die Luft schnell dünner wird, hätte ihn jedoch nicht überraschen dürfen. Das kann, wenn das Spielglück in Leeds auch mal wieder kippt, auch in England ganz schnell anders aussehen… Zumal sich die Sprüche jetzt schon arg ähneln.

 

Laimer hatte noch die beste Chance und dazu einen Pfostentreffer.

 

9)      Jetzt erstmal Länderspielpause und damit eine ganze Armada von Leipziger Kickern auf Reisen. Fast die gesamte erste Elf wird auf Reisen sein. Nkunku erhielt seine erste Berufung, Henrichs kehrt wieder zurück in den Kreis der „Mannschaft“. Da bleibt Tedesco nur eine Rumpftruppe. Nicht die besten Voraussetzungen für den April aber letztlich ist das Herausbringen von Nationalspielern auch ein Leipziger Selbstzweck, denn so bleibt der Klub im Kampf um die Talente attraktiv.

 

Zwischen Chancenwucher und schwachen Entscheidungen.

 

Leipzig dürfte mit dem Punkt mehr hadern als Frankfurt, die sich wohl lediglich über die schlechte Verwertung ihrer Konter ärgerten. Mit den Pfostentreffern, der dicken Chance von Laimer und insgesamt deutlich über einem xG war RBL dem Sieg näher.

Tabellarisch ist eigentlich nichts passiert. Leverkusen ist wieder etwas weg, kann aber im direkten Duell noch geholt werden. Hoffenheim und Freiburg sitzen Leipzig im Nacken. Nominell dürfte Frankfurt der stärkste Gegner der Vierergruppe an diesem Wochenende gewesen sein. Allerdings bedeutet dies auch, dass ein später Stolperer in der Saison weiterhin ganz schnell die CL Quali kosten kann.

Was ist also zu tun? Chancengenerierung und deren Verwertung verbessern, die zweite Reihe näher an die erste Reihe führen und natürlich den April wuppen. Der April wird die Crunchtime der Saison, der Monat der Entscheidungen. Sekt oder Selters – noch haben es die Rasenballer komplett selbst in der Hand!

 

Die Pressekonferenz zum vierten Unentschieden gegen die SGE in Folge.

 

Kicker –  Whoscored –  Sofacore –  Understat –  RBL –  Bundesliga –  FotMob


Statistik
RB Leipzig: Gulácsi (C) – Simakan, Orban, Gvardiol – Henrichs, Laimer (84. Haidara), Kampl (60. Forsberg), Angeliño – Olmo (84. Szoboszlai) – Silva (72. Poulsen), Nkunku
SG Eintracht Frankfurt: Trapp – Tuta, Hinteregger, N'Dicka – Knauff (80. Lenz), Jakić, Rode (C, 46. Hrustić), Kostić – Lindstrøm (66. Hauge), Kamada (89. Ilsanker) – Borré (89. Lammers)
Schiedsrichter: Christian Dingert (Lebecksmühle)
Tore: Fehlanzeige
Torschüsse: 15 / 5
Schüsse aufs Tor: 7 / 0
expected Goals: 1,3 / 0,3
Passquote: 82% / 78%
Zweikampfquote: 67% / 33%
Ballbesitz: 55% / 45%
Laufleistung: 114,1 km / 118,7 km
Sprints: 264 / 242
Fouls: 6 / 21
Ecken: 3 / 2
Abseits: 3 / 1
Gelbe Karten: Laimer (2) / N'Dicka, Hauge, Jakić, Hinteregger, Hrustić
Zuschauer: 43.058

Rumpelstilzchen