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Offensivspektakel gegen Ottensen
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Offensivspektakel gegen Ottensen

Offensivspektakel gegen Ottensen

Das hat Spaß gemacht! So ein richtig entspanntes Spiel für Mannschaft und Fans bei dem man auf den Rängen die Seele baumeln lassen konnte und auf dem Feld alles wie am Schnürchen lief. Fast schon unbekannte Gefühle möglich gemacht durch die 1. Runde des DFB Pokals, die mit 8:0 gewonnen wurde.

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Vor dem Spiel ist vor dem Spiel

Die Posse um die Spielstättensuche des FC Teutonia und die geringe Hilfsbereitschaft im Norden (Präsident Mazzagatti legte vor dem Spiel nochmal dezidiert gegen St. Pauli nach) führte über den Umweg Dessau (wo Idioten das Spielfeld zerstörten) nach Leipzig. Was schön für die Leipziger Fans war, kostete mehrere Amateurvereine Zeit und Geld. Am Ende fanden 13.000 Fans den Weg ins Stadion. Solide für ein Erstrundenspiel.

Nach dem ersten Saisonsieg ist vor der Serie? Ottensen war ein dankbarer Gegner, bei dem Tedesco auch mal etwas ausprobieren konnte. Szoboszlai auf Rechts und Schlager mit Haidara im Zentrum z.B. Im Sturm Werner und Silva und dahinter Forsberg. Gerade die Offensive versprühte mächtig Laune, nicht zuletzt da Forsberg mit den bisherigen Einsatzzeiten haderte und Szoboszlai sich ja mit dem Platzverweis selbst eine Pause verordnet hatte.

 

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Dreisatz des Spiels

Gibt man Leipzig die Räume, dann kann die Offensive richtig ins Rollen kommen. Teutonia fehlten die Mittel, um den Spielaufbau zu stören. Die Spielfreude die die Angreifer an den Tag legten, tat ihr übriges, so dass am Ende Tore am Fließband fielen.

 

Zehnerfreuden.

 

Neu im Bullenstall

Werner als halber Neuer als wäre er nie weg gewesen. Gerade das erste und das vierte Tor erinnerten stark an die Debütsaison bei RBL. Forsberg auf Werner – fast schon wie aus der Zeitmaschine. Auch mit Silva und Szoboszlai harmonierte er gut. Werner dürften die drei Tore Auftrieb geben, denn ein Stürmer braucht auch das nötige Selbstvertrauen.

Raum solide aber auch mit vielen ausbaufähigen Flanken. Aus der Startelf offensiv der Kicker, der am wenigsten herausstach. Schlager mit einer griffigen Leistung, am Ende mit ein paar Schusselfehlern, aber sehr umtriebig und mit solider Zweikampfquote (immerhin mal über 50% im DM, Haidara allerdings mit 100%). In der Form m.E. eine echte Alternative zu Aufstellungen mit Kampl.

Wenig herausragend war Novoa, dem als Einwechselspieler kaum etwas gelang. Ba hingegen in der Defensive mit guten Ansätzen. Könnte als Alternative bei der aktuellen Kaderdecke in der Abwehr ggf. noch eine Rolle spielen.

 

Der Pokal da, wo er hingehört.

 

Die drei besten Kicker aus der schönsten Stadt der Welt

Werner: Drei Tore gemacht, eines aufgelegt. Verstand sich fast blind mit Silva und Forsberg, mit denen er gut harmonierte. Auch wenn der Gegner nicht das nötige Format hatte, um ihn zu stoppen, so dürfte er aus dieser Vorstellung Selbstvertrauen tanken können.

Szoboszlai: Belohnte sich zwar nicht mit einem eigenen Tor, war aber an unzähligen Offensivaktionen beteiligt und bereitete auch zwei Treffer direkt vor. Die Spiellaune nach der Rotsperre konnte man förmlich greifen.

Schlager: Einfach weil ich ihn mag und weil er seine Stärken aufs Feld bringen konnte. Sollte Tedesco zu denken geben, dass ein angeblich noch nicht völlig einsatzfähiger Schlager gefühlt mehr Drive reinbringt als ein fitter Kampl. Der Konkurrenzkampf ist eröffnet! Offensiv hätte man an dieser Stelle auch Forsberg (gute Pässe, Ballbehandlung und Vorlagen) sowie Silva (2 Tore, 2 Vorlagen) nennen können und fast schon müssen.

 

Schlager griffig und eine echte Bereicherung.

 

Luft nach oben

Zu bemängeln gab es wenig. Nach dem Pausentee verflachte das Spiel etwas und die Einwechselspieler konnten nicht alle das Niveau halten. Novoa wirkte unkonzentriert. Ba mit guten Ansätzen. Olmo nicht so ganz engagiert. Aber das war bei dem Spielstand zu verschmerzen.

 

Kategorie: Multitasking

Wenn dich selbst ein 8:0 nicht mehr fesseln kann.

 

Tweet des Spiels

Abgangsgerüchte dezent übertrieben.

 

Champagner statt Bier – die Fans

Gut gefüllter Unterrang und ordentlich Stimmung – auch schon vor dem ersten Tor. Wenn Leipzig ins Rollen kommt, dann ist das einfach auch schön anzuschauen, es sei denn man ist Kreuzworträtselliebhaber. Jedenfalls war bei den meisten Party angesagt!

 

Szobo überragend.

 

Pfeife des Spiels

Ruhiges Spiel für Harm Osmers. Kaum böse Fouls und eine klare Überlegenheit führten zu wenigen strittigen Szenen. Andere Teams stehen RBL deutlich mehr auf den Füßen. Das beförderte die Leipziger Spiellaune und die Torausbeute. In der Bundesliga reichte es unter Osmers in fünf Auswärtsspielen nur zu einem Sieg. Gestern nominell ja auch auswärts der zweite Sieg im DFB Pokal. Der erste war seinerzeit wirklich als Heimteam gegen Paderborn.

 

Tripple-Timo.

 

Aufgefallen

1)      Der höchste DFB-Pokal-Sieg und der geteilt zweithöchste Pflichtspielsieg (mit Mainz nach dem Sachsenpokal 0:11 gegen Gelenau) sowie das vierte Pflichtspiel in dem RBL acht Tore erzielte (neben den genannten noch gegen Wilhelmshaven als Wallner und Pacult noch dachten sie würden den Aufstieg schaffen – ob dann wohl die Rangnick-Ära angebrochen wäre?).

Die Zahlen zeigen, dass auch gegen unterklassige Gegner ein solcher Sturmlauf kein Selbstläufer ist. Gegen solche Teams sind auch schon Bundesligisten ausgeschieden und das nicht zu knapp. Für Ottensen kam das Spiel letztlich zu spät. Leipzig ist schon eingespielt (auch wenn der Motor in der Liga noch stottert). Zudem ging der Heimvorteil flöten und die RBL Offensive hatte mit Forsberg und Szoboszlai zwei klasse Kicker mit Spielwut im Bauch als Antriebswellen.

 

Eingewechselt und ein Tor: Nkunku.

 

2)      Dennoch bedarf das Spiel einer Einordnung. Mit über 40 Torschüssen davon fast 20 auf den Kasten schnitt Leipzig durch die Hamburger wie ein heißes Messer durch Butter. Echter Widerstand war nicht zu spüren und großen Anteil an der Spielfreude hatte der Umstand, dass Forsberg und Co. kaum einer auf den Füßen stand. Die Galligkeit, die in der Bundesliga fast jedes Team aufs Feld bringt und der Wunsch, lieber das Spiel zu zerstören als es aktiv zu gestalten (ein Großteil der Buli spielt quasi tief und auf Konter), war da einfach nicht zu spüren.

Wenn man dann dem wilden Haufen diese Freiheiten lässt, dann kommt er unweigerlich ins Rollen. Ziel muss es aber sein, dieses Rollen auch gegen echte Widerstände zu erzwingen, wie das den Bayern gelingt. Davon ist Leipzig noch einen ganzen Schritt oder zwei entfernt, wie die Lage in der Liga zeigt.

 

Selbst Opta ist nicht unfehlbar, weil sich der Sachsenpokal der Datenerfassung entzieht (Gelenau 0:11).

 

3)      Die ganze Posse um das Spiel müsste eigentlich nochmal aufgearbeitet werden. Das fängt beim DFB an, der nicht über seinen Schatten springen kann und ein Kunstrasenspiel erlaubt oder auf einen früheren Anstoßzeitpunkt ohne Flutlicht schwenken kann. Das geht weiter mit der Bigotterie von Vereinen wie St. Pauli, die längst mehr schein als sein sind, was ihre eigene Wahrnehmung anbelangt. Wie auch bei Freiburg oder Union wird ein Bild gezeichnet, dass letztlich weit weg von den Wirtschaftsunternehmen ist, die diese Vereine letztlich darstellen. So bedienen solche Sprüche wie bei der Rechtfertigung von Pauli oder die von Freiburg im Vorfeld des Pokalfinales mehr gedankliche Folklore als echte Tatsachen.

Letztlich leiden unter dieser Verblendung und den Folgen dann gerade die kleinen Vereine. Erst recht, wenn es dann solche Erfüllungsgehilfen triggert wie die, die den Rasen in Dessau vergifteten. Ottensen ging Heimvorteil und Geld verloren, Dessau das Spielfeld. Letztlich hat man also gerade den Vereinen einen Stock zwischen die Beine geworfen, denen man sich der eigenen Wahrnehmung zufolge solidarisch – ja fast schon zugehörig – fühlt. Ein Irrsinn der sich eigentlich nicht wegdiskutieren lässt.

Schön immerhin, dass Leipzig sich da anders gibt und diese Solidarität mehr lebt als so mancher Traditionsverein. Die Einnahmen gehen vollständig an Ottensen und Dessau. Letzteren greift RBL beim Spielfeld unter die Arme. Da sind mir solche Realitäten deutlich lieber als die Luftschlösser, die sich einige Traditionsfans so bauen.

 

So ein 8:0 hebt die PK Laune.

 

4)      Taktisch und aufstellungstechnisch hatte das Spiel einiges zu bieten. Vor dem Spiel hätte ich Haidara als ROV vermutet, tatsächlich beackerte aber Szoboszlai die rechte Seite und das auch sehr ansehnlich. Ob das defensiv auch in der Bundesliga trägt, sei mal dahingestellt, mit der Dreierkette dahinter und laufstarken ZMs aber denkbar. Hier wäre der Vorteil, dass man endlich echte Offensivpower auf der Position hätte und schwerer auszurechnen wäre. Im Zentrum zeigten Schlager und Haidara, dass Kampl und Laimer nicht alternativlos sind. Gerade läuferisch wirkte das bei Schlager schon sehr stark. Bitte mehr davon!

In der Offensive harmonierten Silva und Werner gut und auch Forsberg war auf engen Raum schwer vom Ball zu trennen, hatte allerdings Geschwindigkeitsdefizite. Aber auch Olmo gilt ja nicht als Sprinter. Der Konkurrenzkampf auf der 10 bleibt aber extrem. Da sind Lösungsansätze wie Szobo als ROV durchaus charmant.

Der letzte verbliebene Nachwuchs (Ba und Novoa) durfte am Ende auch aufspielen. Während Novoa etwas verkopft wirkte, konnte Ba nachweisen, was man perspektivisch in ihm sieht.

 

Interessante Varianten. Auch was für die größeren Spiele?

 

Ein Sieg den man nicht zu hoch hängen sollte, dafür war der Gegner zu limitiert. Dass RBL eine tolle Offensive hat, war bekannt. Um zu verhindern, dass sie ins Rollen kommt, fehlten Teutonia einfach die Mittel. Das ist in den Ligaspielen anders.

Dennoch konnten die Angreifer Selbstvertrauen tanken, was hoffentlich in Frankfurt zu einem Novum führt. Denn dort hat Leipzig in sieben Auftritten noch nie gewinnen können. Nur ein Sieg in den letzten 10 Spielen gegen die SGE (vor drei Jahren daheim) ist eine aufbesserungswürdige Bilanz.

Positiv auch, dass einige der getesteten Alternativen zu überzeugen wussten. Werner und Silva, das passt. Forsberg immer noch mit einem feinen Fuß auch wenn ihm der Speed fehlte. Szobo als rechter Flügelläufer und Haidara sowie Schlager mit griffigen Leistungen im Zentrum.

 

Werners Zaubertrankäquivalent.

 

Kicker –  DFB –  Sofacore –  RBL –  FotMob

 

Statistik
FC Teutonia 05 Ottensen: Zummack – Weidlich (C, 72. Graudenz), Olayisoye (59. Mansaray), Uphoff, Jesgazewski (46. Coordes) – Steinwender, Brandt, Siala, Istefo (46. Wohlers) – Lukowicz (80. Yeboah), Berisha
RB Leipzig: Blaswich – Simakan (62. Ba), Orbán (C), Gvardiol (57. Olmo) – Szoboszlai, Schlager, Haidara (57. Henrichs), Raum (56. Novoa) – Forsberg – Silva, Werner (57. Nkunku)
Schiedsrichter: Harm Osmers (Hannover)
Tore: 0:1 Werner (19.), 0:2 Werner (20.), 0:3 Silva (40.), 0:4 Werner (43.), 0:5 Silva (53.), 0:6 Forsberg (56.), 0:7 Nkunku (77.), 0:8 Olmo (90.)
Torschüsse: 7 / 41
Schüsse aufs Tor: 0 / 19
expected Goals: 0,2 / 4,3
Passquote: 70% / 91%
Zweikampfquote: 38% / 62%
Ballbesitz: 26% / 74%
Fouls: 10 / 5
Ecken: 3 / 15
Abseits: 1 / 1
Gelbe Karten: Lukowicz / –
Zuschauer: 13.084

Rumpelstilzchen