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Augen zu und durch - Gegen Dortmund muss sich unser Team beweisen!

Augen zu und durch - Gegen Dortmund muss sich unser Team beweisen!

Nach dem Offenbarungseid in Frankfurt und daheim gegen Donezk ist mehr denn je das Team in der Pflicht. Für Neu-Trainer Marco Rose natürlich eine undankbare Aufgabe, gleich gegen seinen Ex-Arbeitgeber antreten zu müssen. Aber schlimmer wie zuvor, geht’s nimmer. Und so könnten auch Heldengeschichten geschrieben werden!

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Aufreger der Woche

Was für turbulente Tage und Wochen zuletzt, bis schließlich der große Knall unter der Woche ertönte und selbst die eigenen Fans dem Team den Rücken zukehrten. So schnelllebig ist nun mal das Profigeschäft, wenn der Erfolg ausbleibt. Und so wurden Trainer Tedesco und sein Co-Trainergespann nur 108 Tage nach dem DFB-Pokaltriumpf von ihren Aufgaben entbunden, nachdem die Negativserie immer konfusere Formen annahm.

Was ist passiert mit unseren Roten Bullen? Einst ein Team, welches stets für eine gute Defensivleistung bekannt war und ebenso für schnelle Tempogegenstöße inkl. Fitness. Woraus bestand zuletzt Tedescos Taktik, wenn der Gegner unserem Team läuferisch teils haushoch überlegen war und somit quasi einen Mann mehr auf den Platz hatte? Was will man erreichen, wenn der Gegner komplett hinter den Ball steht und wir uns den Ball im letzten eigenen Spielfelddrittel 20 Mal quer zuspielen? Wo sind die Momente, die stets von Geschwindigkeit geprägt sind, um mit Tempo in der Offensive zu agieren?

Offensiv wie auch defensiv sind unsere Stärken, aber auch unsere Schwächen, mittlerweile bekannt. Die Gegner schlafen nicht. Sie analysieren ebenso wissenschaftlich den erfolgreichen Leipziger Fußball der letzten Rückrunde unter Tedesco, indem Nkunku die Räume und Möglichkeiten bekam, um glänzen zu können. Nun wird er taktisch zugestellt, teils gedoppelt und parallel dazu werden die Situationen zuvor vermieden, um ihn überhaupt einsetzen zu können. Die Folge ist, dass er weitestgehend aus dem Spiel genommen werden kann, wenn zuvor die entsprechenden Leipziger Aktionen unterbunden wurden. Das Gleiche gilt nun auch bei Timo Werner!



Marco Rose übernimmt – kein Ruhm für Vereinsführung

Es fügt sich zusammen, was zusammengehört, möchte man meinen. Marco Rose, gebürtiger Leipziger, einer aus der Region und aus dem Red Bull Universum, gepaart mit Fußballwissen bis hin zu Champions-League- und Bundesliga-Erfahrungen, nachdem er zuvor Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund trainierte. Zum weiterhin Trainerteam werden übrigens Alexander Zickler (geboren in Bad Salzungen, Thüringen, später bei Dynamo Dresden), Rückkehrer Marco Kurth (geboren in der Lutherstadt Eisleben in Sachsen-Anhalt) und Frank Geideck (Bielefeld in NRW) gehören. Zusammen mit Rose als Trainer kommen somit mehr sportliche Verantwortliche aus der Region!

Es ist in der Kürze der Zeit und für die aktuellen Umstände wohl die beste Trainerlösung und wir hoffen, dass es eine erfolgreiche Symbiose werden kann. Er hat eine berechtigte Chance verdient, unsere Rasenballer wieder auf Kurs zu bringen. Jedoch sollten wir ihn auch die Zeit einräumen, denn die schweren Gegner in den kommenden Tagen und die vielen englischen Wochen insgesamt sind nicht wirklich beste Voraussetzungen, um viel mit dem Team aufarbeiten zu können.

Zu guter Letzt hat auch die Vereinsführung einen großen Anteil daran, dass der sportliche Weg oft geprägt war (und auch noch ist) von vielen Missverständnissen. Angefangen von der noch nicht besetzten Position des Sportdirektors bis hin zu zwei Trainerentlassungen innerhalb eines Jahres. Seit dem Abgang von Julian Nagelsmann zu den Bayern mitsamt Trainerstab und dem Abgang von Ex-Sportdirektor Krösche zu Eintracht Frankfurt, gibt es keine erfolgreiche sportliche Leitlinie mehr, an die sich alle Beteiligten hätten halten können. Man wiegt und wog in der Argumentation zwischen schnellem Umschaltspiel sowie Balljagd (Marsch) und Ballbesitzfußball gepaart mit spielerischen Lösungsansätzen (Tedesco) hin und her, ohne sich wirklich langfristig an ein fruchtbares Konzept orientieren zu können. Dieser Irrlauf mündete schließlich in ein Transfergebaren, welches aber bis heute wenig zielführend wirkte. Statements-Transfers mit Timo Werner und David Raum lassen aufhorchen, waren aber nicht zwingend notwendig in Anbetracht der anderen Kader-Baustellen.

Nichtsdestotrotz hat der Trainer mit seinem Team aber die Aufgabe aus den großen, qualitativ gut bestückten Kader, das Beste herauszuholen. Und hier war Tedesco nicht bereit, von seiner Linie und Philosophie abzurücken, was ihn schließlich ins Verderben trieb.



Nun ist das Team gefordert

Teils ist es auch fatal, der Mannschaft den kompletten Willen zu überlassen. Das Team hat sich gegen die Balljagd entschieden und gegen die Spielphilosophie von Marsch, aufopferungsvoll Laufen zu müssen. Nun erleben wir ein Team, welches fast komplett auf hohen Laufaufwand und Tempo verzichtet, eher einen ruhigen Ballbesitzfußball schiebt, keine Fehler riskieren zzgl. kein Risiko eingehen will und gleichermaßen dabei an Fitness verliert. Ein Teufelskreis, der ins Verderben führt. Die Gegenspieler wirken spritziger, energischer, gedanklich schneller, aber vor allem schnellkräftiger, geradliniger sowie läuferisch mit mehr Tempo und mit viel höherem Aufwand, als es bei unseren Rasenballern der Fall ist. So lief Köln in Wolfsburg 17 km und Union Berlin gegen die Bayern 15 km mehr als Tedescos Team in Frankfurt. Das sind Welten… das sind Basics; so etwas darf nicht fehlen – und das muss sich auch das Team ankreiden!

Man ist somit größtenteils nur am Reagieren und setzt selber viel zu wenig Akzente für das eigene Offensivspiel. Mehr zu laufen bedeutet auch, dass „Spiel ohne Ball“ zu pflegen. D.h. dem ballführenden Mitspieler mehrere Anspielstationen zu schaffen, sich stets freizulaufen in entsprechende Räume, aber auch den Ballführenden zu hinterlaufen oder selbst steil zu laufen, um mal einen langen Pass zu fordern, wie auch Räume zu reißen, für einen anderen möglichen Spielzug. Dabei kann man neun Mal umsonst sich angeboten haben, aber beim zehnten Mal bekommt man den vakanten Pass zugespielt und kann durchbrechen.

Generell gibt der Fitnesszustand fast aller Spieler zu denken. Dies wirkt sich insbesondere negativ aus, wenn die eigentliche Sprintschnelligkeit nicht ganz die Beste ist. Das gilt für Kampl, Silva, Halstenberg, Orban, Forsberg, Poulsen, Olmo, Henrichs und Novoa. Natürlich kann dies taktisch kompensiert werden durch andere Mitspieler und indem man die Aufgaben je nach Stärken und Schwächen entsprechend verteilt. Aber da sollte schon Vieles griffig sein im Team, die Abstimmung untereinander muss stimmen und Automatismen müssen einstudiert sein. Jedoch sind wir von vielen dieser Punkte aktuell meilenweit entfernt.


Höchststrafe für unsere Rasenballer – der Fanblock wendet sich ab.


Taktische Flexibilität ein Mittel zum Erfolg

Taktisch flexibel zu agieren heißt aber auch, sich stets weiterzuentwickeln… nie stehen zu bleiben und an der alten Struktur krampfhaft festzuhalten. Wenn du genau denselben Weg gehen willst wie zur Vorsaison, dann kannst du nur verlieren, denn die Gegner können sich darauf einstellen. Man muss also Veränderungen schaffen, mit der Taktik und neuem Personal jonglieren und Überraschungen einstreuen. Gib dem Spiel mehr Abwechslung und Kreativität, aber ändere das eigene Spiel zu mehr taktischer Stabilität, wenn es mal nicht läuft.

So müssten wir  in der aktuellen Verfassung eigentlich einen Stürmer opfern und zusätzlich dafür einen zentralen Mittelfeldspieler integrieren und/oder mit einer starken Raute spielen. Denn unsere größte Achillesferse für gegnerische Umschaltmomente ist derzeit unser zentrales Mittelfeld gewesen, wenn gerade Konrad Laimer nicht in Ballnähe ist. Würden zusätzlich ein Haidara oder Schlager nebst Kampl agieren, bekäme der Gegner entsprechend weniger Räume und viel mehr Widerstand.

Nun hat man den Saisonstart vergeigt und sich zuletzt in Frankfurt von der ganz schlechten Seite gezeigt. Man hatte sich optisch aufgegeben. Auch gegen Donezk hatte man keine Mittel offenbart, um in der Offensive erfolgreich sein zu können, wie auch eine Angriffsabsicherung (Restfeldverteidigung) vermissen ließ.


Tedesco am Ende ratlos wie seine Mannschaft – ein Neuanfang musste her.


Die Gefahr ist groß mit dem kommenden Gegner aus Dortmund und anschließend auch in Gladbach noch mehr zu verlieren. Wenn man am Ende der Saison sich nicht für die Champions League qualifizieren sollte, muss man notgedrungen Spieler verkaufen, da mit den letzten Vertragsverlängerungen und Neuverpflichtungen auch ein höheres Gehaltsgefüge eingegangen wurde, welches nur mit einer neuerlichen Champions League Teilnahme gedeckt werden kann. Anderenfalls liegen Abgänge wie Gvardiol und/oder Nkunku auf der Hand. Paradox klingt dann auch der Verbleib von Konrad Laimer in dieser Saison, so dass RB rund 25 Millionen Euro durch die Lappen gehen würden, da diese Personalie bisher nicht lohnend eingesetzt wurde.

Verzichten muss Trainer Marco Rose auf Yussuf Poulsen, sowie Klostermann und Olmo, die allesamt verletzt fehlen. Ansonsten dürften in den ersten Spielen nicht allzu große Veränderungen zu erwarten sein. Vielmehr muss er versuchen samt psychologische Unterstützung die allgemeine Verunsicherung bei fast allen Spielern zu lösen. Vieles spielt sich aktuell im Kopf ab.

 

Dortmund klar im Vorteil

Momentan sind keine umfänglichen Worte für unseren nächsten Gegner nötig. Die Baustellen liegen klar auf unserer Seite. Indes läuft es bei Borussia Dortmund relativ gut und man befindet sich in Anbetracht der eigenen Erwartungen voll im Soll. Ein 3:0 Erfolg im ersten Champions-League Spiel steht zu Buche und mit zwölf Punkte aus fünf Bundesligaspielen befindet man sich punktgleich mit dem SC Freiburg an der Tabellenspitze. Auch mit dem neuen (alten) Trainer Edin Terzić liefert man bisher die passenden Ergebnisse. Und natürlich haben wir keine gute Erinnerung an ihn, als im Pokalfinale 2021 es eine klare 1:4-Niederlage gab und man zuvor auch schon in der Liga verlor.


3:0 Sieg in der Champions League - Das Dortmunder Team auf den Höhenflug


Heuer stehen schon drei 1:0-Siege zu Buche und mit dem Champions-League Duell sowie Pokalspiel in der 1. Runde (jeweils 3:0) konnte man schon fünf Mal in der noch jungen Saison ohne Gegentreffer bleiben. Im Gegensatz zur letzten Saison eine klare Verbesserung. Abgesehen von etwas Spielglück ist es der neu gestalteten Defensivarbeit zu verdanken, die auch der eine und andere neue Spieler besser verkörpert (Schlotterbeck, Süle). Andererseits waren es auch umkämpfte Partien, mit dem guten Ende für sich. Nur gegen Bremen vergab man unkonzentriert zum Spielende wertvolle Punkte.

Dabei ist und bleibt die eigentliche Stärke der Dortmunder das schnelle Umschaltspiel. Denn wenn die aktuell gut in Saft stehenden Brandt und Wolf über die Flügel ins Rollen kommen, sollten ihnen keine allzu großen Freiräume gewährt werden. Hinzu warten die Neuverpflichtung Özcan und allgemein Jungstar Bellingham in der Spielfeldmitte sehnlichst darauf, Tempogegenzüge einzuleiten. Auch wenn E. Haaland im Sturm verkauft wurde und das offensiv ein großer Verlust ist, so findet Dortmund momentan einen guten Weg, dies zu kompensieren.

Dabei muss sich RB Leipzig nach zuletzt zwei Bundesligasiegen gegen den BVB und stets mit einer herausragenden, sowie läuferischen und taktisch abgeklärten Leistung nicht verstecken. Wenn da eben nicht die letzten schwachen Leistungen gewesen wären. Aber vielleicht besinnt man sich auf das Vergangene, Erfolgreiche und versucht daran anzuknüpfen.


Dank einer Energieleistung war ein 2:1 Heimsieg in der letzten Saison möglich


Das Stadion ist voll und die Zuschauer sollten auch hinter ihrem Team stehen und es nicht auspfeifen, wenn mal die eine oder andere Aktion misslingt. Das hilft aktuell Keinem weiter. Wir alle sind enttäuscht mit den bisherigen Saisonverlauf, es wurde gehandelt und die neuen Verantwortlichen benötigen unsere Unterstützung plus Zeit, auch wenn die Uhr sich schnell weiterdreht und ein hartes Programm folgt. In diesem Sinne, auf geht's Leipziger Jungs!

 

Was läuft wo?

Liveticker RB-Fans.de: https://rb-fans.de/liveticker.html
Radio: http://bullenfunk.fm/
TV-Übertragung: Sky

 

Bildquellen: rbleipzig.com, focus.de, EPA,

 

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