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Startet jetzt die Aufholjagd? – Unser Team ist gegen Bochum in der Pflicht!

Startet jetzt die Aufholjagd? – Unser Team ist gegen Bochum in der Pflicht!

Nach der Trainerverpflichtung von Marco Rose und dem furiosen Heimsieg gegen Bor. Dortmund landete man mit der klaren Niederlage in Gladbach schnell wieder auf den Boden der Tatsachen. Gegen den Tabellenletzten aus Bochum steht das Team mehr denn je in der Pflicht!

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Viel Aufregung am Cottaweg

Positive Aussichten

Saisonübergreifend ist man seit vier Bundesliga-Heimspielen ohne Niederlage (3 Siege und 1 Remis), während Bochum die letzten vier Bundesliga-Auswärtsspiele verlor. Auch sind die nächsten Bundesligagegner mit Bochum, Mainz, Hertha und Augsburg (vermeintlich) leichtere Aufgaben, im Gegensatz zum schweren Saisonbeginn. Hier muss einfach gepunktet werden, will man nicht in ein Vakuum fallen und in der laufenden Bundesligasaison nur um die goldene Ananas mitspielen.

Apropos sportliches Vakuum – dies konnte durch die Verpflichtung von Max Eberl nun endlich geschlossen werden. Mit ihm als Sportdirektor (Geschäftsführer Sport) und Trainer Marco Rose hat man auf langfristiger Sicht wieder ein Fundament sowie eine sportliche Perspektive geschaffen, an deren Leitlinien und Vorgaben man sich zu orientieren hat. Bis zur Amtsübernahme von Eberl im Dezember ist aber die Hinrunde der Bundesliga schon vorbei und ehe er seine Handschrift nachhaltig hinterlassen kann, wohl die gesamte Saison. Bis dahin sollte man M. Rose und sein Trainerteam in allen Belangen unterstützen und nicht allein im Regen stehen lassen.

Grund zur Freude gab es auch unter der Woche für unsere ungarischen Akteure, die die deutsche Nationalmannschaft in der Red Bull Arena besiegen konnten. Dabei zeigten Péter Gulácsi und Willi Orban eine gute Leistung und blieben ohne Gegentreffer, was in letzter Zeit selten der Fall war. Auch Dominik Szoboszlai konnte schließlich nicht nur mit einem Assist überzeugen, sondern setzte sich immer wieder mutig in Szene. Emil Forsberg gelang im letzten Länderspiel nach sehenswerten Sololauf ein Treffer. Wie sehr wünschten wir uns dies auch in den Bundesligaspielen.

Und zu guter Letzt gab es zwei Wochen Zeit für alle Beteiligten etwas abzuschalten, den Kopf frei zu bekommen... etwas mehr Zeit für die verbliebenen Akteure am Cottaweg, die nicht auf Länderspielreisen waren und somit die Gelegenheit nutzen konnten, mit dem neuem Trainerteam zielgerichtet zu arbeiten.


 

Negative Aussichten

Ohne das Mittefeldduo Laimer-Schlager, ohne Simakan und Diallo sowie ohne Werner in der Startelf in Gladbach – geholfen hat die Rotation leider nicht. Natürlich ist Laimer verletzt, wie auch ein Dani Olmo schmerzlich vermisst wird. Aber man muss auch eine Alternative finden zum möglichen Abgang Laimers bzw. bei einer Rotation, die Belastung der folgenden englischen Wochen auf mehrere Schultern zu verteilen, in der Hoffnung, dass dies keinen allzu großen Qualitätsverlust mit sich bringt.

Aber die Hoffnung zerschlug sich sehr schnell in der Anfangsviertelstunde im Borussia-Park. Mal wieder hat die Mannschaft Tugenden vermissen lassen und zum wiederholten Male einen detaillierten Matchplan nicht umsetzen können. Das Gleiche passiert mittlerweile sehr häufig und egal unter welchem Trainer. Der Stachel sitzt wohl tiefer als gedacht und der schlechteste Saisonstart in der noch jungen Geschichte des Vereins ist perfekt. Ein Ausweg wie mit Tedesco in der letzten Saison wäre zwar schön, aber in Anbetracht der aktuellen Verfassung des Teams erscheint dieser Traum aus dem Blickwinkel zu verschwinden.

Nun stehen sechs englische Wochen und somit Spiele im Rhythmus aller drei bis vier Tage an. Ein Training ist kaum möglich, eher taktischer Natur gepaart mit vielen notwendigen Einzelgesprächen zwischen den Reisestrapazen. Es gibt keine Atempause mehr bis zur Fußball-WM. Ein eher zu kleiner und nicht aufeinander abgestimmter Kader lässt vermuten, wohin die Reise bis zur Winterpause wohl gehen mag. Ja der RB-Fan muss sich gedulden und mit der hausgemachten Krise zu leben lernen. Die Erwartungen sind hoch, sollten aber auch heruntergeschraubt werden können, wenn es bis zur Fußball-WM oder gar in der Rückrunde kein erneutes Ergebnis-Wunder gibt und die Champions League Qualifikation dieses Mal verpasst wird.


Déjà vu – ratlose und enttäuschte Gesichter nach dem Auftritt in Gladbach.

 

Gegner Bochum mit dem Rücken zur Wand

Tabellenletzter und noch kein Bundesligaspiel gewonnen – auch in Bochum wurde der Trainer entlassen. Die Trennung vom Trainer Thomas Reis fiel nicht leicht, schaffte man doch in der letzten Saison noch souverän den Klassenerhalt. Dabei tritt man auch diesmal mit dem geringsten Bundesligaetat an und hat nur einen Spielermarktwert von insgesamt 45 Millionen Euro zur Verfügung. Zum Vergleich: RBL-Spieler Josko Gvardiol hat einen Marktwert von 60 Millionen Euro. Aber es ist, wie es ist. Auch hier tritt die Regel im Profigeschäft in Kraft: Wenn es keinen Erfolg gibt, ist der Trainer das schwächste Glied im Bunde und muss gehen.

Nach Interimstrainer Heiko Butscher, der am letzten Spieltag den ersten Punkt mit Bochum gegen den 1. FC Köln holen konnte, hat man nun einen Wunschtrainer verpflichtet, der sogar Red Bull Vergangenheit hat. Mit Thomas Letsch versucht man langfristig wieder in die Erfolgsspur zu kommen und hofft perspektivisch mit dieser Trainerverpflichtung auf Nachhaltigkeit. Von 2012 bis 2015 trainierte er u.a. die Junioren beim Red Bull Salzburg, war Sportlicher Leiter und Co. Trainer unter Roger Schmidt sowie Interimstrainer 2015 der Männermannschaft. Auch M. Rose war zu dieser Zeit Nachwuchstrainer bei Red Bull Salzburg. Beide kennen sich aus dem damaligen Trainerstab.

Verzichten muss er wohl weiter auf ein paar Leistungsträger, die die Aufgabe in Leipzig nicht gerade einfacher gestalten lassen. Ohne die etatmäßigen Offensivkräfte Holtmann und Asano, sowie ohne die Defensivakteure Stafylidis und Heintz steht man nun sprichwörtlich mit dem Rücken zur Wand. Wenn es denn schon spielerisch qualitative Unterschiede gibt, so könnte man wenigstens wie in der letzten Saison mit viel Mentalität, Kampfkraft und hohem Laufaufwand gewisse Defizite versuchen auszugleichen. Aber auch das will nicht so recht gelingen. So zählt man wie RB Leipzig aktuell zu den laufschwächsten Teams der Bundesliga. Auch bei den intensiven Läufen (Vorletzter) und Sprints (Drittletzter) offenbart sich insgesamt der eher ungenügende läuferische Einsatz. Es obliegt Neu-Trainer Letsch, seinen Jungs ordentlich Beine zu machen, denn an fundamentalen Sachen darf es nicht scheitern.


Marco Rose und Thomas Letsch (re.) kennen sich gut aus Salzburger Zeiten.


Beginnt nun die erhoffte Aufholjagd?

Jetzt ist das Team gefordert. Das offenbarte nicht zuletzt auch Yussuf Poulsen nach der deutlichen Niederlage in Gladbach, der nach überstandener Verletzung wieder ins Team zurückkehrte. Er monierte wohl nicht zu Unrecht die Einstellung einiger Leipziger Spieler. Trainer Marco Rose hatte indes im Hinblick auf die kommenden englischen Wochen rotiert und somit den anderen Spielern die Chance gegeben, sich zu zeigen. Was er aber sah, machte ihn nicht gerade glücklich. Vielmehr ergab sich das Team seinem Schicksal einer klaren Niederlage und wieder einmal war es auswärts ein schlechter Auftritt, teils blutleer. Offensichtlich fehlte der letzte Wille wie es ein Konrad Laimer oder Xaver Schlager vorleben, um jeden Zentimeter auf dem Rasen zu fighten. Klare Worte, die hoffentlich die Mannschaft wachrütteln.

Für Trainer Marco Rose gilt es insbesondere, die Qualitäten eines jeden Spielers herauszukitzeln und hierfür die notwendigen, taktischen Voraussetzungen zu schaffen. Ein markanter Punkt wäre u.a. die aktuelle Torflaute von Nkunku und Werner und ob beide überhaupt zusammen erfolgreich agieren können. Trotzdem ist wohl der wunde Punkt in der Motivation und Mentalität im Team zu suchen. Schon seit Längerem scheint es immer wieder Motivationsprobleme unter einigen Profis zu geben, anders sind die blutleeren Auftritte vor allem in der Fremde nicht mehr zu erklären.



Nichtsdestotrotz richten wir wie immer den Blick nach vorn, schauen auf das nächste Spiel und das muss erst einmal gewonnen werden. Bochum hat mit dem Unentschieden gegen Köln bewiesen, dass mit Kampf und Biss etwas zu erreichen ist. Und mit dieser Einstellung will der VfL auch in Leipzig auftreten. Unsere Roten Bullen sollten demnach vorgewarnt sein und können sich weiterhin auf große Unterstützung der Heimfans freuen. Mit dem Family-Ticket-Special ist das Stadion sehr gut gefüllt. Nun liegt es auch am Team, ein wahres Fußballfest draus zu machen.

Fehlen werden weiterhin die Langzeitverletzten Klostermann, Laimer sowie Olmo. Und kürzlich musste sich wieder Yussuf mit einem Infekt dazu gesellen. Inwieweit Marcel Halstenberg seine Rückenbeschwerden überwunden hat, bleibt noch abzuwarten. Bei Mohamed Simakan ist dagegen die Hoffnung groß, dass es wieder zu einem Einsatz reicht. Aber egal wer auf dem Platz steht, es kann nur ein Sieg zählen!



Was läuft wo?

Liveticker RB-Fans.de: https://rb-fans.de/liveticker.html
Radio: http://bullenfunk.fm/
TV-Übertragung: Sky

 

Bildquellen: Imago/GEPA, Sky Sport austria

 

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