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4:0 gegen den Tabellenletzten – guter Start in die Doppelspielwochen
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4:0 gegen den Tabellenletzten – guter Start in die Doppelspielwochen

4:0 gegen den Tabellenletzten – guter Start in die Doppelspielwochen

Leipzig startet mit einem überlegen geführten und nie gefährdeten 4:0 Sieg gegen den Tabellenletzten aus Bochum in die Doppelspielwochen. Werner und Nkunku trafen doppelt, womit der VfL noch gut bedient war, denn die Gäste zeigten, warum sie derzeit die rote Laterne fest in ihren Händen halten. Mit dem 1:0 gelang Werner sein 100. Treffer im Dress des einzig wahren Rasenballsports.

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Vor dem Spiel ist vor dem Spiel

Die letzte Länderspielpause vor der wenig geliebten WM im Wüstenstaat ist vorbei und sie verlief für die meisten Rasenballer durchwachsen. Raum und Werner haderten mit Deutschland. Die Ungarnfraktion siegte zwar gegen das Team formerly known as die Mannschaft, verlor aber gegen Italien. Österreich und Schweden stiegen in ihren Nations League Gruppen ab, Nkunku wurde bei Frankreich eingewechselt und Gvardiol siegte doppelt mit den Kroaten. Diallo und Haidara waren in Freundschaftsspielen tätig. Das wichtigste aber: alle kamen gesund zurück, nur Poulsen fiel kurzfristig gegen den VfL aus.

Nach dem Rückfall in alte Zeiten gegen Gladbach (die heute von Werder auseinandergenommen wurden) sollte es gegen den Tabellenletzten unbedingt ein Sieg zum Start in die Doppelspielwochen sein. Rose setzte dafür auf die ungarische Achse und brachte im Vergleich zum letzten Ligaspiel Werner für Forsberg sowie Halstenberg für Raum. Da Schlager und Simakan wieder fit waren, ersetzten sie zudem Haidara und Henrichs.

 

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Dreisatz des Spiels

Es war ein sehr dominant geführtes Spiel von RBL, bei dem Bochum nur ganz selten über die Mittellinie durfte und durch gutes Leipziger Gegenpressing und eigene individuelle Fehler offensiv kaum stattfand. Die Tore durch die drückende Überlegenheit folgerichtig und gemessen an xG (über 4), nonShot xG (2) und den Großchancen (8) eigentlich noch deutlich zu wenige, zumal Nkunku sogar einen Elfer verschoss. Werner mit seinem 100. Treffer im RBL-Dress und nach 18 Spielen unter Tedesco, in denen RBL in der ersten Halbzeit nur 5 Treffer erzielte nun Rose schon bei 4 aus 4. Es geht aufwärts aber dieses Ergebnis muss gegen stärkere Gegner noch bestätigt werden, als RBL-Fan ist man vorsichtig geworden und auswärts hat Leipzig (mit Blick auf Mainz) seit April eine sehr maue Bilanz.

 

Das Zusammenspiel der Offensivkräfte klappte deutlich besser als zuletzt.

 

Neu im Bullenstall

Werner mit einem guten Tag, zwei Tore sprechen für sich, aber er ließ auch noch zwei Großchancen aus und traf einmal den Pfosten. Fünf Schüsse aufs Tor sind ein guter Wert und Riemann war auch nicht schlecht aufgelegt. Sein Dribbling durch den Strafraum in Halbzeit 2 zeigte, dass er auch mit dem Ball umzugehen weiß, auch wenn es auch ein paar Gegenbeispiele im Spiel gab.
Schlager nicht ganz so auffällig wie zuletzt, gewann im Verbund mit Kampl auch nur drei von neun Zweikämpfen. Trotzdem in dieser Form erstmal gesetzt. Raum wurde spät eingewechselt und konnte sich nicht mehr auszeichnen (immerhin kein Fehlpass). Halstenberg macht seine Sache mit der Vorlage zum 1:0 und dem zweiten herausgeholten Elfer sehr gut und dürfte damit im Zweikampf um die Linksverteidigerposition den ersten Zug gemacht haben.

 

Nkunku vergab einen Elfer machte aber dennoch danach das 4:0.

 

Die drei besten Kicker aus der schönsten Stadt der Welt

Werner: Der 100 Tore Mann. Werner gab den ersten Torschuss in beiden Halbzeiten ab, zeigte auch auf engem Raum, dass das Spielgerät nicht zu seinen Feinden gehört und stand beim 2:0 da, wo ein Goalgetter stehen muss, nämlich richtig. Auch wenn Silva durchaus auch seine guten Momente hatte, dürfte unser Dönerliebhaber erstmal die Nase vorn haben.

Nkunku: Die ersten Minuten dachte man noch: „wo ist denn Nkunku“. Dann aber wurde der Franzose besser, holte den Elfer raus, weil er schwer vom Ball zu trennen ist, leitete ein paar gute Angriffe ein (4 Keypässe) und setzte mit dem 4:0 den Schlusspunkt nach feinem Pass von Busenfreund Forsberg. Da war ihm der verschossene Elfer auch schnell verziehen. Machte am Ende den Eindruck den Spaß, der ihm zuletzt etwas abhandengekommen zu sein schien, wiedergefunden zu haben.

Halstenberg: Komplettiert diese Liste, die gegen Mönchengladbach noch unterbevölkert war. Starke Zweikampfquote auf seiner Seite (85% und damit der beste Zweikämpfer mit mehr als einem Zweikampf). Die Vorlage zum 1:0 etwas glücklich, aber es war das des Tüchtigen. Beim Elfmeter in Halbzeit 2 hätte er beinahe den zweiten Scorer gesammelt.

 

Szoboszlai wieder mit einem guten Spiel.

 

Luft nach oben

Kaum etwas zu bemängeln bei der Gesamtleistung des Teams, nicht zuletzt weil Bochum Leipzig auch nicht genug stresste. Die Chancenverwertung war auch bei den Besten nicht sonderlich gut, aber Silva haderte ohne eigenen Treffer sicherlich etwas mit seiner, musste sich bei Werners Tor mit einer Abpraller-Vorlage begnügen. Henrichs und Raum konnten sich als Einwechsler in einer Partie, die bereits entschieden war nicht mehr sonderlich anbieten und blieben damit hinter Halstenberg und Simakan zurück.

 

Kategorie: Doppelt beschnitten?

fussball09: In dem Fall, das ist so einer, bin ich mal so richtig davon überzeugt, dass es ein Fehler war, Werner zurückzuholen und es vor allem die Stärke des einzigen international hochklassigen Spielers im Kader, Nkunku, extrem beschneidet.

Nkunku und Werner heute nicht so beschnitten wie gedacht.

 

Tweet des Spiels

Es gilt die Leistung da zu bestätigen, wo Leipzig zuletzt schwächelte: Champions League und in der Fremde.

 

Champagner statt Bier – die Fans

Zwar war die Stimmung im Rund gut, aber es blieben viele Plätze leer, so dass von den 44.000 Zuschauern wohl 5.000-10.000 abgezogen werden müssten. Die no-show-rate also immer noch sehr hoch. Ein Problem, was sich nicht über Nacht lösen können wird und auch wenn heute – wie für fast jeden Termin – Ausreden ins Feld geführt werden können (Kurzurlaub durch langes Wochenende, Regen), so ist diese Entwicklung dennoch bedenklich. Aber hier steht Leipzig nicht singulär in der Liga da.

Die Fankurve mit einem Plakat gegen die alleinige Nutzung der Ticketapp (auch in Köln heute derartige Plakate also ggf. eine konzertierte Aktion). Auch wenn die Möglichkeit, bei Bedarf gedruckte Tickets zu nutzen, sicherlich wünschenswert ist, so muss man hier auch mit der Zeit gehen. Nicht alles kann und muss eben so bleiben wie 1950. Sehr schön das Plakat zur Unterstützung der aktuellen Proteste im Iran.

 

Mit der Zeit gehen aber auch anderen Zeit geben.

 

Pfeife des Spiels

Badstübner steht bei RBL für Tore. Sieben Spiele und nun der sechste Sieg, bei denen jeweils mindestens drei RBL Treffer fielen. Nur in Augsburg versagte bei einem 1:1 sein Mojo, aber dort blüht einfach grundsätzlich nix auf. Bemängeln könnte man, dass er Soares nach seinem Foul gegen Simakan nicht vom Platz stellte, denn die zweite Gelbe wäre taktisch und von der Intensität her gerechtfertigt gewesen. So musste RBL selbst den Deckel auf das Spiel machen. Insgesamt fehlte es Bochum an Intensität, weswegen er besonders nach dem 3:0 einen ruhigen Nachmittag hatte.

 

Der wichtige Blick über den Tellerrand.

 

Aufgefallen

1)      Zuerst einmal gilt es natürlich Werner zu ehren. Den Kicker, der als erstes 100 Pflichtspieltore für RBL erzielen konnte. Das allein zeigt, warum seine Rückkehr emotional bedeutsam war. Heute sicherlich einer der Spieler des Spiels mit zwei Treffern aus dem Spiel heraus, in denen er beide Male auch den nötigen Platz hatte (Ballverlust bzw. Umschaltsituation). Daneben Licht (Dribbling im Strafraum) und Schatten (Abschlüsse nicht hart genug, Fehler in der Ballverarbeitung) aber insgesamt eine positive Tendenz. Wenn es Rose gelingt die Stärken von Werner, Silva und Nkunku zu kombinieren, dann kann der Leipziger Angriff so gut werden, wie die besten Spielzeiten dieser drei Kicker vermuten lassen.

2)      Willkommen zurück im Ralfball. Nein, gemeint ist nicht, dass Leipzig jetzt die Pille nur noch nach vorne drischt und Ballbesitz vermeidet (heute 70%), sondern die Grundformation. Die Fünferkette ist gestrichen, sicherlich kann sie situativ ein Revival erleben, aber im Normalfall sollte RBL mit Viererkette und einer variablen Viereroffensive auftreten. Markenzeichen sind die robusten AVs, weswegen Halstenberg vielleicht häufiger Raum die Räume wird streitig machen und Simakan als gelernter RIV den Vorzug vor Henrichs erhalten dürfte. Der Franzose heute mit guten Ansätzen und fast so gut wie Halstenberg auf Links (Zweikampf und Passwerte etwas schlechter). In etwa auf dem Niveau, was Mukiele hier in besseren Spielen aufs Feld gebracht hatte, was dazu führte, dass Leipzig diesmal keine Linksauslage sondern eine Rechtsauslage im Spiel hatte (auch weil Szobo davor gut wirbelte). Jedenfalls haben wir aktuell wieder einen echten Konkurrenzkampf um beide AV Positionen, in den (Klostermann eingerechnet) vier potenzielle deutsche Nationalspieler verwickelt sind. Was sich letztlich momentan noch besser anhört als es leistungstechnisch bisher war.

 

Simakan hat as Rechtsverteidiger die Nase vorn.

 

3)      Acht Spiele gegen den VfL und acht Siege. Lieblingsgegner ick hör dir trapsen… Das 4:0 der höchste Ligasieg gegen Bochum, so hoch wie der Pokalerfolg im Februar 2021, da war der VfL aber noch zweitklassig. Das könnte den Bochumern erneut drohen, denn mit Erstligafußball haben ihre bisherigen Auftritte wenig zu tun. Die wenigsten Tore (trotzdem übrigens mehr xG herausgespielt als Tabellenführer Union, was deren Freaksaison unterstreicht) und die meisten Gegentore. Gegen RBL offensiv quasi im 404 (not found) Modus unterwegs und defensiv nicht griffig (Leipzig lief mehr als Bochum!) genug sowie mit vielen individuellen Fehlern. Da hat Letsch eine Mammutaufgabe vor sich…

4)      Noch ein wenig mehr aus der xG Metrik: hier wäre RBL nach xPTS (also erwartbaren Punkten gemessen an den xG der Spiele) übrigens Dritter (hinter FCB und BVB) und xG-mäßig hat Leipzig nach den Bayern die meisten Torchancen erspielt – würde man nach dem bisherigen Saisonverlauf auch nicht denken… Jedenfalls RBL heute auch ohne die Elfer mit einem xG von 2,6 aus dem Spiel heraus, was schon fast die beste Nachricht des Tages ist, denn genau das war eines der großen Probleme der bisherigen Saison.

 

Auf weitere 100 Torrufe mit Timo Werner!

 

5)      Mit 90% die beste Passquote Leipzigs in der bisherigen Bundesligasaison. Auch das ein Faktor für das druckvolle Spiel und die vielen Großchancen sowie den hohen Ballbesitzanteil. Nur wenige individuelle Fehler in der „roten Zone“, weswegen Gulácsi einen geruhsamen Nachmittag hatte. Offensiv waren auch die langen Bälle aus der Abwehr und dem Mittelfeld sehr effektiv, was die relativ gute Quote von fast 70% Passquote bei langen Bällen nochmal unterstreicht.

6)      Auch der Blick auf die anderen Plätze zaubert den Fans des einzig wahren Rasenballsports heute ein Lächeln auf die Lippen. BVB und Union verlieren, was dazu führt, dass Leipzig wieder näher an die Tabellenspitze und die Champions League Plätze rückt. Abseits davon ist ja jedes Spiel, was der BVB verliert ein gutes Spiel. Sechs Punkte auf Freiburg und Union sowie vier auf BVB und FCB, das ist machbar, wenn man seine Hausaufgaben erledigt.

 

Gut gelaunt auf der PK, dieses war der erste Streich ... und der nächste folgt hoffentlich sogleich.

 

7)      Der nächste Gegner – Celtic Glasgow – kocht derzeit auch nur mit Wasser. Gegen Motherwell gab es einen knappen aber insgesamt verdienten Sieg davor gegen St. Mirren eine Niederlage, weil man selbst nur wenig gute Chancen erspielen konnte. Auch beim 1:1 gegen Donezk waren die Schotten das bessere Team ohne wirklich viele Top-Möglichkeiten und gegen Real war es zwar nicht so einseitig, wie das Ergebnis nahelegt, aber Real war das klar bessere Team. Wie dem auch sei, der Tabellenführer der schottischen Premiership wird sicherlich anders auftreten als Bochum und Leipzig braucht – wie man in den nächsten Wochen häufiger schreiben wird – einen Sieg!

 

Was für ein Unterschied zu den letzten ersten Halbzeiten.

 

Ein toller Einstieg in die kommenden Wochen, den man jedoch wegen des schwachen Gegners nicht überbewerten darf. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, erst recht nicht, wenn sie einem, wie heute fast schon bratfertig in den Mund fliegt. Denn Bochum agierte bis auf wenige Ausnahmen nicht so, wie man es gegen RBL tun muss und wie es gefordert ist, wenn man wie der VfL schon früh in Abstiegsnot ist.

Wenn Leipzig nämlich die Räume erhält, dann bekommt man als Gegner schnell die volle Angriffswucht zu spüren und Bochum ließ Leipzig heute teilweise auch zu viele Freiheiten. Das stellt jetzt die Leipziger Leistung etwas unter den Scheffel, weil auch hier gut gearbeitet wurde. Was auch Mut für die kommenden Wochen macht.

Gegen Celtic daheim wird aber ein physisch ganz anders aufgestellter Gegner auf unsere Rasenballer warten, den man – siehe die Rangers in der letzten Rückrunde – nicht unterschätzen darf. Will RBL noch eine Chance aufs Achtelfinale haben, so sind die Spiele gegen Celtic der Schlüssel. Dazu kommt das Auswärtsspiel bei den solide gestarteten aber nun etwas nachlassenden Mainzern. Dort gab es letzte Saison die schlimme Pleite am ersten Spieltag und seit April (ja, dem mit dem Osterhasen) hat RBL auswärts in der Liga nicht mehr gewonnen. Bochum kann also nur ein Anfang sein.

 

KickerWhoscoredSofacoreRBLBundesligaFotMobunderstat

 

Statistik
RB Leipzig: Gulácsi (C) – Simakan (60. Henrichs), Orbán, Gvardiol, Halstenberg (73. Raum) – Schlager (73. Haidara), Kampl – Szoboszlai (73. Forsberg), Nkunku – Silva, Werner (83. Novoa)
VfL Bochum: Riemann – Oermann, Ordets, Horn (46. Antwi-Adjei) – Gamboa, Losilla (C), Góralski (46. Stöger), Soares (35. Mašović), Osterhage – Zoller (46. Hofmann), Holtmann
Schiedsrichter: Florian Badstübner (Windsbach)
Tore: 1:0 Werner (15.), 2:0 Nkunku (23.) FE, 3:0 Werner (53.), 4:0 Nkunku (85.)
Torschüsse: 17 / 2
Schüsse aufs Tor: 9 / 1
expected Goals: 4,2 / 0,1
Passquote: 90% / 73%
Zweikampfquote: 45% / 55%
Ballbesitz: 70% / 30%
Laufleistung: 112,4 km / 110,5 km
Sprints: 214 / 230
Fouls: 8 / 8
Ecken: 7 / 2
Abseits: 2 / 0
Gelbe Karten: – / Horn, Soares
Zuschauer: 44.403

Rumpelstilzchen