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Championsleaguesiegerbesieger!

Championsleaguesiegerbesieger!

Ein Abend der sich einreiht in die großen Momente der Rasenballsportgeschichte. Leipzig besiegt den Titelträger, die königlichen und in dieser Saison noch ungeschlagenen Madrilenen mit 3:2. Rekordverdächtige Tore, Gänsehaut, beste Stimmung und das Achtelfinale in greifbarer Nähe.

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Vor dem Spiel ist vor dem Spiel

In der Bundesliga muss Leipzig weiter auf einen Auswärtsdreier warten. Auch wenn die Energieleistung, nach dem Dreitorerückstand in Augsburg noch zu einem 3:3 zu kommen, nicht von schlechten Eltern war, bleibt die Punkteausbeute in der Fremde zu gering, um endlich nach den Champions League Plätzen zu greifen. Beim Spiel gegen Real sollte hingegen die Heimstärke (RBL ist das beste Heimteam der Liga) zum Tragen kommen, und das war gut so.

So langsam kristallisiert sich eine Stammelf heraus. Roses physischer Ralfball fördert Typen wie Schager und Haidara (die nun den Vorzug vor Kampl bekommen), im Zentrum ist Willi unverzichtbar und auf den Außen haben Raum und Simakan die Nase vorn. Insofern wenig Überraschungen in der Startelf in der allenthalben nur Diallo fehlte, denn Gvardiol erhielt den Vorzug auf der Position des linken Innenverteidigers.

 

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Dreisatz des Spiels

Die schnellste 2:0 Führung gegen Real Madrid in der Gruppenphase legte die Basis für den Sieg. Die Rasenballer brachten sich durch zwei Ecken in Front und hätten durch Szoboszlai noch höher führen können. Durch den Anschlusstreffer kurz vor der Pause wurde es eine zittrige zweite Hälfte, in der ein Konter die Entscheidung brachte. Reals spätes 3:2 durch Elfmeter nur noch Ergebniskosmetik – der Rest war pure Party!

 

Königliche Ausgelassenheit.

 

Neu im Bullenstall

Raum ist zwar momentan noch als Linksverteidiger gesetzt, und konnte (mit ein wenig Abprallerglück) eine Vorlage für sich verbuchen, bleibt aber defensiv (in den Zweikämpfen und ggf. auch weil er einfach nicht in selbige kommt) sowie was den offensiven Impakt anbelangt hinter den Erwartungen zurück. Konkurrenz könnte er in dieser Hinsicht von Diallo bekommen, der ihn am Ende ersetzte und der in den letzten 20 Minuten genauso viele Zweikämpfe wie Raum in den 70 Minuten davor für sich entscheiden konnte (2/2 vs. 2/5). Blaswich mit einigen guten Paraden, auch wenn er immer noch zu viel nur prallen lässt, so war er doch erneut ein sicherer Rückhalt. Er ersetzt Pete derzeit wirklich gut, was zu Beginn der Saison keinesfalls so zu erwarten war. Schlager kämpft und grätscht sich weiter in der Stammelf fest. Der Österreicher ist momentan nicht mehr wegzudenken, es sei denn man heißt Tedesco. Werner kam sah, verfehlte und traf dann doch, auch Dank der Vorarbeit von Simakan aber es sind diese Tore und Laufwege, weswegen er so wertvoll für RBL ist, erst recht nachdem Rose das Traineramt übernommen hat.

 

Raum mit Vorlage aber auch defensiv mit Luft nach oben.

 

Die drei besten Kicker aus der schönsten Stadt der Welt

Simakan: Der Spieler des Spiels und das absolut zurecht. Wie Rose nach dem Spiel sagte, möchte Sima zwar am liebsten in der Innenverteidigung agieren, aber momentan ist er auf Außen deutlich wertvoller und stellt sich so in den Dienst des Teams. Zweifelsohne der derzeit beste AV im Kader und mit seiner Physis quasi prädestiniert für die Viererkette. Perfect Match gegen Vinicius Junior, womit die gute linke Seite von Real weitestgehend aus dem Spiel genommen wurde, denn Simakan hatte eine bombastische Zweikampfquote. Dazu mit dem Scorer Nummer Sechs und damit ungefähr so viele wie alle anderen Leipziger Außenverteidiger zusammengenommen.

Gvardiol&Orbán: Starkes Innenverteidiger-Duo mit einigen sehenswerten Grätschen und natürlich dem wichtigen 1:0 von Joško. Solche Grätschen haben allerdings auch immer das Risiko, dass der Gegner einfädelt oder doch irgendwie vorbekommt, insofern war es ein Ritt auf der Rasierklinge. Willi schon die gesamte Saison ein stabilisierender Faktor der Defensive, wobei ihm nur hin und wieder die Geschwindigkeit fehlt, was er jedoch durch gutes Stellungsspiel kompensiert (auch wenn er beim 2:1 nicht ideal stand). Gvardiol endlich wieder im Aufwind, wenn es eine Position gibt, auf der sich Rose keine Gedanken machen muss, dann ist das die Innenverteidigung.

Nkunku: Zurück nach der Hand-OP und mal wieder mit einem wichtigen Treffer der handlungsschnell und präzise ausgeführt wurde. Am Ende sichtlich ausgepowert aber gerade in der starken Phase der Madrilenen einer der wenigen Kicker, die auch mal den Ball behaupten oder solide weiterverarbeiten konnten und so das Spiel beruhigten. Das ausgefahrene Bein, das zum Elfmeter führte natürlich unnötig. Hier und an der Zweikampfquote sah man, dass er noch nicht bei 100% ist.

 

Hochverdient.

 

Luft nach oben

Forsberg: Fiel im Vergleich zum Rest etwas ab (kein Keypass, weniger Pässe insgesamt, unterdurchschnittliche Zweikampfquote), was aber auch etwas jammern auf hohem Niveau ist. Seine Einsatzzeiten könnten durch die Rückkehr von Olmo und Werner aber wohl am meisten leiden. Ist momentan eher als Joker zu gebrauchen, um am Ende nochmal Schwung zu bringen.

Olmo: Endlich wieder zurück und schwer vom Ball zu trennen, es sei denn durch sich selbst. Ungewöhnlich schlechte Passquote und überhastete bzw. unpräzise Pässe. Das kann er eigentlich besser.

Raum: Muss sich offensiv mehr trauen und präziser werden (Szobo mit deutlich solideren Flanken) sowie defensiv näher am Mann stehen. Insgesamt leicht im Aufwärtstrend aber bei weitem nicht so auffällig wie ein Simakan bisher.

 

Kategorie: Durchgestartet?

Vor 15 Jahren und ohne Mateschitz absolut undenkbar.

 

Tweet des Spiels

Ein Team für Rekorde.

 

Champagner statt Bier – die Fans

Eine Choreo im Zeichen des einzig wahren Rasenballsports, ein Gedenken an Dietrich Mateschitz mit Applaus und Dankesansprache von Tim Thoelke und allgemein eine tolle Stimmung (nicht zuletzt durch die frühe Führung). Kurzum ein toller Fußballabend. Für die Choreos kann nun auch bargeldlos per Paypal gespendet werden – auch die Fanszene wird digitaler.

Proteste gab es gegen die WM in Katar und die Champions League Reformen, was letztlich zeigt, dass diese Themen schon lange auch in der breiten Fußballöffentlichkeit angekommen sind. Dank des Spielverlaufs blieb das Publikum eng am Geschehen auf dem Rasen und danach gab es eine ausgiebige Feier vor dem gut gefüllten Fanblock. Nach dem stockenden Saisonbeginn wächst hier wieder etwas zusammen, wobei auch Rose nicht müde wird zu betonen, wie wichtig die Erfolge auch für die Stadt und die Region sind. Hier merkt man seine Beziehung zu seiner Heimatstadt.

Nicht so erfreulich war das Verkehrschaos rund um das Spiel. Die Jahnallee total verstopft, so dass Bahnen umgeleitet werden mussten oder ganz stillstanden. Zu viele wollen immer noch mit dem Auto durch dieses Nadelöhr.

 

UCL Reformen? Nein Danke!

 

Pfeife des Spiels

Daniele Orsato ging bei seinem zweiten Leipziger Einsatz (zuvor in St. Petersburg) nicht gerade als Heimschiedsrichter durch. Anders als bei einem typischen Augsburg-Kick gab es aber nur wenige Fouls und problematische Szenen. Ein paar Mal hätte der Italiener auch anders (nämlich für Leipzig) entscheiden können, aber insgesamt ließ er viel laufen und lag beim späten Elfer auch richtig.

 

Königliche Party!

 

Aufgefallen

1)      Acht Spiele in Folge ungeschlagen, das liest sich auf dem Papier ganz gut und der Sieg gegen die Königlichen zeigte auch, was Leipzig zu leisten im Stand ist. Dennoch bleibt beim zweiten Blick einiges zu tun. Das schlimme Auswärtsspiel in Gladbach, die streckenweise sehr zähen und uninspirierten Unentschieden in Augsburg und Mainz oder auch die zweite Halbzeit gegen Hertha. Um den fast schon katastrophal schlechten Saisonstart zu kompensieren, gilt jetzt der alte Wahlspruch: Durchziehen bis zum Ende.

2)      Ein Sieg gegen Real ist wahrlich kein Pappenstiel. Die noch ungeschlagenen Titelträger sind abgezockt und Meister darin auch mit minimalen Mitteln das Maximum herauszuholen. Die Ausfälle von Benzema (Weltfußballer), Modric (Strippenzieher) und Valverde (Hinspieltorschütze) wogen dann aber zu schwer, wobei auch unsere Leipziger noch lange nicht alle im vollen Saft stehen. Insofern darf die Truppe auf das Erreichte auch mehr als stolz sein.

 

Danke Didi!

 

3)      Schlag auf Schlag schon vor dem Spiel. Beim Einschießen traf Schlager eine Fahnenschwenkerin, die danach vom Platz getragen werden musste und die Nacht im Krankenhaus verbrachte. Schlager macht eben keine Gefangenen… Wobei es schon mutig ist, bei unserer Torschussstreuung beim Einschießen, Unbeteiligte hinter dem Kasten zu platzieren.

4)      Haidara bis auf einen Ballverlust (53.), der sich zu einem aussichtsreichen Konter für Madrid entwickelte mit einer fast fehlerfreien Leistung. Allgemein seit Roses Amtsübernahme auch er wieder im Aufwind und mit Leistungen, die an sein überragendes Spiel hier mit Salzburg erinnern, als Rangnicks Mannen gegen RBS 2:3 verloren. Bildet momentan mit Schlager ein dynamisches Duo, was hoffentlich die Form auch in den kommenden drei Wochen konservieren kann.

 

Rose ging an der Seitenlinie gut ab.

 

5)      Simakan mit der Vorlage zum vorentscheidenden 3:1, aber auch schon vor der Ecke zum 1:0 packte der Franzose einen Pass aus, der sich gewaschen hatte. Mit dem Außenrist direkt in die Spitze. Aktuell agiert Sima auf dem Niveau, was Mukiele hier in seinen besten Spielen aufs Feld brachte und das schon seit einigen Begegnungen. Einer der Kicker, die eigentlich nicht rausrotiert werden dürfen.

6)      Einen Moment lang hätte das Spiel kippen können. Real in der zweiten Hälfte nicht gerade im Sturmlauf aber mit der typischen Lauerstellung, nur dass Leipzig keine großen Fehler machte. Nur einmal kurz vor Werners 3:1 hatte Vinicius den Ausgleich auf dem Fuß (79.), sein Schuss ging aber am Kasten vorbei. So ganz kann Real einfach nicht aus dem Spiel genommen werden, aber richtig viele Großchancen ließ RBL auch nicht zu und war selbst relativ effizient (der einzige Schuss aufs Tor in Halbzeit 2 war das Tor Werners), das Rezept für Siege schlechthin (siehe Unions Minimalismus).

 

Wunderbare Choreo!

 

7)      Ancelotti malträtiert seinen Kaugummi ja gern und ausgiebig. Nach dem 2:0 wurde es aber noch wilder. Man fragt sich, ob er danach Muskelkater im Kiefer hatte.

8)      Mit Leverkusen kommt es nun zum Duell mit einer echten Wundertüte. Gegen Atletico ein achtbares wenn auch etwas glückliches 2:2 aber damit keine Chance mehr in der CL zu überwintern, in der Liga noch schlechter gestartet als Leipzig und auch nach dem Trainerwechsel durchwachsen und wie Leipzig von Frankfurt zerlegt, lediglich gegen Mainz und Augsburg mit Siegen. Gegen RBL gab es in 12 Spielen nur zwei Siege – beide allerdings in Leipzig. Der schmeichelhafte Sieg in Leverkusen war RBLs letzter Auswärtssieg in der Liga – vor nun über sechs Monaten. Eines ist klar, der Bayerkader gibt deutlich mehr her als der aktuelle Tabellenstand.

 

Die königliche Pressekonferenz.

 

Fazit & Ausblick

Ein Spiel in seiner Wirkung und Stimmung nicht weit entfernt von den großen Fußballspielen des Rasenballsports. Ein Spiel, dass man als Fan besser nicht verpasst hat, denn die Stimmung vor und nach dem Spiel war mitreißend und das Ergebnis natürlich erste Sahne.

RBL muss sich jetzt in Warschau für diese Vorstellung selbst belohnen und mindestens ein Unentschieden mitnehmen, um ins Achtelfinale der Champions League einzuziehen. Gegen Donezk haben die Rasenballer nach dem Hinspiel auch Einiges wiedergutzumachen.

Vor Donezk ist aber nun erstmal Leverkusen. Trotz der Heimbilanz und Leverkusens bisher sehr durchwachsener Saison sollte hier nicht zu stark rotiert werden. Die zweite Garde ist – so zeigte sich gegen Augsburg – nicht komplett wettkampfgeeignet. Hinter der ersten Elf fehlen, auch bedingt durch die Ausfälle von Laimer und Klostermann, gleichwertige Alternativen. Ein Sieg gegen Bayer ist aber dringend nötig, will RBL endlich oben angreifen und nicht nur in der Mittelfeldsuppe herumpaddeln.

 

Flying Sima!

 

KickerWhoscoredSofacoreRBLUEFAFotMob

 

Statistik
RB Leipzig: Blaswich – Simakan (89. Henrichs), Orbán (C), Gvardiol, Raum (68. Diallo) – Haidara (84. Kampl), Schlager – Szoboszlai, Nkunku, Forsberg (68. Olmo) – Silva (68. Werner)
Real Madrid: Courtois – Vázquez (68. Carvajal), Militao, Rüdiger, Nacho (C, 68. Alaba) – Camavinga, Tchouaméni, Kroos (76. Hazard) – Asensio, Rodrygo, Vinícius Júnior.
Schiedsrichter: Daniele Orsato (Italien)
Tore: 1:0 Gvardiol (13.), 2:0 Nkunku (18.), 2:1 Vinícius Júnior (44.), 3:1 Werner (81.), 3:2 Rodrygo (90.+3) FE
Torschüsse: 14 / 12
Schüsse aufs Tor: 6 / 6
expected Goals: 2,3 / 0,9
Passquote: 86% / 89%
Zweikampfquote: 59% / 41%
Ballbesitz: 44% / 56%
Laufleistung: 119,9 km / 113,6 km
Fouls: 7 / 6
Ecken: 5 / 8
Abseits: 1 / 0
Gelbe Karten: – / Vázquez
Zuschauer: 45.228 (ausverkauft)

Rumpelstilzchen