Der englische Oktober wurde mit den Sieg gegen Bayer vergoldet.
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Leverkusen besiegen, aber Körner für Donezk behalten.
Vor dem Spiel ist vor dem Spiel
Wer hätte das gedacht? Rose stellte vor Beginn der Partie auf Dreierkette um. Nach dem spektakulären aber auch sehr verdienten Erfolg gegen Real Madrid in der UEFA Champions League und dem glücklichen 3:3 gegen Augsburg die Woche zuvor in der Bundesliga wollte Rose diesmal mehr Sicherheit in der Abwehr. Zudem bietet eine derartige Aufstellung etwas mehr Ruhe im eigenen Spiel. Bei der Dreifachbelastung und dem anstehenden Finale in der Gruppenphase gegen Donezk ging es also auch um Belastungssteuerung. Im Tor stand zum ersten Mal Neubulle Nyland. Ob seine Aufstellung Rose zur Umstellung bewogen hat, bleibt eine wage Vermutung. Völlig formlos ist Nyland jedoch nicht. Als Stammkeeper der norwegischen Nationalmannschaft spielte er die Nations League durch. Zum Startkader gesellten sich Diallo, Henrichs, Werner und Kampl neu dazu. Jetzt war nur noch offen, ob und wie Leipzig die notwendigen drei Punkte im Heimstation einfahren kann.
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Mit Timo Szokunku zum Sieg.
Dreisatz des Spiels
Wie bereits gegen Augsburg wollte der Trainer mit mehr Sicherheit und nicht so intensiv wie im Dienstagsspiel (CL) antreten. Hier sollte keine Gala folgen. Einfache drei Heimpunkte sollte das Team einfahren. Das defensivere System mit drei Innenverteidigern ging auf. Was gegen Augsburg mit Viererkette keine Früchte trug, wandelte sich im Spiel gegen Leverkusen in souveräne und abgeklärte Arbeit. Fast 90 Minuten spielten beide Teams mit gezogener Handbremse. Wie üblich in derartigen Spielen brechen Standardtore das Eis. Genau diesen Treffer setzte Nkunku in der 32. Minute nach starker Freistoßflanke per Kopf ins Netz. Das Eis brach aber nicht. Beide Teams mit schweren und wichtigen Champions League Spielen vor der Brust wagten weiterhin wenig. Es ging bei den gespiegelten Formationen durchweg um Stabilität, Fehlervermeidung und Ausruhen für Donezk und Brügge. Eine gut zu verteidigende Drangphase der Leverkusener durchbrach dann Werner in der Schlussphase mit dem 2:0. Einen sauberen Steckpass netze Timo zur Entscheidung ins Eckige. Insgesamt war Leverkusen zu schwach, um Leipzig zu gefährden, womit man den goldenen Oktober ungeschlagen beendet.

Werksarbeiter gegen Rosemalocher.
Die drei besten RB Kicker des Spiels
Szoboszlai: Wöchentlich grüßt das Murmeltier. Rose setzt ihn auch mal zum Abräumen ein. Dafür ist sich der Ungar in dieser Saison nicht zu fein. Woche für Woche spielt er als Hybrid zwischen Außenverteidiger, linker oder rechter Mittelfeldspieler und auch mal als dritter ZM solide bis sehr gut. Zwischendurch streut er regelmäßig Torvorlagen ein. Mit 10 liegt er wettbewerbsübergreifend bereits weit vor seinen Mitspielern. Für Spieler wie Szoboszlai wurde der Begriff Teamplayer erfunden. Wegen der fehlenden WM-Teilnahme kann er auch ungehemmt aufspielen.
Schlager: Nicht allein die Torschützen sind Erbauer des golden Oktobers. Wenn Schlagers Nebenleute im ZM etwas schwächeln, wenn das gesamte Team einen Ruck benötigt, wenn der Gegner mal Gras fressen soll, Xaver ist immer zur Stelle. Im Spiel gegen Leverkusen hat er wieder alles in der Rolle des Sechsers vereinigt, was seine Vorgänger immer nur jeweils einseitig auf den Platz brachten. Im Zweikampf stark, im Abspiel souverän. Genau der 6er nach dem sich die Fanseele so lange sehnte.
Orban, Diallo, Gvardiol: So muss eine Defensive funktionieren. Drei Innenverteidiger in einem Spiel sieht man selten in einer Formation von Rose. Wenn Gvardiol 75%, Orban 83% und Diaollo 80% ihrer Zweikämpfe gewinnen, dann macht es jedoch Sinn eine Dreierkette aufzustellen. Gvardiol hat sich gefangen, nachdem er bis vor Kurzen noch viel Luft nach oben hatte. Diallo entpuppt sich als starker Leihtransfer, der sich damit immer mehr ins Herz der Fans spielt. Durch sein Spiel am Ball ist er ein deutlicher Gewinn für RB. Für Dauerbrenner Willi gibt es kaum noch Worte, die seine Leistungen beschreiben könnten, aber noch nicht geschrieben wurden.

"Timo, Timo".
Luft nach oben
Werner: Ja, er hat getroffen und legt davor fast Szoboszlai das 2:0 auf. Auch die Presse bewertete Timo durchgehend mit Bestnoten. Aber man spürte auch, dass er noch nicht völlig fit war. Der Infekt saß scheinbar noch ein wenig in den Knochen. Wenn Timo aber selbst in schwächeren Spielen trifft, kann man sich nur freuen, wenn er bald wieder vollständig genesen ist. Also gute Besserung Herr Werner.
Raum: Der neue Großverdiener steht zu oft in dieser Rubrik. Auch heute fiel er zu sehr vom Durchschnitt der Mannschaft ab. Eine Bewerbung für den WM-Kader waren seine letzten Spiele nicht. Bei der heutigen Spielweise hätte er zwar kaum Akzente setzten können, Zweikampfwerte von unter 38% und eine Passquote von 68% sind dennoch nicht der Anspruch, der sein hohes Einstiegsgehalt rechtfertigt. Nach der WM sollte sein Kopf freier sein, damit er mehr ent- und nicht gefesselt spielen kann.
Poulsen: Seine Ausfallzeiten bleiben hoch, obwohl er nicht einmal zum Stammpersonal gehört. Auf Verletzungen und Erkrankungen kann man wenig Einfluss nehmen. Bei der Ausfalltendenz von Yussuf und dem Wechsel von Šeško im Sommer stehen Poulsens Sterne aber nicht gut. Er rückt immer mehr nach hinten in der Kaderhierarchie. Als Fan schaut man traurig zu, wie der Rekordspieler leidet. Es ist ihm sehr zu wünschen, dass diese Leidenszeit endlich ein Ende findet, damit er wieder mehr den Fußball genießen kann.
Pressekonferenz - oder das Wort zum Samstag
Pressekonferenz Nummer 4 in dieser Woche.
Champagner statt Bier – die Fans
Der Auswärtsfanblock war nicht komplett gefüllt und einige No-Show-Rate Fans blieben dem Spiel fern. Es war ja nur ein Spiel gegen den 15. der Liga. Die 45.598 anwesenden Zuschauer konnten bereits vor dem Spiel etwas Besonderes erleben. Die gezeigte Choreografie war besonders und politisch. Besonders, weil der Verein sonst Politik im Station nicht duldet. Politisch, da hier dem Widerstandskämpfer Werner Seelenbinder gedacht wurde. Der steht in Verbindung zum alten Zentralstation. Eine Gedenktafel findet man am Turm auf der Festwiese. Der Glockenturm ist zudem nach Seelenbinder benannt. In den bekannten Fanforen und sozialen Medien wird nun das Pro und Contra zur Sinnhaftigkeit dieser Choreografie diskutiert. Damit zeigt sich, dass die Bullenfans der saubere Schnitt der Leipziger Gesellschaft sind. Was sich gut anfühlt, wenn man sich die anderen großen Clubs der Messestadt anschaut.
Die Stimmung vom Realspiel konnte nicht rüber gerettet werden. Immer wieder passte sich der Support dem zähen Spielverlauf an. Insgesamt war es aber die übliche samstägliche 15:30 Uhr Bundesligaspielstimmung.
Der Fanblock erinnert an Werner Seelenbinder, der am 24. Oktober 1944 von den Nazis hingerichtet wurde.#RBLB04 pic.twitter.com/MZd8RWcrZ3
— RB-Fans.de (@rb_fans) October 29, 2022
Pfeife des Spiels
War es tatsächlich ein Foul, dass zum Freistoß und folgenden 1:0 für RB führte? Diese Frage stellten sich die Experten heute bei Sky. Der Pfiff war aber nicht wirklich so fragwürdig, wie es dort dargestellt wurde. An sich hatte der Referee heute kein schweres Spiel zu leiten. Die verteilten gelben Karten waren berechtigt. Nur beim Einsteigen von Henrichs in der 86. Minute drückte er wohl beide Augen etwas zu. Über Rot hätte man sich nicht beschweren dürfen.
Aufgefallen
1) Am Samstag hat RB selber sehr mit Torschüssen (10) gegeizt. Gegen Madrid waren es immerhin 14 und im Spiel gegen Augsburg dreht RB am Ende noch mal völlig auf und zählte am Ende 18 Schüsse. Dass man mit dem Minimalismus gewinnen konnte, lag an der dann doch hohen Anzahl direkter Torschüsse (6) im Vergleich zur Gesamtzahl (10) und am sehr schwachen Gegner. Leverkusen schoss nur einmal aufs Tor. Der Schuss war dann auch noch so "schlecht", dass Leverkusen bei einem expected Goals Wert von 0,1 landete. Kein Wunder, dass sich Bayer im direkten Abstiegskampf befindet.
2) Wichtige Bausteine in Leipzig sind Roses "alte" Jungs. Spieler die er schon aus Salzburg kennt. Allein Haidara kommt unter Rose zu einer Stärke zurück, die ihn erst an die Elster gebracht hat. Jeden Sommer stand Amadou immer als Erster mit auf der Gerüchteliste für einen Abgang. Mit seiner aktuellen Leistung spielt er sich neben Schlager fest, dem weiteren Rose Spieler. Rose kennt sein Getriebe und das Getriebe funktioniert mit Schlager und Haidara so sauber, wie es Rose ölt. Wie passt da eigentlich Laimer ab der Rückrunde noch rein?

Kein Sand im Getriebe.
3) Die Spieler des magischen Vierecks Werner, Szoboszlai, Silva und Nkunku haben jeweils bereits über 10 Scorerpunkte gesammelt. Auch gegen Leverkusen waren drei der vier Spieler erneut direkt beteiligt. Spielen mindestens drei Seiten des Vierecks, dann knallt es vorne. Fehlen zwei, reicht es nur für Zweitligisten wie den HSV. Ob alle vier in Zukunft öfters zusammen spielen, liegt wohl an der Form von Olmo und ab der Rückrunde auch an der von Laimer.
4) Die Bild machte in der Woche mal Rouven Schröder zum neuen Leipziger Sportdirektor und brachte die Tradition 1.0 so richtig in Rage. Eberl soll viel von Schröder halten. Nun wird wieder sauber gegen Beide gehetzt. Hier folgt der Tweet zum Aufreger der Woche:
Welcher Bundesligist ihn will - Schalkes Schröder schon im Januar zu DIESEM Klub? https://t.co/6jlQi1FPm1 #rbleipzig #leipzig
— BILD RB Leipzig (@BILD_rbleipzig) October 27, 2022
5) Der Oktober war teilweise sehr warm. Das Spiel in Augsburg hatte etwas von einem Spiel am Saisonende im Wonnemonat Mai. Auch während dem Leverkusenspiel war es angenehm warm. Fast schon heiß war das Team der Rasenballer im gesamten zehnten Monat, wie folgender Tweet beweist:
🧐
— RBoligei (@BoligeiR) October 29, 2022
✅ 4:0 🆚 Bochum
✅ 3:1 🆚 Celtic
⏺️ 1:1 🆚 Mainz
✅ 2:0 🆚 Celtic
✅ 3:2 🆚 Hertha
✅ 4:0 🆚 HSV
⏺️ 3:3 🆚 Augsburg
✅ 3:2 🆚 Real Madrid
✅ 2:0 🆚 Bayer
7 Siege, 2 Remis, 25:9 Tore
Ich bin sprachlos und unfassbar stolz auf unser Team.. Trainer.. Fans... einfach auf Alles! https://t.co/GwTRWtN1Kr
Das Team hat die Heimstärke erneut zementiert. Im Oktober gab es keine Niederlage. Nicht immer waren die Leistungen vollumfänglich hervorragend. Auch im Spiel gegen Madrid leistet man sich mit dem Elfer ein unnötiges Gegentor. Die Saison einer Spitzenmannschaft hat aber auch über 42 Spiele. Nicht jedes Spiel kann mit einer Gala gewinnen. Siege wie gegen Leverkusen sind dennoch Gold wert. Langsam rückt man vorne ran. Selbst mit einem möglichen Unentschieden im nächstem Auswärtsspiel bliebe man in Soll.
Sollte Simakan nicht schwerwiegend an der Schulter verletzt haben, fährt man wohl mit der aktuell besten Elf nach Warschau. Sollte RB mit dem wichtigem Punkt und Platz 2 zufrieden sein, wäre eine Aufstellung wie heut möglich. Donezk wird voll auf Sieg spielen. Es wird also mehr Räume für Nkunku und Werner geben, aber selber sollte man nicht ins eigene Messer laufen.
Kicker – Whoscored – Sofacore – RBL – Bundesliga – FotMob – understat
Statistik
RB Leipzig: Nyland – Henrichs, Simakan (46. Gvardiol), Orbán (C), Diallo, Raum (71. Halstenberg) – Szoboszlai (71. Olmo), Kampl (46. Haidara), Schlager, Nkunku (84. Silva) – Werner
Bayer 04 Leverkusen: Hrádecký – Tah, Tapsoba, Hincapié – Fosu-Mensah (54. Frimpon), Andrich, Amiri (65. Palacios), Sinkgraven (65. Bakker) – Diaby, Hložek (65. Schick), Adli (77. Hudson-Odoi)
Schiedsrichter: Sven Jablonski (Bremen)
Tore: 1:0 Nkunku (32.), 2:0 Werner (83.)
Torschüsse: 10 / 5
Schüsse aufs Tor: 6 / 1
expected Goals: 1,6 / 0,1
Passquote: 86% / 85%
Zweikampfquote: 52% / 48%
Ballbesitz: 46% / 54%
Laufleistung: 116,9 km / 117,9 km
Sprints: 225 / 249
Fouls: 9 / 7
Ecken: 3 / 3
Abseits: 3 / 1
Gelbe Karten: Henrichs (5), Kampl (4), Diallo (1) / Horn, Tapsoba, Andrich
Zuschauer: 45.598
rolei79
dann kommt man trockenen Fußes rüber bzw baut RB dann sicher eine Schnellfahrstraße für die Spieler zur direkten Anbindung der Parkplätze unter dem Stadion