Arbeitssieg gegen Stuttgart bringt Leipzig näher an die Spitze
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Vor dem Spiel ist vor dem Spiel
Gegen die Bayern bestanden und Schalke vom Platz gefegt. Da war die Erwartungshaltung gegen verletzungsgeplagte und tief im Abstiegskampf stehenden Stuttgarter nicht gerade gering. Zumal die schweren Brocken im Februar erst noch kommen.
Nkunku ist weiter außen vor und wird wohl bestenfalls zum Champions League Kick gegen City wieder Vollzeit den Platz beackern. Offensiv gab es daher erstmal keine Änderungen. Im Zentrum ersetzte Haidara Laimer und Raum durfte statt Halstenberg starten. Labbadia hingegen musste neben Sosa, Tomás, Zagadou und Mvumpa auch Mavropanos ersetzen.
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Dreisatz des Spiels
Nicht jedes Spiel kann ein Feuerwerk sein und in dieser Hinsicht hat RBL am Freitag für eine sehr überschaubare Feinstaubbelastung gesorgt. Die Stuttgarter, obwohl von einigen Ausfällen geplagt und selbst tief im Abstiegskampf, fighteten sich ins Spiel und bereiteten den eher statisch wirkenden Statisten auf Leipziger Seite teilweise ordentliche Probleme. Mit so einer Einstellung und in Anbetracht des Ausfalls von Olmo, braucht es für die Spiele gegen Köln, Wolfsburg und Union eine Leistungssteigerung.

Szobo musste sich wahrlich nicht verstecken.
Die drei besten Kicker aus der schönsten Stadt der Welt
Szoboszlai: Der Ungar surft weiter auf seiner rosigen Formwelle und avancierte wie schon 2021 mit zwei wunderschönen Treffern zum Matchwinner. Beim Freistoßtreffer half Müller im VfB Kasten sowie die Auslegung als Foulspiel etwas mit. Das 2:0 war dann aber komplett formvollendet - Ballannahme wie Abschluss ein Gedicht.
Silva: Ohne Silva und Olmo auf dem Platz war die Schlussphase des Spiels kein Augenschmaus mehr. Natürlich darf der Portugiese weiterhin mit seiner Abschlussanzahl und Torquote hadern aber hinter den Spitzen sind seine Fertigkeiten mit dem Ball Gold wert. Drei ausgelassene Großchancen inklusive einmal Aluminium hätten das Spiel jedoch frühzeitiger entscheiden können.
Raum: Fast 50% angekommene Flanken, die letztlich zu den besten Leipziger Abschlüssen abseits der Treffer führten. Vielleicht wird das ja doch noch etwas mit Raum nachdem er über weite Teile der Hinrunde eher vergeblich in den Strafraum oder darüber hinaus zirkelte.

Olmos Ausfall stellt RBL vor große Probleme.
Luft nach oben
Werner: Allgemeiner Tenor des Spiels: Wann erlöst Rose endlich Werner? Beim Goalgetter funktionierte irgendwie gar nichts. Lethargisch und mit schlechter Ballbehandlung sorgte er dafür, dass man seine Auswechslung herbeisehnte.
Gvardiol: Anspruch und Wirklichkeit passen bei Gvardiol aktuell nicht ganz zusammen. Die 100 Mio Ablöse, die für ihn im Raum steht, sind auf dem Feld nicht wirklich zu sehen. Der Handelfmeter – wenn auch unglücklich – da nur die Sahnehaube. Muss wieder stabiler werden.
Forsberg: Ersetzte Olmo, konnte aber dem Spiel nicht seinen Stempel aufdrücken. Wird in den kommenden Wochen immens wichtig sein, um die Lücke, welche die Verletzungen von Nkunku und Olmo gerissen hat, zu schließen.
Tweet des Spiels
Man muss es Timo Werner auch hoch anrechnen, dass er es geschafft hat, dass das Stadion in Yussuf Poulsen einen Hoffnungsträger gesehen hat.
— rotebrauseblogger (@rotebrauseblog) January 27, 2023
Die Wunder des Werner.
Champagner statt Bier – die Fans
Auf den Rängen sicherlich auch nicht die Topleistung der Saison aber die Fans deutlich mehr „on fire“ als die Jungs auf dem Rasen. Am Ende immerhin eine Leipzig on fire-Uffta. Kulinarisch gab es erstmal Döner, aber zu dem Preis wird der sicherlich nur eine Ergänzung und keine Dauerbrenner werden. Schon am Mittwoch geht es weiter mit dem Pokalheimspiel gegen Hoffenheim, mal schauen, wie dann die Stimmung ist.
Sieg 💪🏻💪🏻💪🏻 #RBLvfb pic.twitter.com/6g681DjBjy
— BrauseCrew Berlin (@brausecrew) January 27, 2023
Sieg ist Sieg.
Pfeife des Spiels
Zwayer seit dem Pokalspiel gegen die Bayern der für zwayerlei Maß berüchtigt auch dieses Mal mit umstrittenen Entscheidungen. Die Stuttgarter und Labbadia haderten nach Spielende mit dem Freistoß, der letztlich zum 1:0 führen sollte. Endo hatte Olmo den Ball weggespitzelt ihn dabei aber auch berührt. Wird jedenfalls nicht immer gepfiffen, um es mal vorsichtig auszudrücken. Bei den Rasenballern handelte sich Rose nach dem Elfer und anderen Szenen am Ende eine Gelbe ein und allgemein war die leichte Handberührung beim Kopfballversuch von Gvardiol jetzt nicht unbedingt der Muss-Elfer schlechthin, zumal RBL kein Vorteil und Stuttgart kein Nachteil durch die kaum wahrnehmbare Richtungsänderung entstand.

Erst auf den zwayten Blick ein Elfer.
Aufgefallen
1) Ganz schön viel Stückwerk und viel Leerlauf im Spiel. Stuttgart mit viel Elan gegen den Ball aber Leipzig auch grundsätzlich zu langsam und zu statisch und zu selten mit präzisem und schnellem Aufbauspiel. Mit Werner außer Form und Olmo angeschlagen, waren die einzigen Szenen abseits von Szobos Toren Flanken von Raum auf Silva. Darauf kann – und muss RBL wohl auch – in den kommenden schweren Wochen aufbauen.
2) Die große Frage ist letztlich, war dieser überschaubare Arbeitssieg nur eine Ausrutscher, der ggf. am Kaltstart mit englischen Wochen lag oder müssen die RBL-Fans zumindest bis Nkunku wieder fit ist mit Schonkost begnügen. Denn die letzten 1,5 Jahre gab es schon Phasen wo solche Spiele keine Einzelfälle blieben, da ist man als RBL-Fan schnell hellhörig.
30 - Seit dem Amtsantritt von Marco Rose holte RB Leipzig 30 Punkte aus 13 #Bundesliga-Spielen (2.3 pro Spiel) - Ligahöchstwert in diesem Zeitraum. Top. #RBLVFB pic.twitter.com/BlIWvVmG5S
— OptaFranz (@OptaFranz) January 27, 2023
Die Statistik zeigt, Jammern auf hohem Niveau.
3) Auch defensiv war das Spiel kein Ruhmesblatt. Stuttgart mit dem höheren xG (natürlich vornehmlich dem Elfer geschuldet) und ebenso vielen Großchancen wie Leipzig, die aber hauptsächlich aus Umschaltsituationen resultierten, die ihrerseits zu einem Gutteil auf das langsame und unsaubere Leipziger Spiel zurückzuführen waren. Gegen offensivstärkere Teams muss hier wieder wacher agiert werden, denn Mannschaften wie Union lassen nicht so viele Konterchancen ungenutzt wie der VfB.
4) Nichtsdestoweniger haben Leipzig und Rose nun 16 Spiele in Folge nicht verloren. Die zweitlängste Serie in der Leipziger Bundesligahistorie (Rangnick hält mit 18 noch den Rekord). Da kann also auch mal ein nicht ganz so gutes dabei sein. An der Tabellenspitze bleibt es eng, auch weil die Bayern zum dritten Mal in Folge sieglos bleiben. Zwei Punkte noch auf München, was bedeutet, dass RBL theoretisch die Meisterschaft zum offiziellen Rückrundenstart noch in der eigenen Hand hat. Auf der anderen Seite sind es auch nur sechs Punkte auf Platz 7.

Sollte mit dieser Schusstechnik noch häufiger abziehen.
5) Nun also Hoffenheim als nächstes, wo Breitenreiter nur ein Spiel aus den letzten 12 gewonnen hat und derzeit das formschwächste Team der Bundesliga trainiert. Das kommende Pokalspiel am Mittwoch damit das letzte „leichte“ Spiel vor hammerharten Wochen, die gekrönt werden von den Duellen gegen City.
6) Bitter in dieser Hinsicht der Ausfall von Olmo, der sich einen Muskelfaserriss zugezogen hat und nun einige Wochen ausfallen wird. Auch wenn er – ggf. auch verletzungsbedingt – gegen Stuttgart wieder eine eher schwache Leistung zeigte, so dünnt dieser Ausfall die Kreativzentrale nochmal ordentlich aus. Denkbar wäre jetzt sogar eine Leihe, denn das Transferfenster hat noch ein paar Tage offen. Ein Lookman in der Form von Bergamo wäre toll. Bei den großen Kadern der englischen Teams lohnt sich jedenfalls ein Blick auf die Insel. Eberl übernehmen sie.

Kann Forsberg Olmo und Nkunku ersetzen?
Ein Pflichtsieg, der am Ende deutlich wackliger war als erwartet. Nur die 20 Minuten vor der Halbzeit waren wirklich ansehnlich und selbst mit voller Kapelle wirkte Leipzig oft kraftlos und statisch. Nach der Pause sorgte Szoboszlais zweiter Kunstschuss für Ruhe, ehe Gvardiols Hand den VfB nochmal Aufwind gab. Aber auch die Stuttgarter konnten nicht zu einer echten Schlussoffensive ansetzen.
Solche Spiele passieren in einer langen Saison, aber sie dürfen nicht zur Normalität werden, wie das teilweise in der letzten Rückrunde der Fall war. Grundsätzlich hätte ich zum Beginn der Rückrunde – selbst mit einigen WM-Fahrern – etwas mehr Elan erwartet. Aber verbuchen wir das Mal unter gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss.
Während das Pokalspiel gegen die formschwachen Hoffenheimer unter den aktuellen Gegebenheiten nicht die unüberwindbare Hürde sein dürfte, so werden die kommenden Wochen schon eine ganz andere Hausnummer. Köln (gut in die Rückrunde gestartet und kein Pokalspiel), Union (Tabellenzweiter und zuletzt Leipzigs Angstgegner), Wolfsburg (Dämpfer gegen Werder aber sonst eines der formstärksten Teams), City (Pep und Haaland) und danach Frankfurt, BVB und Gladbach und wieder City – das Programm der nächsten sechs Wochen. Knüppeldick und gerade daher kommen das schwache Spiel gegen Stuttgart und der Ausfall von Olmo zur Unzeit. Jetzt ist das Team gefordert!
Kicker – Whoscored – Sofacore – RBL – Bundesliga – FotMob – understat
Statistik
RB Leipzig: Blaswich – Henrichs (80. Klostermann), Orbán (C), Gvardiol, Raum (80. Halstenberg) – Schlager, Haidara – Szoboszlai, Olmo (46. Forsberg) – Werner (83. Poulsen), Silva (69. Laimer)
Bank: Nyland – Simakan, Ba
VfB Stuttgart: Müller – Stenzel, Anton, Ito, Vagnoman – Karazor, Nartey (86. Egloff), Endo (C), Kastanaras (46. Perea), Führich (80. Coulibaly) – Pfeiffer (86. Kuol)
Bank: Bredlow – Millot, Guirassy, Aidonis, Reichardt
Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin)
Tore: 1:0 Szoboszlai (25.), 2:0 Szoboszlai (49.), 2:1 Führich (68.) HE
Torschüsse: 10 / 12
Schüsse aufs Tor: 4 / 4
expected Goals: 1,6 / 1,9
Passquote: 84% / 83%
Zweikampfquote: 58% / 42%
Ballbesitz: 55% / 45%
Laufleistung: 118,2 km / 121,8 km
Sprints: 229 / 238
Fouls: 8 / 6
Ecken: 3 / 6
Abseits: 4 / 2
Gelbe Karten: Rose / –
Zuschauer: 46.158
Rumpelstilzchen
dann kommt man trockenen Fußes rüber bzw baut RB dann sicher eine Schnellfahrstraße für die Spieler zur direkten Anbindung der Parkplätze unter dem Stadion