Souverän ins Viertelfinale
Inhalt
Vor dem Spiel ist vor dem Spiel
Olmo vorerst mit Muskelfaserriss raus und Nkunku ebenfalls noch ein paar Wochen außen vor. Dabei stehen die Wochen der Wahrheit an und die haben es in sich. Da war das Achtelfinale gegen die TSG nur die Vorspeise.
Viel Rotation erlaubt der Kader aktuell nicht, so dass Rose nicht wirklich stark durchwechselte. Simakan, Halstenberg, Laimer und Forsberg ersetzten Henrichs, Raum, Haidara und Olmo. Ein wenig hinten an sind dagegen Poulsen, Klostermann und Kampl, die meist nur als Einwechsler kommen.
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Dreisatz des Spiels
Der Notarzteinsatz nahm die Stimmung von den Rängen und Leipzig zog Hoffenheim durch das frühe Tor von Forsberg schnell den Zahn. In der Folge plätscherte das Spiel etwas dahin, ehe Laimer mit dem 2:0 die Weichen auf Sieg stellte. Dem eher zufälligen Anschlusstreffer folgte kein Hoffenheimer Sturmlauf, denn Werner setzte mit dem 3:1 – nach vier Abseitsstellungen – den Schlusspunkt.

Am Ende wurde verhalten gefeiert.
Die drei besten Kicker aus der schönsten Stadt der Welt
Laimer: Man of the Match und dies nicht grundlos. Leitete das 1:0 ein und vollendete selbst zum 2:0. Führte die meisten Zweikämpfe (fast doppelt so viele wie der nächste - Kabak) mit einer Quote von über 50%. Hatte die meisten Tacklings und ließ sich nicht überdribbeln. Insgesamt ein großer Einfluss aufs Spielgeschehen (3 Keypässe).
Forsberg: Wichtiges Dosenöffnertor, dass dem Leipziger Spiel zu noch mehr Sicherheit verhalf. Nicht ganz so umtriebig wie Nkunku oder Olmo aber eine gute Ergänzung. Steht im Normalfall hinter Szobo, aber das Tor zum 1:0 befördert ihn nach oben.
Halstenberg: Nimmt den Zweikampf mit Raum an. Gute Pass- und Zweikampfquoten. Solide bei langen Bällen aber ausbaufähig bei Flanken – wo er sich mit Raum mal ne Scheibe an Angel abschneiden könnte.

Das 3:1 wie anno dunnemals: Poulsen für Werner.
Luft nach oben
Werner: Auch wenn er den Schlusspunkt setzte, so funktionierte lange wenig beim Rückkehrer. Viele Abseitsstellungen und selbst wenn dann noch der Abschluss folgte, so landete selbiger im Aus. Letztlich lieferte doch noch ein Tor aus und beschwerte sich über ein paar vereinzelte Rufe, die in der stillen Arena besser zu hören war.
Silva: Wo Werner im Abseits stand war Silva eher abseits des Geschehens. Nur eine Chance, relativ viele Ballverluste und schlechte Zweikampfwerte. Gegen ein blasses Hoffenheim war der Portugiese glücklos.
Tweet des Spiels
Do it again this season🙏🏼all the best guys!
— Angelino (@angel_tasende69) February 1, 2023
Wiedersehen macht Freude?
Champagner statt Bier – die Fans
Kurz vor dem Spiel musste ein Fan wiederbelebt werden, der später leider im Krankenhaus verstarb. Unser Beileid den Hinterbliebenen. Daher gab es in der Folge keinen Support und es war sehr ruhig in der Arena, wodurch sich manche Gegner und Journalisten zu sehr kruden Kommentaren hinreißen ließen. Eine kleine Feier mit den Spielern am Ende war dann auch das Maximum der Gefühle. Heiß diskutiert wurde am folgenden Tag der teilweise aufkommende Unmut gegen Timo Werner, der unnötig war. Schon Rose thematisierte dies auf der PK, wobei das sicherlich kein größeres Stimmungsbild war, aufgrund des mangelnden Supports jedoch größer gemacht wurde, als es schlussendlich war. Timo bekam besonders viel Beifall bei seiner Auswechslung. Gerade in schwierigen Phasen brauchen Spieler die Rückendeckung der Fans. Wir stehen hinter dir Timo!
Dem Fan wünsche ich nur das Beste, wurde 30 Minuten wiederbelebt 🙏
— RBoligei (@BoligeiR) February 1, 2023
Unserem Team herzlichen Glückwunsch zum Einzug ins Pokalviertelfinale #RBLTSG
Und bei Timo ist dann doch noch der Knoten geplatzt und erlöste sich kurz vor Schluss pic.twitter.com/0yI2BBCfbq
Der Notarzteinsatz überschattete das Spiel.
Pfeife des Spiels
Zweiter Achtelfinalsieg unter Dingert, der in Heimspielen bisher keine Leipziger Niederlage erlebte. Hatte einen relativ ruhigen Tag und musste nur bei der TSG zu Karten greifen, die seltener aber teilweise zu hart einstiegen. N’Soki flog daher spät mit Ampelkarte vom Platz, weil er obendrein den Ball wegschlug.

Laimer wurde Man of the Match, dürfte in München schwerer sein...
Aufgefallen
1) Im Nachgang etwas Uneinigkeit, wie in solchen Trauerfällen zu verfahren sei. Die Entscheidung den Support einzustellen bzw. gar nicht erst anzufangen richtig und nachvollziehbar. Nicht jeder hätte das wohl in sein Fan-Testament geschrieben, aber letztlich ein Zeichen des Respekts, das angebracht war. Unschön, wie manche die Ruhe für ihre Zwecke instrumentalisierten. Ab einem gewissen Grad muss die Animosität auch mal ruhen, aber das scheint in der heutigen Zeit nicht mehr machbar zu sein. Bitter, dass im Nachgang traurige Gewissheit herrschte. Der Fan ist im Krankenhaus verstorben. Unser Beileid gilt den Angehörigen!
2) Ein anderes großes Thema waren vereinzelte Schmähungen und Unmutsbekundungen gegenüber Werner, die natürlich durch das ruhige Gesamtstadion besser zu hören waren aber auch nicht so gut, dass sie überall gehört wurden. Jedenfalls veranlasste dies Rose zu einem Kommentar auf der PK und Werner wohl dazu nach seinem Tor den Jubel mit der Hand am Ohr zu machen. Die Entscheidung Roses Werner auf dem Feld zu lassen, war sicherlich richtig. Denn RBL wird in den kommenden Wochen auf ihn angewiesen sein. Mit 15 Scorern in 20 Spielen, wäre selbst in der aktuellen Formdelle nach seiner Verletzung die Kritik von den Rängen – zumindest in dieser Form – auch unangebracht. Wie das Thema danach aber von einigen Medien breitgetreten wurde, wir sprechen hier immerhin von sehr vereinzelten Fällen und dagegen deutlich besser hörbaren positiven Ovationen bei seiner Auswechslung, zeigt ebenso, wie manchmal kleine Dinge schnell geframt werden, wenn sie einem in die Agenda passen. Da mag man dann noch so süffisant von oben herab kommentieren wie ein Uersfeld.
Bessere zweite Hälfte, bei der die Spielkontrolle komplett bei RB lag. Der Sieg war gegen komplett harmlose Hoffenheimer trotz zwischenzeitlichem Anschluss nie in Gefahr.
— Niklas (@gNiklas43) February 1, 2023
Mein MotM: Forsberg.#RBLTSG #RBLeipzig https://t.co/3J0DE75Wsi
RBL ließ die Zügel teilweise sehr locker, wusste aber zeitweise auch zu überzeugen.
3) Spielerisch nicht der größte Wurf der Saison. Hoffenheim konnte nicht und RBL tat über lange Strecken des Spiels das Nötigste. Am Ende der beiden Halbzeiten sah das aber besser aus und hier entfaltete Leipzig Druck, der letztlich auch in zwei Tore mündete. Da der nächste Gegner Köln heißt und die diese Woche pausierten, ist es aber nachvollziehbar, dass RBL mit den Kräften haushaltet. So lange man dann wie nach dem 2:1 auch nochmal einen Gang hochschalten kann, ist alles paletti.
4) Werner und Silva über weite Strecken eher unglücklich. Der Portugiese dabei unscheinbarer und nur mit wenigen Szenen. Werner mit den berüchtigten Abseitssituationen (4 von 5 Leipziger Abseitsstellungen gingen auf sein Konto). Das ist sicherlich sein Spiel, aber da muss er wieder besser werden. Selbiges gilt auch für die Ballverarbeitung, denn diese Abseitsszenen mündeten nicht in Tore (abgepfiffen wurde meist erst danach) sondern verfehlten Baumanns Kasten.
5.4 - RB Leipzig übertraf seinen Expected-Goals-Wert in der laufenden Pokalsaison um 5.4 (12 Tore bei 6.6 xG), exklusive Eigentore ist dies die größte Differenz in der laufenden Spielzeit. Eiskalt. #RBLTSG pic.twitter.com/mnzlvNNyYZ
— OptaFranz (@OptaFranz) February 1, 2023
Mission Titelverteidigung..
5) Dreimal in den letzten fünf Spielzeiten ging es nach dem Einzug ins Viertelfinale bis ins Endspiel. Kann Leipzig das auch zum vierten Mal schaffen? Man hatte zumindest den Eindruck, dass die Mission Titelverteidigung im Team eine hohe Bedeutung hat. Es ist und bleibt – gerade, wenn RBL schon das Viertelfinale erreicht hat – der kürzeste Weg zu einem weiteren Titel.
6) Angel mit sieben Vorlagen und einem Tor für Hoffenheim. Besser ist als AV in Leipzig nur Simakan. Raum hinkt da den Erwartungen noch hinterher. Da wundert es nicht, dass sich der Spanier noch immer mit RBL beschäftigt und seinen alten Teamkameraden beste Wünsche für die weitere Pokalsaison hinterherschickt. Vielleicht macht Wiedersehen im Sommer ja Freude, denn es ist unwahrscheinlich, dass die TSG die Klausel ziehen wird. In Leipzig hat derweil Halstenberg den Konkurrenzkampf neu entfacht und spielt in der Rückrunde bisher sehr stabil. Auch Henrichs und Simakan bewegen sich Richtung Augenhöhe. Die AV ist gefühlt seit Jahren kein RBL-Kaderthema.

Sieht hier zwar nach Augenhöhe aus, war es aber nicht.
6) Eher ein Thema ist und bleibt die Offensive. Szoboszlai der Einzige, der in der Rückrunde fit ist und stabil gute Leistungen bringt. Alle anderen eher mit ihren Momentan in den jeweiligen Spielen aber auch viel Leerlauf und Luft nach oben. Aktuell trägt das noch aber wird es RBL auch über die kommenden schweren Wochen tragen?
#RBL-Trainer Rose zum Spiel von #Werner: "Timo ist Stürmer, er lebt von Toren. Er sucht seinen Rhythmus. Ich hätte ihn heute auch 180 Minuten draufgelassen. Ich finde es schade, dass die Stimmung am Kippen ist. In unserer Kadersituation brauchen wir Timo." #RBLTSG #DFBPokal pic.twitter.com/OVOpIeYbXY
— Dirk Hofmeister (@DirkHofmeister) February 1, 2023
Werner umstritten aber es war sein 15. Scorer im 20. Spiel.
Ein Spiel, welches stark von den Begleitumständen überschattet wurde. Zum einen natürlich der Noteinsatz mit Todesfall – hier nochmal unser Beileid für die Hinterbliebenen. Besonders verachtenswert, dass einige Gegner Leipzigs so etwas noch für Häme nutzen. Zum anderen die Berichterstattung zu Werner, wo RB live – so umfassend sie auch berichten – ganz schön ins Fettnäpfchen getreten ist, mit den überzogenen Formulierungen.
Fußballerisch war das in Anbetracht der Umstände ohne zwei Top-Angreifer und ohne Support von den Rängen schon sehr reif. Leipzig ließ die TSG kaum zur Geltung kommen, die Ausnahmeflanke von Angel war da eine ebensolche und quasi die einzige Topchance der Gäste. Selbst ließ sich Leipzig zwar auch etwas Zeit aber in den starken Phasen am Ende der beiden Halbzeiten war das auch recht druckvoll.
Die „leichten“ Spiele haben nun ein Ende. Köln konnte den Bayern Paroli bieten, Union schwimmt auf der Welle und hat sich zum Angstgegner entwickelt, Wolfsburg war unter Kovac sehr erfolgreich und über City, Frankfurt und den BVB müssen wir nicht reden. Kurzum, das Team ist jetzt gefordert, Der Ausfall von Nkunku und Olmo muss noch ein paar Wochen kompensiert werden. Deshalb war es auch richtig Werner den Rücken zu stärken. Klar gab es verbesserungswürdige Auftritte aber 15 Scorer in 20 Pflichtspielen sind keine schwache Quote!
Kicker – Sofacore – RBL – DFB – FotMob
Statistik
RB Leipzig: Nyland – Simakan, Orbán (C), Gvardiol (46. Henrichs), Halstenberg – Schlager (80. Kampl), Laimer – Szoboszlai, Forsberg (72. Haidara) – Werner (89. Klostermann), Silva (80. Poulsen)
TSG 1899 Hoffenheim: Baumann – Kabak, Brooks, N'Soki – Akpoguma (46. Delaney), Tohumcu (68. Dolberg), Angeliño – Baumgartner (52. Becker), Kramarić (80. Bischof) – Bebou (80. Che), Dabbur
Schiedsrichter: Christian Dingert (Lebecksmühle)
Tore: 1:0 Forsberg (8.), 2:0 Laimer (42.), 2:1 Dolberg (76.), 3:1 Werner (84.)
Torschüsse: 11 / 3
Schüsse aufs Tor: 6 / 1
Großchancen: 2 / 1
Passquote: 85% / 73%
Zweikampfquote: 53% / 47%
Ballbesitz: 65% / 35%
Fouls: 12 / 9
Ecken: 5 / 0
Abseits: 5 / 2
Gelbe Karten: – / Angeliño, Tohumcu
Gelbe-Rote Karte: – / N'Soki (86.)
Zuschauer: 34.822
Rumpelstilzchen
Niemand ist gezwungen Kommentare abzugeben aber auch niemand sie zu lesen. Und es tut mir leid aber wenn man nur positives zu den Testspielen schreiben darf, dann würden hier gar keine Kommentare stehen und der Thread wäre "tot", weil da aktuell einfach nichts positives zu sehen ist. Edit: 2 Torschüsse in 120min sprechen schon eine deutliche Sprache.