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Erst souverän – dann infantil – Spiel verschenkt
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Erst souverän – dann infantil – Spiel verschenkt

Erst souverän – dann infantil – Spiel verschenkt

Union wird zum Leipziger Kryptonit. Selbst eine in langen Phasen gute Leistung mit klarer taktischer Souveränität reichte nicht zum Punktgewinn. Mit der taktischen Umstellung auf Fünferkette verliert das Angriffsspiel Woche für Woche an Durchschlagskraft. Der vierte technisch starke Spieler vorne fehlt. Der Höhepunkt folgte nun in der Niederlage gegen Union Berlin. Dennoch ist die Niederlage nicht Rose anzulasten, dessen Neuausrichtung aufgrund der Personallage und Kadergröße unumgänglich war. Ein Punktgewinn war auch drin. Den hat man sich aber mit ein paar sinnfreien Aktionen selbst verbaut und der Schiedsrichter spielte auch nicht mit.

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Vor dem Spiel ist vor dem Spiel

Als Fazit der Woche muss man festhalten, dass Orban ein Herzensmensch ist. Selbst das schwere Spiel gegen aktuell sehr starke Unioner hielt ihn nicht ab, einer Stammzellenspende nachzugehen. Das hat ein Lob verdient. Danke Willi. Durch den folgenden Ausfall musste Rose umstellen und durch die fehlenden Nkunku und Olmo stellte sich die Offensive von selbst auf. In die Fünferkette rückte Simakan. Klostermann übernahm die Orbanrolle. Ansonsten setzte Rose auf Altbewährtes.

Mit Union kam neben dem BVB die Mannschaft der Rückrunde ins heimische Rund. Dazu kehrte ein Gegner ein, den man im direkten Vergleich der letzten Aufeinandertreffen und bei aktueller Stärke als klaren Favoriten sehen musste. Union ist den Kölnern, den Gegner der letzten Bundesligapartie, in der Spielweise sehr ähnlich. Großes Problem, Union trifft häufiger als die Kölner, trotz weniger klarer Chancen. Das hat Union Leipzig aktuell im neuem Jahr voraus. Hohe Siege gegen Schalke und Hoffenheim, zwei aktuell schwache Gegner, täuschen da leicht über die momentan offensiven Schwächen der Bullen hinweg.

Für ein Dranbeleiben im Kampf um die CL Plätze war ein Punktgewinn Pflicht, damit der Abstand zu Union nicht wächst und mit dem der Samstagnachmittag verlorene Platz 4 zurückerobert werden sollte. Mit einem Sieg hätte man sich oben festgesetzt.  


 


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Dreisatz des Spiels

Wer gewinnen will, muss in neunzig Minuten und der Nachspielzeit den Schlendrian rauslassen. Das gelang 70. Minuten lang. Durch Henrichs Tor war man 61. Minuten in Front. Spielte Union zwar nicht an die Wand, hielt aber den Gegner gut vom eigenen Tor weg. Die beste Chance der Eisernen klatschte fast unsehbar Blaswich mit großer Klasse ins Toraus. Den unerwarteten Ausgleich kassiert man gegen das aktuelle Union in dieser Art wohl auch bei eigener Höchstleistung. Trotzdem brannte das Spiel dann nicht. Alles Folgende ließ sich noch gut verteidigen. Ein Punktgewinn war drin. Wenn man aber dann völlig übermotiviert den Arm im Strafraum zur Ballklärung nutzt, steht man im Spitzenspiel punktlos da.

Der Sturmlauf nach dem Rückstand war aufopferungsvoll, brachte ein Abseitstor mit starken Geschmäckle, zeigte aber deutlich, dass die fehlende Initiative im Wintertransferfenster bei einer schrecklichen Verletztenliste in der Offensive mindestens bis zur Rückkehr von Nkunku und Olmo eine Trugschluss war. Und so endet ein Spitzenspiel wie so oft in den letzten Jahren: RB spielt diszipliniert, steht kurz vor dem Punktgewinn und schenkt sich "selbst" die Tore ein. 




Die drei besten Kicker aus der schönsten Stadt der Welt

Henrichs: Als Flügelspieler oder neudeutsch Schienenspieler war heute nicht unbedingt seine defensive Arbeit von Nöten. Seine offensivere Rolle hat er dann gut zum 1:0 genutzt. Auch am Abseitstor und einigen guten Möglichkeiten in der Schlussphase war er zentral beteiligt. Henrichs ist bisher ein Gewinner der Rückrunde. Dies liegt sicher auch an aktuellen Schwächen seiner Mitspieler, was der Neusänger jedoch löblich nutzt. Wohin es für ihn weitergeht, hängt wohl auch davon ab, wann Nkunku wieder vollends zur Verfügung steht und ob Rose dann zur Viererkette zurückkehrt.    


Szoboszlai: Er ist unter Rose ein Arbeiter vor dem Herrn. Er kämpft nach vorn und nach hinten. 80% Zweikampfquote für einen offensiven Mittelfeldspieler sind ein Bestwert. Besonders da er mehr Zweikämpfe als Laimer gewonnen hat, der lag bei Null gewonnenen Zweikämpfen von fünf geführten, und insgesamt besser war als beide Sechser zusammen. Auch Schlager hatte heute einen schweren Stand. Dafür rennt Dominik nach vorn und hinten den Gegner an, wodurch in Spielen wie gegen Union leider sein Offensivspiel leidet.

Silva: Warum Silva? Er ist der beste Zweikämpfer im Sturm. Hält gut den Ball und passt sauber. Mit Nkunku und Olmo an seiner Seite wäre er wie im Vorjahr der wichtige Mann für wichtige Pässe. Auch heute legte er den Ball fürs zwischenzeitliche 1:0 auf. Allein mit Werner an seiner Seite fällt es leider nicht auf, dass er vorn seit der Winterpause unverzichtbar ist, obwohl er in einer Rolle fungiert, die nicht seine Sahneposition als kopfballstarker Stürmer widerspiegelt. 


Luft nach oben

Simakan: Er war stark, stark bis zu der Szene des Spiels die mindestens einen Punkt gekostet hat. War es jugendlicher Leichtsinn? Nach einer sehr starken Hinrunde als Rechtsverteidiger läuft er nun auf seiner Lieblingsposition auf und schießt so einen Bock. Mit Verletzungen, einem starken Henrichs, der ihm aktuell auf der rechten Seite verdrängt und diesem Handspiel hat er nun viele Körner verloren. Die muss er schnell aufsammeln.


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Sechser: Die beiden Sechser hatten gegen die Berliner Riesen einen schweren Stand. Die Impulse nach vorne waren zu wenig. Zweikämpfe gingen zu oft verloren. Die zwei Dauerkämpfer und -Läufer sind in der Viererkette besser aufgehoben. Den fehlenden Offensivspieler können sie nicht kompensieren. Der größte Verlierer war dabei Laimer, der nicht ein Duell gegen die Gegner gewinnen konnte und dann wieder verletzt das Feld verlassen musste. 

Klostermann: Klostermann hat sich daran gehalten, was er kann. Er hat gefühlt den Ball jeweils 82 mal quer zu Gvardiol oder Simakan gepasst. Zwei weitere Bälle flogen nach vorn. Die sind dann beim Gegner gelandet. Mit einer besseren Defensivarbeit hätte man die Berliner wohl deutlicher vom Tor abhalten können. Wenn der mittlere Innenverteidiger dann aber in 10 Zweikämpfen verwickelt wird und nur 3 davon gewinnt, kommt es nicht von ungefähr, dass Union immer wieder zu gefährlichen Ecken und Freistößen kommt. Klostermann muss sich steigern, wenn er wieder zur Stammelf gehören möchte.


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Champagner statt Bier – die Fans

Heimfans:

Die erste Niederlage nach langer Zeit musste man am Ende gemeinsam verdauen. Lange Zeit war es ein fröhliches Treiben im Stadion, insbesondere nach 15 Minuten zog auch die Stimmung im Heimbereich an, um den Gästen ordentlich Paroli zu bieten. Zum Schluss war die Enttäuschung groß. Einige Plätze blieben von Beginn bis zum Schluss leer (Ticketbörse nutzen). Zudem befanden sich auch ein paar Berliner Fans im Heimbereich, was aber die große Masse der Fans trotz Niederlage nicht davon abhielt, die dennoch gute und beherzte Leistung des Teams mit Applaus zu quittieren: 


Gästefans:

Die Unionfans haben nach 15 Minuten Hans Modrow Andacht Eberl schlimm beleidigt. Was ausreicht um ihnen hier und auch in Folge keine weitere Plattform zu geben. 

DFB & DFL: 

Wer Woche für Woche zusieht, wie Traditionsfans ihrer Menschenverachtung in strafbarer Weise Ausdruck verleihen, ist schweigender Mittäter.   


Pfeife des Spiels

Daniel Schlager mimt nicht den Bruder im Geiste des Xavers. Bereits sehr früh im Spiel muss er das Spiel an sich ziehen und Gelb beim Foul gegen Henrichs geben. Auch später pfeift er zu häufig für Union, deren hartes Spiel aber zu wenig Beachtung geschenkt wurde. Beim weggepfiffenen Ausgleich zeigte er auch kein Fingerspitzengefühl. Regeländerung hin, Regeländerung her, wenn der Spieler, der sehr früh die oben benannte gelbe Karten hätte sehen müssen, sich bei der bewussten Hakenannahme dämlich anstellt, geht es auf seine Kappe und nicht auf die des Gegenspielers, der den Ball im Abseits auf den Fuß bekommt. Der Spieler muss so nicht hingehen. Sein Hintermann hätte den Ball sauber pflücken können. Mit der Regelauslegung wird Dummheit belohnt, ansonsten geht es 2:2 aus. Am Elfmeter konnte man nicht rütteln. Der Punktverlust war am Ende hausgemacht, auch ohne Schiedsrichtereinfluss.  



Aufgefallen

1)    Junge Spieler kosten uns in den letzten Jahren immer wieder Punkte in Spielen, in den es gegen Spitzenteams der Liga um viel geht. Egal wie taktisch diszipliniert man spielt, führen kleine sinnfreie Aussetzer zu geschenkten Gegentoren und zu wertvollen Punktverlusten. Das war schon bei Konate und Upamecano so und setzt sich bei Simakan und Gvardiol fort. An solche Fehler kann man sich bei Orban nicht erinnern. Da sollten die Verantwortlichen mal unter der Lupe begutachten. Ein weiterer guter erfahrener IV würde dem Team sicher gut tun. Diallo wird es laut jüngster Medienberichte nicht sein und Klostermann entwickelt sich nicht weiter.       

2)     Es wird sich am Ende der Saison zeigen, ob fehlende Wintertransfers nicht die Ziele gekostet haben. Die Ausfälle von Nkunku und Olmo können wir qualitativ nicht ersetzen. Dafür sind Spieler wie Forsberg, Poulsen oder Werner nicht in der Form ihrer besten Tage und der Kader ist in der Breite dann qualitativ zu dünn. Dortmund, Frankfurt und Bayern haben auf der Bank aktuell noch Topleute sitzen. Zudem haben sie sich alle punktuell für den Rückrundenkampf verstärkt. RB wartet zur heißen Phase auf Verletzungsrückkehrer, wodurch Rose immer mehr zum improvisieren gezwungen ist. Die Bankspieler sind sicher sehr gewillt, aber haben aktuell nicht die notwendige Qualität, um Topspiele zu entscheiden.



3)      Mit der Einwechslung von Poulsen kam heute eine Note dazu, die vorher im Spiel fehlte. Silva hat sich sehr bemüht. Größe bringt er aber nicht mit. Werner ist fürs Kopfballspiel am Gegner komplett ungeeignet. Mit Poulsen hatte man dann einen Spieler, der sich ins Kopfballspiel reinhauen konnte. Leider ist es aber der Poulsen von 2023, der seiner Gesamtleistung sehr hinterher hinkt.

Auch im ZM hing der Ball heute zu hoch für Laimer und Schlager. Für Teams wie Union und Köln, die durchweg mit hohen Bällen arbeiten und auch in der Defensive das Kopfballspiel dominieren, muss man sich langfristig auf den Kader bezogen umstellen, damit der Erfolg zurückkommt. Es muss sicher nicht komplett auf Größe gesetzt werden, aber ein großer Sechser, Außenstürmer und Stürmer würden den Leipziger zukünftig sicher variabler machen. Ansonsten wird man es sonst auch zukünftig schwer haben gegen Köln und Union zu gewinnen.


4)      Die Rückrunde beginnt ähnlich schwer wie die Hinrunde. Bisher hat man nur zwei Punkte mehr als unter Tedesco und der Sieg gegen Stuttgart war ähnlich wacklig wie beim Unentschieden vom letztem Jahr. Die Gegner um die CL Plätze spielen teilweise auch nicht gut, legen aber trotzdem Punkte vor. Unter den ersten Sechs zu landen, wird wohl kein Problem sein. Der Kampf um Platz 2, 3 und 4 bleibt in dieser Saison sehr schwierig. 

5)     Die Spielweise unter Rose ist taktisch und diszipliniert auf sehr hohem Niveau. Das war sie auch schon unter Tedesco und Nagelsmann. Doch es fehlt zu oft an Frechheit, vielleicht auch an Bösartigkeit. Teams wie Augsburg, Union und Köln machen es den braven RB-Team seit Jahren schwer. Vielleicht wäre auch hier eine Abkehr von alten Vorgaben der richtige Weg. Spielertypen wie Orkun Kökcü, Rayan Cherki und Ellyes Skhiri wären sicher vom Format nicht wie Klostermann und Orban Musterprofis, doch vielleicht das fehlende Puzzleteil für die Zukunft. 


Mit der Niederlage endet eine sehr gute Serie. In der Liga steigt der Abstand zu den Plätzen 1 bis 4. Folgende Ligaspiele bleiben also richtungsweisend. Weitere Niederlagen kann man sich nur schwer leisten. Bis zum Spiel in Wolfsburg steht jetzt wieder eine Woche Training ohne Spiel am Dienstag oder Mittwoch an. Genug Zeit um in sich zu gehen. Orban und Nkunku steigen sicher komplett ins Teamtraining ein.

Um Laimers Gesundheitsstand, er wurde im Spiel gegen Union wegen einer Verletzung ausgewechselt, muss man bangen. Aktuell stehen nur 17 Feldspieler zur Verfügung. Jede weitere Verletzung wäre schmerzhaft. Man muss schon hoffen, dass Nkunku gegen Wolfsburg Spielzeit bekommt. Forsberg sollte zurück in die Startelf kommen, die Torausbeute mit der Fünferkette ist zu schlecht. Zum Glück ist Wolfsburg auch nicht das Team der Stunde, wie es vor wenigen Wochen noch war und im Gegensatz zu den letzten beiden Bundesligagegnern wollen die Wölfe, trotz Kovac, auch am Spiel teilnehmen. Ein Grund für die Rückkehr der Viererkette. Ein Sieg ist möglich.


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Statistik

RB Leipzig: Blaswich – Simakan (74. Poulsen), Klostermann, Gvardiol – Henrichs, Schlager, Laimer (62. Haidara), Halstenberg (C) (88. Raum) – Szoboszlai, Silva (74. Forsberg), Werner
Bank: Nyland – Haidara, Poulsen, Forsberg, Raum, Ba, Orban, Kampl
1. FC Union Berlin: Rönnow – Doekhi, Knoche, Leite - Juranovic, Khedira, Gießelmann (80. Seguin) - Laidouni (86. Thorsby), Haberer (80. Roussillon) - Behrens (62. Jordan), Becker (62. Michel)
Bank: Grill – Baumgartl, Trimmel, Leweling, Jordan, Michel,Seguin, Roussillon, Thorsby
Schiedsrichter: Daniel Schlager (Hügelsheim)
Tore: 1:0 Henrichs (24.), 1:1 Haberer (60.), 1:2 Knoche (72., Handelfmeter)
Torschüsse: 10 / 6
Schüsse aufs Tor: 2 / 3
expected Goals: 0,56 / 1,72
Passquote: 74% / 77%
Zweikampfquote: 51% / 49%
Ballbesitz: 64% / 36%
Laufleistung: 118,4 km / 126,24 km
Fouls: 15 / 13
Ecken: 3 / 4
Abseits: 4 / 2
Gelbe Karten: Knoche (3.), Halstenberg (1.), Laidouni (1.), Schlager (2.), Werner (2.), Poulsen (1.), Jordan (2.), Leite (2.)
Zuschauer: 47.069


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