Unnötige Niederlage in Dortmund - Torchancen leider nicht genutzt
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Vor dem Spiel ist vor dem Spiel
Die Entscheidungswochen stehen an, zumindest wenn man sich das Programm anschaut. Mit einer Niederlage gegen Dortmund wäre dann wohl die letzte Chance auf die Meisterschaft vergeben. Nach der Niederlage gegen Union Berlin sollte man sich im Kampf um die Champions League Plätze nicht einem weiteren direkten Konkurrenten geschlagen geben.
Doch auch in den nächsten Wochen stehen weitere wichtige Spiele an. Gladbach und Bochum in der Liga müssen bei der momentanen Verfassung beider Teams Pflichtsiege sein und auch das Erreichen des UCL Viertelfinales ist weiterhin gut möglich. Marco Rose muss den Spagat zwischen Liga und Pokalwettbewerben schaffen, ohne sich die Bänder zu verletzen.
Blick auf den Gästeblock. #BVBRBL pic.twitter.com/G4solCuozb
— Sebastian Weßling (@fluestertweets) March 3, 2023
RBL-Fans mit zwei Gesichtern in Dortmund - hier noch die Gute
Dreisatz des Spiels
Die Definition von Wahnsinn ist, immer das gleiche zu tun und ein anderes Ergebnis zu erwarten. Demnach lassen sich die Spieler aus der schönsten Stadt der Welt wohl als solches bezeichnen. Wieder verschläft man die erste Hälfte (auch wenn die ersten 10 Minuten noch recht ordentlich aussahen) und wieder besetzt man nach Standards nicht den Rückraum. Zu häufig kamen die Dortmunder mit einfachen vertikalen Bällen hinter die Leipziger Kette, was schlussendlich zum Strafstoß vorm 1:0 führte. 4 gelbe Karten in Halbzeit 1 beschreiben den fehlenden Zugriff im Mittelfeld zudem ganz gut.
Und wie die Wahnsinnigen rannten die Leipziger Jungs nach der Halbzeit aufs Dortmunder Tor an. Die schlechte Chancenverwertung und ein starker Alexander Meyer im Dortmunder Tor sorgten jedoch für den schlussendlichen 2:1 Endstand aus Dortmunder Sicht. Auch wenn in diesem Spiel mindestens ein Punkt drin gewesen wäre, muss man in erster Linie die Fehler in den eigenen Reihen suchen.

Auf ihn ist Verlass - Emil Forsberg mit seinem dritten Treffer in den letzten drei Pflichtspielen
Die drei besten Kicker aus der schönsten Stadt der Welt
Forsberg: Mit dem dritten Tor im dritten Spiel ist der Schwede der formstärkste Leipziger Offensivspieler. Mit 5 Toren und 3 Vorlagen allein in der Bundesliga ist Forsberg weiterhin unersetzlich. Er hat den Kampf um die Startelf gut angenommen und macht dem verletzten Dani Olmo ordentlich Konkurrenz. Ein Emil Forsberg in dieser Form, ist immer eine Bereicherung für jedes Team.
Szoboszlai: Auch bei Szoboszlai zeigt weiterhin die Formkurve nach oben. Mit 100% gewonnen Zweikämpfen ist der Ungar nicht nur offensiv eine Bank. Er füllt gut die Rolle zwischen den offensiven und den 6er/8er im Leipziger Mittelfeld. Auch wenn es in diesem Spiel für keinen Scorerpunkt reichte, drückte er dem Spiel seinen Stempel auf.
Schlager: Schmerzhafter als die Niederlage könnte der potenzielle Ausfall von Xaver Schlager sein, der kurz vor Schluss verletzt vom Platz transportiert werden musste. Als Spieler mit den zweitmeisten Ballbesitz auf dem Platz (Platz 1 geht an Gvardiol), übernahm er im Alleingang die Rolle von Konrad Laimer, der gelbgesperrt fehlte.
Keine guten Neuigkeiten🤕
— RB Leipzig (@RBLeipzig) March 4, 2023
❌ Christo #Nkunku hat sich gegen Dortmund einen kleinen Muskelfaserriss im linken Oberschenkel zugezogen und wird damit vorerst fehlen.
❌ Xaver #Schlager hat eine Syndesmosebandverletzung im rechten Sprunggelenk erlitten.
Gute Besserung, Jungs 🙏 pic.twitter.com/df0BWekwOd
Verletzungsmisere zur Unzeit - Die Ausfälle von Xaver Schlager und Christopher Nkunku wiegen schwer!
Luft nach oben
André Silva: Leider immer noch nicht der Vollstrecker wie zu Frankfurter Zeiten, als er 28 Bundesligatore erzielte. Er spielt zwar Mitterweile sehr mannschaftsdienlich, aber wenn es um die eigene Torerzielung geht, bleibt er noch weit den hohen Ansprüchen zurück. Mit null gewonnenen Zweikämpfen offenbart er auch zu wenig Körpereinsatz in der Offensive und bringt zu wenig Schnelligkeit auf den Platz. Es bleibt weiterhin eine Herausforderung, ihn taktisch besser und gewinnbringender in der Offensive einzusetzen, um seine Qualitäten nutzen zu können.
Marcel Halstenberg: War er einer der Gewinner in der Rückrunde, ist es diesmal nicht sein Spiel gewesen. Leider zu offensiv aufgestellt, ohne die nötige Schnelligkeit zu besitzen für die Rückwärtsbewegung. Schnittstellenpässe über seine Seite wurden dankend angenommen, die auch ein Gvardiol nicht mehr zu verteidigen wusste. Solche taktischen Fehler und Abstimmungsfehler untereinander bleiben auf hohem Niveau nicht unbestraft. Vergab leider auch die große Möglichkeit zum Ausgleich aus naher Distanz.
Christopher Nkunku: Mit Abstrichen, da er nach seiner langen Verletzungspause noch nicht ganz auf sein altes Spielniveau angelangt ist. Trotzdem war er ein Startelfkandidat und nutzte die sich bietenden guten Möglichkeiten nicht. Mit der neuerlichen Verletzung wird er wiederum ausfallen und zurückgeworfen. Die einstige Sturmhoffnung hinterlässt weiterhin ein großes Loch in Anbetracht der vorherigen Trefferquote.
Tweet des Spiels
RB Leipzig klärt innerhalb von wenigen Wochen zum 3. Mal einen hohen Ball in die "rote Zone" vor dem eigenen Strafraum.
— Manu Thiele (@ManuThiele) March 3, 2023
So fällt schon zum 3. Mal ein Gegentor. Man sieht keinerlei Lerneffekt & so verliert man halt die Spiele. #BVBRBL
Abwehraktionen nach Standards in die Mitte - Eigene Fehler wurden schnell bestraft
Champagner statt Bier – die Fans
Zu Spielbeginn noch mit einer Choreo, die ein Bezug zu den vorherigen Ergebnissen aufzeigte - 0:3 und 4:1, gleichzeitig die Leipziger Vorwahl. Für Viele kaum zu interpretieren, war es letztendlich doch eine gelungene Anspielung. Auch nach dem Spiel zeigten sich die Fans mit dem Team versöhnlich. Schließlich hatten die Leipziger Rasenballer alles gegeben.
Auf der anderen Seite bringt sich indes wieder die eine oder andere ultraaffine Gruppe ins Gespräch, indem sie die Merkmale der anderen Ultras traditionsreicher Vereine widerspiegeln wollen. Eine Anerkennung wird es aber auch für diese nie geben. Schließlich fährt man nur einseitig mit seiner Philosophie und gegen die Mehrheit der RBL-Fans. Daheim kann man es sich nicht erlauben, gegen Verbote zu verstoßen. So nutzen auch die meisten Ultras den Auftritt in der Ferne, sich über diese Grenzen hinwegzusetzen.
Klar können Pyro-Aktionen schön aussehen und bei richtiger Nutzung keine Verletzungen verursachen. Aber man sollte nie dabei nur an sich denken und dabei andere Sichtweisen sich verschließen. Etwaige Gefahren durch Rauchgase, Verbrennungen, Verschmutzungen etc. sind nicht von Ohne und zu guter Letzt sind wieder Strafen fällig, die fünfstellig ausfallen können. Diese Strafen zahlt letztendlich der Verein und stehen im Gegensatz zu den Spendensammlungen für sozial Schwache in der letzten Woche. Hilfreich ist das Verhalten nicht, auch wenn es wohl nie vollständig zu verhindern sein wird.
Das dürfte Diskussionen geben: Die Fans von #RBLeipzig zündeln auswärts mal wieder #BVBRBL pic.twitter.com/xD1wWpxmQK
— RBlive! (@rb_live) March 3, 2023
Pyro in den eigenen Reihen - einige Fans wollen gerne ultraaffin erscheinen
Pfeife des Spiels
Für Schieri Sven Jablonski gab es im Topspiel keine allzu großen strittigen Szenen, die er hätte klären müssen. Jedenfalls kann man ihn nicht die unnötige Niederlage in die Schuhe schieben. Den Elfmeter kann man geben, da Blaswich beim Hinauslaufen Marco Reus leicht touchiert und ihn somit aus dem Tritt gebracht hatte, was schließlich auch der VAR bestätigte.
Aber über das ganze Spiel betrachtet reiht er sich in die vergangenen Schiedsrichterleistungen mit ein, indem die Schieris mehrheitlich gegen unsere Leipziger Rasenballer pfeifen und auf der anderen Seite mehr durchgehen lassen. Der objektiven Fanbrille zum Trotz zieht dieser rote Faden sich von Spiel zu Spiel und hat einen faden Beigeschmack. Schnell hatte Jablonski 5 gelbe Karten gegen das Leipziger Defensivspiel verhängt, während die Dortmunder Aktionen auch oft grenzwertig waren und hier auf Weiterspielen sowie ohne gelbe Karten entschieden wurde.

Sven Jablonski verteilte viele gelbe Karten auf Leipziger Seite, folgte aber seiner Linie nicht bei den Hausherren weiter.
Aufgefallen
1) Erneutes Topspiel im Kampf um die Meisterschaft und Champions League Plätze; erneut muss man leider feststellen, dass es wieder nicht gereicht hat. Es sind die entscheidenden Spiele, die ganz Großen in der Bundesliga, welche aber Parallelen aufzeigen zu den internationalen K.O.-Spielen. Defensivarbeit wird in diesen wichtigen Spielen ganz groß geschrieben und hier machen wir noch die meisten Fehler, auch wenn es nur Wenige sind, die aber eiskalt ausgenutzt werden. Unser Team ist im Laufe der Jahre erfahrener geworden, aber hier sind es immer noch individuelle Fehler und auch kollektive Abstimmungsfehler, die uns ins Hintertreffen bringen.
2) Das alte leidige Thema Chancenverwertung – Mit der Finger in der Wunde muss man wehmütig feststellen, dass unsere Stürmer um Timo Werner und André Silva nicht mehr die Top-Stürmer sind, die den Unterschied in den vakanten Spielen darstellen können. Zum Schutz von Timo Werner muss man festhalten, dass er erst spät eingewechselt wurde. Aber beide Stürmer haben zusammen 40 Bundesligaspiele und dabei nur 10 Tore in dieser Bundesligasaison auf ihrer Habenseite. Und wenn auch noch ein Christopher Nkunku nach seiner langen Verletzungspause logischerweise noch nicht voll an sein zuvor gezeigtes Leistungspotential anknüpfen kann, ist es nicht mehr verwerflich festzustellen, dass die Offensive auf hohem Niveau ein Sorgenkind ist.

Konnte die Niederlage nicht abwenden - Trainer M. Rose haderte auch mit der Chancenverwertung, Stellungsfehler und Schieri-Entscheidungen
3) Den Gegner taktisch eingeladen - Mutiger Beginn unserer Roten Bullen in den ersten zehn Spielminuten, welches aber die Gefahr von gegnerische Konter in sich birgt. Schließlich ist das schon seit Gedenken die eigentliche Dortmunder Stärke, das schnelle Umschaltspiel. Etwaige Leipziger Ballverluste in der gegnerischen Spielfeldhälfte wurden schnell durch die Dortmunder Spieler erkannt und mittels präzise Schnittstellenpässe ausgenutzt. Brisant dabei unsere aufgerückte Hintermannschaft fast auf Höhe der Mittellinie, deren Räume u.a. durch die nicht gerade schnellen Verteidiger Willi Orban und Marcel Halstenberg geschlossen werden können.
4) Drei Standardgegentore nach zuvor abgewehrten Bällen zur Spielfeldmitte binnen kürzester Zeit – auch darüber muss diskutiert werden. Inwieweit das abzustellen geht oder zu verhindern ist, ist schwierig festzustellen. Fakt ist, dass diese Abwehraktionen genau vor die Füße gegnerischer Spieler erfolgte und die die Einladung dankend annahmen. Leider sind es Fehler mit großer Auswirkung.

Taktisch ausgebremst - Marcel Halstenbergs linke Abwehrseite wurde in Halbzeit Eins zu oft frei gelassen
5) Auswärtsbilanz – „Nur“ 4 Siege aus 12 Spielen in der laufenden Bundesligasaison spiegeln teils immer noch ein wackliges Gesicht unserer Roten Bullen in der Fremde wieder, während zuhause fast jedes Spiel gewonnen werden kann. Will man zukünftig etwas beruhigter im Fahrwasser einer Champions League Teilnahme schwimmen, muss man auswärts taktisch cleverer, abgeklärter und effizienter auftreten.
6) Roses Bilanz – 2 Siege, 1 Remis und 2 Niederlagen in den letzten 5 Bundesligaspielen. Demnach nur 7 von möglich 15 Punkten. Es ist die bisher schlechteste Bilanz in Roses Zeiten, letztendlich aber auch gegen relativ starke Gegner. Nun kommt langsam die finale Phase, in der man sich kaum noch Ausrutscher erlauben kann. Denn in dieser Saison werden wohl mehr als 62 Punkte vonnöten sein. Den Anfang kann man im kommenden Heimspiel gegen M’gladbach machen und die Auswärtsniederlage aus der Hinrunde mit einem Heimsieg wiedergutmachen. Wohlgemerkt: Mit diesen anvisierten Heimsieg hätte man wieder 5 Punkte mehr zum gleichen Zeitpunkt der Hinrunde!
7) Konni Laimer fehlte & Xaver Schlager verletzt? – Es bleibt die Achillesferse im Leipziger Team. Konni Laimer in Bestform fehlte leider an allen Ecken und Kanten in der Leipziger Zentrale, sowohl offensiv als auch defensiv. Schließlich war er beim 1:4 Auswärtssieg der Schlüsselspieler in der vergangenen Saison. Aber sein Fehlen muss auch zukünftig ersetzt werden können. Die Aufgabe schulterte diesmal fast vollumfänglich auf Xaver Schlager, der diese schwierige Hiobsbotschaft auch leidenschaftlich auf sich nahm. Aber die Zweikampfquote von Kampl, Haidara und Schlager ist nicht die Beste und so sollte man kadertechnisch in der Zukunft auch was tun.

Wieder torlos - André Silva: Nur 4 Tore in 23 Bundesligaspielen ist für ein Stürmer leider zu wenig
Mal wieder eine unnötige Niederlage, die man sich aber selber zuzuschreiben hat. Nach guten Beginn hatte man es verpasst, sich frühzeitig mit einem Tor zu belohnen. Auch wenn das noch lange nicht heißt, ein Spiel zu gewinnen. So hätte man aber das Momentum auf seiner Seite gehabt und die Ausgangslage mit einer Führung den einen oder anderen taktischen Schachzug zu setzen.
So aber musste man einen Rückstand in der Fremde hinterherrennen und das spielte den Dortmundern in die Karten, die sich nur auf bestimmte taktische Wesenszüge konzentrieren mussten. Die richtigen Worte muss Trainer Marco Rose stets in der Pause gefunden haben, da dann die Mannschaft in Hälfte Zwei verbessert auftritt. Aber wiederholt hat es wieder eine Halbzeit gedauert, ehe man sich auf seine Stärken besann und ein besseres Spiel machte.
Im nächsten Heimspiel gegen M’gladbach ist man nun gezwungen einen Heimsieg einzufahren, wenngleich das auch vorher das unbedingte Ziel sein muss. Der hiesige Traditionsverein tritt alles andere gefestigt in der Fremde auf und hat nur 1 Sieg aus 11 Spielen vorzuweisen. Da müssen wir einfach die Hinspielniederlage wettmachen und mit einem Sieg uns im Kampf um die Champions League Plätze zurückmelden.
In Anbetracht des Restprogramms in der Saison haben wir durchaus gute Karten, wenn wir unsere „Hausaufgaben“ stets erledigen und die Heimspiele gewinnen. Parallel grüßt aber noch die Dreifachbelastung mit Champions League bei ManCity und das anschließende Auswärtsspiel gegen ausgeruhte Bochumer. Wiederum belastungstechnisch kein leichtes Unterfangen, welches wir aber zu unseren Gunsten entscheiden sollten.
Kicker – Whoscored – Sofacore – RBL – Bundesliga – FotMob – understat
Statistik
Borussia Dortmund: Meyer – Wolf, Süle, Schlotterbeck, Ryerson – Reus (C, 73. Bynoe-Gittens), Can, Özcan (83. Dahoud) – Brandt (83. Hummels), Haller (73. Modeste), Bellingham
Bank: Lotka – Reyna, Guerreiro, Meunier, Passlack
RB Leipzig: Blaswich – Henrichs, Orbán (72. Simakan), Gvardiol, Halstenberg (61. Raum) – Schlager, Haidara (84. Kampl) – Szoboszlai, Forsberg – Silva (72. Poulsen), Nkunku (84. Werner)
Bank: Nyland – Klostermann, Clark
Schiedsrichter: Sven Jablonski (Bremen)
Tore: 1:0 Reus (21.) FE, 2:0 Can (39.), 2:1 Forsberg (74.)
Torschüsse: 8 / 17
Schüsse aufs Tor: 3 / 6
expected Goals: 1,1 / 2,2
Passquote: 79% / 87%
Zweikampfquote: 60% / 40%
Ballbesitz: 38% / 62%
Laufleistung: 121 km / 114 km
Sprints: 256 / 220
Fouls: 8 / 20
Ecken: 4 / 6
Abseits: 0 / 2
Gelbe Karten: Özcan, Brandt / Nkunku (2), Haidara (3), Halstenberg (2), Silva (2), Henrichs (7)
Zuschauer: 81.365 (ausverkauft)
RBoligei & Alex Hell