Gegen die undankbare Wundertüte Gladbach muss die Revanche her!
Inhalt
Die Woche vor dem Punktspiel
Für die unverdiente Niederlage in Dortmund zahlte man mit den Verletzungen von Schlager und Nkunku einen viel zu hohen Preis. Acht bis zehn Wochen muss das Team auf den Leader im zentrale Mittefeld verzichten. Aktuell ein größerer Verlust als der Ausfall des bisher noch sehr unfitten Nkunku. Nkunku wird frühestens nach der Länderspielpause zurückkommen. Man muss hoffen, dass man überhaupt noch einen Nkunku in Topform bei RB auflaufen sehen darf. Hoffnung besteht, da die Verletzung nach aktueller Kommunikation nicht im Ausmaß wie bei Schlager ausfällt. Man konnte aber in den letzten Spielen erkennen, dass der französische Bulle bei der Verletzung vor der WM und dem damit hervorgerufenen Teilnahmeverlust am Turnier nicht nur körperlich sondern auch mental verletzt wurde.
Der Kader
Die medizinische Abteilung bleibt bis zum Ende der Saison in viel Arbeit gebunden. Schwerster Wehrmutstropfen daran ist, dass fast durchgängig Leistungsträger im Lazarett sitzen. Ist man letzte Saison unter Tedesco noch beinahe verletzungsfrei mit 36 Punkten durch die Rückrunde geschwebt, macht der zu kleine Kader nun Probleme. In der Woche haben wegen Erkrankungen und Verletzungen teilweise nur 13 Kaderspieler am Training teilgenommen. Wer es also in den Spieltagskader schaffen wird, steht in den Sternen.
Für gute Nachrichten sorgen die Trainingsrückkehrer Olmo, Klostermann und Diallo. Bei Klostermann und Olmo könnte bei sehr perfekter Entwicklung mindestens die Bank rufen. Bei Olmo ist aber Vorsicht geboten, Nkunkus Verletzung nach dem BVB Spiel lässt grüßen.
Bei der Kadersituation wird es notgedrungen Spielerwechsel in der Startelf geben, da auch Laimer, Silva, Szoboszlai und Werner mit grippalen Infekten in dieser Woche zu kämpfen haben. Schaut man sich zudem die jeweiligen Leistungskurven der Spieler an, wäre auch eine Formationsumstellung möglich. Die bisher in der Rückrunde "verschmähten" Außenverteidiger, die in der Hinrunde noch zum Stamm gehörten, zeigten nach ihren Einwechslungen in Dortmund, dass ein Startelfeinsatz gegen Gladbach gerechtfertigt wäre. Dagegen stellen sich vorn die übriggebliebenen Leistungsträger selber auf.
Die sportliche Leitung
Er ist fast da. Lange, zu lange für einen europäischen Topclub hat man auf einen Sportdirektor gewartet. Nun kommt am 01.04.2023 Rouven Schröder und übernimmt unter der Führung von Eberl die Position des Sportdirektors. Er wird laut Eberl für Scouting, Kaderplanung und Prozesse rund um die Lizenzspielerabteilung zuständig sein. Das Stimmungsbild zum Zugang ist in der Leipziger Fanszene gespalten. Die mediale Aufbereitung ist da teilweise deutlich wohlwollender. Ob die Vorschusslorbeeren berechtigt sind, wird bereits der Sommer zeigen.
Seit Marco Rose übernommen hat, ist Leipzig die beste Mannschaft der Liga… Mein Text über das perfect match und die neue Führungsriege @SPORT1 https://t.co/bxtO8Wd5yg
— Tobi Holtkamp (@Rune4) February 28, 2023
Herzlich Willkommen Rouven Schröder.

Die richtige Richtung zeigt er bereits an - Nach oben soll es gehen.
Die jüngsten Entwicklungen im Club sind gewaltig. Nach Rangnick, der sehr früh ein eigenes Konzept im deutschen Fußball gefahren ist und nach dem Dreigestirn Mintzlaff, Vivell und Scholz werden die Geschicke der Bullen nun von viel Bundeligatradition und Fußballfachverstand geleitet. Schaut man sich die neue sportliche Führungsriege an, dann hat die Tradition 1.0 in Leipzig Einzug gehalten. Mit dem Transfer von Seiwald zeigt Eberl aber früh, dass er lernbereit ist und im Sinne des Clubs agieren will. Doch die Entwicklung zum hybriden Club, der völlige neue Wege setzte und nun doch langsam etablierte Schritte wagt, macht auch vor den Fans nicht halt.
Bei den Auswärtsfahrten wuchsen zuletzt die Zahlen deutlich an mit meist mehr als 2.000 Frauen, Männern und Kindern, die es mit den Bullen halten. Eine positive Entwicklung, die sich scheinbar unabhängig von No-Show-Rate-Spielen fortsetzt. Immerhin waren auch in Wolfsburg über 2.000 RB Fans im Gäste- und Heimblock vertreten.
Mit der erhöhten Anzahl an reisenden Fans schleichen sich dementsprechend Fankulturen ein, die es so ausgeprägt in Leipzig bisher nicht gab oder die unter den vorherigen Leitung kaum fuß fassen konnten. In Frankfurt, Dortmund und anderen "Traditionsclubs" gehören Ultras und Pyro dazu. Dafür fehlt es oft am familiären Erlebnis, dass RB bietet.
Nach der ungewohnten Pyroshow im Gästeblock gegen den BVB, bei der zwei Gästefans verletzt wurden, kam es nun in den sozialen Medien zum verbalen Schlagabtausch. Berechtigt, da Verletzungen eigener Fans nicht hinnehmbar sind. Es wird sich aber zukünftig nicht verhindern lassen, einen Dialog mit den ultraaffinen Fans zu finden, die offen für einen Vereinbarung von großen Eifer und Verantwortung sind.
Interessant ist zudem, in wie weit die Verantwortlichen an ihrer harten Linie der letzten Jahre festhalten. Eine klare schriftliche Botschaft wurde bereits kundgetan. Bleibt man aber tatsächlich so hart wie bisher, oder passt man sich auch hier langsam dem deutschen Bundesligamaß an?
#RBLeipzig verurteilt den Pyrotechnik-Einsatz zum Auswärtsspiel beim @BVB, arbeitet die Vorfälle auf und wird zeitnah alle rechtlichen und internen Schritte vollziehen.
— RB Leipzig (@RBLeipzig) March 6, 2023
Das Spiel

Die Ausgangslage zum Spiel
Die schweren Wochen gegen die direkten Europaplatzgegner sind erst einmal vorbei. Aus vier Spielen konnte man 6 Punkte mitnehmen. Das Ziel von 8 Punkten, also einem 2-Punkteschnitt, entsprach das leider nicht. Schaut man sich aber beide Niederlagen an, war in beiden Spielen ein Punkt drin. Es muss somit nicht der Kopf in den Sand gesteckt werden. Gewinnt man die nächsten beiden Partien, ist man wieder auf dem richtigen Weg.
Etwas unglücklich agierte Rose in der Wahl seinen Startformationen und Ausrichtungen gegen Köln, Union und dem BVB. Gegen Gladbach muss er diesmal einen passenden Matchplan stricken. Denn sportlich ist Leipzig dem aktuellen Gladbacher Team trotz der Ausfälle überlegen.
Mit einem Sieg würde RB den wichtigen vierten Platz behaupten. Was zudem wichtig wäre, da Freiburg und Frankfurt zwei sehr formschwache Gegner vor der Flinte haben und man mit Siegen der Konkurrenz rechnen muss. Ein Sieg könnte auch ein Sprung auf Platz 3 ermöglichen, nicht nur am Samstag, da bei Union bisher immer schwache Bundesligaspiele auf die Einsätze in der Europa League folgten. Mit Wolfsburg steht den Berliner dazu ein schwerer Gegner bevor.
Den Gladbachern sollte RB eigentlich oft den Ball in deren Hälfte und am Anstoßpunkt überlassen, da es den Gladbachern schwer fällt, mit Ballbesitz etwas anzufangen. Die eigene Abwehr darf aber nicht so hoch wie gegen Dortmund in der ersten Halbzeit stehen. Viel mehr wäre es gut, wenn sich grundsätzlich ein Sechser mit fallen lässt, oder nicht beide Außenverteidiger zusammen nach vorne drängen. Wenn Simakan und Raum beginnen, könnte Raum offensiver auftreten und Simakan bei eigenen Angriffen mit den beiden Innenverteidigern in eine Dreierkette abkippen.
Vorne sollte Rose den formstarken Spielern Einsatzzeit geben. Das wären Forsberg, Werner und Szoboszlai. Im Mittelfeld muss experimentiert werden. Eine Doppelsechs aus Haidara und Laimer ist zu offensiv ausgerichtet und es fehlt beiden an Staubsaugerqualität. Mit einer Dreierkette im zentralen Mittelfeld mit Henrichs oder Kampl auf der 6 und Laimer und Haidara als Doppelacht könnte RB den nötigen Druck auf die ballverliebten Gladbacher ausüben und hätte mit den Achtern auch zwei Spieler die offensiv für Gefahr sorgen können.
Mögliche Aufstellung:
Blaswich - Simakan, Orban, Gvardiol, Raum - Laimer, Henrichs, Haidara - Forsberg, Werner, Szoboszlai

Der Wundertüte im Check
Gladbach präsentiert sich in dieser Saison als aberwitziges Mittelmaß mit wenigen Ausbrüchen nach oben, wenn sie Bayern oder Leipzig besiegen, und viel Unstetigkeit. Allein der 3:2 Sieg gegen die Münchner ist eingerahmt von zwei herben Klatschen gegen Hertha und Mainz. Trainer Farke bekommt keine Beständigkeit rein. Gladbach soll unter ihm viel Ballbesitz kreieren. Der viele Ballbesitz macht sie lauffaul. Außer sie spielen daheim gegen große Namen der Liga. Im Gegensatz zu RB hört sich ihre Auswärtsbilanz weiterhin schlecht an. In der Auswärtstabelle steht Gladbach auf Platz 15, 3 Punkte vor dem Relegationsplatz. Bisher gab es einen Sieg aus 11 Spielen. Das ist ein Schnitt von 0.64 Auswärtspunkten. Aus den letzten 10 Bundesligaspiele gab es 3 Siege, 2 Remi und 5 Niederlagen. Sie holten dabei zuhause ein 4:2 gegen Dortmund und ein 3:2 gegen den Serienmeister. Was Gladbach gefährlich macht, ist nicht die Spielweise mit viel Ballbesitz. Vielmehr bringen Kontertore Punkte. Die Gefahr, die die Gladbacher dabei ausstrahlen, kommt von Thuram und den alten Hasen Stindl und Hoffmann.
Am Wochenende werden auch den Gladbachern wichtige Profis fehlen. Im Tor wird der dritten Hüter Tobias Sippel stehen, da die Nummer 1 und 2 verletzt oder erkrankt sind. In der Abwehr fehlt Jantschke verletzt, der aber bereits kaum noch eine Rolle bei den Fohlen spielt. Das Fehlen von Bensebaini, der nach einem verbalen Aussetzer am letzten Spieltag gesperrt wurde, wird Farke jedoch mehr schmerzen. Ebenfalls verletzt ist Julian Weigl, der bis zu seiner Verletzung im Team gesetzt war.
In der Aufstellung spiegeln die Gladbacher bis zum zentralen Mittelfeld das Leipziger System. Vorne spielt man mit drei offensiven Mittelfeldspielern und einem Stürmer. Wieso Farke mit diesem Team Ballbesitz spielen will, ist eher unverständlich, da ein großer Teil des Teams für Eberl und Rose und für RB ähnlichen Fußball zusammen gestellt wurde. Was auch immer wieder deutlich wird, wenn Gladbach Teams wie den BVB, München und RB schlägt und die Gladbach nicht selber das Spiel machen müssen. Diese Spielweise kann man auch am Wochenende erwarten.
Mögliche Aufstellung:
Sippel - Scally, Itakura, Elvedi, Netz - Kramer, Kone - Hofmann, Stindl, Plea - Thuram
#RBLBMG #BMG
— RBoligei (@BoligeiR) March 7, 2023
- ballverliebt und laufschwach
- Auswärtsschwäche, erst 1 Sieg aus 11 Spielen
- auswärts 1,07 xG und 2,03 xGA
- auswärts lässt man Ø 16 Torschüsse vom Gegner zu
- auswärts Ø 1,2 : 2,2 Tore
- trotzdem Vorsicht vor M. Thuram = 11 Tore und J. Hofmann = 8 Tore pic.twitter.com/TGr58xQdYT
Spieltags-Tipp
Rose ist gezwungen umzustellen und frische Spieler zu bringen. Simakan und Raum werden ihre Chance nutzen. Vielleicht nicht offensiv, aber mindestens defensiv. Mit Simakan käme mehr defensive Stabilität auf der rechten Seite rein. Raum wird seine Schnelligkeit vorne und hinten mehr zur Geltung bringen. Mit Laimer kommt mehr Überraschung im Pressing zurück, wodurch Werner und Szoboszlai profitieren werden. Forsberg ist in Topform. Mit zwei Achtern hinter ihm wäre er auch freier im offensiven Spiel, da die beiden Gladbacher Sechser gebundener wären. Mit dem Heimpublikum im Rücken und Wut im Bauch nach der Niederlage gegen den BVB mit den Verletzungen von Schlager und Nkunku wird Leipzig diesmal wieder in der ersten Hälfte den Sieg mit einem 2:0 festigen und nach einem Anschluss der Gladbacher, der Schlendrian wird wegen dem Spiel am 14.03.2023 kurzeitig wieder einziehen, mit einem Comebacktor von Olmo den Siegtreffer zum 3:1 ins Ziel bringen.

Simakan könnte am Samstag wieder in die Startelf rücken.
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