AG Stadionumfeld des Fanverbands erstellt eigenes Verkehrskonzept
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Die Analyse der AG Stadionumfeld des Fanverbands: Die Stadt Leipzig und die LVB unternehmen zu wenig, um das Verkehrschaos zu entspannen oder gar zu lindern. Dabei gibt es ein vom Stadtrat beschlossenes Verkehrskonzept aus dem Jahr 2014 und einen Entwurf zum Stadionumfeld mit Stand Juli 2021. Zu wenig wurde vom Verkehrskonzept umgesetzt bzw. der Entwurf zum Stadionumfeld bisher nicht zum Abschluss gebracht.
Nicht nur meckern, sondern machen – unter diesem Motto hat die AG Stadionumfeld das Verkehrskonzept #staufrei entwickelt, gespickt mit Vorschlägen, Handlungsempfehlungen und konkreten Forderungen. Sofort umsetzbare Maßnahmen sind ebenso dabei wie mittelfristige Hausaufgaben für Stadt und LVB. Eine kurze Übersicht mit den wichtigsten Punkten stellt euch die AG Stadionumfeld im Folgenden vor, die Langfassung hat der Fanverband des RB Leipzig auf seiner Seite veröffentlicht:
Langfassung Verkehrskonzept #staufrei der AG Stadionumfeld des Fanverbands
Kurzfristige Maßnahmen:
Die P&R-Parkplätze und die S-Bahnstationen Bayerischer Bahnhof und Wilhelm-Leuschner-Platz werden mit den neu sortierten Sonderlinien direkt und auf kürzestem Weg mit dem Stadion verbunden. Die Haltestelle Hauptbahnhof sowie die Straßenbahntrasse zwischen Hauptbahnhof und Sportforum werden entlastet, in dem neue Umsteigepunkte geschaffen werden, unter anderem am Wilhelm-Leuschner-Platz, so dass viele Fahrgäste gar nicht erst dazu gezwungen sind, mangels Alternativen am Hauptbahnhof umzusteigen.
Die Haltestelle Sportforum Süd wird ab sofort nach Spielen als Doppelhaltestelle bedient. Warum das bislang nicht der Fall ist bleibt das Geheimnis der LVB. Das Ziel: Die Straßenbahnen schneller abfertigen, in kürzerer Folge abfahren lassen, die unhaltbaren Zustände mit völlig überfülltem Bahnsteig beenden, Unfälle vermeiden. Über das Nutzen einer (bereits vorhandenen und bei Open Air-Konzerten genutzten) Lautsprecheranlage wird der Abfertigungsprozess gemanagt und kommuniziert. Die linken, der Haltestelle „Sportforum Süd“ zugewandten, Fahrstreifen werden in beiden Richtungen ab sofort für den Autoverkehr gesperrt.
Der Fußgängerüberweg von der Festwiese über die Jahnallee (Haltestelle Sportforum Süd) wird ab sofort nach Spielen zu Gunsten der Fußgänger neu geregelt, idealerweise manuell, um die unhaltbaren Zustände in diesem Bereich zu beseitigen. 35.000 Besucher (Angaben von RB Leipzig) betreten und verlassen das Stadion über die Festwiese.
Ich appelliere weiterhin an die @StadtLeipzig, @LVB_direkt und @RBLeipzig gemeinsam eine Lösung zu finden, für den "Abtransport der Menschenmassen" nach einem Fußballspiel!
— RBoligei (@BoligeiR) February 26, 2023
- sperrt die Jahnallee nach dem Spiel für den Autoverkehr ab
- setzt Shuttle-Busse zum Hauptbahnhof ein pic.twitter.com/VZsk89Yaoz
Die Jahnallee wird ab sofort vor und nach den Spielen für den Autoverkehr zwischen Leibnizstraße und Waldplatz gesperrt, damit die tausenden Fans, die zu Fuß unterwegs sind, nicht allein die dafür viel zu engen Gehwege benutzen und auf die Fahrbahn ausweichen müssen, die vielen Radfahrer und die Straßenbahnen staufrei fahren können.
Die LVB prüfen, ob die P&R zusätzlich mit Shuttle-Bussen bedient und dafür ggf. auch Fremdunternehmen beauftragt werden können. Ob und wie das finanziert werden kann, klären die LVB mit dem MDV und dem Vertragspartner und Großkunden RB Leipzig. (RB Leipzig überweist übrigens nach eigenen Angaben pro Spieltag 100.000 Euro Erlös aus dem Kombiticket an den MDV, macht bei 20 Heimspielen pro Saison 2 Millionen Euro.)
Der Verkehrsverbund MDV und der Zweckverband Nahverkehr (ZVNL), der den S-Bahnverkehr bei Abellio und DB bestellt, prüfen, ob es möglich ist, nach Abendspielen mangels fahrplanmäßiger Verbindungen ins Umland zusätzliche S-Bahnen nach Halle, Wurzen, Geithain, Eilenburg und Dessau fahren zu lassen, damit weniger Besucher dazu gezwungen sind, mit dem Auto zu fahren. Es wird geprüft, wie viel das kostet und zu finanzieren ist. Auch hier sei auf die Erlöse aus dem Kombiticket verwiesen.
Mittelfristige Maßnahmen:
Die Stadt Leipzig setzt bereits vorhandene Stadtratsbeschlüsse um, legt noch 2023 dem Stadtrat ein P&R-Konzept inklusive elektronischem Leitsystem vor, das auch für andere Großveranstaltungen, wie Weihnachtsmarkt, geeignet ist. Das dafür notwendige Geld wird in den städtischen Haushalt für 2024 und 2025 eingestellt, das System geht spätestens 2025 in Betrieb.
Die Stadt Leipzig stellt im Rahmen des „Masterplans Stadionumfeld“, der im 2. Quartal 2023 vorgestellt werden soll, gemäß Stadtratsbeschluss konkrete Pläne zu festen Fahrradabstellplätzen vor allen Eingängen im Stadionumfeld mit einer bedarfsgerechten Kapazität vor, verbunden mit einem konkreten Zeitplan zur Umsetzung: Die „Fahrradgarderobe“ wird bis zur Fußball-EM 2024 fertiggestellt.
Die Stadt Leipzig stellt im Rahmen des „Masterplans Stadionumfeld“ gemäß Stadtratsbeschluss Pläne zum Bau einer leistungsfähigen Wendeschleife an der Ostseite des Stadions vor, verbunden mit einem konkreten Zeitplan zur Umsetzung. Dabei werden folgende Umstände bedacht: 53.000 Besucher gleichzeitig im Stadion und Quarterback Immobilien-Arena; perspektivisch die Option, die Stadionkapazität und auch die Zuschauerkapazität in der Veranstaltungshalle nochmals zu erhöhen. Das Ziel: Schnellere Bahnen, dichtere Taktfolge, spürbare Entlastung der Haltestelle „Sportforum Süd“ und der Trasse Strbf. Angerbrücke – Waldplatz.
Die Stadt Leipzig stellt im Rahmen des „Masterplans Stadionumfeld“ das Vorhaben vor, den Vorplatz Festwiese autofrei zu gestalten. Der Vorplatz ist bis zur Fußball-EM 2024 autofrei.
Die LVB bauen die Haltestelle „Sportforum-Süd“ bedarfsgerecht um, erweitern die Kapazität, ggf. über einen weiteren Bahnsteig. Der Umbau erfolgt im Schatten der Sanierung der Zeppelinbrücke: Fertigstellung frühestens zur Fußball-EM 2024, spätestens 2025. Dabei gilt zu beachten, dass 35.000 Zuschauer (Angaben von RB Leipzig) das Stadion über die Festwiese betreten und wieder verlassen.
Es sollte im ureigensten Interesse der LVB sein, Bus und Bahn staufrei fahren zu lassen.
Parkplatzsituation:
Unser Konzept enthält keine Pläne, mehr Parkplätze im Stadionumfeld zu schaffen. Insbesondere bei solchen Großveranstaltungen verstopfen die Autos, der Parkplatzsuchverkehr, die Straßen und Wege rund ums Stadion, müssen wir Besucher um die Autos herumtanzen (siehe Vorplatz Festwiese und Stadionvorplatz), kommen die Straßenbahnen nicht voran. Und weil die Bahnen nicht vorankommen, fahren manche dann doch lieber mit dem Auto. Ein verheerender Kreislauf. Ein reibungsloser Verkehr bei einem Stadion in Innenstadtnähe kann nur erfolgen, wenn die Autos vom Stadion fern gehalten werden, die Straßenbahnen zügig (auch zu den P&R-Parkplätzen) fahren können, die tausenden Fußgänger und Radfahrer nicht in gefährliche Situationen mit Unfallpotential geraten. Das alles kann aber nur funktionieren und Akzeptanz finden, wenn auch die von uns benannten Maßnahmen zum P&R und einem reibungslosen, effektiven ÖPNV umgesetzt werden. Bremen macht's vor. Niemand kann erwarten (Mobilitätseingeschränkte ausgenommen), bei knappen Flächen in Stadionnähe bei einer Veranstaltung mit bis zu 53.000 Besuchern (Stadion plus Arena) in einem Umkreis von 10 Gehminuten einen Parkplatz zu finden. Dafür muss man aber schnell zum weiter entfernten Parkplatz (am Stadtrand) kommen, mit Massentransportmitteln, die sich nicht in Schrittgeschwindigkeit zum Hauptbahnhof quälen. Das alles kann auch nur dann funktionieren, wenn die Fans nach Abendspielen mit der S-Bahn bspw. nach Delitzsch, Borna oder Wurzen kommen und nicht zum Autofahren gezwungen sind.
Einladung an OBM und LVB-Führung zur Stau-Schau
Wir, die AG Stadionumfeld, laden den Oberbürgermeister und die LVB-Unternehmensführung vor und nach einem RB-Spiel, vorzugsweise einem Abendspiel, zur Stau-Schau ein. Bestandteil der Einladung ist ein Wettrennen: Gemeinsam mit dem Oberbürgermeister laufen wir vom Hauptbahnhof zum Stadion und wieder zurück. Mit den Vertretern der LVB fahren, bzw. stehen, wir zeitgleich in einer Straßenbahn. Inklusive: Gemeinsames Beobachten der Situation auf dem Vorplatz Festwiese, Kreuzung Jahnallee / Marschnerstraße und Haltestelle Sportforum-Süd nach Spielende.
Unser Dank... …
gilt dem Personal der LVB, das an Spieltagen an und auf der Strecke ihren Dienst tut, für uns Fans Überstunden macht und gemeinsam mit uns das ausbaden muss, was Politik und LVB-Unternehmensführung versäumen.
AG Stadionumfeld des Fanverbands
Veranstaltungshinweis: Am Mittwoch, den 29.3. 18:30 Uhr ist der Bürgermeister und Beigeordnete für Stadtentwicklung und Bau Thomas Dienberg der Stadt Leipzig als Gast bei der Fanvideokonferenz. Ihr könnt euch die Veranstaltung unter dem Link in der Mail von RB Leipzig anschauen. Sendet bis dahin Fragen zur Veranstaltung an fanbeauftragter.rbleipzig@redbulls.com.
dann kommt man trockenen Fußes rüber bzw baut RB dann sicher eine Schnellfahrstraße für die Spieler zur direkten Anbindung der Parkplätze unter dem Stadion