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Sieg im Pokal, doch jetzt wird's Hertha

Sieg im Pokal, doch jetzt wird's Hertha

RB mal wieder zu Gast in der Hauptstadt und dann auch noch beim Lieblingsgegner. Bislang gewannen die Helden aus der Messestadt jedes Spiel gegen die heimische Hertha. 4.000 Leipziger werden unser Team am Ostersamstag in Berlin unterstützen. Kann RB Leipzig an das BVB-Spiel anknüpfen?

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Der Aufreger der Woche ...

... ist sicherlich der Pokalabend am Mittwoch gewesen. Mit sehr viel Moral und Mentalität schlägt man hochverdient die Dortmunder mit 2:0. Das erstaunliche dabei: Man hätte deutlich höher gewinnen müssen!
Mit dem Aus der Bayern am Dienstag und dem Aus von Dortmund in der schönsten Stadt der Welt, ist man nun einen sehr großen Schritt näher an der Titelverteidigung.

Doch die Freude über den Sieg blieb nur für kurze Dauer. Noch am Abend des Pokalspiels veröffentlichte Benny Henrichs ein Video auf TikTok, in welchem er einen Ausschnitt der Nachrichten zeigte, welche ihm über seine Social Media Kanäle erreichte. Beleidigung, Drohungen, Rassismus. Erschreckend und leider nur ein Beispiel dafür, womit Profisportler umgehen müssen. Der Hass auf RB ist dabei sicherlich nur der Brandbeschleuniger. 

Wir stehen voll und ganz hinter Benny und jedem anderen Spieler (egal von welchem Verein), der solche Nachrichten erhält. Fußball sollte ein Ort der Freude sein, nicht des Hasses. 

Kein Platz für Hass und Hetze. Unser Ball ist und bleibt bunt. 




Form der Mannschaft

Auch wenn Mannschaft und Fans noch mit der Euphoriewelle des Pokalspiels schwimmen, muss diese Leistung auch in der Liga gezeigt werden. Die letzten Ligaspiele zeigten so einige Baustellen der Leipziger auf. Ob diese durch den unausgewogenen Kader, die müden Beine oder mangelnde Einstellung gegen unattraktive Gegner zustande kommen, ist schwer einzuschätzen.

Betrachtet man die nackten Zahlen, so steht RB zwar weiterhin weit oben in der Liste an Bundesligateams mit dem meisten Ballbesitz (Platz 2 mit ca. 729 Ballkontakte pro Spiel) betrachtet man jedoch die Zonen, in welchen das Spiel mit eigenem Ball stattfindet, ist dieses zu mittelfeldlastig. Im Vergleich mit den anderen Bundesligateams steht RB lediglich auf Rang 7, was Ballbesitz im gegnerischen Drittel angeht.
Eine Qualität des RB-Kaders ist nach wie vor das Ausspielen von Kontern (5 Kontertore in dieser Saison), das Erzielen von Toren aus dem offenen Spiel bleibt jedoch problematisch. Hier fehlt ein richtiger Strafraumstürmer, der von den Kreativen im Team bedient werden kann. Die Idee mit Silva, der von Raum mit Flanken gefüttert wird, ist stand jetzt als gescheitert anzusehen.
In Sachen Laufleistung steht RB im ganz grauen Mittelfeld der Bundesliga. Das Geschiebe des Balls bei eigenem Ballbesitz nahm zu häufig handballeske Züge an. Zudem fehlten immer wieder Zugriff und (im positiven Sinne) Aggressivität im Spiel. Man kommt pro Spiel nur auf circa 9,2 direkte Ballgewinne vom Gegner, was der eigentlichen Ausrichtung von RB und der Rose-Philosophie widerspricht. Mit der längeren Verletzung von Xaver Schlager fehlt der Spieler, der diese Bissigkeit noch am ehesten verkörpert hat. Zudem ließ Rose Laimer zuletzt in der Liga deutlich offensiver agieren, weshalb dieser bei den wichtigen Zweikämpfen im Mittelfeld fehlte. Außer Henrichs und Diallo fehlt dem Kader auch ein richtiger 6er, der die Lücke zwischen Abwehr und Mittelfeld schließt, was besonders beim schnellen Umschalten der Gegner bemerkbar wird. Gegen den BVB wählte Rose hingegen die 5er-Kette, was das Mittelfeld entlastete und die Außenverteidiger Henrichs und Raum ihre offensiven Stärken ausspielen ließ. Auch Laimer wurde wieder etwas zurückgezogen, dies verbesserte die Verbindung zwischen Mittelfeld und Abwehr. Doch war auch in diesem Spiel bei weitem nicht alles perfekt. Der BVB verpasste es einige Male, den richtigen Pass aus dem Leipziger Pressing heraus zu spielen. Ob jeder Gegner diese kleinen Fehler im Anlaufen unbestraft lässt, kann bezweifelt werden.

Zahlen lügen nicht und lassen schlimmes vermuten. 



Verletzte und gesperrte Spieler von RB Leipzig

Neben den langzeitverletzten Peter Gulacsi und Xaver Schlager fehlte unter der Woche auch Yussuf Poulsen im Pokalspiel gegen Dortmund. Auch bei Christopher Nkunku wird es für 90 Minuten noch nicht reichen. Ob ein Kurzeinsatz bereits möglich ist, wird sich zeigen. Marco Rose wird jedoch sicherlich aus seinem Fehler gelernt haben und Nkunku schonen, bis er wieder wirklich fit ist.



Mögliche Aufstellung von RB Leipzig

Blaswich - Henrichs, Simakan, Orban, Gvardiol, Raum - Olmo, Laimer, Szoboszlai - Werner, Silva



Der Gegner im Check

Das Duell der Großinvestoren

Im Sommer 2019 ist mit Lars Windhorst ein großer Geldgeber in den Haupstadtklub eingetreten. Mit der Hoffnung im Rücken aus der alten Dame eine moderne karriereorientierte Frau zu machen, investierte Windhorst 374 Millionen für Personalien, Umstrukturierungen im Umfeld und sonstige Kostenfaktoren. Doch Geld allein reicht bekanntlich nicht aus, um im Fußball erfolgreich zu sein. Neuzugänge, die nicht funktionierten, Unruhe bei den Verantwortlichen und Gerüchte einer Zahlungsunfähigkeit Windhorsts machten aus dem Big City Club vielmehr einen Klub der sportlichen Unfähigkeit und Nebenschauplätzen.
Im November 2022 kamen Gerüchte in die Medien, dass Windhorst eine israelische Sicherheitsfirma beauftragt hätte, um den ehemaligen Hertha Präsidenten Gegenbauer aus dem Amt zu drängen. Die Berliner Watergate-Affäre sorgte schlussendlich mit dem Ausstieg Windhorsts und dem Verkauf der Anteile an 777 Partners. Die US-Amerikaner sind dabei kein Unbekannter in der Fußballwelt. So gehören diesen neben der Hertha auch Anteile des FC Genua und auch des FC Sevilla. Dieses Netzwerk könnte neben höherem Sachverstand im Fußball auch neue Transferstrategien bereithalten. Dann könnte RB Leipzig nicht der einzige Fußballverein in Deutschland sein, bei welchem die Verhandlungen „bestimmt schwierig“ gelaufen sind.

Seit Sommer 22 im Amt. Sandro Schwarz, ein alter Weggefährte von Marco Rose, hat seine Hertha im Blick.


Form von Hertha BSC

Auch wenn die Hertha durch 777 Partners wieder finanziell in richtige Bahnen gelenkt werden soll, ist sportlich diese Saison weiterhin der Ruin möglich. Nach Spieltag 26 steht man mit 22 Punkte nur zwei Punkte vor Tabellenschlusslicht Stuttgart auf dem Relegationsplatz. Die TSG auf dem rettenden Ufer ist mittlerweile auf drei Punkte davongezogen und in Berlin kann man sich so langsam auf ein weiteres Jahr mit der Relegation (oder im schlimmsten Fall dem Abstieg) einstellen. In den letzten sechs Spielen konnte die Alte Dame nur einen Sieg und insgesamt fünf Punkte sammeln. Im Negativen herausstechend ist dabei die Defensive. Fünf Tore gegen Wolfsburg, vier Tore gegen Dortmund und Leverkusen sowie drei gegen Hoffenheim und Frankfurt. Besonders bei Standards ist die Hertha-Defensive anfällig. In den Farben getrennt, in der Sache vereint. Mit 15 Standardgegentore ist man die traurige Spitze der Bundesliga. Hinzu kommt die Bilanz der Leipziger in der Hauptstadt. Bislang gewann RB alle sechs Spiele gegen die Hertha im heimischen Olympiastadion mit summiert 26:6 Toren.

Die Hoffnung der Berliner Offensive. Jessic Ngankam.



Player to watch

Es ist nicht sonderlich einfach, einen Spieler bei der Hertha zu finden, der sich besonders positiv hervor tut. Die Sturmhoffnung der Stunde scheint momentan Jessic Ngankam zu sein. Der 22-jährige deutsche Nachwuchsstürmer galt schon seit Jahren als großes Talent. Doch häufige Verletzungen stießen den Deutsch-Kameruner immer wieder zurück. In der letzten Saison wurde Ngankam nach Fürth verliehen, wo er aufgrund eines Kreuzbandrisses nur sechs Spiele absolvieren konnte. In diesen erzielte er jedoch zwei Tore und legte einmal auf.
Auch in der Saison 22/23 musste er die erste Hälfte verletzt aussetzen. In den letzten drei Spielen traf er jedoch gleich zweimal und sicherte so der Hertha wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt.



Verletzte Spieler Hertha BSC

Dem Haupstadtklub stehen am Samstag Jean-Paul Boetius, Chidera Ejuke und Kélian Nsona nicht zur Verfügung. Ansonsten kann Sandro Schwarz auf das Personal zurückgreifen, welches am vergangenen Spieltag einen Punkt gegen den direkte RB Konkurrenten Freiburg erringen konnte. 



And the winner is…

Auch wenn RB zuletzt in einer kleinen Krise steckte, muss man gegen den Hauptstadtklub gewinnen. Ein hoher Befreiungsschlag würde die Leipziger für den Saisonendspurt beflügeln und könnte beim Kampf um die Champions League Plätze lebensnotwendig sein. Ein 4:0 aus RB-Sicht wäre ein Traum.



Was läuft wo?

Liveticker RB-Fans.de: https://rb-fans.de
Radio: http://bullenfunk.fm/
TV-Übertragung: Sky Sport Bundesliga  


Quellen

Kicker, Sport1, WhoScored, Transfermarkt.de


Alex Hell