[phpBB Debug] PHP Warning: in file /is/htdocs/wp11023520_NO1LVG38CX/www/mobile_new/helpers.php on line 90: DOMDocument::createElement(): unterminated entity reference Ausblick
[phpBB Debug] PHP Warning: in file /is/htdocs/wp11023520_NO1LVG38CX/www/mobile_new/article.php on line 46: Cannot modify header information - headers already sent by (output started at [ROOT]/includes/functions.php:3008)
Weder Sachsens Glanz noch Preußens Gloria aber ein 1:0 Sieg
Header Image
Weder Sachsens Glanz noch Preußens Gloria aber ein 1:0 Sieg

Weder Sachsens Glanz noch Preußens Gloria aber ein 1:0 Sieg

So richtig ist Leipzig noch nicht im österlichen Auferstehungsmodus. Zwar kam RBL bei Auswärtslieblingsgegner zum rekordverdächtigen siebenten Auswärtssieg in Serie, aber der fiel mit 1:0 deutlich weniger bewegend als das Spiel gegen den BVB aus. Haidara war nach länglicher VAR-Prüfung der Matchwinner.

Hier würde ein Spenden-Widget von GoFundMe geladen werden. Das lädt Inhalte eines externen Anbieters inklusive dessen Cookies.

Vor dem Spiel ist vor dem Spiel

Eine Woche als emotionale Achterbahnfahrt. Nach Mainz war die Stimmung schon unterhalb der Grasnarbe und dann siegt RBL hochverdient gegen den bisherigen ergebnistechnisch Rückrundenbesten aus Dortmund uns zieht zum vierten Mal in fünf Jahren ins DFB-Pokal-Halbfinale ein – und schon ging es stimmungstechnisch hoch hinaus.

Die großen Fragen waren daher: Welches Gesicht wird Leipzig in Berlin, bei der Lieblingsauswärtsfahrt zeigen und hat das Team die notwendigen Schlüsse aus dem Mainz-Kick gezogen. Rose setzte gegen Kumpel Schwarz auf den gleichen taktischen Ansatz wie gegen den BVB. Dreierkette mit einem Stürmer und zwei offensiven Mittelfelspielern. Für Olmo rotierte Forsberg in die Startelf, Kampl kam für Laimer und sollte vor Haidara das Zentrum dicht machen.

 

>>> zum Liveticker

 

Dreisatz des Spiels

Sachsens Glanz und Preußens Gloria war einst eine DEFA-Serie über die Zeit des Siebenjährigen Krieges. In Berlin wurde gestern weder das Eine noch das Andere aufgeführt. Leipzig nicht in der Lage das bombastische BVB-Spiel zu wiederholen, biss sich leidlich unpräzise und wenig glanzvoll die Zähne an der Hertha Defensive aus. Berlin gänzlich ohne Gloria, feierte sich nach dem Spiel für viel Langholz und wenig Ballbesitz, was letztlich zu einem Schuss führte, den Blaswich parieren musste. So wurde das Spiel bezeichnenderweise nach VAR-Einsatz durch ein Tor von Haidara nach einer Ecke (und folgendem Kopfball von Simakan) entschieden.

 

Matchwinner tragen diese Frisur!

 

Die drei besten Kicker aus der schönsten Stadt der Welt

Szoboszlai: Schlug die Ecke, die zum Siegtor führte und gab die meisten KeyPässe sowie Schüsse aufs Tor ab. War offensiv über weite Strecken die ordnende Hand im Spiel, auch wenn er nicht immer schnell und risikofreudig genug war. Offensiv aber der beste Leipziger.

Haidara: Siegtorschütze, solide Zweikampfquote und die meisten Tacklings. Agierte als Sechser vor der Abwehr und hielt so Kampl den Rücken frei, der meist deutlich höher stand. Zeigt derzeit eine ansteigende Formkurve.

Gvardiol: 80% gewonnene Zweikämpfe und die meisten Pässe auf dem Feld. Ein sicherer Rückhalt, auch wenn ein paar kleine Wackler drin waren. Hat ein sehr gutes Gefühl für Tacklings und befindet sich wie Haidara wieder im Aufschwung.

 

Szobo trieb das Team an so gut es ging.

 

Luft nach oben

Silva: Wenn Rose nicht schon einige graue Haare hätte, würde er sie jetzt sicherlich bekommen. Sein Sturm ist ein laues Lüftchen und Silva obendrein komplett von der Rolle. Gibt es in strafraumnähe eine falsche Entscheidung zu treffen, dann ist Silva sofort zur Stelle. Die Durststrecke die er durchlebt hat schon saharahafte Ausmaße und würde jedes Kamel an seine Grenzen führen. Wie Rose den Portugiesen wieder hinbiegen will ist mir ein Rätsel.

Werner: Timo leider auch nicht viel besser als Silva. Seine einzigen Vorteile sind, dass er im Spiel gegen den Ball besser ist und dass er schneller ist als Silva und dadurch wenigstens noch ab und an den Ball erlaufen kann, was bei Silva im Prinzip eine verlorene Hoffnung ist. Problem bleibt aber die Behandlung des Spielgeräts. Da offenbart Werner große technische Unzulänglichkeiten, die ein Kombinationsspiel mit ihm extrem erschweren.

Olmo: Dortmund ist nicht jeden Tag, das ist mal klar und so war von Olmo nach seiner Hereinnahme 30 Minuten vor Spielende nicht all zu viel zu sehen. Dabei hätte Szoboszlai dringend einen kompetenten Mitspieler benötigt.


Tweet des Spiels

Am Ende nochmal im Oly feiern?

 

Champagner statt Bier – die Fans

Über 4.000 Leipzig Fans hatten sich auf den Weg zum zweitliebsten Spielort, abgesehen von dem heimischen Rund, gemacht. Es waren schon mehr in Berlin (auch in der Liga), allerdings ist auch das Familienfest Ostern und ein paar Ungereimtheiten in den Szenen zu berücksichtigen. Die Stimmung in Berlin war dennoch gut und lautstark. Am Ende feierte die Kurve ihre (Arbeits)sieger. Klar ist, ins Oly wollen wir dieses Jahr nochmal.

Unschöne Aktion vor dem Spiel im Leipziger Block, als eine pro-russische Fahne entfernt werden musste und die betroffene Person von der Security entfernt wurde. Die Berliner Fans fielen mit den üblichen Rufen und Plakaten auf – unter andrem einem großen „Hass“-Plakat. Macht sich nach den Ereignissen im Nachgang des BVB-Spiels natürlich besonders gut. Der besondere Brüller natürlich immer die „gegen Investoren“ Statements der Berliner. Es wurde also auf erwartbar niedrigem Niveau geliefert.

 

Hassplakat kurz nach Hassbotschaften.

 

Pfeife des Spiels

32 Spiele mit Hertha Beteiligung und nun das 20. mit RBL auf dem Feld- Aytekin leitete 2018 eine 3:0 Sieg unserer Rasenballer in Berlin. Das war aber das einzige Ligaspiel der letzten 10 mit Hertha Teilnahem, in der es mehr als ein Tor Unterschied gab, wenn Aytekin and er an der Pfeife war. Seine Leipziger Bilanz ist solide, auch wenn es in 17 Bundesligaspielen schon fünf Niederlagen gab. Zuletzt in der Hinrunde bei Union, der letzte Sieg datiert vom Februar aus dem Spiel gegen die Wölfe.

Aytekin hatte es mit einer intensiven, aber nicht unfairen Partie zu tun, brauchte aber immerhin sieben gelbe Karten, wobei diesen nicht immer eine klare Linie zugrunde lag. Szoboszlai gelb zu geben unnötig, da war viel Theatralik beim Herthaner. Boateng durfte lange rumholzen und sah dann nur zum Abschluss die gelbe gemeinsam mit Haidara. Das Foul an Henrichs in der ersten Halbzeit hätte man durchaus prüfen können. Zuerst Treffer mit dem Bein, dann geht die Hand im Fallen zum Bein, dadurch geht Henrichs letztlich zu Boden. Insgesamt herrschte am Ende aber mehr Unmut bei Schwarz, auch wenn selbige nicht wirklich gut begründet war.

Der Aufreger des Spiels aus Schieri-Sicht war das 1:0 durch Haidara. Die Ecke die direkt auf das Tor gezogen wurde, wurde fast auf der Linie von Simakan verwertet. Christensen kratzte den Ball von der Linie zu Haidara, der den Ball dann ins Tor stocherte. Es mussten daher drei Themen durch den VAR entschieden werden: Foul an Christensen durch Simakan, Handspiel Simakan, Abseits von Haidara. Das kein Foul vorlag sah Aytekin sofort. Auch Handspiel war relativ schnell vom Tisch. Die ca. dreiminütige Prüfung resultierte aus dem Linienziehen wegen möglichem Abseits von Haidara. Letztlich in allen drei Punkten korrekt, aber sehr lange hats gedauert, so dass am Ende jedwede Emotion aus der Entscheidung gevart wurde.

 

Kampl solide mit drei Torschussvorlagen.

 

Aufgefallen

1)      Das System mit Dreierkette, welches noch hervorragend gegen den BVB funktioniert hat, kam nicht so richtig zur Entfaltung. Einen Schuldigen, wenn man es denn so nennen darf, kann man in der fehlenden Vertikalität suchen. Hat am Mittwoch noch viel Spiel in der Tiefe stattgefunden, verfielen die Leipziger wieder oft in die horizontale Lethargie der vergangenen Wochen zurück.

2)      In der Endphase gab es wieder öfters die Chancen den Deckel drauf zu machen. Ein Tor zu schießen ist in Leipzig derzeit sicher kein Selbstläufer. Allein Szoboszlai hatte zwei gute Chancen mit seiner Schusstechnik das 2:0 zu machen. Werner war heute im Spiel kein Faktor vor dem Tor und über das Formtief von Silva ist alles gesagt. Es fehlt bei allen Beteiligten derzeit die Leichtigkeit vor dem Tor, die ein Nkunku in seiner Spielweise der Mannschaft definitiv mitbringt.

 

Henrichs – sieht schön aus, geht aber weit vorbei.

 

3)      Mühsames Spiel in der Leipzig zwar besser war, aber kaum echte Chancen erspielte. Die Ecke zur Führung noch die gefährlichste Aktion. Insofern wenig zu sehen von der druckvollen Anfangsphase, wie sie gegen den BVB aufs Feld gezaubert wurde. Offensiv spielte die defensivere Hertha da auch nicht mit, aber die Leipziger Angriffe waren auch zu langsam und es fehlten die Zielspieler im Strafraum. Bezeichnend als Henrichs in Halbzeit Eins in selbigen marschierte und auch am Ende kein anderer Leipziger da war. Hier rächte sich das Ein-Stürmer-System, bei dem sich Werner (wenig produktiv) auch oft tief fallen ließ.

4)      Zum ersten Mal in der Bundesliga-Historie gelang es einem Team die ersten sieben Auswärtsspiele bei einem Gegner zu gewinnen. Vielen Dank Hertha, dass ihr dafür die Klasse gehalten habt… Letztlich wünscht kaum einer den Hauptstädtern den Abstieg, denn so sichre Punktelieferanten, noch dazu mit so einer kurzen und angenehmen Auswärtsfahrt, müssen einfach drinbleiben.

 

Das soll uns mal ein Aufsteiger nachmachen.

 

5)      Ballbesitz und Laufwerte sprachen eine andere Sprache als im Spiel gegen den BVB. Berlin verweigerte den Ballbesitz (nur ein Drittel) war läuferisch präsenter als RBL – was auch dem geschuldet war, dass sie dem Ball oft hinterherrennen mussten. Leipzig dennoch etwas zu statisch und offensiv nicht risikofreudig genug. Zu viel Ballbesitz in ungefährlichen Zonen. Defensiv immerhin wieder sicherer, was auch der große Unterschied zu Spielen wie Bochum oder Mainz war.

6)      Warum die Berliner ihre Leistung nach dem Spiel (Boateng & Fans) als Mutmacher feierten war nicht ganz klar. Offensiv war kein großer Plan erkennbar, der über Langholz hinausging. Während Mainz die fehlendende Stressresistenz der Rasenballer als Angriffspunkt ausgemacht hatte, ging es bei Berlin nicht über die weiten Bälle hinaus. Defensiv konnte sich die Hertha dadurch retten, dass RBL zu viele Abspielfehler und zu wenig Mut an den Tag legte. So wird das schwer im Kampf um den Klassenerhalt.

 

Da halfen auch keine Erklärungen, es blieb beim 1:0.

 

6)      Freiburg verliert verdient gegen die Bayern und Union lässt gegen den BVB Federn. RBL also wieder auf Platz 4 und in Schlagreichweite zu Union, die nur noch drei Punkte entfernt sind. Leverkusen schleicht sich langsam an – gegen die muss die Rose-Elf in zwei Wochen auswärts antreten.

 

Der vielleicht schmutzigste Sieg gegen die Hertha? Nein, das war eher in der Hinrunde.

 

Drei Punkte sind drei Punkte. Am Ende fragt keine mehr danach, wie sie zustande gekommen sind und insgesamt war der Sieg ja auch verdient, nur nicht sonderlich ansehnlich. Mit dem Auswärtsrekord gelingt RBL nicht nur die Rückkehr auf die Siegerstraße, sondern auch eine auf einen Champions League-Platz.

Gegen engagiertere Teams wie Mainz oder auch die kommenden Gegner aus Augsburg und Leverkusen wird das Dargebotene nicht reichen, darüber sollte sich das Team keinen Illusionen hingeben. Im Hinblick auf Mainz und Bochum steht immerhin die Defensive wieder, nun muss Rose der lahmenden Offensive Beine machen.

Heute Abend wird erstmal das Pokalhalbfinale gelost, ehe sich RBL vollends auf den FCA konzentrieren kann. Der ist aus den gröbsten Abstiegsnöten raus (Schade) und spielt derzeit eher durchwachsen, wird aber gegen RBL sicher das Messer zwischen den Zähnen (oder wie Baier einst in der Hose) haben.

 

KickerWhoscoredSofacoreRBLBundesligaFotMobunderstat

 

Statistik
Hertha BSC: Christensen – Kenny (62. Richter), Uremović (73. Niederlechner), Kempf, Dárdai, Plattenhardt (C) – Tousart, Ciğerci (62. Serdar), Boateng (62. Ngankam) – Kanga (73. Jovetić), Lukebakio
Bank: Ernst – Rogel, Mittelstädt, Šunjić
RB Leipzig: Blaswich – Henrichs, Simakan, Orbán (C), Gvardiol, Raum (84. Halstenberg) – Szoboszlai, Haidara (78. Klostermann), Kampl, Forsberg (64. Olmo) – Werner (64. Silva)
Bank: Nyland – Ba, Diallo, Laimer
Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Nürnberg)
Tore: 1:0 Haidara (39.)
Torschüsse: 11 / 18
Schüsse aufs Tor: 1 / 6
expected Goals: 0,5 / 2,57
Passquote: 60% / 83%
Zweikampfquote: 48% / 52%
Ballbesitz: 33% / 67%
Laufleistung: 116,7 km / 113,4 km
Sprints: 261 / 241
Fouls: 12 / 13
Ecken: 4 / 4
Abseits: 0 / 3
Gelbe Karten: Lukebakio, Uremović, Boateng, Kanga / Szoboszlai (2), Haidara (4), Simakan (1)
Zuschauer: 50.679 (ca. 4.000 Leipziger)

Rumpelstilzchen