Berlin, Berlin ... wir fahren nach Berlin!
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Vor dem Spiel ist vor dem Spiel
Hopp oder Top, Sekt oder Selters, Alles oder Nichts bzw. Red Bull oder Tannenzäpfle. Das war die große Frage vor dieser Woche. Wie letztes Jahr geht es für den SC und Leipzig um Pokal und Champions League Qualifikation. Letzte Saison ging beides denkbar knapp an unsere Rasenballer. Diese Saison wird beides nur über zwei siegreiche Spiele im Breisgau führen. Ist das Team bereit für die Crunchtime?
Rose konnte gegen Freiburg fast aus dem Vollen schöpfen. Bis auf Schlager und Gulácsi waren alle Kicker bereit und so fuhr unser Trainer schwere Geschütze auf und begann mit Nkunku, Olmo, Werner und Szoboszlai vor einer Viererkette und insgesamt fünf Veränderungen zum Sieg gegen die TSG. Pikant: Streich ließ Grifo draußen und begann mit Dreierkette. Beide Teams also mit der taktischen Aufstellung des anderen, was sich aber nur für Leipzig auszahlen sollte.
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Dreisatz des Spiels
Die erste Halbzeit absolut magisch und man durfte erleben was möglich ist, wenn Nkunku, Olmo, Szoboszlai und Werner in der Offensive gemeinsam auf dem Feld stehen. Endlich wurden auch die Chancen eiskalt verwertet und defensiv hatten die Rasenballer das Glück der Tüchtigen, so dass das 4:0 das logische Ergebnis war. In der 2. Halbzeit bekam Gvardiol unnötig die rote Karte, Freiburg insgesamt mit einigen harten Aktionen, aber Leipzig brachte das Spiel mit 5:1 souverän ins Ziel.

Man of the match – hoffe Laimer gibt ihm die Trophäe, er hat es verdient!
Die drei besten Kicker aus der schönsten Stadt der Welt
Eigentlich unfair hier jemanden herauszugreifen. Denn es war eine mannschaftlich geschlossen tolle Leistung. Bei der jeder für den anderen da war, dennoch ragten einige etwas heraus.
Olmo: Drei Vorlagen und ein Dosenöffner – Olmo als Hugh Grant des Fußballs. Der Spanier bekam es hin, dass die Vorlagen noch besser aussahen als sein Kopfball zum 1:0. Aufgrund von Verletzungen hat konnte Dani leider nicht so oft mit solchen Leistungen glänzen. Gestern zeigte er eindrucksvoll, was für ein Unterschiedsspieler er sein kann. Laut Schäfer soll er verlängern und dürfte damit den Weg von Keita, Nkunku, Werner und Upamecano beschreiten. Noch ein letztes Jahr bei den Rasenballern – hoffentlich stellt Eberl ihm Kicker zur Seite, die seinen Fähigkeiten würdig sind und hoffentlich zeigt er sie häufiger als diese Saison.
Nkunku: Christo kommt immer besser in die Saison rein nach seiner Verletzung. Schon gegen Hoffenheim mit dem entscheidenden Tor und auch gestern wieder mit etlichen starken Aktionen. Beim 4:0 schön freigelaufen und sauber von Olmo eingesetzt. Davor schon das 1:0 in der Anfangsphase auf dem Fuß auch da war es der Spanier, der ihn schickte. Beim echten 1:0 ebenfalls beteiligt, weil er sich auf rechts gut durchsetze.
Henrichs: Benny hat gegen Freiburg richtig stark Druck gemacht und sich mit einem Tor belohnt. Wie er als Rechtsverteidiger so zentral vors Tor zieht, zeigt die Mentalität des Teams. Kein Abdrehen oder nochmal quer spielen, sondern mit Zug Richtung Tor den bestmöglichen Abschluss suchen. Dazu eine starke Zweikampfquote (75%) nur im Spielaufbau (66% Passquote) muss er sauberer werden.

Mit Anlauf ins Finale!
Luft nach oben
Gvardiol: Der Einzige, der weniger gut performt hat. Bereits in der 1. Halbzeit mit Wackelpässen in Richtung Blaswich und dann ist er bei seinem Foul zur roten Karte schlecht postiert, so dass er das Foul begeht. Ja, die rote Karte muss man nicht geben, aber wundern braucht man sich da nicht. Gut, dass Leipzig für das Finale noch ein paar andere gute Verteidiger im Kader hat.
Mission Titelverteidigung
Die Mission Pokalverteidigung geht weiter! Der amtierende Pokalsieger #RBLeipzig schlägt den Pokalfinalverlierer #scfreiburg 1️⃣ zu 5️⃣! 🔥🔥🔥🔥 🏆 #DFBPokal #scfRBL #Leipzigonfire pic.twitter.com/2aumKYH8aw
— LawnballVAR (@Lawnball_VAR) May 2, 2023
KO schon zur Halbzeit!
Tweet des Spiels
Wie ich mir heute auch noch den sechsten Gin Tonic eingieße 😮💨#rbleipzig #scfrbl #dfbpokal pic.twitter.com/T7MjWSlScm
— Mintzlaffs Souffleur (@jonas_stei) May 2, 2023
Darauf ein kühles und belebendes Sieger Red Bull, natürlich nur echt mit dem korrekten Behältnis.
Champagner statt Bier – die Fans
1.600 Fans machten sich am Dienstagabend auf den Weg in den Breisgau. Vor dem Spiel eine hübsche Choreo und während des Spiels gut dabei. Die Feier danach mit dem Team war auch großartig und im Gegensatz zu einigen Fans hinter dem Freiburger Tor blieben alle Fans auch im Block. Wer nicht in Freiburg war, hat was verpasst!
Die Gastgeber wenig gastfreundlich und das dürfte wohl auch im Pokalfinale gegen Frankfurt nicht gerade ein Zuckerschlecken werden. Freiburgs Ultras maximal „unsymbadisch“ mit dem versuchten Platzstürmchen. Natürlich nicht ohne davor die Leipziger Spieler mit Wurfgeschossen und Euromünzen einzudecken. Die Reaktionen der Freiburger Verantwortlichen genauso halbherzig, um solch ein Verhalten weiter zu befeuern. Während Günter badete laut eigenen Aussagen auf Schalke in Feuerzeugen verzog aber eisenhart keine Mine, in etwa so wie Sallai der sich keinesfalls von leichten Berührungen aus dem Konzept bringen lässt… Letztlich ist es doch so, Freiburg wurde schon mindestens seit dem Schalgate nicht müde Leipzig als Paria und sich selbst als heldenhafte Fußballunderdogs „hochzusterilisieren“ und hat damit den unbedarften North Face Freuden auf der Tribüne die Munition quasi zugereicht. Da sollte man sich mal an die eigene Saubermannweste greifen…
Stolz auf diese Truppe🔴⚪️#ImmerWiederLeipzig pic.twitter.com/GhwfbTqzdO
— RB Leipzig (@RBLeipzig) May 3, 2023
Pokalhelden!
Pfeife des Spiels
Beeindruckende Bilanz unter Jablonski. Nur zwei Niederlagen in 17 Spielen. Die Pleiten denkbar knapp in München und Dortmund. Durchaus ein Schieri der den Leipzigern bisher Glück gebracht hatte. Nur einmal gab es einen Patzverweis. 2015 für Fanne im vierten Zweitligaspiel der Vereinsgeschichte. Den sollte es auch gestern geben. Diesmal für Gvardiol der nach einer Notbremse (Halten gegen Sallai) nach gut einer Stunde runter musste. Durchaus vertretbar, auch wenn Sallai erstmal noch einen Schritt macht, ehe er sehr theatralisch abhebt.
Hier sehen Sie eine gelbe Karte gegen Blaswich. 🤫 #scfrbl https://t.co/dZcbqyhaxI
— Leipziger auf Abwegen (@FlorianRBL) May 2, 2023
Hat sich stoßen lassen, Glück, dass Orbán nicht auch noch eine Gelbe für das gefoult werden bekommen hat.
Insgesamt fehlte Jablonski aber komplett die Linie. Kübler bspw. durfte erst Orban foulen, dann Blaswich umschubsen und kam mit Gelb davon, Sallai zog ohne Absicht den Ball zu spielen – nicht als erster Freiburger – voll durch und traf Diallos Schienbein, mit Gelb war er gut bedient. Das sahen nach mehrfachen Foulspielen weder Höler noch Gregoritsch. Dafür aber Blaswich fürs geschubst werden und Nkunku fürs in der eigenen Mauer stehen. Absolut unverständlich. Das gerade von Freiburger Seite überzogen aufgeladene Spiel gipfelte dann im halb versuchten Platzsturm und mehrfachen Würfen von Gegenständen Richtung Leipziger, wobei eine Münze Silva am Kopf traf. Spiele sind schon für weniger abgebrochen wurden – darauf ein Wernesgrüner.
22 - RB Leipzig ist das erste Team mit 22 Toren (exkl. Elferschießen) in einer DFB-Pokal-Saison seit dem FC Bayern vor neun Jahren (2013/14: 23 Tore). Dauergast. #SCFRBL pic.twitter.com/yYRj2jHI1b
— OptaFranz (@OptaFranz) May 2, 2023
Definiere Pokalmannschaft.
Aufgefallen
1) RB Leipzig zieht zum vierten Mal in fünf Jahren ins Pokalfinale ein und steht damit in diesem, Zeitraum unangefochten an der Spitze. Diese Konstanz in einem Wettbewerb in dem es ausschließlich KO-Spiele gibt, ist nicht hoch genug einzuschätzen und ist alles andere als selbstverständlich. Hier zeigt sich auch, dass das Team nicht nur älter geworden ist, sondern auch gereift ist und auf den Punkt ein Leistungsmaximum abrufen kann. Die Siege gegen den BVB und Freiburg waren die souveränsten der ganzen Leipziger Rückrunde.
2) Die beste Leistung bisher im Jahr 2023 im Viertelfinale gegen den BVB, das Spiel in Freiburg machte diesem Sieg definitiv Konkurrenz. Die erste Halbzeit absolut herausragend, die mit vier schönen Toren gekrönt wurde. Rose hat alles richtig gemacht und starte gleich mit der besten Elf ins Spiel, um frühzeitig für klare Verhältnisse zu sorgen. Das nach der Auswechslung Olmos und Nkunkus kreativ wenig, bis nichts mehr ging, lag nicht nur an Gvardiols Platzverweis. Hier zeigte sich, was der Saisonverlauf mit seinen vielen Ausfällen sowieso schon deutlich machte: nur der Verbund der besten Offensivkräfte garantiert den Erfolg.

Wird sein Wasser am Samstag wahrscheinlich deutlich ruhiger halten.
3) Durchaus überraschend, dass Rose in Freiburg mit der Viererkette begann nach dem in den letzten Partien die Dreierkette präferiert wurde. Streich wählte dagegen die Fünferkette und ließ selbst Topspieler Grifo zunächst auf der Bank, um die Defensive zu stärken. Schon vor Beginn merkte Streich, dass er sein Team nun umstellen musste – Rose hatte hier den besseren Plan. So war es nicht verwunderlich, dass Freiburgs frühzeitig wechseln musste und Grifo noch in der Anfangsphase kam. Der Vorteil lag auf der Hand. Leipzig war schon oft in dieser Saison in diesem taktischen Setup erfolgreich, während Freiburgs Dreierkette schon gegen Juve und Dortmund an ihre Grenzen stieß.
4) Im Gegensatz zu früheren Jahren als es weniger entscheidend war, ob ein Spieler dabei war oder nicht, macht es zumindest in der Offensive deutliche Unterschiede, ob ein Nkunku oder Olmo mit dabei sind. Mindestens zwei aus dem Trio mit Szoboszlai müssen den Angriff ankurbeln, um nicht komplett ausrechenbar zu sein. Hoffen wir, dass Olmo seinen Vertrag verlängert und beide Spieler bis zum Saisonende fit bleiben.

Rotvertretbar aber eine echte Linie hatte Jablonski nicht.
5) Unabhängig von Systemfragen war es bei sicherlich starken Leipziger Offensivaktionen erstaunlich wie offen Freiburg insbesondere in der 1. Halbzeit in der Defensive stand. Teilweise gab es selbst im Zentrum für unsere Jungs größere Räume, die wir auch nutzen konnten. Beispielhaft Nkunkus 4:0, bei dem der Franzose mitten im Strafraum quasi Freigang hatte. Freiburg ja eigentlich durch Kompaktheit bekannt, wird diese Fehler am Samstag in der Liga wohl nicht nochmal machen.
6) Auch offensiv waren die Breisgauer harmlos. Nur zwei Bälle kamen aufs Tor. Der direkte Freistoß nach dem Platzverweis den Blaswich solide parierte – auch wenn er hier besser nicht nach vorne abgewehrt hätte und das Tor von Gregoritsch, wo RBL bei einer der 26 Freiburger Flanken (nur vier erreichten ihr Ziel – gefühlt eine schlechtere Quote als Raum bei RBL, was schon was heißen will) einmal richtig pennte.
7) Im Finale geht es nun gegen Frankfurt. Das Finale also, was RBL letzte Saison in der Europa League knapp verpasst hat, welches Tedesco gegen Glasgow mit Schmackes ankündigte („selbst wenn wir jetzt alles verlieren, war es eine super, super Saison“ – ein motivationstechnischer Geniestreich). Frankfurt ist ein Pokalteam, das einzige, dem es in den letzten fünf Jahren gelang, Leipzig vor dem Finale zu eliminieren. Aber die Rückrunde verläuft mau (fast schon so wie letzte Saison, als die SGE nur in Europa glänzte), da dürfte Leipzig auch nach dem Bundesligarückspiel als Favorit ins Finale gehen. Besonders vor Muani muss sich die Defensive aber in Acht nehmen.
Wie Freiburg in der ersten Hälfte demontiert wird und was Olmo für einen feinen Fuß hat, ist wahrlich sehenswert!
Dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich... Zuerst haben die Rasenballer dem als Witwe Bolte verkleideten Streich das Pokal-Federvieh entwendet, jetzt soll Champions League Hühnerschmaus aus der Freiburger Pfanne geholt werden. Wenn die Freiburger schon mit Kleingeld um sich werfen, dürfen es gerne auch ein paar CL-Millionen mehr sein.
Emotional ist das Pokalfinale aus Fansicht natürlich höher zu bewerten, aber für die Weiterentwicklung des Klubs ist die Champions League-Qualifikation wichtiger. Insofern muss die Mannschaft schnell das 5:1 in Freiburg aus dem Kopf bekommen. Erinnern wir uns an die letzte Saison: Das Pokalhalbfinale haben wir gegen Union gewonnen, um dann am Wochenende danach in der Liga zu verlieren. Wir sind hinter Freiburg, wir brauchen den Auswärtsdreier!
Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin 🗣️#SCFRBL #WirSindLeipzig pic.twitter.com/ClMFJzeKjq
— RB Leipzig (@RBLeipzig) May 2, 2023
In Dauerschleife bis zum Wochenende!
Kicker – Sofacore – RBL – DFB – FotMob – FBRef
Statistik
SC Freiburg: Flekken – Sildillia (20. Grifo), Kübler, Ginter, Lienhart, Günter (C, 79. Weißhaupt) – Höler (76. Petersen), Höfler, Eggestein (46. Keitel), Doan (46. Sallai) – Gregoritsch
Ersatzbank: Atubolu – Gulde, Jeong, Röhl
RB Leipzig: Blaswich – Henrichs, Orbán (C), Gvardiol, Halstenberg (61. Raum) – Laimer (86. Diallo), Haidara – Szoboszlai, Olmo (61. Simakan) – Nkunku (61. Klostermann), Werner (79. Poulsen)
Ersatzbank: Nyland – Forsberg, Silva
Schiedsrichter: Sven Jablonski (Bremen)
Tore: 0:1 Olmo (13.), 0:2 Henrichs (14.), 0:3 Szoboszlai (37.), 0:4 Nkunku (45.), 1:4 Gregoritsch (75.), 1:5 Szoboszlai (90.+7) FE
Torschüsse: 11 / 12
Schüsse aufs Tor: 2 / 6
Großchancen: 2 / 5
Passquote: 79% / 77%
Zweikampfquote: 54% / 46%
Ballbesitz: 53% / 47%
Fouls: 16 / 16
Ecken: 3 / 3
Abseits: 0 / 1
Gelbe Karten: Kübler, Sallai / Nkunku (1), Blaswich (1), Laimer (1)
Rote Karten: Gvardiol (58.)
Zuschauer: 33.300 (ca. 1600 Leipziger)
Rumpelstilzchen / Jupp