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Des einen Freud, des anderen Leid
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Des einen Freud, des anderen Leid

Des einen Freud, des anderen Leid

Die Rasenballer legten einen effizienten Start hin und führten früh mit zwei Toren. Danach fehlte ein wenig die Konzentration und Schalke konnte unter freundlicher Hilfe der RBL-Abwehr nochmal zurückkommen, ehe Leipzig am Ende eiskalt konterte. Auf den anderen Plätzen vergeigten die Dortmunder die Leipziger Vorlage vom letzten Spieltag.

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Vor dem Spiel ist vor dem Spiel

Am letzten Spieltag waren noch einige Entscheidungen zu fällen. Leipzig hatte für den BVB alles angerichtet (hört sich immer noch sehr falsch an) und konnte nach der Meisterschaft auch im Abstiegskampf entscheidend eingreifen. Wichtiger aber der Blick auf das kommende Pokalfinale, wo RBL gegen Frankfurt den Titel verteidigen will.

Rose kündigte an, nicht aus dem Tritt kommen zu wollen und daher keine Komplettrotation vorzunehmen. Nyland erhielt daher das erwartete Abschiedsspiel. In der Defensive rotierte Henrichs für Gvardiol ins Team, Simakan sollte auch draußen bleiben, aber Henrichs fiel kurzfristig mit Allergie aus. Offensiv ersetzten Werner und Forsberg Szoboszlai und Silva. Im Rahmen der letzten Wochen eine normale Startelfveränderung.

 

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Dreisatz des Spiels

Stark begonnen und dann die Zügel etwas zu lockergelassen – beste Beispiele die hohe Anzahl von Schalker Abschlüssen und die eigene niedrige Passquote. Nach dem Ausgleich stabilisierten die Leipziger aber das Spiel und setzten am Ende die Konter zunehmend präziser als Schalke abbaute und zeitgleich aufmachen musste. Im Hinblick auf das Pokalfinale eine Warnung aber auch kein echter Fingerzeig, denn es ging für Leipzig gestern um deutlich weniger als für Schalke.

 

Nkunkus Doppelpack brachte ihn gleichauf mit Füllkrug.

 

Die drei besten Kicker aus der schönsten Stadt der Welt

Nkunku: Zwei Tore und eine Vorlage. Nkunku wird Leipzig kommende Saison fehlen. Längst hat er Keitas Leistungen aus der ersten Bundesligasaison überflügelt. Wie er beim 2:0 alle foppt und die Schalker wie Kegel umfallen, während sein Schuss genau ins Ziel geht, war ganz großes Kino. Nachdem er letzte Saison den Pokalsieg und die Trophäe als bester Spieler in den Händen halten konnte, ist diese Spielzeit die Torjägerkanone und ggf. erneut der Pokal drin. Den Verlust seiner Fähigkeiten zu ersetzen, wird Eberls Gesellenprüfung in Leipzig.

Orbán: Eigentor und trotzdem wieder der beste Abwehrspieler, muss man auch erstmal hinbekommen. Der Vizekapitän legte eine unglaublich stabile Saison hin und war trotz Simakan und Gvardiol der gesetzte Verteidiger schlechthin. Weiter so Willi!

Olmo: Die ersten zwei Vorlagen gingen auf sein (insgesamt starke 7 Keypässe) und damit kommt er trotz lediglich 1500 Einsatzminuten wettbewerbsübergreifend auf insgesamt 15 Scorer in dieser Spielzeit.Vor dem 1:0 eine ganz präzise Ballmitnahme mit der Brust und vor dem 2:0 ein richtig starker tödlicher Pass durch die Schalker Verteidiger auf den startenden Nkunku. Jetzt wird er einen neuen Zielspieler brauchen…

 

Laimer erneut als Dosenöffner, aber die Zeichen stehen klar auf Abschied.

 

Luft nach oben

Nyland: Erste direkte Vorlage eines Leipziger in der Saison und trotzdem in dieser Sektion? Zugegeben, seine Abschläge (auch schon vor dem 1:0) waren richtig stark, dafür war seine Fünferraumbeherrschung und Entscheidungsfindung aber ausbaufähig. Vor dem 2:2 einen zu riskanten Pass gewählt, da hinter Kampl der Schalker lauerte. Vor dem 2:1 nicht gut rausgekommen und am Ball vorbeigefaustet.

Klostermann: Schnellster Spieler aber die Zweikampfquote war doch arg ausbaufähig. Seine versuchten langen Spieleröffnungen ebenso mit zu hoher Streuung – fünf von sechs Bällen landeten hier nicht beim Mitspieler.

Werner: Ist seit einiger Zeit das Sorgenkind in der Leipziger Mannschaft und befindet sich ähnlich wie Silva im Formtief. Mit 22 Scorern nach Nkunku zwar immer noch der zweitbeste Leipziger aber seit Mitte März gab es nur gegen Augsburg und den BVB (Pokal) etwas Zählbares auf seinem Torbeteiligungskonto. Vergab in der 53. seine einzige Torchance – zu wenig für seine Ansprüche und sein Gehalt.


Tweet des Spiels

Der wohl bisher beste Leipziger Fußballer geht im Sommer.

 

Champagner statt Bier – die Fans

Viel Betrieb heute in der Stadt. Wave Gothic Treffen, gestern Depeche Mode und dazu einige Tausend Schalker, die ihren Klub im Abstiegskampf unterstützen wollten. Der harte Kern der Leipziger Fanszene machte sich, wie fast schon üblich am letzten Heimspieltag, gemeinsam via Fanmarsch auf zum Stadion. Gut 3000-4000 zogen gut gelaunt über die Jahnallee zur Red Bull Arena.

Im Stadion dann einige Schalkefans auf den Heimtribünen, insgesamt rund 10.000 auf den Rängen und vielleicht 20.000 in ganz Leipzig. Trotz der schweren Lage und des enttäuschenden Ergebnisses blieb es größtenteils fair und ruhig. Die Knappen feierten ihr Team trotz des Abstiegs für die engagierte Rückrunde. Ob Leipziger und Schalker gemeinsam noch die verpasste Dortmunder Meisterschaft begossen, ist dagegen nicht überliefert.

 

Die vorletzte Choreo der Saison.

 

Pfeife des Spiels

Osmers 15. Einsatz bei einem Leipziger Spiel. Nur einmal blieb RBL in der Liga dabei ohne Gegentor (1:0 gegen Leverkusen), nur einmal gab es am Ende in der Liga mehr als ein Tor Abstand (im November beim Sieg gegen Freiburg). Außer gegen Leverkusen (zwei Unentschieden) gab es in den Spielen auch immer einen Sieger. Dreimal (Union, Freiburg und Köln) lautete der nicht Leipzig. Schalke hatte bis auf einen Sieg im DFB-Pokal via Elfmeterschießen noch kein Auswärtsspiel unter seiner Leitung gewonnen.

Die Statistiken hielten weitestgehend, auch wenn RBL Dank des späten Tores von Nkunku mit zwei Toren Unterschied gewann. Insgesamt ließ Osmers etwas viel laufen, wodurch einige Leipziger besonders in der Anfangsphase vermehrt auf die Knochen bekamen. Polter nach Schwalbe und Hand im Gesicht von Klostermann doch noch draufzulassen, war dann schon recht großzügig.

 

Danke Christo!

 

Aufgefallen

1)      Schade für Schalke, dass es jetzt runtergeht. Das Team hatte in der Hinrunde einen zu großen Rucksack zu tragen, den es jetzt nicht mehr ablegen konnte. Etwas Ähnlichkeit besteht da zu den verlorenen Leipziger Punkten unter Tedesco am Anfang der Saison. Für Krauß bedeutet das erstmal zurück an die Pleiße, wobei er dennoch verkauft werden soll. Jetzt ggf. aber für ein paar Millionen mehr als die Schalker Kaufpflicht bei Klassenerhalt war. Bei der ausgeglichenen zweiten Liga wird ein direkter Wiederaufstieg für Schalke kein Selbstläufer. Was man an der ausbaufähigen Rückkehrquote der letzten Jahre gut sehen kann.

2)      Nach der Meisterschaft hat Leipzig also auch im Abstiegskampf nochmal ein Wörtchen mitgeredet und Schalke am letzten Spieltag zurück in Liga 2 gesetzt. Die Dortmunder konnten die Steilvorlage indes nicht nutzen (fühlt man sich als Leipziger gleich wieder deutlich sauberer) und vergeigten es amtlich gegen Mainz (wo sie ja in guter Gesellschaft sind, mit den Mainzern hat auch Leipzig schon schlechte Erfahrungen gemacht). Mal sehen, wie die Borussen das wegstecken, zumal dort mit Bellingham (Real?) wohl auch ein gewichtiger Abgang anstehen könnte. Ein Blick auf die xG-Wertung verrät zudem, dass eine Dortmunder Meisterschaft nicht gerade der verdienteste Ausgang der Saison gewesen wäre, so dass die punktetechnisch gute Rückrunde auch dort Probleme überdeckt.

 

Spielerisch heute Luft nach oben aber menschlich ist Klostermann auf jeden Fall top!

 

3)      In München kam nach der elften Meisterschaft in Folge und der 33. insgesamt auch keine echte Feststimmung auf. Die verhagelten sich die Bayern mit der quasi sofortigen (nach Abpfiff) Demission von Brazzo und Kahn gleich mal selbst. Etwas stillos, wenngleich sportlich durchaus nachvollziehbar. Hätte Mintzlaff im Sommer trotz Pokalsieg schon Tedesco abgesägt, hätte Kampl ggf. heute Nacht wieder medienwirksam Red Bull ausgekippt. Jedenfalls müssen sich die Münchner auch erstmal neu sortieren. Ihre Recken sind in die Jahre gekommen und der Kader ist nicht gut ausbalanciert. Abe rdie Bayern haben mit Tuchel einen Fachmann und genügend Kohle. Eher unwahrscheinlich, dass es nochmal so „leicht“ wird, an den Bayern vorbeizuziehen.

4)      Womit wir bei der Sektion vergebene Chancen wären. Auch wenn RBL durch den Saisonstart einen Klotz am Bein hatte, so waren es auch die Ausrutscher im späteren Saisonverlauf, die eine durchaus mögliche eigene Meisterschaft zunichtemachten. Schon sechs weitere Punkte hätten genügt und die waren auch gegen Köln, Bayer, BVB, Mainz, Bochum oder Union drin gewesen. Auf der anderen Seite hätte das Team bei den schweren Spielen in Freiburg (gerade nach den Pleiten gegen City und Mainz) auch einbrechen können und keine sechs Spiele-Siegesserie danach hinlegen müssen und dann hätten wir ggf. am Ende weder die Chance auf den Pokal noch die Champions League feiern können. So darf man als Leipziger auch jetzt schon das Saisonglas locker als halbvoll bezeichnen, jetzt gilt es gegen Frankfurt noch etwas nachzuschenken.

 

Party auf der einen Seite, Tränen auf der anderen.

 

5)      Großartig für Yussi, dass er gegen Schalke nochmal ein Tor erzielen konnte. Seine Zeit in Leipzig scheint sich ihrem Ende entgegenzuneigen. In Sachen Stürmer wird fleißig gescoutet. An einem aktuell schwächelnden Werner kommt er nicht vorbei. Sesko dürfte sich auch erstmal vor ihm einsortieren. Da dürfte sich die Frage stellen, ob er als Stürmer Nummer 4+ noch ein weiteres Jahr bleiben will oder Leipzig nach 10 Jahren verlässt. Ich würde ihn – auch wenn es sportlich für einen Champions League Achtelfinalisten wohl nicht mehr reicht – wirklich vermissen.

6)      Defensiv war Leipzig heute über weite Strecken nicht richtig im Spiel. Schalke hatte zu viele Räume und kam zu vielen Abschlüssen. Richtig gefährlich wurde es aber nur selten, da war Bülters Schuss vor dem Eigentor und der Kopfball zum 2:1 schon nah an der Maximalausbeute. Trotzdem muss RBL in dieser Phase mehr Zugriff im Mittelfeld bekommen. Zusätzlich fiel Leipzig die schlechte Passquote auf die Füße, weshalb zwischen der 25 und der 80. Spielminute auch bei RBL nur sehr wenig erfolgreiche Offensivaktionen zu Buche standen.

 


Die Pressekonferenz nach dem letzten Bundesligaspiels der Saison.

 

7)      Abseits von Blaswich, Szoboszlai und ggf. Henrichs dürfte die Aufstellung schon sehr nah der möglichen Pokalelf gewesen sein. Durch den Wolfsburger Patzer gegen Hertha kann die SGE schonmal für den internationalen Wettbewerb buchen. Mit einem Pokalsieg sowieso aber bei einer Niederlage gegen Leipzig geht der EL Platz in die Liga und Frankfurt würde dadurch Conference League spielen. Für beide Teams geht es also vornehmlich um den Titel selbst und nicht um die damit verbundene Qualifikation für Europa.

8)      Auch wenn Glasners Abschied schon beschlossenen Sache ist, so musste die SGE hauptsächlich deswegen um Europa fürchten, weil andere Teams deutlich über den Erwartungen punkteten, zumindest was xPts anbelangt. Außerdem ist Frankfurt eine echte Pokalelf – so wie Leipzig auch. Das haben beide letztes Jahr unter Beweis gestellt. Mit Muani und Nkunku ist es auch das Duell der beiden vielleicht spektakulärsten Angreifer der abgelaufenen Saison.

 

In der Rose Tabelle auf Platz 1.

 

9)      Das Bayern-Beben könnte noch mehr Auswirkungen auf Leipzig haben. Denn während Eberl gerade ordentlich zu tun hat die Abgänge zu kompensieren, kursieren bereits die ersten Gerüchte, die ihn mit den Bayern in Verbindung bringen. Es wäre nicht das erste Mal, dass der FCB für einen Ersatz den Blick nach Leipzig richtet…

 

Bobic hat doch sicherlich gerade Zeit...

 

Währen beim BVB jetzt Katzenjammer angesagt ist und Schalke in die zweite Liga muss, geht es für Leipzig am kommenden Wochenende noch weiter. Den Pokal zu verteidigen wäre der krönende Abschluss einer sehr guten Ausbeute unter Rose, der nur auf seine 29 Spieltage gerechnet auf Platz 1 stehen würde. Wie gut sich ein Pokalsieg anfühlt, wissen unsere Rasenballer ja nur all zu gut. Diesmal vielleicht mit etwas weniger Herzkasper?

Das Spiel gegen Schalke schien früh entschieden, aber dann wurde es bei RBL etwas zu luftig im Mittelfeld. Die Spielkontrolle ging flöten und durch eigene Fehler wurden die Knappen wieder aufgebaut. Das mag in Hinblick auf die sehr unterschiedlichen Voraussetzungen nachvollziehbar sein, denn für RBL ging es lediglich um eine gute Vorbereitung auf das Pokalspiel und nebenbei, das war dann anzumerken, um die Torjägerkanone für Nkunku.

Nun bleibt nur zu sagen: Alle in Rot nach Berlin! Lasst uns das Olympiastadion erneut rocken und den zweiten großen Vereinstitel gemeinsam holen. Lasst uns Laimer und Nkunku gebührend mit einem Sieg verabschieden!

 

Noch einmal stürmt...!

 

KickerWhoscoredSofacoreRBLBundesligaFotMobunderstatfbref

 

Statistik
RB Leipzig: Nyland – Simakan, Klostermann, Orbán (C), Halstenberg (61. Raum) – Olmo, Laimer (61. Schlager), Haidara (46. Kampl), Forsberg (68. Szoboszlai) – Werner (61. Poulsen), Nkunku
Bank: Blaswich – Simakan, Poulsen, Szoboszlai, Raum, Schlager, Silva, Diallo, Henrichs Kampl
FC Schalke 04: Fährmann – Brunner, van den Berg, Kamiński, Matriciani (70. Ouwejan) – Latza (C, 75. Karaman), Král – Drexler, Zalazar (56. Mohr), Bülter – Polter
Bank: Schwolow – Frey, Greiml, Karaman, Mohr, Ouwejan, Skarke, Tauer, Yoshida
Schiedsrichter: Harm Osmers (Hannover)
Tore: 1:0 Laimer (10.), 2:0 Nkunku (19.), 2:1 Kamiński (28.), 2:2 Orban (49.) ET, 3:2 Poulsen (82.), 4:2 Nkunku (90.+4)
Torschüsse: 18 / 15
Schüsse aufs Tor: 11 / 4
expected Goals: 2,97 / 1,22
Passquote: 75% / 73%
Zweikampfquote: 54% / 46%
Ballbesitz: 51% / 49%
Laufleistung: 118,9 km / 116,1 km
Sprints: 257 / 243
Fouls: 12 / 11
Ecken: 4 / 5
Abseits: 2 / 0
Gelbe Karten: Haidara (8), Nkunku (4) / Brunner (6), Polter (3)
Zuschauer: 47.069


Rumpelstilzchen