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1:2 und täglich grüßt das Murmeltier?

1:2 und täglich grüßt das Murmeltier?

Nach dem schweren Saisonauftakt in Leverkusen ruft schon wieder ein schwieriges Match in der Fremde. Diesmal geht es zu den „Eisernen“, die ihren Namen alle Ehre machen und sehr gut zu verteidigen wissen. Die letzten fünf Bundesligapartien gegeneinander verloren unsere Rasenballer jeweils mit 1:2. Mal schauen ob diesmal mit einem neu formierten Team und vielleicht mit einer veränderten Marschroute mehr Erfolg möglich ist.

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Die Ausgangslage

Ein Duell zweier Champions League Teilnehmer, wer hätte das vor 15 Jahren gedacht. Es ist aber auch ein Duell zweier unterschiedlicher Visionen vom Fußball, einerseits geschäftlich und anderseits spielerisch. Im Großen und Ganzen gibt es jedoch keine allzu großen Gegensätze mehr. Union Berlins Kader ist bis auf über 200 Millionen Euro Marktwert angewachsen, man erspielt sich im nationalen und internationalen Geschäft Fernsehgelder und die Sponsoren halten die wirtschaftliche Lage im gesunden Fahrwasser. Im sportlichen Bereich legen die Köpenicker eher das Hauptaugenmerk auf Verteidigung, Laufarbeit, Standards, Kopfballstärke, zweite Bälle und Konter. Parameter, die zum Fußball dazu gehören und keineswegs schlechter zu bewerten sind.

Zumindest im sportlichen Bereich achten sich alle beteiligten Personen, erkennen die Arbeit des anderen an und respektieren sich, während auf der anderen Seite das personifizierte Feindbild gegen uns geschürt wird. Moderner Fußball versus Tradition, auf dessen Konsens wir uns hier jedoch nicht einlassen und lieber auf das Sportliche konzentrieren wollen.


Vielleicht hilft ja diesmal das neue, dritte Trikot, an der Alten Försterei erfolgreicher aufzutreten.


Nach zwei Spieltagen und mit zwei Siegen legten die „Eisernen“ rein ergebnistechnisch einen Auftakt nach Maß hin, wenngleich das Zustandekommen etwas glücklich war, aber im Großen und Ganzen jedoch dem Unvermögen des jeweiligen Gegners geschuldet ist. Wer darüber gerne philosophieren mag, wird schnell eines Besseren belehrt. Denn Union Berlin begleitet dieser Umstand schon seit einigen Jahren und die Erfolgswelle kennt bis heute keine Grenzen. Allerdings profitieren die Berliner auch vom leichteren Auftaktprogramm gegen Teams der unteren Tabellenhälfte der letzten Saison und vom Heimvorteil gegen stärkere Teams, was sich erst im Laufe der Saison ausgleicht.

Mit drei Punkten Rückstand befinden sich unsere Rasenballer noch in Reichweite, könnten mit einem Sieg sogar gleichziehen und im Vergleich zur letzten Saison für einen besseren Hinrundenstart sorgen. Allerdings muss man sich schon etwas mehr als in den letzten fünf Bundesligapartien einfallen lassen. Denn dort ging jeweils Union Berlin als 2:1-Sieger vom Platz. Man darf gespannt sein, ob unser neuformiertes Team diesmal mehr Lösungen findet. Hoffnung macht zumindest die zweite Halbzeit gegen Stuttgart, als dem, Team von Marco Rose fünf Tore gelangen. Andererseits dürfte man vor allem bei Kopfbällen nach Flanken und Standardsituationen von der Körpergröße her Nachteile haben, die es auszugleichen gilt.


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Willi Orban fehlte im letzten Aufeinandertreffen und mit einem verbesserten David Raum streben unsere Rasenballer einen Punktgewinn an.

 

Form von RB Leipzig:

RB Leipzig und seine schwachen ersten Halbzeiten. Einerseits kann man es Trainer und Spieler gut heißen, dass sie in Durchgang Zwei mit mehr Energie auftreten und aus der größtenteils erfolglos gestalteten ersten Halbzeit gelernt haben. Andererseits stellt sich die Frage, warum man so oft im ersten Durchgang ins Hintertreffen gerät bzw. kaum Mittel findet, um erfolgreicher zu sein. Letztendlich setzen Teams wie Leverkusen und Bayern alles daran, schon in Halbzeit Eins die Weichen auf Sieg zu stellen, was statistisch auch von Vorteil ist, und legen hier die Priorität auf ihre Stärken schon von der ersten Sekunde des Spiels an.

Saisonübergreifend blieben unsere Rasenballer in den letzten 14 Bundesligaspielen in Halbzeit Eins neunmal torlos und schnell werden Erinnerungen wach, indem man auch in der Vergangenheit unter Domenico Tedesco oft die erste Halbzeit leichtfertig herschenkte. Mut macht nun das Auftreten der zweiten Halbzeit gegen Stuttgart, dort im nächsten Spiel nahtlos anknüpfen zu dürfen. Klar beginnt jedes Spiel von Null und alles startet mit einem gewissen Abnutzungskampf. Aber sind einmal seine Stärken bekannt, sollte man diese auch von Spielbeginn an zu nutzen versuchen.

Fußballerisch treffen zwei unterschiedliche Kulturen aufeinander, aber die Köpenicker spielen halt das, was sie am besten können. Moderner Fußball vs. Union Berlin oder besser gesagt Ballbesitzfußball vs. Verteidigung & Kopfballstärke mit Effizienz vor dem gegnerischen Tor. Nicht nur wir beißen uns ein ums andere Mal die Zähne an diesem Gegner aus. Denn die Köpenicker haben es verstanden, ihre Stärken stetig noch zu verbessern. Statistisch können wir aus den letzten fünf Bundesligapartien gegeneinander 64 zu 36% Ballbesitz vorweisen, spielten durchschnittlich 600 zu 330 Pässe bei einer Passgenauigkeit von 83,0 zu 69,8% - am Ende hieß trotzdem der Sieger Union Berlin.


Ballbesitz ist nicht alles. Unsere Rasenballer müssen mehr in die Eins-gegen-Eins-Duelle gehen!

 

Welche Schlussfolgerungen könnte Trainer Marco Rose ziehen, in Anbetracht der vergangenen Spiele gegen die Köpenicker, deren Stärken bekannt sind? Hinsichtlich seiner neuen Spieler im Leipziger Kader könnten diese für den einen oder anderen Überraschungsmoment sorgen. Im zweiten Durchgang gegen Stuttgart waren auch sie gefordert und haben letztendlich geliefert. Gut möglich, dass diesmal ein Loïs Openda, Xavi Simons und Benjamin Šeško offensiv den Unterschied ausmachen.

Parallel muss Marco Rose aber auch die Stärken seines Gegners begegnen können. Entsprechend dürfte ein fitter Yussuf Poulsen mit seiner Körpergröße ein wichtiger Faktor im Spiel sein, allein auch um bei gegnerischen Standardsituationen und Kopfballduellen in der Verteidigung eingesetzt werden zu können. Gefühlt sind die Berliner einen Kopf größer und die sechs Kopfballtreffer nach nur zwei Saisonspielen sprechen Bände! Dementsprechend wird Schwerstarbeit insbesondere auf Willi Orban und Mohamed Simakan zukommen, welche aber auch unbedingt Unterstützung von den Mitspielern bräuchten.


Linksverteidiger Christopher Lenz konnte noch als Backup zu David Raum verpflichtet werden


Diesbezüglich dürfte auch weiterhin Timo Werner einen schweren Stand haben, der zuvor in Leverkusen keinen Zweikampf und kein Dribbling gewann und jeder zweite gespielte Pass nicht den Mitspieler fand. Auch die 15 Minuten nach seiner Einwechslung gegen Stuttgart waren nicht vielversprechend, denn es gab schlichtweg keine Aktion von ihm. Fraglich ist auch, wie Trainer Marco Rose seinen neuen Innenverteidiger Castello Lukeba im Team integrieren will, der in Lyon seine Stärken unter Beweis gestellt hat.

Hauptaugenmerk sollte aber nach fünf Bundesligapleiten im Duell gegeneinander auf seine Stärken liegen. Ein 4:3 Endergebnis auf der Habenseite ist mir lieber als ein mutloses und für lange Zeit auf Sicherheit bedachtes Spiel, welches sich stets auf Messers Schneide befindet und durch ein Standard- oder Kopfballtreffer der Unioner spät wieder hergeschenkt werden könnte. Die Hoffnung liegt darin, dass unsere neuen Offensivspieler im Verbund mit Dani Olmo Einzelaktionen mit dem Ball kreieren, sich in den gegnerischen Strafraum tanken und zum Torabschluss kommen. Weg vom endlosen Ballgeschiebe quer im Mittelfeld oder in der Abwehr, hin zu mehr Vertikalpässe und mutigen Einzelaktionen in der Offensive. Bis auf Péter Gulácsi, El Chadaille Bitshiabu und Amadou Haidara kann Trainer Marco Rose aus dem Vollen schöpfen.


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Timo Werner wurde im letzten Auswärtsspiel bei Union Berlin ein Elfmeter vergönnt und dürfte diesmal als Startelfkandidat einen schwierigen Stand haben.

 

Der Gegner im Check:

Moderner Fußball versus Union Berlin zum Nächsten. So in etwa könnte man die kommende Partie umschreiben, in der die Köpenicker den Ballbesitzfußball der gegnerischen Teams zu ihren Gunsten auszunutzen wissen und dabei mit ganz eigenen, perfektionierten Mitteln zum Erfolg kommen. Es lässt sich leicht zusammenfassen: „Lange Bälle nach Vorn“ schlagen, um das Mittelfeld einfach und schnell zu überqueren. Aber vor allem über die Flügel zu spielen mit dem Ziel „Flanke, Kopfball, Tor“ oder „Standard, Kopfball, Tor“. Zu Guter Letzt setzen die Eisernen auch auf „zweite Bälle“ und natürlich auf „Konter“. Insgesamt nichts Verwerfliches, weil es letztendlich auch zum Fußball gehört, insgesamt gut zu verteidigen und alle Parameter einzubeziehen.

Ballbesitzfußball, kreative Offensivelemente und xG-Wert. Das alles findet bei den Berlinern keine relevante Bedeutung. Sie schreiben den Fußball auf ihre Weise. Man kann schließlich sagen, dass sie Minimalisten sind und aus sehr wenig sehr viel machen. Aber das stimmt so nicht ganz. Denn sie laufen und arbeiten dafür sehr viel und sind Perfektionisten, Flanken zu schlagen wie auch diese effizient zu verwerten. Kopfballstärke ist einer ihrer wesentlichen Vorteile, sowohl in der Abwehr als auch im Sturm. Sechs erzielte Treffer per Kopf sind mehr als nur ein Ausrufezeichen nach nur zwei Spieltagen, vier dabei durch Zielspieler Kevin Behrens.

Die Verpflichtung von Robin Gosens hat man noch einmal für mehr Flexibilität und Breite im Kader gesorgt, da auch aktuell die Köpenicker mit einer langen Verletztenliste zu kämpfen haben. Zuletzt verletzten sich Danilho Doekhi (Jochbeinfraktur + OP) und Sheraldo Becker (Bein), während Brenden Aaronson eine Gelb-Rot Sperre gegen uns absitzen muss. Zudem muss Trainer Urs Fischer auch weiterhin auf Janik Haberer, Rani Khedira, András Schäfer, Lucas Tousart und Laurenz Dehl verzichten. Und trotzdem schafft es das Team aktuell als Tabellenführer in die Partie zu gehen.


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Hoch, höher, am höchsten: Kevin Behrens (re.) beweist auch in dieser Saison seine Kopfballstärke.

 

Als nächster Superlativ sei die Heimstärke genannt. Mit dem Heimvorteil und der ganz besonderen Stimmung an der Alten Försterei gehen die Köpenicker eigentlich als Favorit ins Spiel. Untermauert wird diese Feststellung, dass die letzte Bundesliga-Heimniederlage schon über 1,5 Jahren her ist. Seither folgten 16 Heimsiege und 8 Remis bei insgesamt 45:17 Toren (0,7 Gegentreffer pro Spiel). Die Grundlagen werden zuhause an der Alten Försterei gelegt. Das mussten letztendlich unsere Rasenballer erfahren und so gewannen die Eisernen auch die letzten drei Heimauftritte jeweils mit 2:1.

Urs Fischer wird sein Team wieder so mental vorbereiten, dass seine Schützlinge die Grundtugenden jederzeit abrufen werden. Die Stärken liegen in der Laufarbeit, in der Verteidigung, im Flanken schlagen sowie im Kopfballspiel. Dabei sind Standardsituationen auch immer ein probates Mittel, aber auch das Nachsetzen und Liebäugeln auf zweite Bälle, diese zu gewinnen und entsprechend schnell umzuschalten, ist ein Erfolgsrezept. Schließlich haben sie auch konterstarke und schnelle Stürmer in ihren Reihen. Union wird geduldig verteidigen, dem Gegner den Ball überlassen wollen und im Laufe des Spiels auf bestimmte Situationen reagieren, um dann eiskalt zuzuschlagen.


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Heimstarke Köpenicker - Hoffen wir diesmal auf kein Déjà-vu.

 

Genügend Tipps für die neuen Spieler von Marco Rose werden sicherlich von allen Seiten hereinprasseln. Schnell kann sich jedoch wieder die gleiche Erfahrung auftun und im Endeffekt für lange Gesichter sorgen. Eine erneute Auswärtsniederlage nach Leverkusen ist natürlich für die Auswärtsbilanz schlecht. Wichtig wäre es auch in der Fremde mehr zu punkten als in der letzten Saison und gerade gegen einen direkten Konkurrenten um die Champions League-Plätze sollte man nicht erneut ins Hintertreffen geraten, denn es ist wiederum ein Sechs-Punkte-Spiel.

Der Gästeblock ist mit 2.500 Fans komplett voll, hoffen wir diesmal auf einen oder drei Punkte. Tipp: 3:4 Auswärtssieg!

 

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