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Korrosionsschutz abgelaufen!
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Korrosionsschutz abgelaufen!

Korrosionsschutz abgelaufen!

Das ultimativ wohlige Gefühl, wenn RBL mit einem Sieg auf einem Champions League Platz in die Länderspielpausensonne reitet und dabei die Unioner Heimserie sowie die eigene Pleitenserie gekonnt hinter sich lässt. Ein rundum gelungener Sonntag eben!

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Vor dem Spiel ist vor dem Spiel

Sorgt ein Lenz bereits dafür, dass Leipzig Frühlingsluft bei Union schnuppert? Die Niederlagenserie in der Bundesliga gegen die Eisernen ist jedenfalls kein Ruhmesblatt. Union bildet den vorläufigen Abschluss des hammerharten Leipziger Auftaktprogramms. Supercup gegen die Bayern, beim aktuellen Tabellenführer, gegen den Tabellenführer vor dem zweiten Spieltag und nun beim Tabellenführer vor dem dritten Spieltag.

Seit Februar 2022 war Union in der Liga und seit September 2022 wettbewerbsübergreifend daheim ungeschlagen. Es galt ein dickes Brett zu bohren. Rose setzte gegen die Eisernen auf die Siegerelf gegen Stuttgart und verzichtete somit auf Umstellungen wie Fünferkette oder eine Änderung der Angriffskette. Die zweite Halbzeit gegen den VfB war einfach zu gut für Umstellungen.

 

>>> zum Liveticker

 

Dreisatz des Spiels

Reif, erwachsen, abgeklärt – diese Worte fielen in der Analyse und besonders nach der Führung behielt Leipzig die Nerven und hielt die Gastgeber gekonnt vom eigenen Kasten fern. Die berechtigte Rote für Volland tat dann ihr übriges, so dass am Ende Šeško eingeleitet von Xavi und Olmo den doppelten Deckel auf das Spiel machte. Besonders beachtenswert war jedoch, dass es den Rasenballern bis auf eine Aktion gelang, die Eisernen von Blaswichs Kasten fernzuhalten.

 

Wie sich Leipzigs Fans einen Sieg bei Union wünschten.

 

Neu im Bullenstall

Da hat Eberl schon ein paar tolle Kicker geholt. Xavis Fernschuss nicht minder wichtig wie seine Vorbereitung für Šeško oder die Hackenvorlage für Poulsen. Der Niederländer macht echt Laune und kann ein echter Unterschiedsspieler sein. Dank seiner starken Ballbehandlung war er auch von den Eisernen kaum foulfrei vom Spielgerät zu trennen. Nach ihm war Einwechsler und Doppeltorschütze Šeško sicherlich der auffälligste Neuzugang. Bei seinen Toren kamen leichte Haaland-Vibes auf. Eine Naturgewalt wir Rangnick sie einst in Burke gesehen haben will, aber eben in echt. Wobei Poulsen und die Rote Karte die Eisernen auch schon mürbe geklopft hatten.

Einen nicht ganz so guten Tag erwischte Openda, der zwar die viertmeisten Leipziger Zweikämpfe führte aber nur vier Pässe an den Nebenspieler brachte und nur einen Torschuss abgab. Baumgartner fiel weder auf noch ab, Lukeba war zu kurz auf dem Feld, um bewertbar zu sein.

 

Wer bekam die Hucke voll? – Eisern Union –  Eisern Union!.

 

Die drei besten Kicker aus der schönsten Stadt der Welt

Xavi: Über die gesamte Spielzeit gesehen der Aktivposten im Leipziger Spiel. Die meisten Keypässe und das wichtige 1:0 stehen zu Buche. Allgemein war der Niederländer schwer vom Ball zu trennen und verfügt über ein sehr gutes Raumgefühl. Während Union sich auf Olmo konzentrierte war sprichwörtlich Platz für Xavi.

Viererkette: Eine richtig starke Abwehrleistung. Nicht wenige hatten sich vor dem Spiel die Fünferkette gewünscht, um Unions Flanken besser zu kontern. Aber die Leipziger Viererkette mit einem stabileren Orbán als zuvor und Simakan, der alle seine Zweikämpfe gewann, genügte. Daran waren auch Henrichs und Raum mit ihren starken Zweikampfwerten sowie ein agiles Zentrum mit Kampl und Schlager beteiligt.

Šeško: Die Wucht mit der Šeško die letzten 20 Minuten über den Platz fegte erinnerte leicht an Haaland. Die raumgreifenden Schritte, die Unbekümmertheit, gut getimte Laufwege und ein Doppelpass der sich gewaschen hatte. Auch wenn Šeško vom Spielverlauf profitierte, so war das ein ganz fettes Empfehlungsschreiben für die Startelf.

 

Orbán hat sich nun auch auf der linken Innenverteidigerseite eingespielt.

 

Luft nach oben

Offensive bis zum Platzverweis: Natürlich kam Unions Ungeschlagenserie daheim nicht von ungefähr. Die Eisernen lassen meist wenig zu und stehen hinten sicher. Das war auch gegen Leipzig lange Zeit so. Im Prinzip waren die Kopfbälle von Orbán (75.) und Volland (12.) die einzigen gefährlichen Aktionen. Leipzig musste Union erstmal mürbe klopfen, das übernahmen Openda und Poulsen auch auf Kosten von offensiven Schauwerten. Durch die Chancenarmut hätte das Spiel auch einen anderen Verlauf nehmen können – Union macht ja gerne aus quasi nix ein Tor. Hier müssen Rose und Leipzig also noch stringenter im Kreieren und Ausnutzen von Abschlussmöglichkeiten sein.


Tweet des Spiels

Ein Tor wie ein Gedicht.

 

Champagner statt Bier – die Fans

Ausverkaufter Gästeblock bei den Buttersäurespezialisten. Auch wenn die Bahn mal wieder den Zug verpasste und trotz dieses Faktums den angestaubten Gag vom Kurzzug für RBL Fans rausholte – übrigens liebe Bahn 2016 will seinen Scherz zurück, aber im spät dran sein kennt ihr euch ja aus.

Auswärtsfahrtzeit, das bedeutet für einige Fans auch Pyrozeit. So waberten zum Spielstart rot-weiße Nebel durch den Gästeblock. Für die Einen also die Gelegenheit zum Zündeln, für die Anderen die Möglichkeit sich mit 15 Minuten Schweigsamkeit für etwas Besseres zu halten. Die Unioner bedachten nach dem Platzverweis Simakan mit einem Pfeifkonzert auch als dieser kurze Zeit später verletzt runter musste, das war dann, anders als die Kommentare zum Schiedsrichter deutlich drüber, gerade weil die Verletzung klar war. Besser verhielt sich das Publikum dann beim Notarzteinsatz im vollen Leipziger Gästeblock, bei dem gemeinschaftlich geschwiegen wurde. Zeigt, dass es in manchen Dingen eben doch noch den kleinsten gemeinsamen Nenner gibt.

 

Bei Pyro gehen die Meinungen weiterhin auseinander, aber immerhin war alles nur Rauch und kein Schall.

 

Pfeife des Spiels

Lange Zeit hatte Leipzig unter Daniel Schlagers Leitung keine Niederlage zu verzeichnen. Das änderte sich im April 2022 als es zur dritten von mittlerweile fünf 2:1 Niederlagen gegen Union kam. Auch die folgenden zwei Spiele gingen für RBL verloren (letzte Rückrunde gegen Union und Leverkusen). In Erinnerung blieb dabei der bewusste aber unkontrollierte Einsatz der Hacke, der dann später von Schlager als Abseitssituation bewertet wurde. Kein Glanzstück…

Während des Spiels agierte Schlager diesmal souverän, ließ lange viel ohne Karten laufen. Der Platzverweis für Volland folgerichtig, auch wenn hinter dem Tritt keine böse Absicht stand, Volland es sofort bereute und es wohl ein Paradebeispiel für ein Zuspätkommen war. Die Schieberrufe waren da fehl am Platze, aber auch ein wenig der Unkenntnis geschuldet. Durch die Anzahl der Fouls ging auch die Verteilung der Gelben zu Lasten Unions in Ordnung.

 

Deal – wir nehmen die Punkte und Union kultet sich einen ab.

 

Aufgefallen

1)      Olmo nahm sich gegen Union lange Zeit eine schöpferische Pause. Er wurde von den Eisernen aber durch eine sehr stringente Deckung auch aus dem Spiel genommen. Erst am Ende als Berlin ausgekontert wurde, zauberte El Mago wieder. Seine punktgenaue Einleitung des 2:0 mit Pass auf Xavi ebenso sehenswert wie der Doppelpass mit Šeško vor dem 3:0.

2)      Der große Verlierer dieses Spieltags könnte Werner sein, der vorerst auf den letzten Platz der Sturmhierarchie zurückgefallen ist. Eberl gab vor dem Spiel an, dass bei Werner derzeit auch mentale Probleme durch die Anfeindungen eine Rolle spielen. Wir als Fans sind hier auch gefragt ihm einen Rückhalt zu geben. Sportlich wird es gegen den Toptransfer des Sommers, einen wiedererstarkten Poulsen und den unbeschwerten Šeško jedenfalls keine Selbstverständlichkeit in die Stammelf zurückzukehren.

 

Ganz schön was los in dieser Bundesligasaison und Leipzig mit zehn Toren mittendrin.

 

3)      Im Zentrum kristallisiert sich Schlager als Stammspieler heraus, was besonders nach den Leistungen der letzten Hinrunde und der Vorbereitung erwartbar war. Nicht ganz so sicher war Kampls dritter Frühling. Der Altmeister ist nach dem zweiten Titel samt und sonders in Leipzig angekommen und spielt derzeit den wohl abgeklärtesten Fußball seiner Karriere. Natürlich werden Seiwald sowie Haidara (wenn er wieder fit ist) und vielleicht sogar Moriba ihre Einsatzzeiten bekommen. Aber auch im Zentrum ist der Konkurrenzkampf eröffnet.

4)      Wie schon bei den Besten erwähnt, muss ein besonderes Lob an die Verteidigung ausgesprochen werden. Vor dem Spiel wurden die den Flanken der Eisernen ja schon fast mystische Kräfte zugesprochen. Im Spiel war dann bis auf einen Kopfball von Volland wenig zu sehen. Die gesamte Viererkette agierte vorbildlich und zweikampfstark, das galt auch für den zuletzt in dieser Hinsicht gescholtenen Raum, auch wenn er nicht ganz an die phantastischen Zweikampfwerte seiner Mitspieler anknüpfen konnte. Im Prinzip gibt es damit abseits von absoluten Topgegnern wie Bayern oder City keinen Grund auf eine Fünferkette zu wechseln, was wie aktuell bei Lukeba auch für einige Härtefälle sorgen könnte. Ein riesen Bohei um den Wechsel und dann sitzt der Topverteidiger ewig auf der Bank. Für Last-Minute-Neuzugang Lenz reichte es nicht mal mehr für einen Kaderplatz.

 

Einer muss ja auf die Bremse treten.

 

5)      Wie an den letzten Bemerkungen zu sehen ist, hat Leipzig ein absolutes Luxusproblem. Der Kader ist sehr ausgeglichen und die Konkurrenzsituation vielleicht so hoch wie schon lange nicht mehr. Insofern darf Eberl durchaus ein Lob für die Kaderzusammenstellung ausgesprochen werden. Momentan hat das viel Potenzial und kann Leipzig durch die Saison tragen. Mehr dazu in unserem kommenden Kaderartikel.

6)      Wie gut es Leipzig gelungen ist, Union den Zahn zu ziehen, kann auch an einigen Statistiken abgelesen werden. Union hatte nur drei Torschüsse von denen nur einer von Blaswich pariert werden musste. Leipzig hatte fast 2/3 Ballbesitz und fing trotzdem kaum Konter, RBL spielte mehr Flanken und Ecken und wies eine hohe Dribblingquote (62%) gepaart mit einer guten Zweikampfquote (62%) auf, spielte fast doppelt so viele Pässe und war auch läuferisch in etwa gleichauf (1km weniger, 1 Sprint mehr). Kurzum, im Gegensatz zu so manchem Spiel war es Union nicht gelungen, die Statistik zu schlagen, der verdiente Sieg ging nach Leipzig.

 

Lange zäh wie Trockenfleisch am Ende gab es aber ein saftiges Triple-Toresteak.

 

7)      24 Spiele war Union daheim ungeschlagen. Zuletzt hatte Rose in der Liga mit dem BVB bei Union gewonnen. Insofern scheint RBL auch in dieser Hinsicht den passenden Trainer an Land gezogen zu haben. Nach fünf Ligapleiten gegen Union war es auch höchste Eisenbahn endlich mal wieder gegen die Eisernen zu gewinnen. Der Sieg am dritten Spieltag brachte RBL auch zurück auf die Erfolgsspur an diesem Spieltag. Bis auf Tedesco, Marsch und Oral gelang es nämlich jedem RBL Trainer den dritten Spieltag für die Leipziger zu entscheiden. In den letzten 15 Pflichtspielen konnte Rose 13 Siege einfahren und verlor nur gegen Leverkusen. Quasi nebenbei wurden dabei zwei Pokale eingesammelt und der größte Umbruch der Leipziger Bundesligageschichte gemanagt ... das darf man sich bei all den Kritikpunkten die rund um das Leverkusenspiel zu hören waren, immer mal wieder ins Gedächtnis rufen.

 

Wie schon geschrieben ebenso beeindruckend wie die Tore.

 

Den schweren Start hat Leipzig mit dem Sieg gegen Union nun zufriedenstellend auf Platz 4 und mit dem Supercup in der Vitrine hinter sich gebracht. In Anbetracht des Umbruchs muss man es auch erstmal schaffen bei den heimstarken Unionern zu gewinnen, da kann es auch verschmerzt werden, dass es bis zum Platzverweis ein chancentechnisch eher ausgeglichenes Spiel war.

Mit der Länderspielpause gibt es jetzt nochmal Zeit sich zu sortieren, ehe die englischen Wochen neue Anforderungen an den Kader stellen werden. Wobei gerade in der Liga nun viele Spiele kommen, in dem Siege eher erwartet werden als bei den Gastspielen bei Leverkusen und Union. Die Ausnahme bildet bis Anfang November das Topspiel gegen die Bayern in Leipzig am Ende dieses Monats.

 

Gemeinsam in die Länderspielpause.

 

KickerWhoscoredSofacoreRBLBundesligaFotMobunderstatfbref

 

Statistik
1. FC Union Berlin: Rønnow – Doekhi (C), Knoche, Diogo Leite, Gosens (86. Roussillon) – Juranović (71. Trimmel), Král – Laïdouni (71. Haberer), Volland – Fofana (61. Hollerbach), Behrens (86. Kaufmann)
Bank: Schwolow – Jaeckel, Bonucci, Kemlein
RB Leipzig: Blaswich – Henrichs (88. Lukeba), Simakan (67. Klostermann), Orbán (C), Raum – Schlager, Kampl – Simons (88. Forsberg), Dani Olmo – Openda (75. Baumgartner), Poulsen (75. Šeško)
Bank: Zingerle – Werner, Seiwald, Carvalho
Schiedsrichter: Daniel Schlager (Rastatt)
Tore: 0:1 Xavi (51.), 0:2 Šeško (85.), 0:3 Šeško (87.)
Torschüsse: 3 / 14
Schüsse aufs Tor: 1 / 7
expected Goals: 0,18 / 1,21
Passquote: 71% / 85%
Zweikampfquote: 38% / 62%
Ballbesitz: 35% / 65%
Laufleistung: 114,97 km / 113,74 km
Sprints: 192 / 193
Fouls: 16 / 9
Ecken: 3 / 7
Abseits: 1 / 2
Gelbe Karten: Král, Haberer, Gosens/ Henrichs (1)
Rote Karte: Volland (64.)
Zuschauer: 22.012 (ca. 2000 Leipziger)

Rumpelstilzchen