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Aller guten Dinge sind 3!

Aller guten Dinge sind 3!

Nach 3 Jahren Anlauf in der 2. Bundesliga haben die Frauen von RB Leipzig den Aufstieg in die erste Liga geschafft. In einer großartigen Saison konnte unsere Frauenmannschaft vorzeitig und überlegen die verdiente Meisterschaft feiern. Sie schafften es dazu auch noch bis ins Halbfinale des DFB-Pokals und schieden dort erst knapp gegen einen Erstligisten aus.

Zeit für einen Rückblick auf die sportlichen Hintergründe für den tollen Saisonverlauf und für einen Ausblick auf das, was uns in der heute startenden Saison im Oberhaus erwartet.

Zweitligameisterinnen

In der vorletzten Saison 2021/22 hatte sich die Mannschaft zwar gut geschlagen, konnte am Ende aber "nur" Platz 3 holen und musste den beiden Aufsteiger Meppen und Duisburg verdientermaßen den Vorrang lassen. Bei der Zielsetzung für die letzte Saison wurde dann nicht herumgeeiert. Die klare Ansage war, dass man diesmal den Aufstieg schaffen wollte. Nachdem die alte Cheftrainerin Katja Greulich den Verein in Richtung Schweiz verlassen hatte, wurde Şaban Uzun als neuer Verantwortlicher verpflichtet. 

Neben RB Leipzig waren zu Beginn der Saison auf dem Papier noch der Erstligaabsteiger SC Sand sowie der FC Nürnberg und der FSV Gütersloh die größten Mitbewerber beim Kampf um den Aufstieg. Die Leipzigerinnen starteten effektiv in die Saison und konnten mit drei knappen Siegen am Stück die Tabellenführung erobern, die sie bis zum Schluss nicht mehr hergeben sollten. Nach der Hinrunde hatten unsere Frauen dank 11 Siegen in 13 Spielen dann bereits 12 Punkte Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz. Das größte Ausrufezeichen bis dato sollte aber der 2:1-Sieg im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen Bundesligist Eintracht Frankfurt vor 1300 Zuschauern sein.

Dem folgte dann gegen den nächsten Bundesligisten Essen sogar ein beeindruckender 6:1-Erfolg im Viertelfinale. Und erst im Halbfinale mussten sich unsere Frauen erst durch ein Gegentor in der Nachspielzeit knapp dem SC Freiburg geschlagen geben. Trotz dieses Wermutstropfens gab es an diesem Abend jedoch etwas zu feiern. Dank der Niederlage von Mitbewerber Gütersloh in der 2. Bundesliga einige Stunden zuvor stiegen die Leipzigerinnen nämlich quasi auf der Couch auf. Zu guter Letzt konnten wir schließlich vorzeitig vier Spieltage vor Schluss völlig verdient die Meisterschaft in der 2. Liga feiern.



Die sportlichen Hintergründe

Der Kader blieb im Großen & Ganzen beisammen. Insbesondere in der Startelf gab es nur wenige Veränderungen. Hervorzuheben ist, dass es in dieser Saison zu deutlich weniger Verletzungsausfällen kam. Das ist ein nicht zu unterschätzender Faktor. Zum vorletzten Saisonwechsel 2021 gab es acht Neuverpflichtungen. Die fielen dann insgesamt im Schnitt in über der Hälfte (!) aller Spiele aus. Die Reduzierung der Ausfallzeiten in der letzten Saison trug sicherlich ihren Teil zur Leistungssteigerung der Mannschaft bei.

Der neue Cheftrainer Şaban Uzun wird im Hintergrund sicherlich an einigen Stellschrauben gedreht haben. Was er im Detail im Training und bei der taktischen Herangehensweise geändert hat, wissen wir natürlich nicht. Allerdings war die überlegene Meisterschaft der 2. Bundesliga natürlich kein Zufall. Die Mannschaft halbierte ihre Gegentore UND erzielte trotzdem deutlich mehr Tore als im Jahr zuvor. Es gab auf dem Platz mehrere sichtbare Verbesserungen, welche diese Leistungssteigerung erklären können.



RB Leipzig gilt seit der Ära Rangnick als Pressingteam und auch bei der Frauenmannschaft war & ist es das erklärte Ziel, mutig aufzutreten und den Gegner früh unter Druck zu setzen. Dementsprechend wurde in dieser Saison auch in der Regel ein starkes Pressingspiel zuerst genannt, um die Spitzenleistung zu erklären. Das ist zum Teil auch korrekt, allerdings ist der Hauptgrund für die starke Saison meiner Meinung nach ein anderer. Bereits letzte Saison stachen die Sportlerinnen von RB in der 2. Bundesliga durch hohes Pressing heraus. Für den Aufstieg reichte es trotzdem nicht, Meppen & Duisburg standen am Ende verdientermaßen vor RB. In den Spitzenpartien konnte Leipzig sehr wohl mithalten und die direkten Duelle zu Hause auch gewinnen. Das Manko über den Saisonverlauf war aber eine zu wacklige Defensive und damit einhergehend zu viele Punktverluste gegen Mittelfeldteams. Zu häufig mussten die Mädels einem Rückstand hinterherrennen.

Dazu fehlten bei Ballbesitz die Automatismen im Aufbauspiel unter Druck sowie die Präzision im letzten Drittel. Spiele waren geprägt von viel hin & her, rennen nach dem & kämpfen um den Ball, Mittelfeldgeplänkel. Das Chaos auf dem Platz sorgte zu häufig für viele Chancen auf beiden Seiten. Die Kontrolle, durch die sich ein Spitzenteam hervortun sollte, die fehlte.


Die mittlerweile siebenteilige Doku über die Frauen gewährt spannende Einblicke.


Das war dieses Jahr anders. Durch mehr Kontrolle im Aufbauspiel gab es weniger Ballverluste, es ging gezielter in Strafraumnähe und die Restfeldverteidigung war besser aufgestellt. Die Gegnerinnen erzielten Ballgewinne tiefer, hatten seltener den Ball und weniger Platz. Dementsprechend schafften es die Leipzigerinnen, die Gegentore zu halbieren. Durch weniger Ballverluste mussten sie auch nicht so häufig dem Ball hinterherrennen. Stattdessen hatten sie etwas mehr kontrollierten Ballbesitz um den Strafraum. Das allein bedeutet schon etwas mehr Offensivgefahr. Hinzu kam eine größere Genauigkeit im Passspiel. Die Spielerinnen fanden mehr Lücken in der gegnerischen Defensive. Es gab eine gute Mischung aus Positionsspiel, Einzelaktionen und erfolgreichen Pässen in der letzten bzw. vorletzten Aktion vor einer möglichen Torschussgelegenheit. Dementsprechend konnte sich die gesamte Angriffsreihe in Sturm & offensivem Mittelfeld durch sehr gute Scorerquoten hervorheben.

 

Şaban Uzun äußerte sich auf der Vereinsseite zur neuen Saison.

 

Ein Ausblick auf die kommende Saison

In der Bundesliga wird die Mannschaft vor deutlich größeren Herausforderungen stehen. Die Leistungsgefälle zwischen den Ligen sind im Frauenfußball deutlich größer als beispielsweise im Männerbereich zwischen 3. & 2. oder 2. & 1. Liga. Ein Vorgeschmack darauf dürfte das Pokalhalbfinale gegen Freiburg gewesen sein. Zwar hat sich Leipzig gegen den klassenhöheren Gegner teuer verkauft. Aber es bleibt doch festzuhalten, dass nach einer guten Anfangsphase wenig bis gar nichts mehr nach vorn in der gegnerischen Hälfte ging und der Fokus darauf lag, den Freiburgerinnen das Leben in der eigenen Hälfte so schwer wie möglich zu machen. Ähnliche Spielverläufe (und auch Spielausgänge) erwarten uns diese Saison häufiger gegen die Spitzenteams. Das Hauptziel wird es sein, gegen die Mannschaften der unteren Tabellenhälfte regelmäßig zu punkten, um so den Klassenerhalt zu sichern.

Basierend auf den letztjährigen Leistungen gegen mehrere Erstligisten im Pokal sowie angesichts etlicher Verstärkungen mit Bundesligaerfahrung dürfte ein Mittelfeldplatz mit etwas Abstand auf die Abstiegsplätze realistisch sein. Wobei hier durch den Kaderumbruch, der ähnlich groß ausgefallen ist wie bei den Männern, eine Prognose noch Stochern im Nebel bleibt. Insgesamt stehen acht Neuzugängen, neun Abgänge aus dem Meisterinnenteam entgegen.

Über die letzten Jahre waren die Frauen an diversen Spielstätten weit weg vom Cottaweg. Nach den Anfängen in Abtnaundorf am Gontardweg, später der Sportschule des DFB und schließlich im Stadion am Bad in Markranstädt ist die Mannschaft jetzt endlich zu Hause und kann - so wie bereits länger von den Fans bevorzugt - auf dem Platz 1 im Trainingszentrum antreten. Der Dauerkartenverkauf ist bereits beendet.

 

Fudalla errang letzte Saison die Torjägerkanone.

 

Die ersten beiden Spieltage der Bundesliga wurden ebenfalls terminiert. Los geht es für die Mädels am 17. September auswärts beim 1. FC Köln. Das erste Heimspiel ist in der Woche darauf am Freitag, dem 29.9. um 18:30 Uhr gegen die SGS Essen. Im DFB-Pokal steigt Leipzig erst in der zweiten Runde ein. Dieser findet heute am 9. September statt. Die Leipzigerinnen haben hier das schwerstmögliche Los erwischt und treten auswärts beim FSV Gütersloh an, die zuletzt Dritter in der 2. Bundesliga wurden. Außerdem wurde mittlerweile auch das Spitzenspiel gegen den VfL Wolfsburg terminiert und in die Red Bull Arena verlegt. Das Spiel findet am 15. Oktober um 14 Uhr statt.
Die Eintrittskarten für den Heimauftakt gegen Essen am Cottaweg sowie das Spitzenspiel gegen Wolfsburg in der Red Bull Arena gibt es wie gewohnt im Onlineticketshop.

Eine zweite Mannschaft gibt es im Gegensatz zum Männerbereich auch. Die treten aktuell in der Regionalliga Nordost an, wo sie letzte Saison Vierter geworden sind. Zudem haben die Mädels gerade zum zweiten Mal in Folge den Sachsenpokal gewonnen. Um die Nachwuchsspielerinnen auf möglichst hohem Niveau ausbilden zu können, soll mittelfristig der Aufstieg in die 2. Bundesliga gelingen, wo sich bereits mehrere Reserveteams anderer Bundesligisten tummeln. Um das zu schaffen, muss sich die Mannschaft aber erst einmal in der Liga gegen diverse Spitzenteams aus Berlin durchsetzen. Die Heimspiele werden auf dem Rasenplatz in der Sportanlage am Gontardweg ausgetragen.

dabdab

Bilder: RB Leipzig