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Lieber Bullen statt Brezen

Lieber Bullen statt Brezen

Brezen gegen Bullen. Weißbier gegen Rote Brause. RB Leipzig empfängt am Samstagabend zum Topspiel den Rekordmeister aus München. Für die Bayern geht es darum, die Tabellenführung zu sichern. RB könnte nicht nur den Münchnern das Oktoberfest ruinieren, sondern auch an den Bayern vorbeiziehen. Vor heimischer Kulisse kommt es zum spektakulären Schlagabtausch.

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Test-Anpassung Verkehrskonzept wird fortgesetzt, keine Parkplätze durch Kleinmesse am Cottaweg

Die Ticketbörse ist aktuell leer und das Stadion wird morgen mal wieder komplett voll. Heißt, man sollte insgesamt mehr Zeit für An- und Abreise, Einlass, an den Imbissständen oder Toiletten einplanen. Zudem findet bis zum 31.10. die Kleinmesse am Cottaweg statt. Die dortigen über 1.000 Parkplätze stehen damit nicht zur Verfügung und Besucher der Kleinmesse parken ebenfalls im Stadionumfeld.

Die Jahnallee und die Friedrich-Ebert-Straße werden auch zu den Partien gegen Bayern und Manchester City teilweise gesperrt, damit die Straßenbahnen staufrei zwischen Hauptbahnhof und Stadion fahren können. Ihr findet alle Informationen dazu gebündelt auf der Website von RB Leipzig.

Wir empfehlen also wie immer nicht mit dem Auto direkt ans Stadion zu fahren, wenn ihr von außerhalb kommt. Nutzt die P+R-Plätze oder parkt in einer Gehwegzeit von 15-30 Minuten vom Stadion. Übrigens können jetzt über die Leipzig Move-App die verfügbaren Parkplätze an den P+R-Plätzen in Echtzeit angezeigt werden.

Wer es von der Entfernung einrichten kann, dem ist die Anreise mit dem Rad auf die Festwiese zu empfehlen. Die 2.600 Stellplätze sind bewacht und gegen Augsburg waren bereits über 2.000 Plätze belegt. Durch die Teilsperrungen der Jahnallee und Friedrich-Ebert-Straße wird natürlich auch der ÖPNV flüssiger laufen.




Mit dem Pokalspiel im Rücken

Sowohl Bayern als auch RB haben unter der Woche im DFB-Pokal um das Erreichen der zweiten Runde gekämpft. Wobei sich die Vokabel „gekämpft“ weniger auf die Bayern bezieht, die gekonnt mit 4:0 bei Preußen Münster gewannen, sondern mehr auf die Leipziger, die am Ende nur knapp der Sieger in einem umkämpften und von Fehlern gekennzeichneten Spiel gegen Wehen Wiesbaden waren.

Aus diesem Spiel lassen sich so einige Lehren ziehen, die auch für Samstag relevant sind.

1. Die erste Garde bleibt auch die erste Garde: Die große Rotation sorgte für große Probleme in der Abstimmung. Besonders Neuzugang Seiwald war ein Unsicherheitsfaktor, der zu häufig in gefährlichen Situationen den Ball verlor. Und auch in der Offensive zeigte sich nach der Einwechslung von Xavi und Openda, welch ein Unterschied zwischen der A und der B Mannschaft besteht.

2. Die Verteidigung findet sich: Trotz der schweren Verletzung von Orbán scheint sich die Defensive zu finden. Besonders Neuzugang Lukeba nutzt seine Chance und zeigt (besonders in Sachen Spielaufbau), dass er ein geeigneter Erbe des kroatischen Leonidas ist und auch Christopher Lenz machte eine gute Figur als Backup für David Raum.

3. Pete is back! Nach langer und schwerer Verletzung ist Peter Gulácsi wieder zurück auf dem Platz und zeigte gleich im Pokal, dass er nach wie vor ein guter Rückhalt auf der Linie ist. Doch durch seine Schwächen in der Strafraumbeherrschung und im Spielaufbau hängt er Janis Blaswich hinterher, der gegen die Bayern auch wieder das Leipziger Tor hüten wird.

 

Im September bisher nur ein Tor von Openda, da geht noch was...

 

Ein Saisonauftakt nach Maß in der Bundesliga

Vier Spiele in der Bundesliga in Folge gewonnen, 12 Tore, dreimal zu null. Für RB Leipzig lief der Bundesligastart optimal. Lediglich gegen die formstarken Leverkusener hatte man in dieser Spielzeit das Nachsehen. Seit dem Abgang von Julian Nagelsmann ist es die erste Saison, die nicht durchwachsen startet. Nur Tino Vogel kann einen besseren Punkteschnitt aufweisen als Marco Rose (2,67 gegen 2,17) und bei Vogel waren es mit Abstand noch anderen Zeiten für den Messestadtverein. Marco Rose scheint das perfekte Bindeglied aus dem aktiven und ballbesitzorientierten Spiel eines Julian Nagelsmann und der RB-DNA zu sein. Doch auch wenn die letzten Wochen ein reines Jubelfest für RB waren, so steht mit dem FC Bayern nicht nur der Rekordmeister vor der Tür, sondern auch eine Mannschaft, die es verstanden hat, früh einen Ballbesitz zu erzwingen und den Gegner sofort unter Druck zu setzen. Und genau dies sind die großen Probleme, die RB zurzeit noch hat, wie man es beim Spiel gegen Leverkusen oder auch in der ersten Halbzeit des Supercup-Finales gegen die Bayern sehen konnte. Besonders in Spielen gegen „große“ Mannschaften werden diese Probleme sichtbar. Eine Eigenschaft, die sich die Leipziger mit dem Rekordmeister teilen.

 

Yussi der Unermüdliche.

 

Der Gegner im Check

Von den Wiesn nach Leipzig

Während in München Betrunkene in Lederhosen durch die Straßen ziehen und das Bier an der Isar fließt, müssen die Spieler des FC Bayern die Auswärtsreise nach Leipzig antreten. So Mancher wird vielleicht auch gar nicht so traurig darüber sein, die Tracht gegen ein Trikot und die Brezn gegen einen Fußball zu tauschen. Dabei steht nicht nur aufgrund des Zeitraumes ein wichtiges Spiel an. RB und Bayern trennt am 6. Spieltag nur ein Punkt und die Roten Bullen könnten mit einem Sieg am Rekordmeister vorbeiziehen. Auch unter dem im Winter gekommenen Thomas Tuchel konnten die Münchener sich nicht komplett fangen, auch wenn man mit 13 Punkten durchaus gut in die Saison gestartet ist. Doch die Leipziger zeigten sich in der Vergangenheit als Bayernschreck. So verhalf man den Dortmundern in der vergangenen Saison beinahe zur Meisterschaft, welche die Aktiengesellschaft aus Lüdenscheid-Nord schlussendlich aber nicht nutzen konnte. Auch im Supercup mussten sich die Bayern unserer Mannschaft geschlagen geben, und Willi Orbán dabei zugucken, wie er den Pokal in die Höhe streckte. Man kann sich gewiss sein, dass an der Säbener Straße alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, kein drittes Mal gegen die Sachsen zu verlieren. 

 

Spieltäglich grüßt das Murmeltier.

 

Vorne Hui, hinten Pfui

Die Bayern konnten ihre Altlasten aus der letzten Saison noch nicht ganz abschütteln. In der Offensive sorgt Harry Kane nicht nur in der deutschen Sportmedienlandschaft für Freude. Der Kapitän der Three Lions steht mit sieben Toren und drei Vorlagen in der Liga bereits sehr gut da und auch seine offensiven Hinterleute zeigen sich bislang von ihrer besten Seite.

Das große Problem der Bayern bleibt die Defensive. Nicht nur aufgrund der hohen Verletzungsanfälligkeiten, die dafür sorgten, dass die Bayern im Pokalspiel ohne etatmäßigen Innenverteidiger aufliefen. Weiterhin kassieren die Bayern zu viele Gegentore. Gegen Augsburg, Gladbach, Leverkusen und Manchester United musste Torhüter Ulreich ganze 8-mal hinter sich greifen. Grund dafür sind zumeist individuelle Fehler seiner Vorderleute. Zudem sind die Abstände zwischen den Spielern zu groß und die Antizipation bei der Positionierung gegen den Ball zu schwach. Besonders gegen Teams mit einer guten Offensive (Leipzig, Leverkusen und Manchester United) blieb dies nicht ohne Folgen.

Grundsätzlich bleibt der Rekordmeister dennoch der Favorit am Samstag und allgemein auch für die Meisterschaft. Dafür ist die individuelle Klasse (besonders in der Offensive) zu groß und die Mannschaft als Ganzes zu stark. Doch wenn RB an der Leistung im Supercup anknüpfen kann und die Defensive der Bayern früh unter Druck setzt, ist ein Sieg am Samstag und damit potenziell die Führung in der Tabelle machbar.

 

Unter Fritz ist RBL daheim bisher ungeschlagen und gewann 2018 gegen die Bayern.

 

Die Verletztenliste

RB Leipzig:         
Die Langzeitverletzten Dani Olmo, El Chadaille Bitshiabu und Willi Orbán fallen weiterhin aus. Doudou Haidara ist nach seinem Muskelbündelriss wieder zurück im Teamtraining, er wird erstmals wieder im Kader stehen und ist eine Option von der Bank. Timo Werner fehlt wohl weiterhin aufgrund von Rückenbeschwerden.

FC Bayern München:     
Manuel Neuer wird weiterhin fehlen und auch Serge Gnabry, der sich im Pokal einen Unterarmbruch zuzog, ist vorerst außer Gefecht. Auch wenn unter der Woche Upamecano und Min-jae Kim fehlten, werden beide wohl am Samstag einsatzbereit sein. Matthijs de Ligt hatte zuletzt viel mit Verletzungen und Beschwerden zu kämpfen und wird wohl noch ausfallen.

 

Für den Dreifachtorschützen des Supercups dürfte das Topspiel zu früh kommen.

 

And the winner is…der Fantipp

Beide Mannschaften haben also noch ihre Probleme. Wenn RB früh die Bayerndefensive unter Druck setzen kann, ist ein Sieg am Samstag durchaus möglich. Zudem vor heimischer Kulisse. Ich traue mich jedoch nicht, so optimistisch zu sein, und tippe ein munteres 2:2.


Alex Hell