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Offener Schlagabtausch endet mit einem 2:2 im Spitzenduell
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Offener Schlagabtausch endet mit einem 2:2 im Spitzenduell

Offener Schlagabtausch endet mit einem 2:2 im Spitzenduell

Nach einer starken ersten Halbzeit und einer 2:0 Führung kam RB nicht über ein 2:2 hinaus. Trotz des frühen Doppelschlags der Leipziger durch Openda und Lukeba reichte es am Ende aufgrund einer schwächeren zweiten Hälfte und eines unglücklichen Elfmeters nur zu einem 2:2 Unentschieden.

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Vor dem Spiel ist vor dem Spiel

Nach dem engen Pokalspiel unter der Woche kehrten die Leipziger in den Bundesligaalltag zurück und trafen dabei auf den FC Bayern München. Ein Gegner, den RBL zuletzt 3:0 im Supercup bezwungen hatte. Auch in der letzten Saison schwächelten die Bayern bereits gegen die Leipziger, als sie am 33. Spieltag in München mit 1:3 wichtige Punkte im Titelrennen liegen ließen. Als aktueller Angstgegner der Bayern und vor heimischer Kulisse sollte das Selbstvertrauen der Mannschaft nun auf dem Höhepunkt sein.

Sportlich kehrte Marco Rose nach den Rotationen im Pokalspiel zu seiner momentanen Stammelf zurück. Xavi, Openda, Schlager, Raum, Simakan und Blaswich rückten zurück in die Startformation.

 

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Dreisatz des Spiels

Zu Beginn der Partie standen beide Mannschaften gut, pressten hoch und zwangen den jeweils anderen zu Fehlern. Jedoch hatten in der dritten Minute die Bayern nach einem schnell ausgeführten Freistoß die erste große Chance in Führung zu gehen, die Musiala jedoch nicht nutzen konnte und an Blaswich scheiterte.

Im Gegenzug nahm Leipzig zunehmend Fahrt auf und kam zu mehreren guten Chancen. Bis Openda sich in der 20. Minute vom gegnerischen Min-jae nach Pass von Schlager lösen konnte und zum 1:0 einschob. Nur kurz darauf, in der 26. Spielminute erhöhte Lukeba zum 2:0, nach einem Eckball der Leipziger. Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit zog sich RB immer weiter zurück und legte den Fokus auf eine kompakte Verteidigung, was den Leipzigern sehr gut gelang.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit erhöhten die Bayern die Schlagzahl und erarbeiteten sich einige Chancen, RB wurde zunehmend vor dem eigenen Tor gehalten. In der 57. Minute bekamen die Bayern einen unglücklichen Handelfmeter zugesprochen, den Harry Kane verwandelte. Danach blieben die Münchner dran und konnten sich immer wieder über längere Zeit in der Hälfte von RB festsetzen. In der 70. Minute erzielte der Bayer Leroy Sané das 2:2, nach einem gut heraus gespielten Konter.

Es folgte eine spannende Schlussphase, in welcher beide Mannschaften zu guten Chancen kamen, jedoch keiner mehr den Lucky Punch setzen konnte.

 

Blaswich gleich zu Beginn mit starker Parade.

 

Neu im Bullenstall

Xavi mit einer soliden Leistung. Er versuchte immer wieder ins Dribbling zu gehen und seine Aktionen zu bekommen. Leider hatte er die vollste Aufmerksamkeit der Bayern Abwehr. Immer wieder stellten die Münchner ihn über das gesamte Feld zu und machten es ihm schwer. Trotzdem konnte er einige Male sein Spiel aufziehen. Besonders in schnellen Umschaltsituationen überzeugte er immer wieder mit seinen Aktionen und stach heraus mit seinen überragenden Pässen in die Spitze.

Openda mit einer sehr starken Performance, immer wieder griffig in den Zweikämpfen und starkem Pressing. Es war auffällig, wie aktiv der Belgier gegen den Ball arbeitete, er störte die Bayern im Spielaufbau und setze seinen Körper sehr stark in Zweikämpfen ein. Auch offensiv war er sehr umtriebig und kam immer wieder zu Top-Möglichkeiten. Mit dem 1:0 zeigte er all seine Qualität, schüttelte Min-jae Kim im Laufduell ab und vollendete eiskalt zur Führung. Beim 2:0 hatte Openda ebenfalls seine Anteile, erst holte er die Ecke raus und legte danach clever per Kopf in die Mitte zu Lukeba.

 

Openda ist angekommen.

 

Castello Lukeba absolvierte als Innenverteidiger ein gutes Spiel, verlor kaum einen Zweikampf und stoppte die Münchner Angriffe, besonders in der ersten Halbzeit ließ er zusammen mit Raum auf der linken Seite nichts zu. In der 26. Minute belohnte er sich mit seinem ersten Pflichtspieltor für RBL.

Seiwald kam zur 63. Minute für den angeschlagenen Kampl. Jedoch konnte er erneut nicht wirklich überzeugen, sowohl defensiv als auch nach vorn, kaum Aktionen. Allgemein ein unauffälliger Auftritt.

Šeško und Baumgartner wurden in der 72. Minute eingewechselt, kurz nach dem Ausgleich. Beide hatten sofort einen Impact. Šeško gewann alle Kopfballduelle und festigte so die Bälle in der Hälfte der Bayern. Leider verpasste er in den Schlussminuten den Siegtreffer, als er im Eins gegen Eins am bayrischen Schlussmann Ulreich hängen blieb. Trotzdem eine überzeugende Leistung von der Bank und eine Empfehlung für die nächste Startelf.

 

Simakan macht als Abwehrchef eine gute Figur.

 

Die drei besten Kicker aus der schönsten Stadt der Welt

Openda: Der beste Mann auf dem Feld. Openda mit einer super Leistung, belohnt sich mit einem Tor und einem Assist. Immer wieder bereitete er den Bayern durch sein gutes Pressing und seine Zweikampfführung Probleme im Spielaufbau, erzwang so mehrere Fehler beim FCB. Zudem sorgte er immer wieder für Gefahr durch seine Läufe in die Spitze, die letztlich die 1:0 Führung zum Ergebnis hatten.

Lukeba: Zweikampfstark und sicher im Spielaufbau. Der junge Franzose leistete sich kaum einen verlorenen Zweikampf und strahlte Sicherheit im Abwehrzentrum aus. Immer wieder war er präsent in den Zweikämpfen und mit vollem Körpereinsatz dabei. Die Belohnung seines Spiels war der Treffer zum 2:0. Nach der Ecke stand er goldrichtig und konnte nach Ulreichs Fehler ins leere Tor einschieben.

Simakan: Besonders in der ersten Halbzeit überzeugte der Franzose als Verteidiger mit einer guten Performance, lieferte sich sehenswerte Zweikämpfe mit Coman und Davies, die keinen Weg an ihm vorbei fanden.

 

Raum gab sein Bewerbungsschreiben beim neuen Bundestrainer ab.

 

Luft nach oben

Henrichs: Ein schweres Spiel für Benni auf der rechten Seite. Nicht präsent genug in den Zweikämpfen. Immer wieder musste Simakan ihn auf der rechten Seite unterstützen. Später verursachte er dann auch noch den unglücklichen Handelfmeter in der 57. Minute. Auch nach vorne konnte sich Henrichs nur selten einschalten. Anders, als sein Pendant Raum, der immer wieder Akzente im Spiel nach vorn setzte. Nach den guten Leistungen in den letzten Partien ein schwächerer Auftritt des deutschen Nationalspielers.

Forsberg: Auch er nicht mit seiner besten Leistung, immer wieder mit entscheidenden Fehlern im letzten Drittel. Sinnbildlich dafür ist die 12. Minute, in der Emil Forsberg Ulreichs Patzer an der Mittellinie nicht ausspielt, sondern selber abschließt.

Poulsen: Keine schlechte Leistung unseres Routiniers, machte immer wieder den Ball in der Hälfte der Münchner fest und verteilte die Bälle gut. Jedoch zeigte Šeško nach seiner Einwechselung mehr Drang zum Tor und konnte in den 20 Minuten mehr Akzente setzen als Poulsen in den 70 Minuten davor.


Tweet des Spiels

In etwa so schnell ist es wohl abgelaufen.

 

Champagner statt Bier – die Fans

Geile Stimmung im ausverkauften Stadion, toll wie der Fanblock und auch die anderen Bereiche die Mannschaft durch die Bank weg unterstützten. Keine Beschäftigung mit Eberl oder Abarbeitung am Gegner – nur der pure Fokus auf das eigene Team.

Für Unmut sorgten allenfalls die Zonen, in denen hinter den Blöcken nun nicht mehr gestanden werden darf. Fanfreundlich und sinnvoll geht anders. Die Fans auf der Gegenseite gewohnt mau, da machen andere mehr Betrieb als die erfolgsverwöhnten FCB-Anhänger.

 

Klasse Stimmung im Fanblock auch nach dem Spiel.

 

Pfeife des Spiels

Schiedsrichter Marco Fritz überzeugte in der ersten Halbzeit mit einer klaren Linie und ließ viel Körpereinsatz laufen. In der zweiten Halbzeit kam ihm seine bis dahin gute Linie leider abhanden. Viele Unterbrechungen und seltsame Entscheidungen. Der Elfmeter unglücklich, aber nachvollziehbar. Dass die Bayern das Spiel nach einigen nicht mit Gelb geahndeten taktischen Fouls in voller Mannstärke beenden durften, war nicht ganz nachvollziehbar. Dennoch bleibt Fritz ein Erfolgsgarant, nur eines von 17 Spielen unter seiner Leitung hat Leipzig verloren.


Pressekonferenz


Aufgefallen

1)      Fußball ist ein Fehlervermeidungsspiel und im Normalfall geht einem Tor für den Gegner ein eigener Fehler voraus. Nur selten sind die Angriffe mit nicht zu verteidigender Präzision ausgespielt. Gestern gab es zwar nicht viele, aber jeweils entscheidende Fehler auf beiden Seiten, die letztlich zu einem gerechten Unentschieden führten, mit dem beide auf ihre Art und Weise hadern konnten. Leipzig weil es nicht gelungen war, die Halbzeitführung über die Zeit zu bringen. Die Bayern, weil sie das Spiel trotz Überlegenheit in einigen Phasen nicht vollends drehen konnten.

2)     Beim 1:0 war der Fehler das schlechte Stellungsspiel der FCB Abwehr, bei dem Kim falsch positioniert und auch Upamecano zu weit aufgerückt war. Beim 2:0 muss Ulreich den Ball aus dem Fünfer bringen und die Abwehr die Gegenspieler im Griff haben. Beim Anschlusstreffer darf Henrichs seinen Arm nicht so weit oben vom Körper abwinkeln und beim Ausgleich darf der Ball nach einer eigenen Ecke nicht zum Bumerang werden.

 

Seiwald am Ende solide.

 

3)     Insgesamt gab es abseits der Tore auch nur wenige Aktionen der Bayern, die gefährlich waren. Am ehesten noch Blaswichs Parade gegen Musiala in der 3. Minute. Im Gegensatz dazu fielen drei Leipziger Angriffe nicht so stark bei der xG Wertung ins Gewicht, hätten aber jeweils Tore werden können. Forsbergs Weitschuss nach dem Fehler von Ulreich und Šeškos Aktionen am Spielende. Einmal verpasste er knapp die Flanke von Carvalho, einmal konnte er Xavis Zuckerpass nicht an Ulreich vorbeibringen. Auch wenn RBL also in Sachen xG hinter den Bayern lag, so war das nur der Limitiertheit der Metrik geschuldet.

 

Dem Siege so nah...

 

4)     Kommen wir am Ende noch kurz zum alles beherrschenden Thema des Wochenendes: Max Eberl. Zum einen darf die Reaktion Mintzlaffs Eberl aufgrund eines fehlenden klaren Bekenntnisses zu RBL freizustellen als Zeichen der Stärke und des gestiegenen Selbstbewusstseins gewertet werden. Nicht noch einmal eine lame duck Rückrunde, wie es ggf. unter Nagelsmann war und keine monatelangen Gerüchte, die nur halbgar dementiert werden. Zum anderen fehlt Leipzig nun natürlich die sportliche Führung. Schröder ist als einziger aus dem sportlichen Trio aus ihm, Eberl und Krüger verblieben, aber der Transfermarkt und die Kaderplanung schläft nicht. Schon die Ruhe im letzten Winter dürfte sich in diesem Sommer negativ ausgewirkt haben, sodass der Vorstand hier schnell handeln sollte, wonach es aber derzeit nicht aussieht. Der große Verlierer dürfte allerdings Eberl selbst sein. Sein Bekenntnis zu RBL vor nicht einmal einem Jahr ist nichts als Schall und Rauch, die Aussicht, die Nachfolge von Salihamidžić und Kahn anzutreten und bei seiner Freundin in München zu sein, wohl doch zu verlockend. Das hätte ihm aber auch früher klar sein können. So bleibt seine Anstellung hier in Leipzig letzten Endes ein kurzes Intermezzo der seit 2019 andauernden Nachfolgesuche für Ralf Rangnick. Hier muss sich Mintzlaff, allen aktuellen Erfolgen in Pokal und dem nun endlich wieder glücklicheren Händchen bei der Trainerbesetzung zum Trotz, Kritik gefallen lassen. Um RBL langfristig weiter erfolgreich sein zu lassen, braucht es auf dieser Position endlich Klarheit und auch Handlungsfreiheit, die Eberl wohl hatte, mit der man dann aber scheinbar ebenso unzufrieden war, wie mit seinem fehlenden Bekenntnis zu RBL. Sportliche Kompetenz braucht aber auch Gestaltungsfreiraum, den Mintzlaff – jetzt ja bei Red Bull – auch erlauben und schaffen muss.


Šeško hätte sich und Leipzig belohnen können.


Nach einem spannenden Topspiel trennen sich RB und Bayern mit einem Remis. Vor der Begegnung sicher gern genommen, nach der starken ersten Halbzeit aber ein doch unbefriedigendes Ergebnis für die Leipziger. Tabellarisch fallen die Leipziger somit auf Platz 5 zurück, nur 3 Punkte hinter Spitzenreiter Leverkusen.

Die Formkurve zeigt nach der schwächeren Leistung unter der Woche wieder nach oben. Der Matchplan ging in den ersten 45 Minuten des Spiels perfekt auf, die Mannschaft konnte ihre Chancen eiskalt nutzen, hinten standen sie sehr kompakt und ließen den Bayern nahezu keine Gelegenheit.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit verloren die Leipziger zunächst die Kontrolle über die Partie. Positiv zu erwähnen ist, dass Leipzig nach dem 2:2 nicht unterging, sondern wieder ins Spiel zurückfand, aktiver wurde. Die Bayern konnten im dritten aufeinanderfolgenden Spiel gegen RB nicht siegen, was unser Selbstbewusstsein weiter stärken sollte.

Nächste Woche kommt der amtierende Champions League Sieger nach Leipzig. Mit Manchester City empfangen wir den Haupt-Konkurrenten um den ersten Platz in der Gruppe, die gestern zum ersten Mal in der Liga verloren. Die Bilanz in der RBA gegen City lässt auch auf ein gutes Spiel hoffen. Mit einem 1:1 und einem 2:1 sind die Leipziger daheim gegen City ungeschlagen. Wenn RB an die gestrige erste Halbzeit anknüpfen kann, haben wir gute Chancen, das Spiel für uns zu entscheiden.

 

Šeško am Ende mit etwas Pech.

 

KickerWhoscoredSofacoreRBLBundesligaFotMobunderstatfbref

 

Statistik
RB Leipzig: Blaswich – Henrichs (86. Klostermann), Simakan, Lukeba, Raum – Schlager, Kampl (C, 64. Seiwald) – Xavi, Forsberg (73. Baumgartner) – Openda (86. Carvalho), Poulsen (73. Šeško)
Bank: Gulácsi – Lenz, Haidara, Moriba
FC Bayern München: Ulreich – Laimer, Upamecano, Kim, Davies – Kimmich (C), Goretzka (46. Guerreiro) – Sané, Musiala (87. Choupo-Moting), Coman (46. Tel) – Kane
Bank: Peretz – Sarr, Müller, Mazraoui, Krätzig
Schiedsrichter: Marco Fritz (Korb)
Tore: 1:0 Openda (20.), 2:0 Lukeba (26.), 2:1 Kane (57.) HE, 2:2 Sané (70.)
Torschüsse: 6 / 11
Schüsse aufs Tor: 2 / 5
expected Goals: 0,79 / 1,95
Passquote: 79% / 88%
Zweikampfquote: 46% / 54%
Ballbesitz: 35% / 65%
Laufleistung: 121,87 km / 115,56 km
Sprints: 213 / 258
Fouls: 10 / 11
Ecken: 5 / 1
Abseits: 1 / 1
Gelbe Karten: Simakan (1), Castello Jr. (2) / Kane (1), Ulreich (1), Upamecano (1), Tel (1), Musiala (1)
Zuschauer: 47.069

Paul & Rumpelstilzchen