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Dem Trainer-Effekt trotzen!

Dem Trainer-Effekt trotzen!

Nachdem der Leipziger Traum vom dritten Pokalsieg in Folge geplatzt ist, geht es für die Rasenballsportler am Samstag auch schon in der Bundesliga in Mainz weiter. Gegen die sportlich angeschlagene Ex-Mannschaft des Leipziger Sportdirektors sowie des Trainers, die unter der Woche ebenfalls aus dem DFB-Pokal ausgeschieden ist, geht es aus Leipziger Sicht um den ersten Auswärtssieg in Mainz seit fast 3 ½ Jahren.

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Ausgangslage

Dem überzeugenden Sieg am vergangenen Wochenende folgte nach einer enttäuschenden Leistung in Wolfsburg das Aus im Pokal. Gegen einen Gegner, der im Gegensatz zu den Kölnern sehr tief stand, fanden die Leipziger zum wiederholten Mal in dieser Saison wenige bis keine Mittel. Mit Mainz wartet nun ein Gegner, der sich zwar in einer der schwierigsten sportlichen Phasen seit Jahren befindet, aber durchaus in der Lage ist, tief zu stehen und unangenehm zu werden. Umso wichtiger dürfte es für Marco Rose sein, die richtigen Schlüsse aus dem Pokalspiel zu ziehen, um eine weitere enttäuschende Leistung zu vermeiden und gegen das Schlusslicht der Bundesliga drei wichtige Punkte im Rennen um die vorderen Tabellenplätze einzufahren.

Für die Mission drei Punkte in Mainz steht voraussichtlich der gleiche Kader wie am Dienstag zur Verfügung. Fehlen werden Marco Rose weiterhin die Langzeitverletzten Olmo, Orban und Bitshiabu.



Gegnercheck

Bo Svensson, der die Mainzer in seiner ersten Saison mit einem Kraftakt in der Liga hielt und danach zweimal in Folge in der oberen Tabellenhälfte landete, hat seinen Posten als Cheftrainer geräumt, nachdem die Mannschaft saisonübergreifend seit 14 Spielen ohne Sieg in der Liga ist und aktuell nach 9 Spieltagen mit 3 Punkten auf dem letzten Tabellenplatz steht. Die sportliche Krise soll nun zunächst von U23-Trainer Jan Siewert gestoppt werden, der die Mannschaft übernommen hat.



Die Gründe für diese sportliche Talfahrt sind vielfältig. Mit Blick von außen lässt sich ein Grund für die Krise durchaus in der Transferpolitik des Sommers erkennen. Mit Anton Stach und Aaron Martin verließen zwei der wichtigsten Kreativspieler die Mainzer, die nicht durch ähnliche Spielerprofile ersetzt wurden. Stattdessen wurden mit Tom Krauß, der unbestreitbare Qualitäten gegen den Ball mitbringt, Sepp van den Berg, der wie Krauß in der vergangenen Saison bei den abgestiegenen Schalkern spielte, oder Marco Richter, der mit Hertha abstieg, Spieler verpflichtet, die Qualitäten mitbringen, die im Mainzer Kader bereits vorhanden waren oder bei denen fraglich ist, ob sie der Mannschaft aus Rheinland-Pfalz sportlich wirklich weiterhelfen können.

Auch Verletzungen spielen bei der Mainzer Krise eine Rolle. Immer wieder fallen wichtige Spieler aus, so dass die 05er stetig gezwungen sind, ihre Startelf anzupassen und auch auf der Bank oft das Potenzial fehlt, um nachlegen zu können. Aktuell fehlen den Mainzern beispielsweise verletzungsbedingt Jonathan Burkardt, Andreas Hanche-Olsen und Nelson Weiper, die alle drei durchaus Kandidaten für die Startelf sein könnten.

Eine verfehlte Transferpolitik und Verletzungspech sind natürlich nur Erklärungsansätze für die Mainzer Krise, aber der Hauptgrund liegt auf dem Platz. Während die Grundlagen (Intensität, Laufpensum etc.) des im Vorbericht zur letzten Saison näher erläuterten Spielsystems der 05er nach wie vor stimmen und man bei Sprints (2157), intensiven Läufen (6663), gewonnenen Kopfballduellen (269) und gewonnenen Zweikämpfen (964) zur Spitzengruppe der Liga gehört, häufen sich einerseits die individuellen Fehler bei den Mainzern und andererseits schafft man es nicht, den vorhandenen Plan A weiterzuentwickeln und durch spielerische Lösungen zu ergänzen, wodurch die Mannschaft für viele gegnerische Trainer mittlerweile leicht auszurechnen ist. Die angesprochenen individuellen Fehler ziehen sich durch das gesamte Spielfeld. Man trifft falsche Entscheidungen im Spiel mit dem Ball, lässt den Gegner in Momenten des hohen Pressings zu leicht das Pressing umspielen und ist in der Tiefenverteidigung zu oft zu nachlässig und fehleranfällig. Schwächen, die unter anderem in Berlin zu allen 3 Gegentoren führten und damit das Aus für Mainz im Pokal besiegelten. Mit dem Ball fällt es Mainz sichtlich schwer, Lösungen zu finden, wenn der direkte Weg zum Tor nicht möglich und man gezwungen ist, den Ball durch die eigenen Reihen laufen zu lassen. Eine Passquote von 78,4%, gleichbedeutend mit Platz 17 in der Liga, spricht hier Bände. Wenn es den gegnerischen Mannschaften also gelingt, den offensiven Plan A der Mainzer, sprich lange Bälle auf Ajorque und direktes Spiel in die Spitze, zu unterbinden, dann ist Mainz häufig auf individuelle Momente angewiesen, was vielen der derzeit nach der Form suchenden Spieler sichtlich schwerfällt. Eine Ausnahme bildet hier der junge Brajan Gruda, der ein Lichtblick in dieser dunklen Saison der 05er ist und beispielsweise mit seinem sensationellen Tor gegen Gladbach für Aufsehen sorgte. Allerdings wird gerade dieser am Samstag verletzungsbedingt fehlen.



Spielvorschau

In der Leipziger Startelf wird es wahrscheinlich einige Veränderungen geben. Taktisch wäre eine Umstellung auf die gegen Köln erfolgreiche Dreierkette denkbar, realistisch ist aber wohl das RB-typische 4-2-2-2, mit dem RB auch in den letzten Spielen gegen Mainz agierte. Die Offensive mit Poulsen, Werner und Openda wird aufgrund der spielerischen Defizite in dieser Kombination wohl nicht wieder auflaufen. Openda könnte angesichts der bevorstehenden englischen Woche mit dem Champions-League-Spiel in Belgrad eine Pause bekommen, aber seine Torquote in der Bundesliga und die Torgefährlichkeit von Werner und Poulsen sprechen gegen einen solchen Wechsel. Somit ist Werner der wahrscheinlichste Kandidat für einen Platz auf der Bank, während Poulsen und Sesko sich um den Platz neben Openda duellieren. Da Poulsen gegen Belgrad wichtig werden könnte und Sesko auch gegen Köln seinen Torinstinkt unter Beweis gestellt hat, könnte das Pendel diesmal in Richtung Sesko ausschlagen. Auf der 10 spricht vieles für einen gut aufgelegten Baumgartner als Partner von Xavi. Im Zentrum könnte Schlager ein Kandidat für eine Pause sein und Kampl wieder in die Startelf rutschen lassen. Im Tor und in der Abwehr ist eine Rückkehr zur aktuellen Top-Besetzung zu erwarten.



Die Mainzer Startelf ist nach der Entlassung schwer vorherzusagen. Zu erwarten ist aufgrund der geringen Vorbereitungszeit eine Rückkehr zum typischen Mainzer 3-4-2-1, nachdem die Systemumstellung auf eine Viererkette im Pokal nicht wirklich überzeugen konnte. Im zentralen Mittelfeld dürfte Tom Krauß gute Chancen auf einen Startelfeinsatz haben und damit eine Bewährungschance gegen seinen Ausbildungsverein erhalten.

Mögliche Aufstellungen:

Mainz 05: Zentner – van den Berg, Leitsch, Fernandes - da Costa, Barreiro, Krauß, Caci - Lee, Ajorque, Onisiwo

RB Leipzig: Blaswich – Henrichs, Simakan, Lukeba, Raum – Haidara, Kampl – Simons, Baumgartner – Sesko, Openda

Der Trainerwechsel von Svensson zu Siewert kurz vor dem Spieltag bringt natürlich auf beiden Seiten zusätzliche Spannung in die Partie. Für Mainz ist es die Chance auf eine Trendwende und eine neue taktische Ausrichtung der Mannschaft. Für RB hingegen bedeutet der Trainerwechsel, dass sie taktisch nicht genau wissen, was auf sie zukommt und die Mainzer möglicherweise mit einer neuen Motivation auftreten, mit der die Mannschaft umgehen muss. Doch unabhängig von der taktischen Ausrichtung des Gegners oder einer zusätzlichen Motivation durch den Trainerwechsel wird es für die Mannschaft von Rose darauf ankommen, wieder mit dem nötigen Selbstvertrauen aufzutreten und den Ball in die torgefährlicheren Räume zu bringen. Gelingt dies, dann sollte RB mit der bisher gezeigten Effektivität und der individuellen Klasse, die man zweifelsohne auch ohne Olmo und Orban besitzt, in der Lage sein, die drei Punkte aus Mainz zu entführen, Trainerwechsel hin oder her.

Tipp: Die Rasenballsportler gewinnen das Spiel gegen die Mainzer 2:0 und holen nach den Erfolgen gegen Darmstadt und Köln den dritten Sieg in Folge in der Bundesliga.


Was läuft wo?

Liveticker RB-Fans.de: https://rb-fans.de

Radio: http://bullenfunk.fm/

TV-Übertragung: Sky Bundesliga

gNiklas