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Erst überrumpelt und dann doch einkassiert

Erst überrumpelt und dann doch einkassiert

Mit einem Blitzstart und zwei Kontertoren durch Openda hatte Leipzig Manchester kurz vor dem Nervenzusammenbruch. Aber der Champions League Sieger blieb ruhig, bestimmte die zweite Hälfte und schoss kurz vor dem Ende das 3:2 Siegtor. Am Ende doch die erwartete Niederlage, die aber knapper und damit fast schon vermeidbarer ausfiel als davor angenommen.

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Vor dem Spiel ist vor dem Spiel

In der Liga ordentlich Frust nach der Pleite in Wolfsburg, da war der Champions League Sieger nur bedingt geeignet, um Selbstvertrauen für die Liga zu tanken. Trotzdem gelang der Rose-Elf dieser Kunstgriff, auch wenn am Ende dennoch eine Niederlage stand.

Für den Auftritt in Manchester, wo RBL Anfang des Jahres zusammengeschossen wurde, setzte Rose auf eine taktische Anpassung und brachte eine sehr variable Fünferkette mit Schlager und Seiwald als Sechser davor. Da Henrichs kurzfristig passen musste, agierte Haidara als Rechtsverteidiger, bekam aber im Laufe des Spiels so seine Probleme. Vorne stürmte Openda vor Xavi und Forsberg, der Schwede mit seinem 40. Champions League Einsatz für Leipzig.

 

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Dreisatz des Spiels

Leipzig in der Wolfsburgrolle – tief und konzentriert stehen und mit Kontern für Gefahr sorgen. Das klappte gegen ein gewohnt spielbestimmendes City 50 Minuten ganz gut, fast schon zu gut. Openda eiskalt mit zwei sehenswerten Kontertoren, eines eingeleitet durch Blaswich, eines durch Xavi – eine Verwertungsquote, die zuletzt in der Liga stark vermisst wurde. Dann aber spielte die Pep-Elf ihre ganz Klasse aus, zog die Schlinge immer enger, ließ Leipzig kaum noch aus dem letzten Drittel und erzwang auch durch starke Einzelleistungen die Tore. Am Ende reichte die eine effiziente Halbzeit nicht, weil Manchester danach ähnlich effizient seine Tore erzielte. Was bleibt ist die Erkenntnis, dass Leipzig in der Liga vor anderen Herausforderungen steht, dort ist RBL selbst wie City, kann aber die Schlinge oft nicht so eng anlegen wie der Champions League Sieger.

 

Xavi allein gegen alle.

 

Die zwei besten Kicker aus der schönsten Stadt der Welt

Openda: Unglaublich effizient, wenn er es denn bis zum Abschluss schaffte. Das ließ City nicht oft zu, wenn, dann war er aber zur Stelle und setzte sich gewohnt griffig durch. Diese Effizienz fehlte in Wolfsburg noch, da hat Openda noch so seine Schwankungen drin, aber ein Blick auf die interne Torjägerliste verrät, dass dies bei ihm Jammern auf hohem Niveau ist.

Xavi: War auch von Abwehrspielern des Champions League Siegers teilweise nur unfair vom Ball zu trennen. Leitete das zweite Tor ein, hatte die meisten Keypässe auf Leipziger Seite und wurde am häufigsten gefoult. Tauchte wie das gesamte Team in der zweiten Halbzeit dann ab und musste nach einem Foul von Akanji angeschlagen runter. Aktuell gibt es leichte Entwarnung, was eine Verletzung anbelangt.

 

Bei Xavi wohl nichts Schlimmes.

 

Luft nach oben

Eigentlich fast alle anderen. So solide sie im ersten Durchgang verteidigten, auch da hätte City schon treffen müssen, allein ihnen fehlte die Effizienz, die Leipzig zur Führung verhalft. In der zweiten Halbzeit kam dann aber von RBL fast nichts mehr. Neben einem Abseitstor gab es nur noch eine Halbchance und defensiv ergaben sich mehr und mehr Lücken. Natürlich ist es schwer gegen diese Übermannschaft ohne Gegentor zu bleiben, aber Newcastle und Arsenal ist das diese Saison auch schon gelungen. Dazu fehlte es in der zweiten Halbzeit aber an Zugriff und Zweikampfstärke, was City letztlich einlud.


Tweet des Spiels

Ein Punkt wäre mindestens drin gewesen.

 

Champagner statt Bier – die Fans

Etwas mehr als 1000 Leipziger in Manchester. Leider wurde der Support aufgrund von Repressalien der Stadionordner teilweise eingestellt, wenn es aber mal laut wurde, dann waren das die Leipziger, die für Stimmung sorgten. Nicht nur der Fanblock bekam die fehlende Gastfreundschaft zu spüren, auch in den neutralen Bereichen des Stadions wurden Leipziger, unter ihnen Mitglieder des E-Sport Teams, aus dem Stadion geworfen. Die englische Gastfreundschaft ist ja nun auch nicht gerade sprichwörtlich, man weiß nun, warum das so ist…

 

Dafür waren die Jungs aber oft gut zu hören!

 

Pfeife des Spiels

Erster Auftritt für den Schweden Nyberg bei einem Leipziger Spiel. Insgesamt eine solide Spielleitung, aber im Detail war er mit den City-Kickern zu nachgiebig. Die Ampelkarte für Rúben Dias wäre ebenso möglich gewesen wie eine Verwarnung von Akanji (beispielsweise für das Foul an Xavi) oder Rodri. Andererseits kamen auch Schlager und Haidara ohne Gelbe aus dem Spiel.

 

Olmo ist wieder zurück!

 

Aufgefallen

1)      Schon hin und wieder oben angesprochen, in gewissem Sinne ein Spiegelbild des Wolfsburg Spiels mit vertauschten Rollen. Leipzig defensiv solide und gut eine Stunde lang auch schwer zu knacken, wobei hier und da auch Bruder Zufall eine Rolle spielte. City erhöhte den Druck, begann mit viel Ballbesitz und steigerte diesen sukzessive im zweiten Durchgang auf gut 75%. Am Ende war City das bessere Leipzig bzw. Leipzig das schwächere Wolfsburg, eher aber Ersteres. Wie Spiele gegen defensive Gegner gelöst werden, kann sich auch die Rose-Elf ein wenig abschauen. Sehr hohe Passeffizienz, Geduld, um auf den richtigen Moment zu warten und natürlich auch eine große Portion individuelle Klasse. City bleibt in dieser Kategorie auch eine Klasse für sich – quasi Cheatmode in real live.

2)      In den letzten Spielen haderte Leipzig mit der Effizienz vor dem Tor, dieses Mal konnte Rose sich nicht beschweren. Openda netzte bei den beiden einzigen echten Gelegenheiten. Diese Ausbeute braucht es auch in der Liga wieder, denn hier hatte RBL zuletzt viel liegen lassen und wurde hart dafür bestraft.

 

Die Qualität der Pep-Elf unbestreitbar.

 

3)      Im Prinzip kein Fußball, den Leipzig oft praktizieren wird. In der Liga dürfte das nur gegen Bayern, Dortmund, und Bayer gehen und schon Letztere dürften sich gegen eine dauerhafte Spielbestimmung sträuben. Insofern ist es zwar schön, – und auch erwartbar unter Rose – dass dieser Stil von RBL beherrscht wird, allein im Normalfall sind Lösungen gegen diesen Fußball gefordert – im Spiel mit dem Ball, bei Standards. Die Räume, die sich Openda bei seinen Toren geboten haben, die gibt es in der Bundesliga selten.

4)      Schon nach der Niederlage in Wolfsburg hatte ich geschrieben, dass City ein Bonusspiel ist. Auch wenn Leipzig mal kurz am Gruppensieg schnuppern durfte, so war dieser doch quasi illusorisch. Die Aufregungskurve bei mir während des gesamten Spiels recht niedrig, einfach weil es sehr schwer ist gegen die Pep-Elf ohne Gegentor zu bleiben oder vorne drei Dinger zu machen. Beides ist ja dann auch nicht eingetreten. So kann Leipzig nun eine gute Halbzeit als Mutmacher mitnehmen. Aber wichtig, das ist einzig das Duell mit dem alten Aufstiegsgegner aus Heidenheim. Da muss, gerade nach den letzten Niederlagen, ein Sieg her, um den Anschluss im Kampf um die Champions League Plätze nicht zu verlieren.

 

Der Blick geht nach vorn!

 

Fazit & Ausblick

Eine gute und vor allem effiziente Halbzeit reichen nicht, um City zu Fall zu bringen. Auch wenn Leipzig zumindest einem Punktgewinn sehr nahe war, so ging Manchester als der verdiente Sieger vom Platz. Die Passqualität und Ruhe im Spielaufbau beim Champions League Sieger sind von einem anderen Stern.

Insofern war Leipzig in der Wolfsburg Rolle, dem Underdog-Fußball, zwar gut, aber City war eben noch besser in ihrer Kernkompetenz, dem unermüdlichen Ballbesitz und Spielaufbau, bis sich die Lücke ergibt, das hat City deutlich besser drauf als Leipzig und da muss RBL hinkommen, denn die meisten Gegner in der Liga spielen schon selbst Underdog Fußball gegen RBL.

Das wird auch auf Heidenheim zutreffen, die am Wochenende nach Leipzig kommen. Gegen Aufsteiger ist Leipzig in der Bundesliga noch ungeschlagen, gegen die alten Aufstiegskonkurrenten hat RBL bisher aber auch nur zwei Siege – nämlich im ersten und im bisher letzten Aufeinandertreffen. Wie dem auch sei: Am Samstag muss ein Sieg her, denn sonst gerät die Spitze völlig außer Reichweite.

 

KickerWhoscoredSofacoreRBLUEFAFotMobfbref

 

Statistik
Manchester City FC: Ortega – Walker (54. Álvarez), Akanji, Rúben Dias (46. Aké), Gvardiol (90.+3 Gómez) – Rodri – Foden, Lewis, Bernardo Silva, Grealish (54. Doku) – Haaland
Bank: Ederson, Carson – Phillips, Stones, Bobb
RB Leipzig: Blaswich – Haidara (74. Carvalho), Simakan, Klostermann, Lukeba, Raum – Forsberg (C, 60. Baumgartner), Schlager (88. Kampl), Seiwald, Xavi (74. Poulsen) – Openda (60. Šeško)
Bank: Gulácsi – Lenz, Henrichs
Schiedsrichter: Glenn Nyberg (Schweden)
Tore: 0:1 Openda (13.), 0:2 Openda (33.), 1:2 Haaland (55.), 2:2 Foden (70.), 3:2 Alvarez (87.)
Torschüsse: 14 / 5
Schüsse aufs Tor: 6 / 3
expected Goals: 1,78 / 0,54
Passquote: 93% / 85%
Zweikampfquote: 53% / 47%
Ballbesitz: 70% / 30%
Laufleistung: 121,9 km / 124,3 km
Fouls: 10 / 11
Ecken: 6 / 7
Abseits: 1 / 4
Gelbe Karten: Rúben Dias / –
Zuschauer: 51.402 (ca. 2.000 Leipziger)

Rumpelstilzchen