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Den schwäbischen Galliern die Grenzen aufzeigen!

Den schwäbischen Galliern die Grenzen aufzeigen!

Im Duell Leipzig gegen Heidenheim treffen mit Frank Schmidt und Marco Rose die einzigen Bundesligatrainer aufeinander, die in ihrer Heimatstadt arbeiten. Für die von Rose trainierten Rasenballsportler ist es ein kritisches Spiel, in dem sie nach zwei Niederlagen in Folge wieder in die Spur finden müssen, um nicht kurz vor der Winterpause in eine kleine Krise zu geraten.

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Ausgangslage

Der unnötigen Niederlage gegen Wolfsburg folgte ein Spiel gegen das Starensemble aus Manchester, in dem man lange Zeit einen Punktgewinn oder gar einen Sieg vor Augen hatte, sich dann aber doch der unglaublichen Qualität des Gegners geschlagen geben musste. In diesem Spiel versuchte es Rose ausnahmsweise mit einem defensiveren 5-4-1, bei dem die Rasenballsportler auf sich bietende Kontersituationen lauern konnten. Ein Openda zeigte in diesem Spiel wieder einmal seine Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor, eine Qualität, die RB am kommenden Wochenende wieder brauchen wird, wenn mit Heidenheim eine spielerisch und qualitativ ganz andere, aber keineswegs leichte Herausforderung auf die Leipziger wartet.

Nicht leichter wird diese Aufgabe natürlich, wenn neben den bereits am Dienstag fehlenden Spielern (Orbán, Olmo, Bitshiabu und Werner) mit Xavi auch noch der bisher herausragende Akteur der Leipziger Saison auszufallen droht.



Der Gegner im Check

Mit einem Last-Minute-Tor am 34. Spieltag sicherten sich die Heidenheimer nach neun Jahren Zweitklassigkeit den Aufstieg und die Meisterschaft in der zweiten Bundesliga. Im Oberhaus angekommen, gelang es der Truppe von der Schwäbischen Alb aus den ersten 12 Bundesligaspielen 11 Punkte zu holen und sich zumindest vorübergehend im Mittelfeld der Tabelle zu platzieren. Basis dafür sind die starken Heimspiele der Heidenheimer, in denen sie 10 ihrer 11 Punkte holten und damit ihre magere Punkteausbeute aus den Auswärtsspielen (1 Punkt aus 6 Spielen) kompensieren können.

Großen Anteil an der Entwicklung der Heidenheimer haben Holger Sanwald und Frank Schmidt, die seit einer gefühlten Ewigkeit die Geschicke unseres kommenden Gegners lenken. Insbesondere Frank Schmidt ist es gelungen, seine Mannschaften von der Oberliga bis in die Bundesliga zu entwickeln und ihr eine klar erkennbare Identität zu geben. Seine wohl schwierigste Saison erlebte Schmidt 2018/2019, als Heidenheim lange vom Abstieg aus der zweiten Liga bedroht war und sportlich nicht viel gelang. In dieser Phase haben sich die Verantwortlichen in Heidenheim hinter ihren Trainer gestellt und deutlich gemacht, dass eine Entlassung von Schmidt nie eine Option sei und die Zusammenarbeit zwischen Trainer und Verein nur dann endet, wenn Frank Schmidt dies selbst entscheidet.



Um für die erste Liga gerüstet zu sein, hat sich Heidenheim gezielt nur mit wenigen Spielern verstärkt, denn im Gegensatz zum Mitaufsteiger Darmstadt musste kein großer Umbruch vollzogen werden, da kein sportlich wichtiger Spieler den Verein verlassen hat. Neu verpflichtet wurden Tim Siersleben, der bereits in der vergangenen Saison auf Leihbasis für Heidenheim spielte, und Marvin Pieringer, der in 26 Spielen für Paderborn 24 Tore erzielte. Außerdem wurden Benedikt Gimber, Omar Haktab Traoré, Nikola Dovedan und Eren Dinkçi ablösefrei bzw. auf Leihbasis verpflichtet. Alle diese Neuzugänge sind Stammspieler oder befinden sich im Dunstkreis der Startelf, was insgesamt einfach für eine sehr gute Transferphase der Schwaben spricht.

Ein Grund dafür, dass die Neuzugänge in Heidenheim schnell Spielpraxis erhalten, ist die klare taktische Basis, die die Spieler vergleichsweise schnell verinnerlichen können. Die Mannschaft von Frank Schmidt agiert eigentlich immer mit einer Viererkette. Je nach Gegner gibt es bei Heidenheim zwei wesentliche Änderungen, die sich zum einen auf den Sturm beziehen, wo entweder mit einem oder zwei Angreifern gespielt wird, und zum anderen auf das Zentrum, wo entweder mit einem oder zwei Sechsern agiert wird. Am häufigsten agierte Heidenheim in dieser Saison bisher in einem 4-1-4-1 mit Maloney als einzigem Sechser und Kleindienst als Sturmspitze.

Gegen den Ball verlässt sich Heidenheim auf ein gutes Stellungsspiel in der tiefen Verteidigung und einen sehr hohen Einsatz im Pressing, welcher sich unter anderem in den Statistiken Laufintensität (3. Platz in der Liga), Sprints (1. Platz) und Laufdistanz (1. Platz) widerspiegelt. Probleme können sich bei direkten Aktionen oder Kontern des Gegners ergeben, bei denen die gegnerischen Spieler mit viel Tempo auf die eigenen Innenverteidiger zulaufen, die Defizite in den Bereichen Antritt und Höchstgeschwindigkeit aufweisen.

Das Spiel mit dem Ball beginnt bei Heidenheim entweder mit einem langen Ball auf Kleindienst, der den Ball ablegt, oder mit einem flachen Aufbau zwischen Torhüter, den beiden Innenverteidigern und dem Linksverteidiger der Heidenheimer, der aufgrund technischer Defizite der beteiligten Spieler hin und wieder zu Unsicherheiten führt. Ist der Raum auf der Außenbahn frei, wird versucht, über die Außenverteidiger oder die äußeren Mittelfeldspieler ins letzte Drittel zu gelangen, wo je nach Strafraumbesetzung und gegnerischem Abwehrverhalten geflankt oder in die Mitte gezogen wird. Ist die Außenposition noch nicht frei, versucht man über die Achter oder Zehner eine Linie des Gegners zu überspielen und dann den direkten Weg zum Tor zu finden. Sobald Heidenheim in Tornähe ist, wird relativ schnell der Abschluss gesucht, was sich unter anderem in den meisten erzielten Distanztoren widerspiegelt. Im Offensivspiel spielen auch Standards eine entscheidende Rolle. Hier droht dem Gegner Gefahr durch gut getretene Standards von Jan-Niklas Beste, der der Schlüsselspieler seiner Mannschaft ist. Egal ob direkter oder indirekter Standard, Standard + Beste bedeutet eine gute Torchance für Heidenheim.



Spielvorschau

Nachdem RB unter der Woche gegen Manchester City von der gewohnten Grundordnung abgewichen war und gegen den Champions-League-Sieger mit einem 5-4-1 agierte, ist am Wochenende mit einer Rückkehr zum bewährten 4-2-2-2 und einigen personellen Veränderungen zu rechnen. Der angeschlagene Xavi, Haidara und Klostermann könnten aus der Startelf rotieren. Im Sturm könnte dann neben Openda, der nach seiner starken Leistung am Dienstag wieder in der Startelf stehen dürfte, Šeško auflaufen, der mit seiner Schnelligkeit die Heidenheimer Innenverteidiger vor Probleme stellen könnte. Baumgartner könnte, nachdem er in der Champions League nur auf der Bank saß, wieder in die Startelf rutschen und Xavi ersetzen. Als Rechtsverteidiger dürfte Henrichs, der Anfang der Woche noch krank war, wieder beginnen. Sollte es bei ihm nicht reichen, könnte Simakan wieder nach außen rücken und Klostermann als Innenverteidiger spielen. Bei Klostermann ist auch denkbar, dass er in diesem Spiel für Lukeba beginnt, um diesem eine Pause zu gönnen. Im Zentrum ist die Aufstellung offen, Schlager und Seiwald könnten hier wieder eine Chance bekommen.



Bei Heidenheim sind im Vergleich zum letzten Spieltag keine großen Änderungen in der Startelf zu erwarten. Der gesperrte Dinkçi (5. gelbe Karte) könnte durch Dovedan ersetzt werden. Alternativ könnte der eigentliche Rechtsverteidiger Traoré nach vorne rücken und Busch Traorés Position einnehmen. Wenn Heidenheim statt mit einem Sechser mit zwei Sechsern agiert, könnten Beck oder Schöppner aus der Startelf rotieren und Theuerkauf den zweiten Sechser neben Maloney geben.


Mögliche Aufstellungen:

RB Leipzig: Blaswich – Henrichs, Simakan, Lukeba, Raum – Schlager, Seiwald – Forsberg, Baumgartner – Šeško, Openda

Heidenheim: Müller – Traore, Mainka, Gimber, Föhrenbach – Maloney – Dovedan, Beck, Schöppner, Beste – Kleindienst

Gegen Heidenheim erwartet die Rasenballsportler, wie bereits erwähnt, natürlich ein ganz anderes Spiel als gegen Manchester City. In diesem Spiel muss man sich wieder auf eine intensive Defensivspielweise einstellen und gegen einen tiefstehenden Gegner auch wieder Lösungen finden und diese im Gegensatz zum Bundesligaspiel gegen Wolfsburg auch effizient nutzen. Vorne gilt es ein besonderes Augenmerk auf Jan-Niklas Beste zu legen und auch bei Standards wachsam zu sein und sich hier nicht von den Heidenheimern überraschen zu lassen. Werden die angesprochenen Punkte erfüllt und die Normalform auf den Platz gebracht, dann sollte es aufgrund der Qualität, die man auch ohne einen Xavi noch in der Startelf hat, reichen, um die auswärtsschwachen Heidenheimer ohne Punkte nach Hause zu schicken. Tipp: 3:1 für Leipzig.

PS: Wer noch keine Karten für das Spiel hat, der kann im Ticketshop oder in der Ticketbörse noch fündig werden! 


Was läuft wo?

Liveticker RB-Fans.de: https://rb-fans.de
Radio: http://bullenfunk.fm/
TV-Übertragung: Sky Bundesliga

gNiklas