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Pflichtsieg gegen die Kellerlilien
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Pflichtsieg gegen die Kellerlilien

Pflichtsieg gegen die Kellerlilien

Fast 30 Torschüsse und dennoch lediglich zwei Tore. Gegen Darmstadt brannte Leipzig kein Feuerwerk ab, aber siegte hochverdient mit 2:0. Ein frühes Eigentor und ein Fernschuss von Baumgartner kurz nach der Pause stellten die Weichen auf Sieg. Auch die Konkurrenz gewann, daher rangiert RBL weiter auf Platz 5.

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Vor dem Spiel ist vor dem Spiel

Das Aus in Madrid und das Wissen, in beiden Achtelfinalspielen nicht gerade vom Schiedsrichterglück geküsst worden zu sein, saßen den Leipziger noch in den Knochen. Nun war es also nur noch ein Wettbewerb und in dem läuft Leipzig noch dem Saisonziel hinterher. Im Spiel gegen den Tabellenletzten aus Darmstadt, das als erstes von zehn Begegnungen den Saisonendspurt einleitete, wechselte Rose auf einigen Positionen durch. Poulsen, Elmas, Kampl und Simakan ersetzten Šeško, Olmo, Haidara und Henrichs. Lieberknecht rotierte nach der blamablen Pleite gegen Augsburg sogar sieben Spieler.

 

Orbán jubelt, aber Isherwood war's.

 

Dreisatz des Spiels

Über weite Stecken fehlte Leipzig der offensive Punch, das frühe Eigentor, was sonst wohl auch Orbán reingewuchtet hätte, spielte RBL eigentlich in die Karten, aber es folgte eine relativ ereignisarme erste Hälfte. Die größten Chancen ließ dann zu Beginn des zweiten Durchgangs Openda aus, der Belgier hätte locker drei Tore machen können. Nach dem Treffer Baumgartners flachte das Spiel wieder ab und Darmstadt kam noch zu ein paar soliden Chancen. Leipzig zwar spielbestimmend und mit einem deutlichen Chancenplus, aber streckenweise auch zu ungefährlich – wie man einen Gegner filetiert, zeigten dagegen die Bayern gegen Mainz.

 

An Xavi verzweifelten die Lilien.

 

Die drei besten Kicker aus der schönsten Stadt der Welt

Xavi: Kein Tor und keine Vorlage und dennoch der beste Fußballer auf dem Feld – mit Abstand. Wie Xavi durch die Darmstädter pflügte und selbst durch Foulspiele (meistgefoulter Kicker) nicht aus dem Tritt gebracht werden konnte, war beeindruckend. Mit sechs Keypässen war er der beste Torschusseinleitende auf dem Platz – so viele wie die gesamte Darmstädter Elf zusammen. Zudem absolvierte er die meisten Zweikämpfe und gewann stolze 11 von 13.

Gulácsi: Parierte alles, was auf seinen Kasten kam, und das waren zumindest in Halbzeit 2 auch nicht ganz ungefährliche, weil abgefälschte Bälle. Guter Rückhalt, nachdem er zuletzt etwas in der Kritik gestanden hatte.

Simakan: Beackerte die rechte Seite und war offensiv mit vier Keypässen der zweitbeste Torschussvorlagengeber. Raum war zwar etwas umtriebiger, aber Simakan dafür effizienter und defensiv auch auffälliger. Außer ihm hätte hier auch Schlager genannt werden können, der das 2:0 einleitete und im Mittelfeld die Fäden zog.

 

Simakan bejubelt Baumgartners Fernschusstreffer.

 

Luft nach oben

Openda: Hatte großartige Chancen, die man auch erstmal erspielen muss, ließ sie aber allesamt aus. Gegen Darmstadt satte 2 xG liegenzulassen, war schon leicht fahrlässig. Bleibt ein hervorragender Goalgetter, aber im Vergleich zu den anderen Toptorjägern der Liga mangelt es ihm ein wenig an Effizienz.

Olmo: In seinen gut 25 Spielminuten kaum auffällig, 11 Ballberührungen, ein Keypass, kein Zweikampf. Trotz der Einwechslung namhafter Kicker gab es keine echte Endoffensive.

 

Tweet des Spiels

Xavi Masterclass.

 

Champagner statt Bier – die Fans

Gute Stimmung unter den Fans, nachdem im letzten Heimspiel bedingt durch den tragischen Todesfall eine beängstigende Stille geherrscht hatte. Nicht immer war die Liedauswahl gelungen, aber oft war auf den Rängen mehr los als auf dem Platz.

 

Pfeife des Spiels

Spiel Nummer 16. für Robert Hartmann aus Wangen mit Leipziger Beteiligung. In der Hinrunde war die Niederlage in Wolfsburg die erste Leipziger Pleite, die er seit Liga 3 leitete. Nun also der siebente Sieg im achten Bundesligaspiel. Die Kartenverteilung (0/3) war aufgrund der Foulspielverteilung (3/14) fast schon ein wenig nachsichtig.

 

Olmo mit dem 100. Bundesligaspiel – 16 Tore und 23 Vorlagen stehen zu Buche.

 

Aufgefallen

1)      Seit dem verpassten Aufstieg in die erste Liga 14/15 hatte Leipzig nicht mehr an einem 25. Spieltag gewonnen. Nun endlich der erste Bundesligasieg an einem solchen Spieltag. Hier schlug die Statistik gegen Bundesligaaufsteiger (keine Niederlag in 30 Spielen gegen Aufsteiger und zuletzt 14 Siege in Folge) die der Spieltagsnummer.

2)      Tabellarisch wichtige drei Punkte, da auch Stuttgart und der BVB ihre Spiele gewannen. Zumindest den Dortmundern stehen aber schwere Wochen bevor, in denen RBL zwingend besser punkten muss als die Borussia. Erstmals seit Dezember gewann Leipzig wieder zwei Ligaspiele in Folge, nächster Halt in Köln, um zwei Pflichtspiele in Folge zu gewinnen und danach zu Hause gegen Mainz und in Freiburg die längste Ligasiegesserie in dieser Spielzeit zu erreichen. Allein dies zeigt schon, wie durchwachsen diese Saison war.

 

Kein Spiel mit großem Erinnerungswert.

 

3)      Elmas mit seinem ersten Startelfeinsatz. Der Winterneuzugang gab vier Schüsse ab, was nach Openda die zweithöchste Anzahl war. Leider klagte er in der Halbzeit über Unwohlsein und wurde für den späteren Torschützen zum 2:0, Baumgartner, ausgewechselt. Insgesamt eine gute Vorstellung des Nordmazedoniers, der zu den besseren Kickern der ersten Halbzeit zählte. Wie bei Baumgartner, Seiwald und Šeško fehlt ihm aber im Gegensatz zu Olmo, Openda und Xavi das gewisse Etwas. Das kann noch kommen, aber die 100 Mio für jene vier Kicker haben Leipzig in dieser Saison nicht entscheidend vorangebracht.

4)      29 Torschüsse und davon nur 8 aufs Darmstädter Tor – also lediglich knapp mehr als ein Viertel. Bei den Lilien sah das mit 4 aus 9 – also 44,4% - deutlich besser aus. Da von den 29 nur ein gutes Drittel von außerhalb des 16ers abgegeben wurden (bei Darmstadt waren die Quote gleich) und die xG je nach Metrik zwischen 3,57 und 4,25 lagen, waren die Leipziger viel zu freigiebig mit ihren Möglichkeiten – in diesem Sinne sogar das schwächste Team des Spieltags. In engen Spielen fällt einem so etwas dann auf die Füße…

 

Darmstadt hilft RBL auf die Sprünge.

 

5)      Dass dieser hohe xG Wert nicht zwingend ein Feuerwerk bedeutet, war über weite Strecken auch auf dem Feld zu sehen. In den ersten 30 und den letzten 30 Spielminuten kam zusammen gerade mal ein xG zusammen. Die stärkste Phase hatte RBL nach dem Wiederanpfiff, als Openda binnen zehn Minuten drei Hochkaräter liegen ließ. Zudem hatte Darmstadt nach dem 2:0 auch seine beste Phase und hätte mit ein wenig Glück (abgefälschter Schuss) auch den Anschluss erzielen können. Insgesamt war das also wie so oft in dieser Saison nicht zwingend genug, was durch auch die Anzahl der Pässe der Abwehrspieler gestützt wird.

6)      11 Tore (Bestwert) und insgesamt 14 Scorer (Platz 4) wechselte Rose in dieser Saison ein. Nicht immer so erfolgreich wie zuletzt, aber über die Spielzeit gesehen offensichtlich nicht schlecht, zumal Rose bei eingewechselten Spielminuten gerade mal auf Platz 8 steht – ein Umstand, der durch die meist eher späten Wechsel bedingt ist. Die auf Platz 2-4 rangierenden Terzic, Tuchel und Hoeneß wechselten indes bereits mehr Scorer ein (18 bzw. 17).

 

Das Stehaufmännchen des Spiels.

 

7)      Während Leipzig am ersten Rückrundenspieltag gegen Leverkusen ligaweit die zweitjüngste Startelf der Saison aufwies, war die RBL-Elf gegen Darmstadt älter als die der Lilien. Dies lag zum einen an der Achse Gulácsi, Orbán, Kampl, Poulsen – die allesamt an die oder über 30 sind und zum anderen daran, dass mit Xavi und Lukeba nur zwei U23 Spieler auf dem Platz standen. Das ist ein Zeichen für die Konsolidierung Leipzig in der Spitzengruppe, aber es sollte auch zu denken geben, dass mit Xavi der jüngste Leipziger Stammspieler auch der regelmäßig der Beste ist. So ganz sollte man sich also von jung und wild auch nicht verabschieden.

8)      In Köln soll nun der dritte Ligasieg in Serie in Angriff genommen werden. Drei Ligasiege in Folge gelangen RBL diese Saison nur zweimal (September und Dezember) – ein Zeichen für die durchwachsene Saison. Im Endspurt kann sich Leipzig aber auf die Liga konzentrieren und hat mit Stuttgart, Bayer und Bayern – wenn auch erfolglos – schon einige schwere Brocken hinter sich. Köln konnte zuletzt in Gladbach, Hoffenheim und Stuttgart einen Punkt mitnehmen und gewann Anfang Februar gegen Frankfurt. Trotz Platz 16 – der über die Saison gesehen nicht unverdient für den FC ist – also kein Selbstläufer, aber ein Auswärtsspiel, was Leipzig gewinnen muss.

 

Am Ende ein Coltorti-Tor geht immer.

 

Ein Pflichtsieg – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Gegen den Tabellenletzten, der vor wenigen Tagen von Augsburg in seine Einzelteile zerlegt wurde, war es zeitweise fast schon uninspiriert. Immerhin gelang RBL erstmals ein Bundesligasieg an einem 25. Spieltag und zum ersten Mal in diesem Jahr zwei Ligasiege in Folge. Dass am Ende ein Eigentor und ein Fernschuss zum Sieg führten, aber keine der Großchancen genutzt werden konnte, passt leider nur zu gut in diese Leipziger Spielzeit.

Die längste Serie in der Liga ist mit vier Siegen in Folge äußerst knapp und stammt noch vom Start der Hinrunde. Sie einzustellen und zu verbessern, ist die Aufgabe in den kommenden letzten neun Ligaspielen. In Köln, die in Stuttgart und Gladbach jeweils einen Punkt mitnehmen konnten, geht es nun weiter.

 

Siegesparty.

 

KickerWhoscoredSofacoreRBLBundesligaFotMobunderstatfbref

 

Statistik
RB Leipzig: Gulácsi – Simakan (87. Henrichs), Lukeba, Orbán (C), Raum – Kampl (77. Seiwald), Schlager – Xavi, Elmas (46. Baumgartner) – Poulsen (77. Šeško), Openda (70. Olmo)
Bank: Blaswich – Lenz, Bitshiabu, Haidara
SV Darmstadt 98: Schuhen – Isherwood, Klarer, A. Müller (46. Karić) – Franjić (84. Gjasula), Kempe (C), Justvan, Holtmann (68. Honsak) – Torsiello (46. Polter) – Skarke, Vilhelmsson (68. Seydel)
Bank: Brunst – J. Müller, Pfeiffer, Zimmermann
Schiedsrichter: Robert Hartmann (Wangen)
Tore: 1:0 Isherwood (3.) ET, 2:0 Baumgartner (50.)
Torschüsse: 29 / 9
Schüsse aufs Tor: 8 / 4
expected Goals: 4,25 / 0,39
Passquote: 90% / 81%
Zweikampfquote: 62% / 38%
Ballbesitz: 64% / 36%
Laufleistung: 115,98 km / 118,23 km
Sprints: 237 / 205
Fouls: 3 / 14
Ecken: 8 / 4
Abseits: 0 / 1
Gelbe Karten: – / A. Müller (2), Klarer (7), Franjic (4)
Zuschauer: 44.319

Rumpelstilzchen