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Lieblingsgegner Köln? Leipzig mit entfesselter 2. Halbzeit!
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Lieblingsgegner Köln? Leipzig mit entfesselter 2. Halbzeit!

Lieblingsgegner Köln? Leipzig mit entfesselter 2. Halbzeit!

In Köln zeigte Leipzig wieder seine zwei Halbzeitgesichter und zog die Stellschrauben erst nach einem guten Drittel der Spielzeit fester an. Am Ende reichten wie in Bochum wenige Minuten, um das Spiel zu entscheiden. Raum, Openda und wie üblich Xavi ragten beim 5:1, mit dem Leipzig souverän in die Länderspielpause zog, heraus.

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Vor dem Spiel ist vor dem Spiel

Klarer Auftrag im März in der Bundesliga: Gegen die Kellerkinder – immerhin spielt Leipzig gegen die vier punktschlechtesten Mannschaften – muss gewonnen werden. Pflichtsiege am Stück. Das galt auch beim Gastspiel in Köln, die vor dem Spiel auf einem Relegationsplatz standen.

Befreit von etwaigen Doppelspielwochen dürfte in Sachen Rotation die Räder nach dem Champions League Aus etwas stiller stehen. Rose setzte mit der Rückkehr von Olmo, Haidara, Henrichs und Šeško auf eine Elf, die der aktuellen Topbesetzung sehr nahekam. Auf Kölner Seite wurde zweimal getauscht, wobei Timo Schultz nach einem Sieg aus den ersten neun Spielen bisher keine Trendwende einleiten konnte.

 

So glücklich kann man aussehen, wenn zwei Auswärtssiege in Folge eingefahren werden.

 

Dreisatz des Spiels

Leipzig und Köln agierten eine gute halbe Stunde auf Augenhöhe. Den wunderschönen Führungstreffer konnte der FC bedingt durch Leipziger Schläfrigkeit bei einer Ecke egalisieren. Danach plätscherte das Spiel etwas dahin – Šeško (31.) und Openda (45.+3) ließen gute Möglichkeiten aus. Wie gegen Bochum genügte dann eine Sturm und Drang Phase, um den Sieg zu fixieren. Unter den Toren einige der schönsten Angriffe der Saison, auch wenn es nur ein angeschlagenes und weitestgehend zahnloses Köln war, so wähnt man Leipzig auf einem guten Weg.

 

Xavi mal wieder überragend.

 

Die drei besten Kicker aus der schönsten Stadt der Welt

Xavi: Xavi, Xavi – immer wieder Simons. Erst erzielte er abgeklärt das 1:0 dann bereitete er mit viel Übersicht das 2:1 vor. Gemeinsam mit Raum die meisten Keypässe und eine in der Offensive durchaus beachtliche Passquote von 88% (Olmo zum Vergleich war bei 74%). Um auch nur den Ansatz einer Chance zu haben, Xavi über das Saisonende hinaus zu halten, braucht es die Champions League und für das Erreichen derselben braucht Leipzig aktuell Xavi.

Openda: Der Belgier mit seinem 19. Ligatreffer und dem 23. Saisontreffer. Auch wenn er gute Chancen ausließ (Nachspielzeit erste Halbzeit), so bleibt seine Treffsicherheit ein Schlüsselfaktor in dieser Saison. Mit vier Abschlüssen gab er nach Olmo die meisten Torschüsse ab. Sein Kopfball zum 3:1 war mustergültig, auch wenn ihn die Kölner Abwehr sträflich allein ließ.

Raum: Hätte vor einem Jahr jemand gesagt, dass Raum diese Spielzeit zu den Stammgästen in dieser Kategorie gehören wird, so hätte ich wohl lauthals aufgelacht. Raum ist nach Openda und Xavi aktuell Leipzigs drittbester Scorer (15) und hängt sich immer wieder mit allem was er hat, rein. Die Flanke zum 3:1 und auch die Vorarbeit durch den schlau geführten Zweikampf davor versinnbildlichten Raums Entwicklung sehr gut. Dazu hatte er die meisten Torschussvorlagen (6) – eine beeindruckende Entwicklung.

 

Köln ging dahin, wo es wehtat.

 

Luft nach oben

Olmo: Etwas glücklos. Tolle Vorvorlage beim 1:0, als er und Šeško schnell schalteten und Orbáns Einleitung klasse für Xavi auflegten. Die meisten Torschüsse, aber nicht nur beim Pfostenschuss in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit ohne Fortune. Im Hintergrund war Olmo aber eine sehr wichtige Figur. Davon zeugen die meisten Zweikämpfe und die meisten Dribblings. Das letzte Quäntchen fehlt aber beim Spanier noch. In der anbrechenden Schlussphase der Saison wird Leipzig es aber benötigen.

 

Tweet des Spiels

Ganz schön gesteamrolled.

 

Champagner statt Bier – die Fans

Über 1000 Leipziger zum Freitagabend in Köln – keine schlechte Quote, das muss man sich auch nicht von den üblichen Verdächtigen einreden lassen. Die Ost-West-Kamellen aus der Mottenkiste der Geschichte können die FC-Fans aber stecken lassen oder mit anderen Ewiggestrigen besprechen. Vom Motto des Spieltags - Together gegen Ausgrenzung war jedenfalls teilweise wenig zu spüren. In Leipzig schaut man jedenfalls lieber nach vorne. Und wenn man zurückschaut, dann doch lieber korrekt.

 

Erster Deutscher Meister bleibt Leipzig!

 

Pfeife des Spiels

In der Liga bleibt Leipzig unter Badstübners Leitung weiter unbesiegt. Nur in Augsburg (2021) ließ Leipzig überhaupt Punkte liegen. Die wettbewerbsübergreifende weiße Weste wurde schon Ende Oktober durch das Pokalaus etwas beschmutzt. Eine solide Spielleitung des Windsbachers, der ohne VAR-Eingriff durch die Partie kam und bei 11/13 Foulspielen jedem Team zwei Gelbe zeigte.

 

Die richtige Antwort auf einige wenige.

 

Aufgefallen

1)      In der zweiten Halbzeit, bzw. auch bereits in der Schlussphase der ersten, war Leipzig Spiel schon sehr nah dran am Idealbild. Druckvoll, zwingend, den Gegner einschnürend (33% Ballbesitz für den FC am Ende) und mit teilweise sehr sehenswerten Spielzügen. Gemessen am xG-Wert war Leipzig das zweitbeste Team des Spieltags nach den Bayern. In diesem Sinne kommt RBL so langsam auf Betriebstemperatur und gestaltet zunehmend mehr Spielminuten nach dem Leistungsvermögen, des nicht gerade kostengünstigen Teams.

 

Kurzzusammenfassung als Video.

 

2)      Eine echte Waffe in diesem Spiel auch die längeren Pässe, die mit zwei Dritteln auch eine sehr hohe Erfolgsquote aufwiesen. Olmo, Lukeba, Bitshiabu und Haidara erreichten gar 100% in dieser Kategorie. Sehenswert besonders aber auch Orbáns Pass (75%) vor dem 1:0. Durch diese aufbrechenden Schnittstellenpässe, mit einem hohen Packingwert, gelang es RBL, die auch nicht sonderlich gut sortierte Kölner Abwehr immer wieder aufzubrechen. Neben den Flanken (siehe 3:1 und 5:1) ein Element, was teilweise in dieser Saison viel zu kurz kam.

 

Ein Genießerpass.

 

3)      Ein wenig die Suppe versalzen hat das erneut sehr leichte Gegentor. Bei dem Treffer nach einer Ecke befand sich die Abwehr im kollektiven Tiefschlaf. Die Verteidigung der langen Ecke nach der Verlängerung sträflich unsortiert. Diese Bräsigkeit hat leider Konstanz in dieser Spielzeit und es kommt nicht von ungefähr, dass Leipzig seit Ende September (!) kein Auswärtsspiel ohne Gegentor über die Runden gebracht hat – immerhin klappte es zuletzt wenigstens daheim. Nächste Chance dann in Freiburg.

 

Rose mal langfristig betrachtet eingeordnet.

 

4)      Mit Poulsen wechselte Rose seinen 12. Torschützen in der Liga ein, das ist Ligabestwert. Bei Scorern ist noch Luft nach oben, hier ist Rose nur auf Platz 4, aber das unterstreicht auch ein wenig die Situation im Mittelfeld und auf der Außenbahn, wo es eine recht klare Hierarchie gibt und ein nicht zu unterschätzendes Gefälle (Henrichs und Raum gesetzt, keiner der Olmo und Xavi ernsthaft infrage stellen würde).

 

Haidara mit dem Fernschusstor, aber gegen Mainz gelbgesperrt.

 

5)      Mit dem dritten Sieg in Serie ist Leipzig immer noch nicht vorbei an der Dortmunder Borussia, aber auf dem besten Weg, die eigene längste Siegesserie in der Liga in dieser Saison einzustellen (4). Daran sieht man, dass noch Raum für Verbesserungen im Endspurt existiert, in dem sich Leipzig aber vollends auf die Aufgaben in der Liga konzentrieren kann. Der BVB hat indes einen bockschweren April vor sich, mit Doppelspielwochen und Kicks gegen Stuttgart, Bayer, Atlético und zum Abschluss Leipzig. Möglich, dass in Leipzig dann die Vorentscheidung im Kampf um die Champions League fällt. Bis dahin muss RBL dafür aber selbst seine Hausaufgaben erledigen.

6)      In der kommenden Länderspielpause stehen zwei Helden im Fokus, wobei das H sprichwörtlich ist. Bei uns auf der Seite werdet ihr ein Interview mit U19 Coach Heidinger zu lesen bekommen und in Wolfsburg bahnt sich die Rückkehr von Hasenhüttl an, der einst ganz Leipzig verzückte. Ein Aufeinandertreffen mit ihm könnte schon binnen Monatsfrist in Leipzig erfolgen, es wäre sicherlich ein sehr emotionaler Moment.

 

Mentalitätsmonster Raum.

 

Dritter Ligasieg in Folge – zum dritten Mal die Pflicht streckenweise sehenswert, streckenweise nicht ganz so sehenswert, erfüllt. RBL war über zwei Drittel der Spielzeit spielbestimmend und siegte hochverdient. Nach den Bayern die zweithöchste xG Wertung des Spieltags – das lässt sich selbst gegen arg limitierte Kölner sehen.

Gegen Mainz muss die Siegesserie jetzt fortgeführt werden und das wird in Anbetracht der letzten Ergebnisse aus dieser Paarung (nur ein Sieg aus den letzten sechs Spielen, dafür aber vier Niederlagen) auch eine Charakterfrage.

Im April sind die Gegner dann eine Etage höher anzusiedeln (u.a. Freiburg und Wolfsburg, letztere mit Hasenhüttl an der Seitenlinie), was Ende April dann in dem direkten Duell gegen die Borussia kulminiert. Die hat bis dahin das deutlich schwerere Programm, weshalb Leipzig jetzt nicht locker lassen darf und die Ergebnisse gegen die Kellerkinder auch korrekt einordnen muss.

 

90. Pflichtspieltreffer für Poulsen.

 

KickerWhoscoredSofacoreRBLBundesligaFotMobunderstatfbref

 

Statistik
1. FC Köln: Schwäbe – Carstensen, Kilian, Chabot, Pacarada – Martel, Huseinbašić (80. Christensen) – Alidou (73. Downs), Kainz (C 73. Selke), Finkgräfe (88. Schmitz) – Adamyan (80. Tigges)
Bank: Pentke – Heintz, Dietz, Bakatukanda
RB Leipzig: Gulácsi – Henrichs (83. Simakan), Orbán (C), Castello Jr. (85. Bitshiabu), Raum – Haidara (83. Kampl), Schlager – Xavi, Olmo – Openda (75. Baumgartner), Šeško (74. Poulsen)
Bank: Blaswich – Lenz, Elmas, Seiwald
Schiedsrichter: Florian Badstübner (Windsbach)
Tore: 0:1 Xavi (15.), 1:1 Adamyan (18.), 1:2 Openda (63.), 1:3 Openda (67.), 1:4 Haidara (70.), 1:5 Poulsen (82.)
Torschüsse: 10 / 22
Schüsse aufs Tor: 2 / 8
expected Goals: 1,18 / 3,93
Passquote: 75% / 88%
Zweikampfquote: 43% / 57%
Ballbesitz: 33% / 67%
Fouls: 11 / 13
Ecken: 3 / 6
Abseits: 1 / 1
Gelbe Karten: Finkgräfe (3), Alidou (2) / Xavi (6), Haidara (5)
Zuschauer: 49.000

Rumpelstilzchen