Das Team lebt! Verdienter 3:0 Sieg gegen die Eintracht aus Frankfurt
Inhalt
Vor dem Spiel ist vor dem Spiel
Viele verletzte Spieler, fehlende Leistungsträger, ein Team außer Form, ein Trainer(stab) ohne Antworten und eine Negativserie, die es so in diesem Ausmaß noch nicht gab. Die letzte Bundesligaheimniederlage gegen Wolfsburg mit 1:5 lag erst vier Tage zurück. Eine schier ungünstige Ausgangslage für unsere Rasenballer gegen den Favoriten aus Frankfurt.
Die Eintracht aus Frankfurt im Gegensatz zu uns mit einem Lauf und sieben Siegen aus den letzten sieben Pflichtspielen. Das katapultierte sie nicht nur zuletzt auf Platz 2 in der Fußballbundesliga, sondern auch international sind sie ungeschlagen in der Europa League. Mit der Unterstützung von über 5.000 Fans gegen einen krisenbehafteten Gastgeber war alles angerichtet für einen weiteren Erfolg.
Für Marco Rose sollte es nach dem Wolfsburgfiasko „das“ Endspiel werden, die letzte Möglichkeit, mit einem Erfolg seinen Job zu sichern. Die Wahrscheinlichkeit nach den zum Teil blutleeren Auftritten war sehr gering. Aber die Hoffnung bestand auch, dass das Team mehr denn je in der Pflicht war, Verantwortung zu übernehmen, den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Schließlich ist auch jedes Pokalspiel ein Endspiel und wir alle denken oft und gerne zurück und schwelgen in Erinnerungen der erfolgreichen Pokalsiege. Der DFB-Pokal ist unser Wettbewerb und irgendwie auch der letzte Strohhalm in dieser Saison, doch noch etwas reißen zu können.
Spieltag #DFBPokal 🏟💪
— RBoligei (@BoligeiR) December 4, 2024
RB Leipzig 🆚️ Frankfurt pic.twitter.com/yYe9EnvGLY
Dreisatz des Spiels
Es gibt Fußballspiele und -abende, die wünscht man sich einfach als Fan miterlebt zu haben. Und genau das war gestern so ein Abend, der so ziemlich alles in sich barg, so dass das zuletzt geschundene RB-Fanherz endlich wieder ordentlich Vitamine bekam, um seine Welt wieder gerade zu rücken sowie mit Zuversicht und Hoffnung in die nächsten Spiele bis Weihnachten gehen zu können.
Manch einer wunderte sich ob der schwachen Vorstellung der Eintracht. Aber man kann nur so gut spielen, wie es der Gegner auch zulässt. Und das haben unsere Rasenballer diesmal sehr gut auf den Platz gebracht. Marco Rose hatte das Team glänzend auf das Spiel der Frankfurter eingestellt und gleichermaßen war das Team bereit, auch über Leidenschaft, Kampf, Wille und hohem Aufwand für ihren Trainer zu spielen.
Am Ende des Tages lagen sich alle in den Armen. „Emotion“ war das Schlagwort des Abends. Freudentränen liefen bei dem einen oder anderen Fan und Marco Rose-Rufe vor der Fankurve, während sich dieser das (Leipziger-)Herz hält. Es war ganz viel Liebe mit im Spiel und an diesem Pokalabend. Aber auch endlich zeigte das Team wieder sein wahres Gesicht, zu was es imstande sein kann zu leisten. Jeder Spieler hängte sich rein, glänzte auf seiner Position, als gebe es kein Morgen mehr.
Was fr ein Tooooooorrrr!!!!
— Emily (@Sabine_Frieda) December 4, 2024
Ich habe Pipi in den Augen ❤️🔥❤️🔥❤️🔥 pic.twitter.com/tkvnSjAG8s
Einer für Alle, Alle für Einen – Spieler und Trainer als Einheit
Aufgefallen
1) Nusa - bleibt DER Transfer der Saison. Wieder ist es der junge Norweger, der mit seinen Aktionen unmittelbar am Erfolg der Mannschaft beteiligt ist. In diesem Spiel wirbelte der neue König des Nordens als linker Schienenspieler respektive offensiver Außenverteidiger und war erneut bei allen drei Leipziger Treffern beteiligt. Besonders sein 1 gegen 1 schaffte Räume, die Sesko und Openda bespielen konnten.
2) Loïs Openda & Benjamin Sesko – Die Torflaute beider Profis ist endlich vorbei. Zumindest in diesem DFB-Pokalspiel konnten beide wieder ihr wahres Leistungsvermögen zeigen. Klasse Einzelleistungen bei den Toren unterstrichen die Qualitäten, die in ihnen schlummern. Diese gilt es nun auch in der Bundesliga und im internationalen Geschäft abzurufen. Aber es war auch schön zu sehen, wie sie ihre Emotionen herausließen und das Publikum mitnahmen. Man wünscht sich gern weitere solcher Momente.
3) Rose stabilisiert die Hintermannschaft - Eine unorthodoxe Aufstellung, die Rose zum Pokalspiel gewählt hatte. Seiwald, Orban und Geertruida bildeten die Dreierkette, Henrichs und Nusa die Außenbahnspieler. Besonders in der Rückwärtsbewegung und bei einem guten Stellungsspiel gegen die spielstarken Frankfurter zeigte sich die Stärkung der Defensive und trotzdem konnten Henrichs und Nusa die Offensive gut unterstützen und strahlten von den Außenbahnen stets Gefahr aus.
NUS🅰️🅰️🅰️ pic.twitter.com/6wTC5K6tBz
— RB Leipzig English (@RBLeipzig_EN) December 4, 2024
1 - Jüngste Spieler mit drei Assists in einem DFB-Pokal-Spiel (seit det. Datenerfassung 2008/09):
— OptaFranz (@OptaFranz) December 4, 2024
🥇 Julian Brandt (2015): 19 Jahre, 179 Tage
🥈 Antonio Nusa (2024): 19 Jahre, 231 Tage
🥉 Roberto Firmino (2013): 21 Jahre, 305 Tage
Brilliant. #RBLSGE @RBLeipzig
4) Es leben die Flexibilität - Wenn das Personal knapp ist, muss man umdenken. Seiwald integriert sich als neuer Innenverteidiger und macht seine Arbeit gut. Von Frankfurts Sturmstar Omar Marmoush war im Spiel nicht viel zu sehen. Aber auch in der Vorwärtsbewegung konnte Seiwald mit seiner Übersicht das Spiel beleben und mit aufbauen. Mindestens in der Zeit bis zur Winterpause scheint man eine gute Alternative für die Innenverteidigung gefunden zu haben.
5) Das Mindset stimmt - Bis zur 31. Minute wirkte die Offensive wieder glücklos. Ein Abseitstreffer und einige vergebene Chancen ließen den pessimistischen RB-Fan schon das Schlimmste vermuten. Doch die Mannschaft hielt an ihrem Spielplan fest und zeigte sich unbeeindruckt. Da, wo man in den letzten Spielen anfing hektisch zu werden, blieb man diesmal cool und konnte dies mit Erflog krönen.
6) Das Publikum - 37.187 verkaufte Tickets und weitere 5.300 Rückläufer in der Ticketbörse. Im Großen und Ganzen eine bescheidene Zuschauerzahl gegen einen lukrativen und starken Gegner. Aber in Anbetracht der schwächelnden Leistungen der vergangenen Wochen durchaus verständlich. Die, die dabei waren oder dabei sein konnten, haben für eine ordentliche Stimmung gesorgt und somit erneut zu einem unvergesslichen Pokalabend beigetragen.
7) Hochmut kommt vor dem Fall: Die Gästefans - ca. 4.700 Tickets über dem Gästeblock und weitere 1.000 im weiten Stadionrund verteilt, rundeten einen stimmungsvollen Pokalabend ab. Schlecht nur, wenn die Gästefans schon vor dem Spiel laufstark "Auswärtssieg" brüllen. Da passt es gut ins Bild, dass unser Verein weiterhin ihre Hymne spielt, aber diese umgekehrt die unsrige und unseren Stadionsprecher auspfeifen. Am Ende gab es nur einen Sieger und die Antwort auf dem Platz!
8) DAS TEAM, Teil 1 - Ob ein Nicolas Seiwald oder ein Willi Orban, ob ein Arthur Vermeeren oder ein Benjamin Henrichs. Alle Spieler gingen an diesem Abend voran und übernahmen Verantwortung. Man hat gleich von Beginn an gesehen, dass das Team mit einer ganz anderen Körpersprache auftrat. Damit es nun nicht nur bei einem Intermezzo bleibt, ist das Team für die nächsten Aufgaben in der Pflicht, daran zu wachsen und den Turnaround gemeinsam zu schaffen. Ein Anfang ist getan.
9) DAS TEAM, Teil 2 - E steht hinter Rose!. Nach dem desolaten 1:5 gegen Wolfsburg konnte man meinen, dass Team spielt nicht nur gegen einen zu kleinen und durch Verletzungen geprägten Kader, sondern auch gegen den eigenen Übungsleiter. Man mag sich nicht vorstellen, mit welcher Last Rose am Mittwochabend ins Stadion gefahren ist. Das Team zeigte jedoch eine Antwort und spätestens nach dem Jubel zum 3:0 steht fest, es steht zu 100 % hinter dem Trainer. Ein emotionales Statement.
Ein wichtiges Signal im heikelsten Moment!
— Philipp Hinze (@philipphinze24) December 4, 2024
In gewisser Weise ging es gegen Eintracht Frankfurt auch und vor allem um die Zukunft von Marco Rose. Fakt: Mannschaft & Trainer brennen füreinander.
Grundtugenden feierten genauso ein Comeback wie geschlossenes Pressing und… pic.twitter.com/vcTTGsMmBn
Alles im Namen der Rose
10) Emotionaler Moment, Teil 1 - Loïs Openda trifft zum 3:0 und rennt anschließend jubelnd auf die Trainerbank zu. Das, was danach kam und nicht nur aus den Fans herausbrach, waren pure Emotion und Freude gepaart mit Leidenschaft und Herz. Einer für alle, alle für einen und unser Trainer stand dabei ganz im Mittelpunkt. Momente und Bilder, die man nicht mehr vergisst. Eine Botschaft, die man somit nach außen getragen hat und zeigt, dass wir weiterhin eine Einheit sind.
11) Emotionaler Moment, Teil 2 - „Marco Rose“-Sprechchöre nach Spielende vor der Kurve. Es war gefühlt das erste Mal, dass unser Trainer so nah vor uns Fans stand und gefeiert wurde. Wie Marco sich dabei oft an sein Herz fasste und sich bedankte, war ein ergreifender Moment. Auch an dieser Stelle einen großen Dank an uns Fans und somit verbunden mit dem Signal, welches an das Team und den Trainer gesendet wurde.
Marco-Rose-Sprechchöre nach der Auferstehung im #DFBPokal #RBLeipzig #RBLSGE pic.twitter.com/guwsg4kBh4
— RBlive! (@rb_live) December 4, 2024
Nach dem Spiel wurde Marco Rose in der Kurve gefeiert
Fazit und Ausblick
Schritt Eins ist getan und es gab viel zu jubeln an diesem Pokalabend. Ein Gefühl, welches uns in den letzten Spielen und Wochen größtenteils verwehrt blieb. Der DFB-Pokal bleibt weiterhin ein guter und erfolgreicher Wettstreit, der uns zu liegen scheint. Langsam wird die Hoffnung größer und die Gedanken schwelgen in Richtung Pokalfinale. Es sind nur noch zwei Spiele. Je nach Losglück ist ein erneutes Pokalfinale immer näher gerückt, da nach Dortmund nun auch der FC Bayern nicht mehr um den Pokal mitspielen kann.
Trotzdem bleibt nach dem Pokalabend leider nicht viel Zeit der Freude, denn die nächste Aufgabe naht im Rahmen der englischen Wochen bis Weihnachten. Das nächste Spiel gegen Holstein Kiel am Samstag wird ein Schweres und ein ganz anderes werden. Die abstiegsbedrohten Kieler „müssen“ unbedingt punkten und haben das Heimpublikum hinter sich. Sie sind lauf- und kampfstark und werden körperlich unserem Team wieder alles abverlangen.
Für unser Team heißt es jetzt trotz Personalsorgen, weiterzumachen und an die Leistungen im Pokalspiel anzuknüpfen. Denn umso schmerzhafter dürften erneute Punktverluste in der Bundesliga sein. Es gilt das Momentum auszunutzen. Und es geht weiterhin um den Job von Marco Rose, der vorerst mit dem Pokalsieg gegen Frankfurt seinen Job rettete. Das Team muss für sich und weiter für ihren Trainer kämpfen und nun auch in Kiel sowie in den darauffolgenden Spielen dieses mehrfach beweisen.
Pressekonferenz nach dem Spiel
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Kicker – Whoscored – Sofacore – RBL – Bundesliga – FotMob – understat – fbref
RB Leipzig: Vandevoordt – Henrichs, Seiwald, Orban (C), Geertruida, Nusa (84.
Klostermann) – Haidara (71. Schlager), Vermeeren – Baumgartner, Openda,
Sesko (76. Silva)
Eintracht Frankfurt: Trapp – Kristensen, Koch (66. Höjlund), Tuta – Collins (55.
Knauff), Skhiri, Larsson (46. Chaibi), Brown (82. Dahoud) – Götze (55.
Nkounkou) – Ekitike, Marmoush
Bank: Gulacsi (Tor), Zingerle (Tor) – Kampl, Sakar, Jatta, Gebel
Schiedsrichter: Sven Jablonski
Tore: 1:0 Sesko (31.), 2:0 Openda (50.), 3:0 Openda (58.)
Torschüsse: 15 / 7
Schüsse aufs Tor: 7 / 1
Passquote: 77% / 88%
Zweikampfquote: 51% / 49%
Ballbesitz: 36% / 64%
Fouls: 3 / 9
Ecken: 3 / 9
Abseits: 2 / 2
Gelbe Karten: Seiwald (1) / Dahoud (1)
Zuschauer: 37.187
RBoligei & AlexHell