Bochum, ich patz‘ bei dir! Die Leipziger Diva gibt weiterhin Rätsel auf!
Inhalt
Rätsel vor dem Spiel
Klar war: Openda und Sesko fehlen beide aufgrund ihrer Gelb-Rot-Sperren, Poulsen wird nicht die Kraft haben, über 90 Minuten zu starten. Daher waren die Fragen vor allem in der Offensive zu finden. Bekommt Elmas nach langer Zeit mal wieder eine Chance? Bekommt ein Nachwuchsspieler ein Startelfdebüt? Oder wird dem etablierten Personal vertraut? Die Antwort war ehrlich gesagt wenig überraschend. Rose vertraute den erwarteten Spielern und richtete die Mannschaft in einem 3-4-3 aus. Gegenüber dem 1:2 in Stuttgart gab es lediglich die notwendigen zwei Wechsel. Für die beiden gesperrten Spieler rückten Nusa und Baumgartner in die Startelf, ansonsten blieb alles unverändert.
JUNGS, AUFWACHEN JETZT.
— RB Leipzig (@RBLeipzig) January 18, 2025
⏱️ 64. | 3:3 | #BOCRBL pic.twitter.com/PSpqvDA1lm
Besser wäre gewesen, nicht einzuschlafen...
Rätsel während der ersten Halbzeit
Die Frage war: Wie findet das Team nach der Enttäuschung in Stuttgart rein? Wie reagiert die Mannschaft auf das letzte Spiel? Die Antwort: Nach 25 Minuten schaute man sich an und wunderte sich über das starke Auftreten der Leipziger Mannschaft. Was war passiert? Nach einer soliden Anfangsphase beider Mannschaften, hatte RB Leipzig brutal starke 15 Minuten. Angefangen mit dem 0:1 durch Willi Orban, wo man sich bis jetzt noch die Frage stellt, ob das alles so beabsichtigt war. Danach platzte ein wenig der Knoten, wenn auch unter freundlicher Mithilfe vom Bochumer Torhüter, der beim schnellen 0:2 durch Antonio Nusa wirklich nicht gut aussah, den muss er haben, sowie des Kölner Kellers, die keine kalibrierte Linie ziehen konnten, weswegen der Treffer aus Mangel an Beweisen zählte.. Das 0:3 durch Christoph Baumgartner nach 21 Minuten erweckte auf den Rängen den Eindruck, dass das Spiel eine eindeutige Nummer wird und spätestens mit diesem Tor wurde es auch auf den Rängen wieder ruhiger. Nach den 25 Minuten fuhr RB zwei Gänge runter. Dennoch hatte man das Gefühl, dass man das Spiel im Griff hat und gut kontrolliert. Nunja…
Was meint ihr - Wird für Marco Rose es langsam eng oder ist spätestens nach Saisonende Schluss? Oder wird an ihm festgehalten? Der aktuelle BL-Punkteschnitt von 1,72 ist bisher der Drittschlechteste in einer Saison. D. Tedesco musste nach 1,8 gehen. Punkteschnitt der letzten 10 BL-Spiele 1,1 #Rose
— RBoligei (@rboligei.bsky.social) 18. Januar 2025 um 20:57
[image or embed]
Der Schnitt des Grauens.
Rätsel während der zweiten Halbzeit
Umso erstaunter war man über das Bild, welches sich in der zweiten Halbzeit ergab. Es war natürlich klar, dass Bochum wieder hochmotiviert aus der Kabine kommt. Dies sagte die Mannschaft auch in den Interviews nach dem Spiel. Sie strahlte aber genau das Gegenteil aus. Sie wirkte komplett überrascht und noch nicht wieder mit dem Kopf auf dem Rasen. Sinnbildlich dafür steht der Fehler vor dem 1:3 von Peter Gulacsi. Völlig unnötig, den Ball unter Druck in die Pressingzone gespielt, noch dazu in einer miserablen Passqualität und so, dass der Verteidiger aus dem Stand gegen den bereits im Lauf befindlichen Angreifer automatisch Probleme bekommt. Bochum eroberte daraufhin den Ball und Holtmann legte auf Boadu rüber. Dies war sein erster Streich und der zweite folgte zugleich. Neun Minuten später erzielte Bochum den Anschlusstreffer. Der Ex-Leipziger Bernardo hob den Ball nach einem Einwurf und schlecht verteidigter Aktion eines Leipzigers im Strafraum wieder auf Fünferhöhe, Broschinski berührte den Ball leicht aber entscheidend und Boadu knipste zum zweiten Mal und spätestens mit diesem Tor war das Stadion wieder komplett da und die Leipziger verloren jetzt komplett den Faden. Wiederum nur zwei Minuten später foulte Antonio Nusa Bochums Dani De Wit im Sechzehner. Natürlich schnappte sich Myron Boadu den Ball und natürlich verwandelte er den Elfmeter zum 3:3. Tollhaus Bochum, Irrenanstalt Leipzig. Zwar fing man sich danach wieder und eroberte sich die Kontrolle ein wenig zurück, doch es gelang nicht wirklich, das Spiel nochmal an sich zu reißen. Top-Chancen wurden kläglich weggeworfen und so ein Sieg endgültig leichtfertig verspielt. Man scheiterte wieder mal an Naivität und eigenem Unvermögen und nicht nur das. Man wurde den Eindruck nicht los, dass die Mannschaft phasenweise nicht 100% Einsatz gab. Das ist besonders ärgerlich angesichts der punktenden Konkurrenz aus Frankfurt und Stuttgart.
Kevin #Kampl findet klare Worte zum Remis:
— RB Leipzig (@RBLeipzig) January 18, 2025
🗣️ "Mir fehlen die Worte. Die erste Hälfte war top, da haben wir mit dem Ball und gegen den Ball alles umgesetzt. Aber wir sagen uns in der Halbzeit noch, dass wir aufpassen müssen. Selbst wenn es 3:0 steht, ist es hier immer… pic.twitter.com/PnNCTRpiN8
Ein echtes Oxymoron.
Nett to know
Premiere I: Erstmals in der noch jungen Vereinsgeschichte schaffte man es, einen Drei-Tore-Vorsprung zu verspielen. Dies ist vorher noch unter keinem Trainer passiert.
Premiere II: Seit der Einführung der fünf Wechselmöglichkeiten, nahm man nur zwei Wechsel vor. Dass man anscheinend in so einem Spiel lediglich 13 Spielern zutraut, das Ruder wieder auf seine Seite zu ziehen, spricht entweder für eine katastrophale Kaderpolitik, oder für eine katastrophale Fehleinschätzung auf der Trainerbank. Da ich es nicht final bewerten kann, sucht es euch aus, wofür ihr euch entscheidet.
Premiere III: So schnell wie in diesem Spiel, führte man in dieser Saison noch nie mit 3:0. Gegen Augsburg brauchte man dafür 46 Minuten. Umso bitterer, dass man diesen Sieg so dermaßen leicht wegschmiss.
Es liest sich grausam. Dad m weit gut und dann kommt der böse Dieter und ändert die Taktik. Das kann man schon mal aus den Rhythmus kommen. Außerdem waren sie wohl nicht bereit #RBLeipzig
— Klex in der Landschaft (@klex1974.bsky.social) 18. Januar 2025 um 19:16
[image or embed]
Für einige in Leipzig wohl eher ein Alptraum.
Des Rätsels Lösung?
Schwer zu sagen, wo man jetzt genau den Hebel ansetzen muss. Es scheint so, als würde die letzte individuelle Qualität fehlen, gepaart mit Ansprüchen, denen anscheinend einige in der Mannschaft auch psychisch nicht Stand halten können. Gleichzeitig wird man das Gefühl nicht los, dass es im Kader an der letzten Ernsthaftigkeit bei einigen mangelt. Dies passt auch zu den Statements der Protagonisten nach dem Spiel. Wenn Marco Rose fehlende Professionalität anprangert, ist das etwas, wo bezweifelt werden darf, ob dies zeitnah gelöst werden kann. Denn das ist etwas, worauf sportliche Führungen achten müssen. Aktuell sieht es nicht danach aus, dass man dieses Problem in den Griff bekommen kann, denn es ist diese Saison nicht das erste Mal passiert. Genauso sieht es um die thematisierte Naivität aus. Ja, RB hat einige junge Spieler in seiner Mannschaft, dennoch sind neun der 13 eingesetzten Spieler 25+ oder älter, da darf durchaus – vor allem auf diesem Niveau – erwartet werden, dass Naivität kein Grund ist, Spiele so aus der Hand zu geben. Womit wir dann wieder beim Thema sind, welchen Anteil Marco Rose an der Situation hat. Erreicht er die Mannschaft noch so, wie es das auf diesem Level nötig ist? Ist seine Taktik und sein Spiele(r)-Konzept nicht ausreichend für ganz oben? Hat die Mannschaft falsche Trainingsschwerpunkte? Die Resultate auf dem Platz lassen auf jeden Fall die Schlussfolgerung zu, dass die Probleme vielfältig zu sein scheinen. Insbesondere in den letzten Spielen ist die Ausbeute weit weg von einer Spitzenmannschaft. Es muss dringend etwas passieren, möchte man die hochgesteckten Ziele erreichen. Es muss JETZT geliefert werden.
Für die Schmerzbefreiten.
Kicker – Whoscored – Sofacore – RBL – Bundesliga – FotMob – understat – fbref
Statistik
VfL Bochum: Drewes – Bernardo, Oermann, Ordets – Wittek (C), Passlack (46. Holtmann), de Wit (90.+2. Hofmann), Sissoko – Bero, Boadu (90.+2. Daschner), Broschinski (89. Masovic)
Bank: Horn – Gamboa, Medic, Bamba, Miyoshi
RB Leipzig: Gulácsi – Klostermann, Orbán (C), Seiwald – Baku (73. Poulsen), Vermeeren (68. Haidara), Kampl, Raum – Xavi, Nusa, Baumgartner
Bank: Vandevoordt – Geertruida, Bitshiabu, Elmas, Ramsak, Gebel, Voufack
Schiedsrichter: Robert Hartmann (Wangen)
Tore: 0:1 Orbán (10.), 0:2 Nusa (14.), 0:3 Baumgartner (21.), 1:3 Boadu (48.), 2:3 Boadu (57.), 3:3 Boadu (61.) FE
Torschüsse: 14 / 11
Schüsse aufs Tor: 3 / 3
expected Goals: 2,76 / 2,39
Passquote: 71% / 78%
Zweikampfquote: 49% / 51%
Ballbesitz: 45% / 55%
Laufstrecke: 117,00km / 115,32km
Sprints: 246 / 213
Fouls: 14 / 7
Ecken: 6 / 3
Abseits: 5 / 4
Gelbe Karten: Bero (5), Passlack (3), Sissoko (3), Ordets (3)
Zuschauer: 24.158
Der wahre Fan