Neue Gesichter, schwere Abgänge. Das ist unser Kader im Wandel
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Radikaler Schnitt bei RB Leipzig: Abgänge prägen den Neustart
Der Klub hat den Kader einmal komplett auf links gedreht. Viele neue Spieler kamen, aber einige bekannte Namen gingen auch. Wir ziehen ein Fazit über den Transfersommer in der Messestadt.
Der zuletzt an RB Salzburg verliehene Janis Blaswich hat nun Leipzig endgültig Richtung Leverkusen verlassen. Der erfahrene Torhüter hat im Kampf um die Nummer 1 im Tor von RB Leipzig keine Chance und wäre maximal der dritte Torhüter im Kader gewesen.
Mit Benjamin Šeško wurde der vielversprechendste Stürmer abgegeben. Sein Wechsel bringt zwar viel Geld in die Kasse, hinterlässt aber sportlich eine große Lücke. Mit ihm geht einer der Torgaranten der letzten Saison zu Manchester United.

Auch wurde kurz vor Torschluss Šeškos Sturmpartner Loïs Openda an Juventus Turin verliehen. Die Turiner besitzen zudem eine Kaufoption auf den Belgier.
Im Angriff hat die Dauerleihgabe André Silva nunmehr auch einen neuen Club mit Elche gefunden. Ebenso wie bei Ilaix Moriba, kann das Kapitel RB Leipzig nach mehren Leihen nunmehr endgültig geschlossen werden.
Des Weiteren ist Xavi Simons verkauft worden, was für viele Fans und wahrscheinlich auch die Mannschaft keinen großen Verlust bedeutet, da auf diesen Abgang schon fast hingefiebert worden ist.
Bereits zu Beginn des Transferfensters verließ auch die Vereinslegende Yussuf Poulsen den Verein nach vielen Jahren und ist als Neukapitän beim HSV in Hamburg angekommen.

RB Leipzig verlieh auch mehrere Jugendspieler, mit dem Ziel, sie Spielpraxis sammeln zu lassen. Jonathan Norbye wechselte per Leihe zu Arminia Bielefeld, Timo Schlieck wurde an Greuther Fürth ausgeliehen, während Frederik Jäkel und Robert Ramsak beide zu Eintracht Braunschweig gingen. Ebenfalls verliehen wurde Yannick Eduardo an den FC Dordrecht.
Weitere potentielle Kaderspieler suchten ihr Glück per Leihe bei anderen Clubs. Arthur Vermeeren zog es Saisonbeginn zu Olympique Marseille, Eljif Elmas zu Napoli und Lutsharel Geertruida zu Sunderland. Bei Vermeeren, Elmas und Geertruida stehen die Zeichen auf grundsätzlichen Abschied. Alle aufnehmenden Vereine besitzen eine Kaufoption für die Spieler, welche dem Anschein nach keine Perspektive mehr in der Messestadt sehen.
Eigentlich standen noch Kevin Kampl, Lukas Klostermann, Amadou Haidara und Timo Werner auf dem Abstellgleis. Letzterer nimmt als Spitzenverdiener ordentlich Budget weg. Einen Wechsel zum New Yorker Red Bull Team konnte dem ehemaligen Deutschen Nationalspieler jedoch nicht schmackhaft gemacht werden. Wenn also nicht noch ein Saudi-Club anklopft (Transferfenster bis 12.09.) bleibt Timo Werner auf der Leipziger Payroll. Marcel Schäfer äußerte jedoch bereits, dass für ihn, wie für alle Spieler im Kader, das Leistungsprinzip gilt. Die Tür zur Mannschaftskabine in der Red Bull Arena ist daher nicht komplett zu.
Bekannte Leipziger Strategie: Junge Spieler für einen neuen Schwung
All diese Abgänge verdeutlichen, wie sehr Leipzig zwischen zwei Welten lebt. Auf der einen Seite ist da die Wirtschaftlichkeit mit hohen Einnahmen durch Spielerverkäufe, aber auf der anderen Seite steht die sportliche und emotionale Herausforderung, im Team die entstandenen Lücken zu füllen und neue Stars zu formen.
Um dies zu erreichen, wird der bekannten Leipziger Philosophie gefolgt. Es wurde vor allem in junge, hungrige Spieler investiert.

Aus Belgien kam Ezechiel Banzuzi von OH Leuven für rund 16 Millionen Euro, um im Mittelfeld für mehr Athletik und frischen Wind zu sorgen.
Mit Max Finkgräfe holt RB einen Spieler vom 1. FC Köln für vier Millionen Euro, welcher David Raum Druck machen soll. Er scheint eine gute Alternative zu sein, auch wenn seine Kaderplätze bisher eher gering ausfielen.
Von PSV Eindhoven kam Johan Bakayoko für 18 Millionen Euro, welcher ein dribbelstarker Spieler ist, der für Schwung in der Offensive sorgen soll.
Für den Angriff holte man außerdem Yan Diomandé aus Leganés für 20 Millionen Euro, dessen Tempo und Abschlussstärke Punkte hereinbringen könnte.
Mit der Verpflichtung von Andrija Maksimović von Roter Stern Belgrad, welcher 14 Millionen Euro kostete, wird auf neue Impulse im Mittelfeld gesetzt.
Šeškos Verlust wird versucht durch Romulo Cardoso zu kompensieren. Dieser kam für 20 Millionen Euro aus Göztepe.
Opendas Platz soll Conrad Harder einehmen. Sein Transfer kostete Leipzig 24 Millionen und wurde in wirklich letzter Sekunde mit Sporting Lissabon ausgehandelt.
Kosta Nedeljković wurde weiterhin nicht fest gekauft, sondern die Leihe von Aston Villa bis Sommer 2026 verlängert.
Ole Werner: Der neue Trainer für Leipzig
Den ganzen Umbruch soll ebenso ein Neuzugang, allerdings an der Seitenlinie, managen. RB Leipzigs neuer Trainer Ole Werner wird mit gemischten Gefühlen betrachtet. Einerseits gilt er als moderner Coach, dessen Spielidee perfekt zum Leipziger Stil passt und der mit klarer Kommunikation sowie hohem taktischem Anspruch frischen Schwung bringen kann.
Andererseits hat er nach dem schlechten Saisonstart sofort ordentlich Druck, da seine Mannschaft in München als Hühnerhaufen aufgetreten ist. Somit steht er bereits zu Beginn in der Kritik, ob er wirklich der Richtige sei. Auch wird ihm nicht unbedingt ein gutes Händchen für junge Spieler nachgesagt.
Viel Zeit bleibt ihm im schnelllebigen Fußballumfeld daher nicht. Die Aussagen der Klub-Führung um Schäfer und Klopp deuten jedoch draufhin, dass Werner einen ordentlichen Vertrauensvorschuss und einen hohen Stellenwert im Verein genießt.

Fans im Zwiespalt
Anfangs wurden die Transfers in den sozialen Medien als gut erachtet. Viele Fans lobten, dass der Verein konsequent seiner Linie treu bleibt. Besonders Romulo wurde als „spannender Neuner“ gesehen, auch Banzuzi, Diomandé und Bakayoko galten als kluge Verpflichtungen mit Perspektive.

Doch nach der höchsten Vereinsniederlage in einem Ligaspiel kippte die Stimmung. Plötzlich wirkt der große Umbruch nicht mehr mutig, sondern riskant. Gerade die jungen Spieler wie Banzuzi oder Diomandé, die noch am Anfang ihrer Entwicklung stehen, waren gegen ein Spitzenteam wie den FC Bayern sichtbar überfordert. Aus „Investitionen in die Zukunft“ wurden in der Wahrnehmung vieler Fans „Baustellen in der Gegenwart“. Auch kam der gewünschte Abräumer im defensiven Mittelfeld nicht.
Romulo steht unter dem Brennglas der argwöhnischen Fans, weil fraglich ist, ob er Šeškos Rolle überhaupt ausfüllen kann oder ob ihm das nötige Durchsetzungsvermögen fehlt. Immerhin lieferte er seinen Torerfolg bereits im zweiten Spiel gegen Heidenheim.
Auch beim Kauf von Harder muss man abwarten. Der 19-jährige Däne verfügt über eine gute Physis und Mentalität, ist bisher jedoch nicht als Tormaschine aufgetreten. Die Abgänge von Šeško, Openda und Xavi bedeuten am Ende des Tages den Verlust der drei Topscorer in den letzten beiden Saisons.
Gemischtes Fazit zum Transfersommer
Mit Blick auf die Transfers bleibt also ein kleiner Beigeschmack. Leipzig hat zwar konsequent in sein Modell investiert, aber womöglich zu viel auf einmal gewagt. Der Kader wirkt talentiert, aber unerfahren und instabil. Immerhin sorgt die neue leistungsbezogene Vertragsgestaltung für mehr Blick auf die Motivation und den Ehrgeiz neuer Spieler. Inwiefern sich eine erfahrene Achse, wie in der erfolgreichen Vergangenheit herausbilden kann, bleibt abzuwarten.
Statt eines eingespielten und gewachsenen Teams stehen noch viele Einzelspieler auf dem Platz, die sich erst noch zusammenfinden müssen. Dieser Umbruch und mutige Neuanfang hat das Potenzial ein neues Team für die nächsten Jahre aufzubauen, oder kann als Moment in Erinnerung bleiben, bei dem sich der Klub verzockt hat.
cecile.st
Niemand ist gezwungen Kommentare abzugeben aber auch niemand sie zu lesen. Und es tut mir leid aber wenn man nur positives zu den Testspielen schreiben darf, dann würden hier gar keine Kommentare stehen und der Thread wäre "tot", weil da aktuell einfach nichts positives zu sehen ist. Edit: 2 Torschüsse in 120min sprechen schon eine deutliche Sprache.