Header Image
RBL Frauen: Zwischen Auftaktsieg und Realitätsschock

RBL Frauen: Zwischen Auftaktsieg und Realitätsschock

Nach den Abgängen von Stammspielerinnen wie Vanessa Fudalla oder Jenny Hipp verstärkte sich das Team mit einer Reihe vielversprechender junger Spielerinnen wie Annabel Schasching oder Andrea Norheim. Auch Talente wie Delice Boboy oder Lisa Baum sollen für Tempo, Kreativität und frischen Schwung sorgen. Das Ziel ist klar: mittelfristig den Anschluss an die Spitzengruppe schaffen.

Hier würde ein Spenden-Widget von GoFundMe geladen werden. Das lädt Inhalte eines externen Anbieters inklusive dessen Cookies.

Gelungener Auftakt in Köln

Die erste Pflichtaufgabe wartete am 1. Spieltag in Köln. Schon früh (14. Minute) traf Marleen Schimmer sehenswert aus der Distanz zur Führung. In der 63. Minute erhöhte Kapitänin Sandra Starke per Kopf auf 2:0. Sie teilt sich das Kapitäninnenamt seit dieser Saison mit Giovanna Hoffmann. Auch die neuen Offensivkräfte Baum und Boboy hatten ihre Szenen, verpassten aber knapp.

Am Ende stand ein verdienter 2:0-Erfolg, auch wenn es trotz Kölner Unterzahl ab der 56. Minute noch einige Chancen für die Gastgeberinnen gab. Im Zweikampfverhalten und in der defensiven Dominanz gibt es also Nachholbedarf.

 

Vor dem gelungenen Saisonstart gegen Köln.

 

Rekordkulisse gegen Bayern

Mit diesen drei Punkten im Gepäck ging es ins erste Heimspiel. Gegner: kein Geringerer als die amtierenden Meisterinnen vom FC Bayern München. Gespielt wurde nicht am Cottaweg, sondern in der Red Bull Arena vor 10.287 Fans, einem neuen Vereinsrekord. Auch RBL-Profis wie Conrad Harder oder David Raum ließen sich dieses Highlight nicht entgehen.

Während Giovanna Hoffmann in Köln noch verletzungsbedingt fehlte, stand die deutsche Nationalspielerin diesmal wieder zur Verfügung, wurde aber zunächst geschont. Trainer Jonas Stephan veränderte die Startelf auf drei Positionen. Doch die Defensive war vom Start weg gefordert. Nach einer Ecke traf Lena Oberdorf bereits in der 10. Minute per Kopf zum 0:1, in der 58. Minute legte sie aus der Distanz nach.

Leipzig kam offensiv kaum zum Zug. Einzige echte Großchance: Hoffmanns Kopfball an die Latte in der 80. Minute. Stattdessen erhöhte Vanessa Gilles in der Nachspielzeit zum 0:3-Endstand. Die Zahlen unterstreichen den Eindruck: 30 Prozent Ballbesitz, nur vier Torschüsse.

Oft wirkte es so, als hätten die Leipzigerinnen mehr Respekt vor dem Namen des Gegners als nötig. Gerade nach dem frühen Rückstand fehlte der Mut, in Zweikämpfen oder im Spielaufbau eigene Akzente zu setzen. Stattdessen wählte das Team den sicheren Pass oder den langen Ball, was Bayern das Verteidigen leicht machte. Diese Zurückhaltung erinnerte zeitweise an die Angst, die Gegnerinnen wirklich mal zu stressen.

Viola Odebrecht, Leiterin Frauen- und Mädchenfußball bei RB Leipzig, fand deutliche Worte: „Wir haben uns von vornherein schon von der Körpersprache, den einzelnen Pässen, wie man in die Zweikämpfe gegangen ist, so hingestellt – so ein bisschen opferhaft.“

 

Schimmer gegen die Bayern.

 

Players-To-Watch

Marleen Schimmer
Marleen Schimmer hat RB Leipzig gleich am ersten Spieltag ins Rollen gebracht. Mit ihrem sehenswerten Distanzschuss in Köln zeigte sie, dass sie bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und Spiele zu entscheiden. Ihre Dynamik und ihr Zug zum Tor machen sie zu einem der gefährlichsten Elemente in der Offensive, auch wenn sie gegen Bayern kaum zur Entfaltung kam. Insgesamt deutet vieles darauf hin, dass Schimmer zu einer der prägenden Figuren dieser Saison werden kann, wenn das Team um sie herum mehr Stabilität gewinnt.

Lisa Baum
Lisa Baum zählt zu den spannendsten Neuzugängen der Leipzigerinnen. Die 18-Jährige bringt viel Tempo und Kreativität mit, was sie in Ansätzen schon gegen Köln unter Beweis stellte. Gegen Bayern war es für sie naturgemäß schwieriger, Akzente zu setzen, da Leipzig über weite Strecken mit Defensivarbeit beschäftigt war. Mit mehr Spielpraxis und Vertrauen kann Baum jedoch zu einer wichtigen Offensivkraft reifen, die Leipzig in engen Spielen entscheidend weiterhilft.



Ausblick

RB Leipzigs größtenteils neu formiertes Team hat auf dem Papier enormes Potenzial. Das blitzte in Köln bereits auf. Nun kommt es darauf an, dass Trainer Jonas Stephan die Qualität seiner Spielerinnen ausschöpft und ihnen das nötige Vertrauen gibt. Nur so lässt sich das hochgesteckte Ziel erreichen, in der Liga oben anzugreifen.

Zum Verschnaufen bleibt keine Zeit: Schon am kommenden Montag empfängt Eintracht Frankfurt unsere RB Frauen, drei Tage später heißen wir den Aufsteiger HSV willkommen. Wahrscheinlich mit dabei: Ex-Verteidigerin und Publikumsliebling Nina Räcke.

Spätestens dann zeigt sich, wie stabil die Mannschaft wirklich ist.

Vika