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Zurück in die Vergangenheit!

Zurück in die Vergangenheit!

Zum Start in den Dezember tritt RBL im 700. Pflichtspiel der Vereinsgeschichte gegen den 1. FC Magdeburg an. Zuletzt traten die Teams vor 12 Jahren gegeneinander an. Das DFB-Pokal-Achtelfinale gegen den Tabellenletzten der 2. Liga wird also zu einer Reise in die eigene Vergangenheit.

Wasserstand am Pleißestrand

Ein durchwachsener November ist beendet. Nur ein Ligaauswärtssieg seit Ende September deutet ein wenig eine Leipziger Auswärtsproblematik an. In den Heimspielen ist RBL dagegen noch ohne Punktverlust und das soll auch gegen den FCM so bleiben. Seit Anfang Oktober konnte RBL nur gegen Augsburg und Werder über 2 xG erspielen und auch nur in diesen Begegnungen über einen xG Differenz erzielen. Das bedeutet, dass die Begegnungen zwar oft eine Tendenz zu Leipzigs Gunsten haben, diese aber nur selten zwingend genug für einen Sieg ist. Auch gegen Gladbach war Leipzig zwar spielbestimmend, blieb aber zu ungefährlich und hatte Glück, dass es heutzutage den VAR gibt, denn die Entscheidungen waren zwar beide final korrekt, aber initial falsch.

 

RehaBallsport Leipzig.

 

Es ist anzunehmen, dass Ole Werner zumindest etwas rotieren wird, auch wenn er selbst gegen Cottbus nur drei Startelfwechsel vornahm. Auf der anderen Seite fehlen durch die Verletzung von Ouédraogo und Rômulo zwei wichtige Stammspieler. Gegen Gladbach wirkte die Offensive ohne diese beiden sehr unstrukturiert und war eher im Einzelkämpfermodus unterwegs. Hier konnte weder Harder die verbindende Funktion Rômulos ersetzen (nur 4 erfolgreiche Pässe) noch konnte Schlager Ouédraogos Tiefenspiel nachahmen. Neben Vandevoort dürften Bakayoko und Banzuzi im Pokal gute Startelfchancen haben. Zudem dürfte Nedeljković den angeschlagenen Baku ersetzen.


Für das Spiel wird mit 43.000 Zuschauern gerechnet, wobei mit 8.000 Magdeburgern zu rechnen ist. Zum gemeinsamen Einsingen wird jedenfalls bereits um 19:45 Uhr hinter Sektor B aufgerufen. Es gilt wieder enger zusammenzurücken und aufeinander zu- und einzugehen.

 

Nur selten war RBL in Sachen xG klar überlegen.

 

Wasserstand am Elbestrand

Der FCM hat einen ähnlich turbulenten Umbruch wie Leipzig erlebt. Nachdem es Titz, der den FCM in Liga 2 etabliert hatte und letzte Saison nur sechs Punkte hinter einem Aufstiegsplatz abschloss, im Sommer nach Hannover zog, übernahm Fiedler in Magdeburg. Abseits der Siege in Dresden und Saarbrücken hagelte es für ihn und den in Leipzig nicht unbekannten Saban Uzun nur Niederlagen. Mitte Oktober übernahm dann das U23 Duo Sander und Ibold und konnte mit drei Spielen ohne Gegentor den FCM stabilisieren. Die drei darauffolgenden Niederlagen ließen Magdeburg aber im Tabellenkeller, so dass der Befreiungsschlag am Samstagabend gegen Nürnberg enorm wichtig war.

Während Sander schon zu Leipzigs Regionalligazeiten mit Jena gegen RBL antrat, ist auch Ibold kein Unbekannter in Leipzig. So kickte er selbst für den SSV Markranstädt und Lok und arbeitete zeitgleich auch als Trainer im SSVM Nachwuchs, wie auch im RBL Leistungszentrum. 2018 zog es ihn nach Magdeburg, wo er nun seit dieser Saison erstmals im Herrenbereich tätig ist.

Es ist klar zu sagen, dass ein alleiniger Blick auf die Tabellenplatzierung des FCM irreführend ist. Die Gäste haben eine fast schon irre xG Differenz von minus 13 – sprich hätten, wenn es normal läuft, ein Dutzend Tore mehr auf dem Konto. Neben den meisten Abschlüssen der Liga haben sie auch viel Ballbesitz (3.) und eine hohe Passquote (4.). Daneben lässt der FCM aber auch viele Torschüsse zu – selbst gegen Bochum und Düsseldorf hagelte es zuletzt 2 oder gar 3 xGA. Bekommen die Gäste ihre Defensive aber in den Griff, dann können die Spiele aber auch ganz ansehnlich – wie eben gegen Nürnberg sein.

 

Röttgers Treffer 2012 ist in guter Erinnerung.

 

Statistisches

Zum 700. Pflichtspiel also der DFB-Pokal. Der Wettbewerb, in dem RBL seine größten Erfolge feiern konnte. Auch die Halbzeit auf dem Weg zu dieser Marke – das 350. Pflichtspiel – war damals ein DFB-Pokalspiel gegen Viktoria Köln zu Beginn von Rangnicks zweiter Amtszeit. Es wird das siebente Spiel gegen den FCM – zuletzt gab es in Zornigers Regionalligasaison zwei klare Siege. Die einzige Niederlage setzte es eine gute Woche nach der wohlbekannten und oft erwähnten 1:5 Pleite gegen Kiel im Februar 2011. Die bisherigen Toptorjäger dieser Ansetzung: Frahn, Kutschke und Röttger unterstreichen die zeitliche Distanz – ps: unbedingt nochmal Röttgers Freistoßtor anschauen.

 

 

Es wird das sechste Leipziger Spiel an einem 2.12. bei einer bisherigen Bilanz von einer Niederlage (TSG), einem Unentschieden (Jena – damals übrigens unter Trainer Sander) und drei Siegen (Gladbach, Istanbul, Heidenheim). Zudem wird es das achte Achtelfinale im DFB-Pokal mit Leipziger Beteiligung. Sechsmal ging RBL als Sieger vom Platz – nur in Liga 2 (Wolfsburg) und beim einzigen Auswärtsachtelfinale in Frankfurt musste RBL die Segel streichen. Für den FCM ging es nur einmal über das Achtelfinale hinaus – damals aber maximal spektakulär, als der FCM in Runde 2 den amtierenden Pokal- und späteren Champions League Sieger aus München im Elfmeterschießen rauskegelte und später auch gegen den KSC gewann – am Ende flog Magdeburg gegen den späteren Pokalsieger aus Gelsenkirchen raus.

 

Die Tour durch den Ostfußball geht weiter.

 

Fazit

Der Pokal hat zwar immer seine eigenen Gesetze, aber es muss der Anspruch des Tabellenzweiten der Bundesliga sein, gegen den Tabellenletzten der 2. Liga daheim souverän in die nächste Runde einzuziehen. Nach dem offensiv eher müden Kick gegen Gladbach gilt es dem FCM den Wind aus den Segeln zu nehmen, den sie sich mit ihrem sehenswerten und hochverdienten 3:0 Erfolg gegen Nürnberg selbst hineingeblasen haben.

Rumpelstilzchen