Raus mit Applaus – RB verliert im DFB-Pokal 0:2 in München
Vor dem Spiel
Die Herangehensweise war klar. Man möchte alles probieren, um zu gewinnen und die erste Halbzeit im Januar machte Mut und genau daran wollte man auch anknüpfen. Und aktuell ist Bayern - wenn man es so nennen möchte - in seiner größten Schwächeperiode in dieser Saison. Dementsprechend wollte man selbstbewusst auftreten. Man stellte die A-Elf auf, durch den kurzfristig fit gewordenen Lukeba rückt Seewald wieder auf die Sechs und Gruda erstmal auf die Bank. Zudem spielte Baku für Henrichs. Da waren die Wechsel, die Ole Werner vornahm. Bayern München blieb unverändert gegenüber dem 5:1 am Wochenende gegen Hoffenheim.
Blitzstart und Schiripech
RB Leipzig startete richtig gut und entschlossen ins Spiel. Bereits nach vier Minuten gingen die Rasenballer in Führung. Zumindest dachte man das, leider stand Baumgartner beim Abspiel im Abseits. Die Bayern wiederum hatten nach knapp zehn Minuten die erste Torchance, bei der erst Vandevoordt und final Lukeba mit dem Fuß retteten. Die Bayern wurden daraufhin erwarteterweise besser, Kane hatte binnen zwei Minuten zwei sehr gute Chancen. Was dann folgte, war unverständlich: Schiedsrichter Daniel Siebert bewertete einen Zweikampf zwischen Nusa und Stanišić als sauber. Auch der VAR meldete sich nicht. Eine fatale Fehleinschätzung. Leipzig berappelte sich, hatte dann durch David Raum nochmal vor der Pause eine gute Chance. Die finalen Aktionen in Halbzeit eins hatte aus RB-Sicht aber Maarten Vandevoordt, welcher erste gegen Pavlovic und anschließend gegen Kane gut reagierte. So ging es mit dem 0:0 in die Kabine.

Die frühe Freude war leider vergebens.
Spielpech und Minutenschlaf
Nach der Pause plätscherte das Spiel erst ein wenig vor sich hin, Bayern bekam ihre Wucht nicht so wirklich auf den Platz, RB verteidigte das insgesamt wirklich gut und aufmerksam in dieser Phase und bis auf einen Abschluss von Gnabry (58. Minute) passierte auch nicht viel. Dann aber nahm das Unheil doch seinen Lauf, und zwar erneut, weil man defensiv schlief. Ein ausgeführter Freistoß, wo Rômulo im Abseits stand, flog RB um die Ohren. Vandevoordt zögerte eine Sekunde zu lange beim Herauslaufen, rutschte aus und Stanišić war daraufhin clever und zog das Foul. Elfmeter für Bayern, den Harry Kane verwandelte. Nur drei Minuten später klingelte es wieder. Diesmal war es Luis Diaz, der den Ball nach tollem Pass von Olise an Vandevoordt vorbei bugsierte. Doch diesmal fiel man danach nicht auseinander, sondern blieb stabil und fing sich wieder. Man spielte es dann wieder konzentriert runter, ohne nochmal großartige final Gefahr zu entwickeln, weswegen es beim 0:2 blieb.

Alles gegeben, aber es bleibt wieder Mal die Niederlage in München.
Fazit
Am Ende ist es die erwartete und auch verdiente 0:2 Niederlage und somit das Pokalaus in München. Dennoch war es unter dem Strich eine ansprechende Leistung, die bei anderem Spielverlauf und etwas Glück in der Überraschung hätte enden können. So aber reichen nicht mal fünf schläfrige Minuten, um unser Aus zu besiegeln. Schade drum, aber Kopf hoch und Fokus auf die extrem wichtigen Aufgaben in der Liga.
Rational nicht erklärbar, was da beim VAR abläuft. #FCBRBL https://t.co/Yj95a2XePp
— Niklas (@gNiklas43) February 11, 2026
Aufgefallen
1 – Sieberts unglücklicher Abend
Wie bereits oben angesprochen, hatte das Schirigespann rund um Daniel Siebert nicht unbedingt seinen besten Tag. War die Abseitsentscheidung gegen Baumgartner noch vom VAR korrekterweise einkassiert worden, ist die o.g. Entscheidung beim Zweikampf von Nusa und Stanišić eine Farce und erneut kein Bewerbungsschreiben für den VAR und das deutsche Schiedsrichterwesen. Nicht nur, dass man ein so klares Foul auch als Hauptschiedsrichter sehen MUSS. Aus Sicht vieler, auch aus Expertensicht war der entscheidende Kontakt für das Foul (nicht der Erste!) auf der Linie, weswegen es einen Elfmeter durchaus hätte geben können. Aber dass das einzige, was geahndet wurde in dieser Szene, das Meckern von Ole Werner war, ist absolut unverständlich. In dieser Szene nicht mal ein Foul zu sehen, ist schlichtweg Wahnsinn. Generell war es ein unglücklicher Abend von Siebert, der auf beiden Seiten mit einer klareren Linie einen ruhigeren Abend hätte verleben können.
Nicht ein Kontakt ist entscheidend, sondern der entscheidende Kontakt, wodurch er zu Fall kommt…
— Manuel Gräfe (@graefe_manuel) February 12, 2026
und danke-das Video zeigt hier sogar selbst den richtigen Moment, als er noch steht (nur in Laufbewegung leicht nach vorne gebeugt) und schon deutlich über der Linie das Bein von… pic.twitter.com/Ds4J5Nae0h
2 – Zu null nach Rückstand
Es bleibt dabei, RB kann unter Ole Werner keine Rückstände drehen. Kein Sieg bisher in dieser Saison nach Rückständen. Das muss dringend besser und vom Trainerteam aufgearbeitet werden.
3 – Zu wenig Impact von der Bank
Dass das so ist, hat sicherlich auch was damit zu tun, dass der Impact von der Bank in dieser Saison oft zu gering ist. Gestern wechselte OW sehr spät und die Wechsel brachten schlichtweg nichts ein. Man ist in der Tabelle ab der 76. Minute die schlechteste Mannschaft der Liga in Sachen Toren, dies macht ein subjektives Gefühl zu einem objektiven Problem, welches ebenfalls dringend angegangen werden muss.
HAHAHA - die Bayernfans mal wieder, sieht gut aus im TV😅#FCBRBL #DFBPokal pic.twitter.com/4OPDKxo4X0
— RBoligei (@RBoligei) February 11, 2026
4 – Heimlicher Verlierer der Rückrunde
Was ist mit Johan Bakayoko los? Im Moment ist der Flügelspieler in der Rangordnung sogar hinter Tidiam Gomis. Auch gestern in München saß der Belgier 90 Minuten auf der Bank, stattdessen wurde eben jener Gomis eingewechselt. Es scheint so, dass Bakayoko gerade nach seiner Verletzung seine Form sucht.
5 – Gut gefüllter Gästeblock
5000 Fans in München, eine stattliche Zahl für einen Mittwochabend. Doch man stellt sich die Frage: warum eigentlich immer nur in München. Wenn ein Viertel derer, die immer nur zu diesen Highlight-Spielen fahren, regelmäßiger zu den Auswärtsspielen, auch gegen vermeintlich unattraktive Gegner kommen würde, wäre die Auswärtsquote bedeutend besser.
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