Die Mutter aller Sechspunktespiele?
Hoffenheimer Intensitätsmonster
Was den Leipziger oft abgeht, darin führen die Hoffenheimer die Liga an: Intensität. Die meisten Sprints, die meisten intensive Läufe (nomen est omen), die meisten Fouls und natürlich die meisten Kilometer. Bis jetzt ist die TSG über ein ganzes Spiel mehr gelaufen als Leipzig. Ein Schlüssel zum Erfolg der diesjährigen Überraschungsmannschaft oder um es mit H(o)ffenloher zu sagen: „Isch scheiß dich sowat von zu mit meiner Intensität, dass de keine ruhige Minute mehr hast“… Das hat RBL im Hinspiel am eigenen Leibe erlebt und auch wenn die TSG zuletzt etwas in der Ergebniskrise war – nur ein Sieg aus den letzten vier Spielen – so war das Team von Ilzer doch auch gegen Wolfsburg, Köln und Pauli stets das bessere Team. Gegen die Wölfe war es ein ähnliches Freakergebnis wie das von Leipzig vor einem Monat (jeweils ca. 2 xG Unterschied).
Leipzig und die TSG verbindet aber mehr als die von Rangnick geprägte Aufstiegsgeschichte. Auch diese Saison gibt es nicht nur Unterschiede, sondern auch Gemeinsamkeiten. So erzielten beide Mannschaften das Gros (~50%) ihrer Tore im mittleren Spieldrittel (30-60 Minute). Mit 28 Treffern ist Hoffenheim hier sogar das torgefährlichste Team – Leipzig mit 22 auf Platz 4. Mit nur 10 Gegentoren in dieser Phase ist die TSG zudem auch sehr defensivstark (Leipzig 15), dagegen sind die Gäste mit 5 Gegentoren zu Spielbeginn (erste 15 Minuten) relativ anfällig, während RBL hier als einziges Team bisher die 0 halten konnte.
Neben den läuferischen Stärken ist Ilzers Stil von viel Ballbesitz und vielen Flanken geprägt. Nur Stuttgart und Mainz flanken häufiger aber kein Team bringt mehr präzise Flanken aufs Feld. Dies gepaart mit der Kopfballstärke (nur Mainz und Union gewinnen mehr Luftduelle) ist eine gefährliche Waffe. Dennoch sind die Gäste bei Standards anfällig – was ein Hebel für RBL sein könnte. Mit 13 Gegentoren nach ruhenden Bällen ist die TSG das zweitschlechteste Team der Liga (Leipzig 3).
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— RB Leipzig English (@RBLeipzig_EN) March 17, 2026
Abendspiele sind immer fein.
Wasserstand am Pleißestrand
Mit 47 Punkten nach 26 Spieltagen führt Werner aktuell die zweite Tabellenhälfte der Leipziger Bundesligaspielzeiten an. Nur Hasenhüttl war 2018 auf einem schlechteren Tabellenplatz (6). Insofern war die vermeidbare aber letztlich nicht wirklich unverdiente Niederlage in Stuttgart ein echter Downer. Besonders wenn man bedenkt, dass RBL in den letzten 60 Spielminuten gerade einmal magere 0,2 xG aufs Parkett brachte und nie wirklich den Anschein erweckte, das Spiel drehen zu können noch es wirklich zu wollen.
Passend dazu die weiterhin erschreckend ineffizienten Wechsel. Kein Trainer mit mehr als drei Spielen hat eine schlechtere Quote was Einwechselspieler anbelangt. Wobei dies durch die geringen Einsatzzeiten auch ein sich selbst verstärkendes Problem ist. So ist Werner der Trainer der bei 26 Spielen die geringsten Spielminuten für Einwechselspieler aufzuweisen hat. So entwickelt man natürlich keine junge Bank. Also bleibt letztlich die Frage, welchen Baum man hier anbellen muss: Schäfer, weil seine Transfers unzulänglich sind oder Werner, weil er zu wenig aus ihnen macht. Was bleibt ist vorerst das reine Problem.
Ein weiteres Thema, was Leipzig umtreibt, sind individuelle Fehler (Paradebeispiel das Gegentor in Stuttgart). Nicht nur die Augenscheinlichen wie Gegentore sind hier gemeint, sondern auch und vor allem Probleme in der Ballverarbeitung. Kein Team wird häufiger vom Ball getrennt und nur Augsburg hat mehr Stockfehler. Ein Ansatz könnte allerdings die Dribbelstärke der Rasenballer sein, denn kein Team (Diomande sei Dank) versucht mehr Dribblings. Dagegen werden nur wenige Mannschaft häufiger überdribbelt als die TSG. Das war gegen Stuttgart (am seltensten überdribbelt – was Diomande besonders stark aus dem Spiel genommen hat) noch ein Missmatch war, könnte also gegen Hoffenheim zum Erfolg führen.
Möglich, dass Schlager in die Startelf (ist ja auch bald Länderspiel…) und Ouédraogo auf die Bank zurückkehrt. Abseits der Frage Gruda oder Nusa sollte die Startelf so gut wie fix sein, zumal Banzuzi gegen den VfB auch keine Bäume ausgerissen hat.

Es wird das vierte Spiel an einem 20.3. sein, das Letzte, was RBL gewann, war 2009 gegen Dresden II in der Oberliga mit Toren von Müller und Kläsener. Nur einmal verlor RBL ein Heimspiel an einem 27. Spieltag (2021 gegen die Bayern). Während bis 2020 in 11 Spielen 44 Tore vielen, gab es seit dem Bayernspiel nur Schonkost am 27. Spieltag – in fünf Spielen gerade einmal 3 Tore davon eines von RBL beim einzigen Sieg 2023 bei der Hertha. Leipzig ist seit neun Heimspielen gegen die TSG unbesiegt (7 Siege) und verlor nur einmal den Heim-El-Plastico – dafür 2018 aber so richtig mit 2:5. Ein Spiel was damals die Demission von Hasenhüttl befeuerte.
Das Spiel wird geleitet von Sven Jablonski. Während RBL die letzten drei Heimspiele unter seiner Leitung gewann, siegte die TSG in den letzten drei Spielen (davon die Auswärtsspiele auf Pauli und bei der SGE diese Saison). Es wird das 28 Spiel von RBL unter seiner Leitung (lediglich 4 Niederlagen, 18 Siege), womit RBL sein „Lieblingsmannschaft“ ist. Im April 2015 pfiff er den 2:1 Heimsieg gegen Nürnberg am 27. Spieltag – bitte wiederholen…

Die Mutter aller Hoffenheimklatschen.
Fazit
Viele Wege führen nach Rom aber der Leipziger Weg zur Königsklasse führt garantiert über Hoffenheim. Ohne einen Erfolg gegen die TSG kann die Werner-Elf sich die Champions League im nächsten Jahr im Fernsehen anschauen, da lege ich mich acht Spieltage vor Ende mal fest. Der Schlüssel wird m.E. sein, die Intensität der Gäste zu kontern und nicht in die phlegmatische Spielweise zu verfallen, die so oft zu beobachten war. Tipp: 1:1.
Rumpelstilzchen