RB Leipzig verliert 2:0 in Leeds - 5 Erkenntnisse
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Der veränderte Spielansatz von Demichelis wird wieder Zeit benötigen
Ole Werner hat das Team nach dem großen Umbruch im letzten Sommer auf Platz 3 geführt. Es gab klare Strukturen und Abläufe, aber vor allem das RB-Soccer-Team um Jürgen Klopp wollte wieder eine intensivere Spielweise sehen, die Demichelis auch bei seinen bisherigen Stationen gezeigt hat. Auch wenn im Trainingslager natürlich viel an den Abläufen gearbeitet wurde und das Thema Intensität immer oben auf der Agenda steht, ist es eben doch etwas anderes, dies dann auch in Spielen unter Druck auf den Platz zu bringen.
So war das Pressing wenig abgestimmt und die Intensität fehlte wohl auch aufgrund der Härte des Trainingslagers. Der Plan, wie man den Gegner mit Ball bespielt, war teilweise erkennbar, aber die Abläufe waren meist zu ungenau. So gab es letztlich in den 120 Minuten zwei wirkliche Chancen, ansonsten blieb sehr viel Stückwerk. Demgegenüber nutzte Leeds vor allem die Räume über außen, da unsere Außenverteidiger sehr offensiv standen. Ohne eine genaue Abstimmung besteht hier auch in den nächsten Spielen eine große Kontergefahr.
Naja. Beide Außenbahnen defensiv luftig, offensiv ungenau. Passspiel ist vornehmlich U des Todes. Pressing (in der Vorbereitungsphase nicht verwunderlich) nicht übermäßig intensiv. Viel Raum zur Verbesserung. #lufcrbl
— rotebrauseblogger (@rotebrauseblog) August 8, 2026
Hier muss man sich ehrlich machen. Man hat sich dafür entschieden, nicht auf der vorhandenen Spielweise der letzten Saison aufzubauen, sondern einen anderen Spielstil zu implementieren. Dies wird mit hoher Wahrscheinlichkeit erst einmal dazu führen, dass das Team schwächer als zuvor sein wird, weil vorhandene Abläufe nicht mehr da sind und die neuen Abläufe Zeit brauchen. In einer Saison nach einer WM und mit drei Wettbewerben ist das für das neue Trainerteam eine große Herausforderung. Ob sich dies mittel- bis langfristig positiv auswirken wird, kann aktuell noch nicht abgeschätzt werden. Hier wird die Frage auch sein, inwiefern der jetzige Kader zur eigentlich aggressiven Spielweise von Demichelis passen wird.
Leihrückkehrer überzeugen nicht
Martín Demichelis hat sich dafür entschieden, bis zum Trainingslager allen Spielern eine Chance zu geben, sich neu anzubieten. Darunter auch den Leihrückkehrern wie Vermeeren, Elmas oder Geertruida. Letzterer, der mit Vereinen vor allem aus den Niederlanden in Verbindung gebracht wird, kam erst sehr spät ins Spiel und kann damit nicht bewertet werden. Vermeeren und Elmas zeigten im Test gegen Leeds erneut, warum sie zuvor aus Leistungsgründen verliehen wurden. Vermutlich wird bei beiden die nächste Leihe oder – noch lieber – ein Verkauf angestrebt werden.
Junge Spieler weit weg von Startelf
Ayodele Thomas, Suleiman Sani oder auch Samba Konaté bekamen in der Vorbereitung deutlich mehr Einsatzzeiten. Die Jungs haben sicherlich alle ordentliches Potenzial, sind aber auch für die Kaderbreite eines Vereins, der nächste Saison in der Champions League spielen möchte, noch zu weit vom nötigen Niveau entfernt. Hier bieten sich Leihen für die jungen Spieler an.
Ausfälle können vor allem in der Offensive nicht kompensiert werden
Der Fokus der Transferphase lag mit Rocco Reitz, Abdoul Koné und Maxime Estève vor allem auf der Defensive, die man als Schwachpunkt richtigerweise erkannt hat. Aktuell fehlen nach der WM allerdings noch Nusa, der verletzte Baumgartner, der verkaufte Diomande und der verletzte Ouédraogo. Zusammen mit David Raum, der nach der WM ebenfalls nur wenige Minuten bekam, fehlen damit sehr viele Stammspieler der letzten Saison, die für Offensivgefahr gesorgt haben.
Hier ist leider bisher zu konstatieren, dass sich in Abwesenheit der letztjährigen Leistungsträger kein Spieler richtig in den Fokus spielen konnte. Gomis, Maksimović oder Bakayoko kamen bisher nicht über gute Ansätze hinaus.
Viel Arbeit für Marcel Schäfer und Martín Demichelis
Bedauerlicherweise hat sich der Transfer von Fisnik Asllani wegen medizinischer Bedenken zerschlagen. Einen so starken und gleichzeitig noch entwicklungsfähigen Stürmer für 25 Mio. € zu bekommen, wäre richtig gut gewesen – auch weil im Sturm Bedarf besteht.
Aber nicht nur dort: Man darf gespannt sein, welche Neuzugänge von den Diomande-Millionen sowie den Einnahmen durch Spieler wie Geertruida noch geholt werden. In jedem Fall benötigt es noch einen starken Flügelspieler nach dem Abgang von Diomande, einen Sechser nach den Abgängen von Schlager, Haidara und Kampl in der letzten Saison, während der vor allem auf der Acht starke Reitz bisher der einzige Neuzugang für das Mittelfeld ist.
Dazu benötigt es noch einen Stürmer mit mehr Treffsicherheit, und auch ein Außenverteidiger mit stärkerem defensivem Fokus wäre noch denkbar.
In jedem Fall müssen zwei bis drei Verstärkungen des Kaders her. Ansonsten wird eine Dreifachbelastung mit der geplanten intensiven Spielweise nur schwer möglich sein.