Marcel Schäfer unter Druck
Christopher Nkunku
Statistiken der Liga Saison 2026/2027Inhalt
Wo bleibt der Diomande-Ersatz?
Der Wechsel von Yan Diomande zu Real Madrid hat sich wie Kaugummi gezogen – am Ende flossen zwar schwindelerregende 125 Millionen Euro (plus Boni), aber die sportliche Lücke schmerzt. In Fankreisen hieß es lange, RB wolle im Hintergrund erst zwei bis drei Top-Deals fixieren, bevor der Abgang verkündet wird. Die Realität? Ein laues Lüftchen. Die Wunschlösung für die Außenbahn, Diego Moreira, zieht es nun wohl für kolportierte 45 Millionen Euro nach Mailand – Gerüchten zufolge soll er Leipzig nicht einmal als ernsthafte Option in Betracht gezogen haben. Autsch. Also wird laut heutigen Medienberichten möglicherweise auf Saïd El Mala gesetzt. Ein Spieler, bei dem der BVB nach monatelangem Pokern gerade erst kopfschüttelnd den Stecker gezogen hat. Während Dortmund sich in der Zwischenzeit clever mit Giannis Konstantelias verstärkt hat – so geht vorausschauende Kaderplanung –, verhandelt Leipzig nun über ein völlig irre wirkendes Paket von 50 Millionen Euro plus Boni für den Kölner Youngster. Ist El Mala dieses massive finanzielle Risiko wirklich wert, oder verfällt man hier in Panik-Investitionen, weil die Zeit davonläuft?

Da reichen die Hände nihct, um die Millionen abzuzählen...
Nkunku als Lösung?
Ja, wir alle erinnern uns nur zu gerne an Christo. Seine Unbeschwertheit, seine magischen Ballon-d’Or-Jubeltänze, die 35 Tore und 19 Assists in einer einzigen Saison – das war Fußball von einem anderen Stern. Doch die bitterharte Realität der Gegenwart sieht völlig anders aus: Weder bei Chelsea noch nach seinem 37-Millionen-Euro-Wechsel zur AC Mailand kam er jemals wieder an diese Fabelform heran. In Mailand ist das Experiment nun endgültig gescheitert: Milans neuer Coach Ruben Amorim hat den Franzosen eiskalt aus dem Mannschaftstraining gestrichen. Er ist auf dem Abstellgleis gelandet.
Aber hilft RB wirklich die romantische Rückholaktion eines ins Straucheln geratenen Ex-Stars? Die Geschichte hat uns bei Timo Werner gelehrt, wie schnell solche Heimkehr-Märchen verpuffen und als teures Missverständnis enden. Bei Chelsea festgesessen, in Mailand aussortiert – treten wir diesmal mit Ansage in dasselbe Fettnäpfchen? Oder glauben die Verantwortlichen am Cottaweg wirklich, dass der Fall Nkunku aus magischen Gründen anders gelagert ist?

In Topform wäre Nkunku ein Traum.
Asllani war Pech – aber kein Freifahrtschein
Fair bleiben muss man bei Fisnik Asllani: Das Investment in den 24-Jährigen, der letzte Saison mit elf Toren und zehn Vorlagen glänzte, wäre bei einer vertraglich fixierten Ausstiegsklausel von 25 Millionen Euro ein absoluter No-Brainer gewesen. Die Koffer waren gepackt, die TSG Hoffenheim bereits informiert und der Medizincheck in Salzburg absolviert. Dass der Deal kurz vor der Unterschrift wegen „medizinischer Bedenken“ der Leipziger Ärzte platzt, ist bitteres Pech. Dass Asllani am Ende nicht unterschrieb, konnte keiner vorhersehen – es wirft die sportliche Führung aber nur noch weiter auf den harten Boden der Tatsachen zurück.
Der Kader wird nicht kleiner – das Aussitzen rächt sich
Neben fehlenden Verstärkungen hakt es auch bei den Abgängen. Die Liste der Wechselkandidaten, die (temporär) gehen dürfen oder sollen, ist lang: Harder, Bitshiabu, Lukeba, Geertruida, Vermeeren, Thomas, Gomis, Maksimović, Sani oder Elmas. Geschehen ist bislang: fast nichts. Ein paar lose Gerüchte, aber keine Vollzugsmeldungen. Man muss Marcel Schäfer zugutehalten, dass Cheftrainer Martín Demichelis den Spielern im Trainingslager die Chance geben wollte, sich zu zeigen. Die Quittung: RB hat wertvolle Wochen auf dem Transfermarkt verschenkt. In den Testspielen hat sich absolut niemand nachhaltig ins Rampenlicht gespielt. Und wenn wir ehrlich sind: Was man bei den als „Vorgriffe“ gefeierten Transfers von Sani und Thomas bisher gesehen hat, reicht bei Weitem nicht aus. Die Testspiele boten alles – nur nichts Erhellendes. Der Saisonstart steht vor der Tür, aber von einem eingespielten, hungrigen Kader ist am Cottaweg aktuell erstaunlich wenig zu sehen.

Vermeeren ist nur einer von vielen Abgangskandidaten.
Marcel Schäfer und sein Team müssen liefern
Nun ist die sportliche Leitung mehr denn je gefordert. Marcel Schäfer hat mit seiner ruhigen, sachlichen und fast schon familiären Art in unruhigen Zeiten bislang gute Arbeit geleistet und wirkte stets authentisch. Ihm bleiben noch rund zwei Wochen, um diesen Kader Champions-League-tauglich umzubauen. Doch der Berg an Aufgaben ist riesig: Ladenhüter abgeben, hochkarätige Neuzugänge eintüten und die Qualität des Kaders so anheben, dass die ambitionierten Ziele nicht schon im Herbst flöten gehen. Schäfer genießt Kredit bei den Fans – aber dieser will eben immer wieder neu erarbeitet werden.
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