3:0 Sieg zum Micho-Einstand & Stadiongeburtstag
Antonio Nusa
Statistiken der Liga Saison 2026/2027Inhalt
Vor dem Spiel ist vor dem Spiel
Letzte Woche vor dem Transferschluss – da hängt ein Teil der Fans noch am Tropf des Flugradars, andere haben fleißig an der 70-Jahre-Stadion-Choreo gewerkelt und wieder andere warteten gespannt auf den Auftakt von Demichelis an der Leipziger Seitenlinie. Bei bestem Spätsommerwetter war die Schüssel zur Jubiläums-Choreo daher gut gefüllt bzw. ausverkauft.
Der Gegner trat mit dem üblichen „Tradition seit XYZ“-Banner an und hatte mit diesem Accessoire in Leipzig ganz traditionell noch nie gewonnen. Wer wären wir, mit dieser großartigen Tradition zu brechen? Micho begann mit Gomis im Sturmzentrum – Rückkehrer Nkunku (der bisher in jedem Heimspiel gegen Gladbach einen Scorer erzielt hatte – Tradition usw.) nahm auf der Bank Platz. Sofort auf dem Feld – als einziger echter Sommerneuzugang – war aber Reitz, der ehemalige Gladbach-Kapitän. Beide Kicker sollten noch ihren Moment haben.

Publikum und Nkunku von Anfang bis Ende gut gelaunt.
Dreisatz des Spiels
Einen solchen reifen Auftritt hatten sicherlich nicht alle erwartet. Zwar war der Beginn etwas zäh und am Ende sorgten einige Einwechselspieler sowie die komfortable Führung für etwas zu lockere Zügel, aber dazwischen war RBL klar spielbestimmend. Die Torschussstatistik zwischen der 20. und 70. Spielminute spricht mit 20:4 eine sehr deutliche Sprache.
Die entscheidenden Momente der Begegnung waren die auf den Rängen frenetisch gefeierte Einwechslung von Nkunku und die Vorlage zum 3:0 durch Reitz nur zwei Minuten später. Geschichten, die eben nur der Fußball schreibt. Dass es diese Geschichten sind, die am Ende in Erinnerung bleiben, wurde bestens durch die 70-Jahre-Choreo zu Spielbeginn unterstrichen. Chapeau!
Eine beeindruckende Choreo zur Historie unserer wunderschönen #RedBullArena. 🏟️👏
— RB Leipzig (@RBLeipzig) August 29, 2026
Vor 70 Jahren ist das Zentralstadion eröffnet worden. pic.twitter.com/NqfsjXEE4T
Aufgefallen
Eine würdige Choreo
Unglaublich, was die Fanszene da auf die Beine gestellt hat! Eine der besten Choreos, die das Stadion bisher erlebt hat. Ein würdiger Rahmen für den Saisonstart und die 70 Jahre Stadiontradition an diesem Ort. Auch wenn viele (auch die Gäste an diesem Tag) es nicht wahrhaben wollen, so fügt sich auch RB Leipzig in die durch viele Brüche gezeichnete Leipziger Fußballtradition ein. Sei es mit der Red Bull Arena im Rund des Zentralstadions oder mit Fußball am Cottaweg, wo schon der VfB vor dem Ersten Weltkrieg Spiele austrug.
Gerade die älteren Semester werden sich noch an Spiele im Stadion der Hunderttausend erinnern, und von ihnen besuchen nicht wenige auch Spiele von RB Leipzig. Jetzt werden hier neue Geschichten geschrieben. Unter anderem die des ersten argentinischen Cheftrainers in der Bundesliga. Auf weitere 70 Jahre Fußball an dieser Stelle!
Aufgenommen von ganz oben.@rbleipzig #rbleipzig pic.twitter.com/llmO5R5btA
— Agaven-Brand aus Mexiko (@QuillaaaTe) August 29, 2026
Torgefährliches Mittelfeld
Auch wenn Banzuzi nach dem Spiel sicherlich noch ans Kopfballpendel darf, so kann festgehalten werden, dass er mit 1,26 xG einige ordentliche Torchancen hatte. Verbessert er seinen Abschluss, so kann der Niederländer in seinem zweiten Vertragsjahr noch zu einer wichtigen Stütze im Mittelfeld werden. Letzte Spielzeit war er schon der Einwechselspieler mit den meisten Einsatzminuten, und die Konkurrenz im Zentrum ist recht groß, aber er ist einer der Gewinner der Vorbereitung.
Zu Banzuzis Chancen kommt noch das Tor von Reitz und damit weitere 0,46 xG. Bedenkt man dann noch, dass mit Ouédraogo und El Aynaoui (Gerücht um eine Leihe von der Roma) weitere Konkurrenz bald mit den Hufen scharrt, dann könnte das eine Saison werden, in der Leipzig mal wieder echte Torgefahr aus dem Mittelfeld erzeugt.
Offensiv könnte das mit diesen Spielern sehr viel Spaß machen diese Saison, wenn das sehr hohe Positionieren und Nachrücken plus Strafraumpositionierungen so gewollt ist. #rblbmg
— rotebrauseblogger (@rotebrauseblog) August 29, 2026
Chancenwucher
Mit fast 4 xG blieb RBL in Sachen Torausbeute hinter den Möglichkeiten zurück. Eine Konstante zur letzten Spielzeit, als das Team von Ole Werner auch zu oft Möglichkeiten liegen ließ. Der Vergleich mit den Bayern und dem BVB (bzw. allen Teams, die nach dem Samstag auf Platz 1–7 stehen), die am ersten Spieltag beide mehr Tore als xG hatten, zeigt, dass hier noch Verbesserungspotenzial besteht. Das ist nach einem 3:0 erst einmal Jammern auf hohem Niveau, aber so üppig werden die Chancen nicht immer ausfallen. Ziel einer Spitzenmannschaft muss es daher immer sein, mehr Tore als erwartbar zu erzielen.
Passend dazu: Das Spiel hatte den dritthöchsten Leipziger xG-Wert seit dem Amtsantritt von Werner im letzten Jahr. Nur das Spiel gegen Union im April und das Pokalspiel gegen Trier vor einer Woche hatten mehr Chancen auf RB-Seite zu verzeichnen. Bei Schüssen aufs Tor lag das Spiel auf dem geteilten Platz 2 in diesem Zeitraum. Dies alles wohlgemerkt ohne den Überflieger der letzten Saison – das lässt sich durchaus sehen.
Laufwerte
Ein Blick auf die letzte Saison immer wieder kritisierten Laufwerte. Hier lag Gladbach am Ende gut 3 km vor Leipzig, also in dem Fenster von 1–4 Kilometern Plus/Minus, das eher nicht spielentscheidend ist (wir erinnern uns: kein Sieg letzte Saison bei 5 km weniger). Zudem war RBL bis zum 3:0 quasi gleichauf, der Unterschied ergab sich eher aus der Schlussphase, in der Leipzig es etwas zu sehr schleifen ließ.
Sprintseitig war RBL mit 139/121 wie schon letzte Spielzeit gut unterwegs. Hier machten Nusa (29), Banzuzi (27) und Raum (25) die meisten Meter und sprinteten damit in die Top 10 der Liga. Den Top-Speed legte Gomis mit 35,48 km/h vor (ligaweit Platz 3). Insgesamt also läuferisch solide, mit Luft nach oben zu Spielbeginn und am Spielende.

Nusa und Raum mit den meisten Sprints.
Spieler des Spiels
Schwere Entscheidung, wobei die Tendenz zu Nusa geht, der bei vielen Angriffen Dreh- und Angelpunkt war und die meisten Schüsse aufs Tor (3), die meisten Sprints (29) und die meisten gewonnenen Zweikämpfe (mit Gruda 7/13) hatte.
Aber auch Raum (4 Schlüsselpässe), Reitz (Tor und 3 Schlüsselpässe), Gruda (meiste Ballberührungen abseits der Defensivreihe), Vandevoordt (4 Paraden, zu null), Baku (Dosenöffner) und Lukeba (meiste Defensivaktionen) könnten hier genannt werden.
Am Ende eine echte Gemeinschaftsleistung, bei der es gerade, was Nkunku und die Startelf anbelangt, nur wenig zu meckern gab.
Enttäuschung des Spiels
Die Einwechsler, sieht man einmal von Nkunku ab, der sofort zündete. Danach gab es aber mit Bakayoko, Henrichs und besonders Harder einen echten Bruch im Spiel. Harder übersah nicht nur den besser positionierten Nkunku bei einem Konter (grenzte schon fast an Majestätsbeleidigung), sondern spielte auch nur einen Pass (Bakayoko 2) – da gab es also wenig echte Herausforderer von der Bank.
Bei den Startelfspielern müssen Gomis und Banzuzi die fehlende Chancenverwertung angekreidet werden. Der Franzose lieferte aber zwei gute Vorlagen auf Nusa und Baku, die beide sauber in den Lauf gespielt wurden.

Reitz hob erst die Hände, dann brach es aber aus ihm heraus.
Champions League-Terminierung steht
Kurz vor dem Spiel wurden von der UEFA die genauen Ansetzungen für die Königsklasse bekannt gegeben. RBL startet übernächste Woche am schönen Comer See, der an sich schon eine Reise wert ist. Das erste Heimspiel ist gegen die PSV, der aktuell auf Platz 2 der Eredivisie steht und abseits von der Finalniederlage im Johan Cruijff Schaal (Supercup) gegen Alkmaar solide in die Saison gestartet ist.
Zwei Spiele, in denen die Grundlage für eine erfolgreiche Saison gelegt werden kann, denn danach folgen mit Real und City zwei Spiele, in denen es wohl weniger Punkte zu holen gibt. Den Abschluss des Jahres bilden Lens und United (mit denen man ja noch ein Hühnchen zu rupfen hat). 2027 folgen noch Schachtar Donezk und Rotterdam. Eine schwere bzw. ausgeglichene Gruppe (mal abgesehen von den Topf-1-Teams). Aber man wächst ja mit seinen Aufgaben!
Catering
Eher enttäuschend war der Einstand des neuen Caterers. Deftige Preise (Fischbrötchen) und Shrinkflation (beispielsweise bei der Stadionwurst) sorgten im weiten rund für Unverständnis. Da muss RB Leipzig noch mal Druck auf den Kessel machen. Denn die Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen.
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Bewertet Spieler und Trainer auf der Seite.
Fazit & Ausblick
Die hochgelobten Borussen (Pokal und Vorbereitung ausschließlich Siege) hatten Leipzig über weite Strecken nur wenig entgegenzusetzen. Zwar wären eine Führung und auch der Ehrentreffer möglich gewesen, aber die sechs besten Chancen waren auf Leipziger Seite. Der Sieg geht daher auch in dieser Höhe komplett in Ordnung.
Wichtiger noch für die Rasenballer: Das Spiel zeigte, dass man es auch ohne Diomande kann. Im Kader steckt weiterhin eine Menge Breakthrough-Potenzial, und die nächsten Aufgaben werden diese Leistungsfähigkeit weiter einordnen, ehe im Oktober mit Bayern und Real die ganz dicken Bretter kommen.
Momentan darf man sich als Fan aber erst einmal über den geglückten Saisonstart freuen und etwas entspannter den Deadline Day erwarten. Wobei RBL dem Vernehmen nach noch mindestens zwei Abgänge (Bitshiabu, Harder) und zwei Zugänge (Guiu und El Aynaoui) klarmachen will.

Tolle Stimmung bis nach Spielende!
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- Trainer
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Martín Gastón DemichelisNicht bewertet Schnitt: 1,94 (26 Stimmen) Saisonschnitt: 2,73 - Tor
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Maarten VandevoordtNicht bewertet Schnitt: 1,63 (27 Stimmen) Saisonschnitt: 2,28 - Abwehr
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Ridle BakuNicht bewertet Schnitt: 1,83 (27 Stimmen) Saisonschnitt: 2,57 -
Willi OrbánNicht bewertet Schnitt: 2,07 (27 Stimmen) Saisonschnitt: 2,61 -
Castello JrNicht bewertet Schnitt: 2,06 (27 Stimmen) Saisonschnitt: 2,55 -
David RaumNicht bewertet Schnitt: 2,24 (27 Stimmen) Saisonschnitt: 3,25 - Mittelfeld
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Rocco ReitzNicht bewertet Schnitt: 1,81 (27 Stimmen) Saisonschnitt: 1,99 -
Nicolas SeiwaldNicht bewertet Schnitt: 2,33 (27 Stimmen) Saisonschnitt: 3,02 -
Ezechiel BanzuziNicht bewertet Schnitt: 2,46 (27 Stimmen) Saisonschnitt: 3,12 - Sturm
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Brajan GrudaNicht bewertet Schnitt: 1,87 (27 Stimmen) Saisonschnitt: 2,14 -
Tidiam GomisNicht bewertet Schnitt: 2,26 (27 Stimmen) Saisonschnitt: 3,32 -
Antonio NusaNicht bewertet Schnitt: 1,41 (27 Stimmen) Saisonschnitt: 2,12 - Einwechselspieler
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Christopher NkunkuNicht bewertet Schnitt: 2,00 (27 Stimmen) Saisonschnitt: 2,81 -
Benjamin HenrichsNicht bewertet Schnitt: 3,39 (27 Stimmen) Saisonschnitt: 3,21 -
Johan BakayokoNicht bewertet Schnitt: 3,44 (27 Stimmen) Saisonschnitt: 3,90 -
Arthur VermeerenNicht bewertet Schnitt: 3,27 (26 Stimmen) Saisonschnitt: 2,93 -
Conrad HarderNicht bewertet Schnitt: 4,02 (27 Stimmen) Saisonschnitt: 3,22