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Dosino Royale – Lizenz zum Punkten?

Dosino Royale – Lizenz zum Punkten?

Am Comer See wurde schon so mancher Blockbuster gedreht. Nach James Bond und Anakin Skywalker kommt am Donnerstag nun eine weitere illustre Truppe an den See – allerdings nicht für Hollywood, sondern für die Champions League. Ob unsere Rasenballer in Como tatsächlich die Lizenz zum Punkten besitzen, darf nach dem vergangenen Wochenende zumindest bezweifelt werden. Denn während der Comer See eine traumhafte Kulisse bietet, dürfte die Aufgabe für RB Leipzig alles andere als traumhaft werden. Nach dem 1:3 in Bremen wartet mit Como 1907 ausgerechnet ein Gegner, der einige der Schwächen von der Weser ziemlich unangenehm offenlegen könnte.

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Christopher Nkunku
Spieler im Fokus

Christopher Nkunku

#28
Statistiken der Liga Saison 2026/2027
4 Spiele
249' Minuten
1 Tore
1 Vorlagen
2,48 Ø Fan-Note

Vom Viertligisten in die Königsklasse

Die Geschichte von Como ist fast schon filmreif. 2019 spielte der Klub noch in der vierten italienischen Liga, 2024 folgte der Einzug in die Serie A. Nur zwei Jahre später steht Como inzwischen erstmals in der Vereinsgeschichte in der Champions League. Und der vierte Platz in der vergangenen Saison war keineswegs nur ein glücklicher Ausreißer. Mit rund 61 Prozent Ballbesitz spielte Como ligaweit den höchsten Wert, die Passquote von über 87 Prozent gehörte ebenfalls zur Spitze. Dazu kamen 65 erzielte Tore und gleich neun Treffer nach Kontern – Bestwert in der Serie A.

Auch der Start in die neue Saison liest sich bemerkenswert: 1:1 in Udine, 2:1 in Neapel und zuletzt ein 4:1 bei Genoa. Sieben Punkte aus drei Spielen, noch ungeschlagen und zwischenzeitlich sogar Tabellenführer. Wer also dachte, dass der Champions-League-Neuling vielleicht nur dank einer außergewöhnlichen Vorsaison in die Königsklasse gespült wurde, dürfte inzwischen eines Besseren belehrt sein. Vielmehr hat sich Como innerhalb weniger Jahre von einem Viertligisten zu einem Klub entwickelt, der mit einem klaren spielerischen Konzept und bemerkenswerter Geschwindigkeit die italienische Spitze erreicht hat.



Demichelis statt Fàbregas

Besonders kurios wird der Abend an der Seitenlinie. Denn Cesc Fàbregas war im vergangenen Jahr selbst ein Kandidat für den Trainerposten bei RB Leipzig. Como wollte seinen Coach allerdings nicht ziehen lassen – und behielt damit recht. Fàbregas führte Como anschließend auf Platz vier und damit erstmals in die Champions League. Nun trifft Leipzig also auf den Trainer, der vor gut einem Jahr möglicherweise selbst am Cottaweg hätte stehen können.

Seine Mannschaft steht dabei für einen durchaus anspruchsvollen Fußball. Fàbregas setzt meist auf ein 4-2-3-1, lässt seine Spieler im Aufbau viel rotieren und versucht, durch einrückende Flügelspieler und bewegliche Mittelfeldspieler Überzahlsituationen im Zentrum zu schaffen. Der Ball soll dabei nicht einfach nur laufen – Como sucht immer wieder den vertikalen Pass, Läufe in die Tiefe und schnelle Kombinationen. Gegen den Ball kann sich die Mannschaft in einem 4-4-2 formieren und versucht, den Gegner bewusst auf die Außenbahn zu lenken, um dort Druck aufzubauen.

Dies macht die Partie nach Bremen so interessant, denn RBL ist an einer ähnlichen Aufgabe zuletzt selbst gescheitert. 71 Prozent Ballbesitz hatte Leipzig am Samstag in Bremen, am Ende stand trotzdem eine 1:3-Niederlage.


Ballbesitz ist nicht gleich Ballbesitz

Das Problem war also nicht, dass Leipzig zu wenig den Ball hatte. Das Problem war, dass aus diesem Ballbesitz zu wenig entstand. Zu wenig Bewegung, zu wenig Dynamik, zu wenig Lösungen gegen eine kompakte Defensive. Bremen verteidigte konzentriert, gewann die entscheidenden Duelle und nutzte die Räume, die Leipzig nach Ballverlusten anbot.

Como könnte nun die nächste Stufe dieser Prüfung darstellen. Die Italiener haben selbst großen Spaß am Ball, können aber auch ohne ihn unangenehm werden. Vor allem aber besitzen sie die Qualität, aus Ballgewinnen schnell in gefährliche Situationen zu kommen. Neun Kontertore waren in der vergangenen Serie-A-Saison Bestwert – und beim 4:1 in Genua ließ sich bereits wieder beobachten, wie variabel Como dabei agieren kann.

Nach dem Bremer Auftritt dürfte daher eine der wichtigsten Fragen lauten: Hat RBL aus der Niederlage gelernt oder werden die Rasenballer letztlich am Comer See nur Nebendarsteller? Gegen einen Gegner, der selbst gerne das Spiel kontrolliert, wird sich zudem zeigen, ob Leipzig mit einer Mannschaft umgehen kann, die nicht einfach nur tief steht und auf Fehler wartet, sondern selbst Fußball spielen möchte.



Diao, Paz und der Mann mit den 14 Toren

Wie gefährlich Como nach Ballgewinnen werden kann, zeigte sich erst am vergangenen Freitag in Genua. Nach einem frühen Rückstand drehte die Mannschaft die Partie noch in ein 4:1. Assane Diao traf dabei gleich doppelt, dazu kamen Treffer von Martin Baturina und Nico Paz. Diao bringt vor allem Tempo und Dribbling mit, Paz und Baturina können zwischen den Linien für Gefahr sorgen. Vorne wartet mit Anastasios Douvikas Comos bester Torschütze der vergangenen Saison. 14-mal traf der Grieche in der Serie A und war damit maßgeblich am Höhenflug beteiligt. Auch in der neuen Spielzeit hat er bereits getroffen.

Gerade die Mischung macht Como schwer berechenbar. Mit Paz verfügt Fàbregas über einen kreativen Spieler, der zwischen den Linien Räume finden kann, Baturina sorgt für zusätzliche technische Qualität und Diao bringt auf den Außen die Geschwindigkeit mit, die Leipzig zuletzt selbst gerne entwickelt hätte. Als wäre das nicht genug, feierte in Genua mit Moise Kean ein prominenter Neuzugang sein Debüt. Der Stürmer kam von der Bank und bereitete direkt Diao zweiten Treffer vor. Es ist also durchaus einiges vorhanden, was eine Leipziger Defensive beschäftigen kann.

Und vielleicht ist gerade das 4:1 in Genua ein besserer Fingerzeig als die nackten sieben Punkte aus drei Spielen. Como lag zurück, blieb seinem Plan treu und drehte die Partie mit einer Mischung aus Ballbesitz, individueller Qualität und schnellen Angriffen. Das ist für einen Champions-League-Debütanten durchaus bemerkenswert.


55 Spiele Königsklasse

Für RB Leipzig ist das Spiel gleichzeitig ein kleines Jubiläum. In Como steht das 55. Champions-League-Spiel der Vereinsgeschichte an. Für Martín Demichelis ist es dagegen eine Premiere. Erstmals wird der Argentinier in seiner noch jungen Trainerkarriere ein UEFA-Spiel von der Seitenlinie erleben. Dabei ist die Champions League für ihn keineswegs Neuland: 67-mal stand Demichelis als Spieler selbst in der Königsklasse auf dem Platz. Sein erstes europäisches Spiel als Trainer führt ihn nun also an den Comer See. Und nach Bremen dürfte er dort besonders genau hinschauen, ob seine Mannschaft die geforderte Reaktion zeigt.



Nkunku und die Rückkehr nach Europa

Auch Christopher Nkunku erlebt am Donnerstag einen besonderen Abend. Nach seiner Rückkehr zu RB Leipzig steht für ihn das erste Champions-League-Spiel im Trikot der Rasenballer seit seinem Abschied an. Seine Leipziger Geschichte ist eng mit der Königsklasse verbunden. Große Abende, wichtige Tore und am Ende der Sprung zu Chelsea machten Nkunku zu einem der prägendsten Spieler der jüngeren Vereinsgeschichte.

Jetzt ist er zurück – und soll RBL möglichst schnell wieder jene offensive Lücke schließen, die Diomandes Abgang erzeugt hat. Nach dem eher durchwachsenen Auftritt in Bremen wäre Como deshalb eine gute Gelegenheit, die Rückkehr auch auf europäischer Bühne mit Leben zu füllen. Gleichzeitig wird gerade von ihm einiges erwartet werden: Gegen einen Gegner, der selbst viel Ballbesitz haben möchte, könnten seine Bewegungen und seine Fähigkeit, Räume zwischen den Linien zu finden, besonders wertvoll sein.


Wasserstand am Pleißestrand

Natürlich ist nach zwei Bundesliga-Spieltagen noch längst nicht die Zeit für große Saisonprognosen. Der überzeugende 3:0-Sieg gegen Gladbach ist gerade einmal zwei Wochen her. Und auch die ungewöhnliche Verletzungsmisere darf man bei der Bewertung des Saisonstarts nicht völlig ausblenden. Trotzdem war Bremen mehr als nur ein schlechtes Ergebnis.

Leipzig wirkte körperlich und kämpferisch unterlegen, fand kaum Lösungen und ließ sich von Werder mit vergleichsweise einfachen Mitteln aus dem Konzept bringen. Gerade die fehlende Bewegung und die geringe Intensität waren dabei auffällig. Gegen Como wird es nun nicht reichen, den Ball geduldig von links nach rechts zu bewegen und darauf zu hoffen, dass irgendwann eine Lücke entsteht. Es braucht Tempo im Passspiel, Läufe ohne Ball und vor allem die Bereitschaft, nach Ballverlusten sofort wieder gegen den Ball zu arbeiten.

Como kommt dagegen mit deutlich mehr Selbstvertrauen, sieben Punkten aus drei Spielen und einem 4:1-Auswärtssieg im Gepäck. Der erste Champions-League-Abend der Saison könnte damit ziemlich schnell zu einer Standortbestimmung werden. Nicht, weil nach einem möglichen schlechten Ergebnis bereits alles infrage gestellt werden müsste, sondern weil Como einen Gegner darstellt, an dem sich einige der aktuellen Leipziger Fragezeichen ziemlich gut ablesen lassen.


Und natürlich Abschlusstraining beobachten. 😎 (Zwischen den Bildern lagen 30 Minuten) #Como #RBLeipzig

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— aus_LE (@ausle.bsky.social) 9. September 2026 um 18:03


Champions League mit Seeblick

Immerhin dürfte der Rahmen außergewöhnlich sein. Das Stadio Giuseppe Sinigaglia liegt direkt am Comer See und wurde bereits 1927 eröffnet. Jetzt erlebt das traditionsreiche Stadion erstmals Champions-League-Fußball mit einem ausverkauften Heim- und Gästebereich. Für Como ist der Donnerstag ohnehin ein historischer Abend: Der Klub, der vor wenigen Jahren noch in der vierten Liga spielte, empfängt erstmals eine Mannschaft in Europas Königsklasse.

Auch für den Rasenballsport ist Como kein ganz gewöhnliches Pflaster. In Italien konnte Leipzig bislang zweimal gewinnen – 3:1 in Neapel und 2:0 bei Atalanta. Zuletzt gab es allerdings eine 0:1-Niederlage bei Inter Mailand.

Und so trifft am Donnerstag eine Mannschaft, die gerade den vielleicht größten Schritt ihrer Vereinsgeschichte macht, auf ein Leipziger Team, das nach dem Bremen-Spiel dringend zeigen muss, dass der Auftritt an der Weser tatsächlich nur ein Ausrutscher war. Die Kulisse könnte kaum schöner sein, die Aufgabe dagegen kaum unangenehmer.



Fazit

Como ist aktuell schwer zu greifen: spielstark, ballbesitzorientiert, technisch versiert und gleichzeitig gefährlich im Umschaltspiel. Dazu kommt der Rückenwind aus einem starken Saisonstart und einem 4:1-Auswärtssieg. Leipzig bringt dagegen nach Bremen einige Fragezeichen mit und muss sehr schnell Lösungen finden, die zuletzt gegen eine kompakte Mannschaft gefehlt haben.

Natürlich kann RB in einem einzelnen Spiel jederzeit eine andere Seite zeigen. Dafür ist die individuelle Qualität zu groß. Aktuell fehlt mir allerdings die Fantasie für einen Auswärtssieg am Comer See. Die Italiener sind eingespielter, kommen mit deutlich mehr Rückenwind und haben bereits gezeigt, dass sie auch gegen stärkere Gegner Lösungen finden.

Tipp: 3:1 für Como.

Spiel
Como 1907 vs. RB Leipzig
Ergebnis
4:1 (2:0)
Aufstellung Como 1907
Butez - Couto (74. Smolčić), Ramón, Chalobah, Valle - Milla, Da Cunha (C) (65. Perrone) - Diao (86. Ricci), Paz, Baturina (65. Kempf) - Douvikas (65. Kean)
Ersatzbank Como 1907
Ginelli, Sánchez – Dossena, Kaiki, Liberali, Rodríguez
Aufstellung RB Leipzig
Aufstellungsgrafik
Aufstellung
Torschützen
1:0 Baturina (15.), 2:0 Douvikas (38.), 3:0 Diao (54.), 3:1 Maksimović (58.), 4:1 Perrone (90.)
Torschüsse
14 / 14
Schüsse aufs Tor
6 / 4
Expected Goals (xG)
2,30 / 1,42
Ballbesitz
50% / 50%
Passquote
90% / 89%
Zweikampfquote
58% / 41%
Laufstrecke (km)
115,50 / 114,10
Ecken
1 / 5
Fouls
9 / 10
Abseits
5 / 1
Gelbe Karten
Paz, Perrone / Orbán, Nkunku, Banzuzi
Gelb-Rot
- / -
Rote Karten
- / -
Schiedsrichter
Serdar Gözübüyük (Niederlande)
Spielort
Stadio Giuseppe Sinigaglia, Como
Zuschauer
10.198
Aufstellung

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  • Trainer
  • Martín Gastón Demichelis
    Martín Gastón Demichelis 90'
    Nicht bewertet Schnitt: 3,75 (4 Stimmen) Saisonschnitt: 2,63
  • Tor
  • Maarten Vandevoordt
    Maarten Vandevoordt 90'
    Nicht bewertet Schnitt: 3,06 (8 Stimmen) Saisonschnitt: 2,06
  • Abwehr
  • Ridle Baku
    Ridle Baku 88'
    Nicht bewertet Schnitt: 3,81 (8 Stimmen) Saisonschnitt: 2,65
  • Willi Orbán
    Willi Orbán 90' ·
    Nicht bewertet Schnitt: 4,06 (8 Stimmen) Saisonschnitt: 2,51
  • Castello Jr
    Castello Jr 90'
    Nicht bewertet Schnitt: 3,19 (8 Stimmen) Saisonschnitt: 2,33
  • David Raum
    David Raum 90'
    Nicht bewertet Schnitt: 4,50 (8 Stimmen) Saisonschnitt: 3,36
  • Mittelfeld
  • Neil Yoni El Aynaoui
    Neil Yoni El Aynaoui 90'
    Nicht bewertet Schnitt: 3,75 (8 Stimmen) Saisonschnitt: 2,64
  • Nicolas Seiwald
    Nicolas Seiwald 60'
    Nicht bewertet Schnitt: 3,13 (8 Stimmen) Saisonschnitt: 3,17
  • Andrija Maksimović
    Andrija Maksimović 70' · 1
    Nicht bewertet Schnitt: 2,63 (8 Stimmen) Saisonschnitt: 2,60
  • Christopher Nkunku
    Christopher Nkunku 60' · 1 ·
    Nicht bewertet Schnitt: 3,50 (8 Stimmen) Saisonschnitt: 2,48
  • Antonio Nusa
    Antonio Nusa 90'
    Nicht bewertet Schnitt: 3,06 (8 Stimmen) Saisonschnitt: 2,01
  • Sturm
  • Marc Guiu Paz
    Marc Guiu Paz 60'
    Nicht bewertet Schnitt: 4,00 (8 Stimmen) Saisonschnitt: 3,75
  • Einwechselspieler
  • Ezechiel Banzuzi
    Ezechiel Banzuzi 30' ·
    Nicht bewertet Schnitt: 3,75 (8 Stimmen) Saisonschnitt: 2,69
  • Tidiam Gomis
    Tidiam Gomis 30'
    Nicht bewertet Schnitt: 3,50 (8 Stimmen) Saisonschnitt: 3,06
  • Forzan Assan Ouédraogo
    Forzan Assan Ouédraogo 30'
    Nicht bewertet Schnitt: 3,25 (8 Stimmen) Saisonschnitt: 2,92
  • Brajan Gruda
    Brajan Gruda 20'
    Nicht bewertet Schnitt: 3,21 (7 Stimmen) Saisonschnitt: 2,08
  • Benjamin Henrichs
    Benjamin Henrichs 2'
    Nicht bewertet Schnitt: 3,58 (6 Stimmen) Saisonschnitt: 3,32