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3 Niederlagen in den letzten 4 Spielen – erste vorsichtige Gedanken

3 Niederlagen in den letzten 4 Spielen – erste vorsichtige Gedanken

Rasenballsport Leipzig, wohin geht deine Reise? – Diese Gedanken hatten wir früher schon einmal beleuchtet. Gewisse Krisen gab es bei uns immer wieder und bisher gelang es auch größtenteils, solche Situationen zu meistern und gar Erfolge zu feiern. Dieses Mal aber könnte eine Gemengelage entstanden sein, die chaotischer und nachhaltiger wirken könnte als uns Allen lieb ist... mit offenem Ausgang.

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Fair bleiben!

Eines vorweg: Malen wir die Welt nicht zu schwarz, beleidigen wir nicht unsere Spieler und nehmen wir uns nicht das Recht heraus, der bessere Vereinstrainer (ohne Bundesligalizenz) zu sein. Achten wir auf unsere Ausdrucksweise und auf unser Wohlbefinden, unabhängig vom Fußball. Seien wir selbstwirksam, gehen wir raus in die Natur, spazieren, genießen wir die wärmenden Sonnenstrahlen, das Lächeln eines Menschen und sehen wir die kleinen Dinge im Leben. Lernen wir loszulassen und gleichzeitig gelassener zu sein.

Genauso wertschätzen sollten wir auch weiterhin die Möglichkeit, höherklassigen Fußball schauen zu können. Wenn gegen Eindhoven die Champions-League-Hymne erklingt, sollten wir demütig sein und dieses Szenario nicht als Selbstverständlichkeit betrachten. Dankbarkeit täte uns gut. Fiebern wir lieber mit, als mit einer großen Enttäuschung und Pfiffen gegen das eigene Team wieder nach Hause zu gehen. Denn es könnte Gründe dafür geben, warum sich unsere Mannschaft vielleicht auf Abwegen befindet, ein paar Niederlagen kassieren musste oder einige Spieler ihr Leistungspotenzial nicht erreichen.


Ralf Rangnick legte den Grundstein – danach stets (zu) hohe Erwartungshaltung

Die Erwartungshaltung ist ein großes Grundproblem bei uns, eben weil die eigenen Ansprüche schwindelerregende Höhen erreichen und der Erfolg schon da war. Nun soll es verdammt noch mal so bleiben! Unser Hauptsponsor und in persona Oliver Mintzlaff kennen hier nur eine Devise: Höher, schneller, weiter! – und leben diese auch gemeinsam vor. Das ist wohl der Hauptgrund dafür, dass man sich auch medial und öffentlich teilweise als Bayern-Verfolger sah und weiterhin sehen will. Man muss bereit sein, die Lücke zu schließen, oder zumindest bereit sein, die Gelegenheit zu nutzen, wenn unter anderem die Bayern schwächeln.

Ziele muss man natürlich haben, aber sind diese auch realistisch? Deutscher Meister werden? In ein Champions-League-Viertel- oder Halbfinale einziehen? Woher kommt dieser Anspruch oder gar Hochmut? Ist er überhaupt realistisch? Und sind alle vereinsinternen Bedingungen gegeben, um einem finanzkräftigen europäischen Spitzenklub Paroli bieten zu können?

Es gab einmal eine lange Zeit, in der wir auf einer Erfolgswelle reiten und diese genießen durften. Ralf Rangnick hatte damals sowohl als Sportdirektor als auch als Trainer ein so großes Fundament geschaffen, dass die sportlichen Entwicklungen trotz Veränderungen noch jahrelang Früchte trugen. Es war ein starkes Puzzle, unter anderem mit Emil Forsberg, Yussuf Poulsen, Willi Orbán und Péter Gulácsi. Auch Konrad Laimer, der wohl am ehesten die RB-DNA verkörperte, muss unbedingt Erwähnung finden.

Einst gab es mit Markus Krösche ebenso einen starken Sportdirektor, und so folgten Spieler wie Ibrahima Konaté, Dayot Upamecano, Joško Gvardiol und Dani Olmo. Mohamed Simakan darf man nicht vergessen, ebenso wenig Kevin Kampl, Marcel Halstenberg oder Nordi Mukiele. Die Liste ließe sich noch erweitern, würde hier aber den Rahmen sprengen. Die Spieler waren lange Zeit bei uns. In den letzten Jahren ist die Verweildauer der Spieler jedoch immer kürzer geworden.


Frühzeitiges Statement unser Geschäftsführung zu Saisonbeginn.


Hausgemachte Probleme durch ständige Personalwechsel

Sowohl Spieler als auch Fans hatten die Möglichkeit, über die Jahre gemeinsam zu wachsen und sich miteinander zu identifizieren. Verantwortliche und Spieler waren den Fans vertraut. Doch es gab auch eine Zeit ohne Sportdirektor und danach ein munteres Wechselspiel vieler Verantwortlicher, die teilweise eine andere Spielphilosophie vertraten und entsprechend neue Spieler verpflichteten. Eben diese Verantwortlichen durften später gehen oder sind von selbst gegangen.

Unter anderem folgte auf Julian Nagelsmann Jesse Marsch. Einen größeren Bruch in einer Philosophie kann man kaum verursachen, wie es Oliver Mintzlaff getan hat. Seine Verdienste um RB Leipzig sind unbestritten, ebenso seine Ziele und Vorstellungen. Aber in wichtigen sportlichen Belangen geht sein Einfluss einfach zu weit und muss hinterfragt werden.

Ein ähnliches Paradoxon zeigt sich nun in der Causa Ole Werner, der für Martín Demichelis weichen musste. Ich bin der Meinung: Nie und nimmer darf man während einer WM, bei der die Nationalspieler noch unterwegs sind, erst spät zur Vorbereitung auf die neue Saison dazustoßen oder gar verletzt ausfallen könnten, einen so wichtigen Personalwechsel auf der Trainerposition vollziehen. Strukturell ist hier wieder so vieles zerstört worden, dass von den Verantwortlichen unter einem neuen Trainer sogar ein anderer Spielstil verlangt wird.

Neue Co-Trainer müssen installiert, neue Strukturen geschaffen und neue Mechanismen entwickelt werden. Für diesen Umbruch ist jedoch schlicht nicht ausreichend Zeit vorhanden. Diese Zeit und Möglichkeit hatte Ole Werner mit seinem Team. Gemeinsam mit seinen Co-Trainern formte er aus einem zerfallenen Team wieder eine starke Einheit, deren Leidenschaft, Einstellung und sportliche Leistung an alte Zeiten erinnerten. Sein Verdienst: Platz 3 in der Bundesliga, 20 Bundesligasiege und die Champions-League-Qualifikation.

Wir Fans fieberten mit und konnten uns wieder neu orientieren und identifizieren. Natürlich gibt es immer wieder Höhen und Tiefen, aber man sollte zusammenstehen und gemeinsam daran arbeiten dürfen. Nur so entwickelt man sich, wächst weiter und bildet ein starkes Fundament!


Die Niederlage und der Gesamtauftritt in Bremen schmerzt besonders.


Fragwürdiger Umbruch trotz WM und Verletzte

Jetzt, da klar war, dass die Saisonvorbereitung aufgrund der WM nur eingeschränkt möglich sein würde, wird ein neuer Spielstil gefordert und ein neues Trainerteam installiert. Und das in einer Saison, in der größtenteils alle drei bis vier Tage gespielt wird, kaum Zeit für eine gezielte Spielvorbereitung bleibt und es wie immer Verletzte und neue Spieler gibt. Angestoßen wurde dieser Umbruch von Verantwortlichen aus dem Red-Bull-Soccer-Team.

Egal, wie erfolgreich das vorherige Trainerteam eine kaputte Mannschaft wieder neu formiert hatte, sodass sie wieder lebte und über sich hinauswuchs: Es wurde ein neuer Bruch vollzogen. Realistisch betrachtet war ich der Meinung, dass unter Ole Werner in der vergangenen Saison nach Bayern und Dortmund das Optimum aus unserem Team herausgekitzelt wurde. Zumal er sich einer neuen Spielausrichtung unterordnete und auf ein 4-2-3-1-System umstellen musste.

Und realistisch betrachtet sehe ich unseren neu formierten Kader von der individuellen Klasse her nicht besser als die Mannschaften aus Stuttgart oder Leverkusen. Dass nun auch der SC Freiburg dazustößt, zeigt, dass der Kampf um die internationalen Plätze für uns immer gefährlicher wird.

Wichtig wäre für mich gewesen, Kontinuität zu beweisen und Vertrauen zu zeigen – ein Miteinander, bei dem auch Täler durchschritten und Niederlagen verziehen werden dürfen. Verlieren gehört zum Leben und zum Prozess dazu, auch wenn es schwerfällt. Das Motto: Was lange währt, wird endlich gut.

Julian Nagelsmann, Jesse Marsch, Achim Beierlorzer, Domenico Tedesco, Marco Rose, Zsolt Löw, Ole Werner, Martín Demichelis – all das sind Trainerwechsel innerhalb kurzer Zeit, verbunden mit neuen Spielstilen und Philosophien. Nicht zu vergessen sind die vielen wechselnden Co-Trainer.

Markus Krösche, Rouven Schröder, Max Eberl, Marcel Schäfer, Jürgen Klopp, Roger Schmidt, Tatjana Haenni, Sebastian Schuppan, Frank Aehlig, Mario Gómez, Christopher Vivell, Florian Scholz, Dr. Alexander Schmalhofer, Maximilian Englert und Daniel Baier: Sie alle symbolisieren ein munteres Wechselspiel auf den wichtigsten Vereinsposten. Allesamt waren sie sportliche Entscheidungsträger, doch eine gemeinsame Linie ist seither kaum noch erkennbar. Das Gleiche gilt für das Nachwuchskonzept.

Hinzu kommen die vielen Spielerneuverpflichtungen und die in immer kürzeren Abständen erfolgenden Spielerabgänge. Die Begriffe Beständigkeit, Kontinuität, Vertrauen und Miteinander werden zu Fremdwörtern. Nur einer hat all diese Personalwechsel überlebt und fast alle Entscheidungen mitgetragen: Oliver Mintzlaff.


Erste Fragen tauchen auf...


Passt der aktuelle Kader zur neuen Spielphilosophie?

Mittlerweile ist ein Profikader entstanden, der teilweise aus den Irrwegen vergangener Jahre hervorgegangen ist. Darüber hinaus gibt es eine neue Führungsriege, die sich an frühere, erfolgreiche Zeiten erinnert und diese mit aller Macht wieder erreichen will.

Willi Orbán, unsere eigentliche Bank im Abwehrzentrum, stand kurz vor einem Vereinswechsel. Das wäre ein erneuter Tritt in den Hintern der eigenen Fans gewesen. Abschiedsspiele für verdiente Spieler oder gar ein gebührender Abschied von Identifikationsfiguren? Fehlanzeige. Dominik Kaiser war der einzige Moment, der in Erinnerung blieb. Allenfalls sind noch die schöne Choreo für Yussuf Poulsen und die Verabschiedung von Kevin Kampl an einem Spieltag zu nennen.

Trotzdem kamen die Anerkennung, der Dank, die Freude auf ein Wiedersehen und das Gefühl eines Miteinanders für mich zu kurz. Alles wirkt so kühl und schnelllebig, auch aufgrund der vielen kurzfristigen personellen Wechsel im Team und im sportlichen Verantwortungsbereich.

Passt ein David Raum in ein Spielsystem mit Dreier- und Fünferkette nicht besser, wie es in Hoffenheim bereits vorgelebt wurde? Könnte er dadurch seine Offensivstärken nicht gewinnbringender ausspielen? Ist ein Willi Orbán mit einer neu aufgerückten Abwehr, die das Offensivpressing unterstützen soll, aufgrund seiner Schnelligkeitsdefizite überhaupt der richtige Mann?

Auch Christopher Nkunku spielte seine Stärken eher auf den Halbflügelpositionen aus und nicht im Zentrum oder ganz außen. Nicolas Seiwald glänzte unter Ole Werner in nie dagewesener Stärke, findet sich nun aber in der zweiten Reihe wieder und hat nicht zu seiner alten Stärke zurückgefunden. Im Spielzentrum fehlt es an Torgefährlichkeit und in der Abwehr an gestandenen Abwehrhünen.


Top Spielerverpflichtungen und erfahrene Trainer waren zuletzt Mangelware

Erinnern wir uns an Joško Gvardiol, Marcel Halstenberg, Ibrahima Konaté, Dayot Upamecano und Mohamed Simakan. Oder an Dominik Szoboszlai, Konrad Laimer, Dani Olmo, Emil Forsberg und Benjamin Šeško, die Kreativität und Zug zum Tor mitbrachten. Von diesen Spielertypen sind wir aktuell meilenweit entfernt. Eine Ausnahme bildete Yan Diomande.

Immer schwieriger wird es, gestandene Trainer zu gewinnen, wie einst Ralf Rangnick, Julian Nagelsmann und Marco Rose, die ihr Können bereits bei anderen Stationen unter Beweis gestellt hatten. Die 1A++-Lösungen waren auf einmal nicht mehr greifbar. Eine 1A-Lösung war ebenfalls nicht mehr verfügbar. Und so wurde aus einer 1B-Lösung schließlich zuletzt eine 1C-Lösung – ohne internationale Erfahrung.

Und was macht das mit unseren Spielern? Klar, sie sind Profis und müssen mit Veränderungen leben.

Aber wenn jedes Jahr ein neuer Strukturwandel vollzogen wird, das Team auseinanderfällt und neu formiert werden muss, die Spieler ihre eigenen Stärken nicht mehr einbringen können und sie erfahren, dass sie nicht zur Startelf gehören: Ist es dann nicht verständlich, dass auch sie nur Menschen sind und nicht die Hauptschuldigen, wenn der Erfolg und die eigene Leistungsfähigkeit ausbleiben?

Hochachtung vor Willi Orbán, der diesen Strukturwandel jedes Mal mitgemacht hat. Über elf Jahre ist er nun schon dabei. Vielleicht ist es seine letzte Saison – wie einst bei Péter Gulácsi.


Immer wieder Veränderungen, immer wieder eine neue Ausrichtung. Waren es sinnvolle Entscheidungen?


Ungewisse Zukunft, unverständliche Entscheidungen

Auch David Raum gehört neben Willi Orbán zu den möglichen Abgangskandidaten für die neue Saison. Castello Lukeba dürfte heiß umworben sein, da seine Ausstiegsklausel sinkt. Gleiches gilt für Antonio Nusa. Johan Bakayoko versandet in der Bedeutungslosigkeit, und schon steht der nächste Umbruch bevor.

Einnahmen müssen generiert werden, weshalb wohl jährlich Leistungsträger verkauft werden müssen. Gleichzeitig müssen Verbindlichkeiten gegenüber dem Hauptsponsor zurückgeführt werden. Ein Aderlass, der so gar nicht ins Konzept passt und den eigenen Ansprüchen widerspricht. Einen größeren Widerspruch gibt es kaum.

RB Salzburg musste dies als Erstes erfahren, und unser Leipziger Rasenballsport befindet sich nun an einer ähnlichen Stelle. Es wird immer schwieriger, leistungsstarke, weit entwickelte junge Talente wie Kylian Mbappé (were erinnert sich nicht an die alte Rangnick Story) oder Yan Diomande zu gewinnen, die bereit sind, über viele Jahre im Verein zu bleiben und ein Gerüst zu bilden. Andererseits beißt sich die Ausrichtung, ausschließlich junge Talente zu verpflichten, mit dem Umstand, dass diese auf internationaler Ebene noch wenig Erfahrung mitbringen und schließlich Fehler machen werden, die zu weniger Erfolg führen können.

Sich mit den ganz Großen messen zu wollen, klingt daher paradox. Zumal mittlerweile der Eindruck entstanden ist, dass man nicht mehr über die nötigen Mittel verfügt, um erfahrene, gute Trainer gewinnen zu können. Gleichzeitig will man keine fertigen und erfahrenen Spieler verpflichten, weil dadurch die Gehaltsgrenze gesprengt würde.

Es ist daher stets ein Ritt auf der Rasierklinge, einerseits Leistungsträger zu verkaufen und andererseits den Anspruch zu wahren, zu den besten vier Mannschaften der Bundesliga zu gehören und die Gruppenphase der Champions League zu überstehen.

Ohne Kontinuität und ohne eine langfristige Ausrichtung kann man eines Tages an einem Punkt angelangt sein, an dem sich die Probleme nicht mehr so schnell beheben lassen. Das erneute Nichterreichen der internationalen Plätze hätte wiederum weitreichende Auswirkungen. Dann müssten sich vor allem diejenigen hinterfragen, die dafür die Hauptverantwortung tragen.

Ähnlich wie beim unrühmlichen Umgang mit Ole Werner vollzog sich auch der Caterer-Wechsel. Dessen Angebot ist nun teurer, qualitativ schlechter und mit kleineren Portionen verbunden, was bei uns RB-Fans für Unmut sorgt – auch wenn man inzwischen Verbesserungen vornehmen will.

All diese Entscheidungen und Entwicklungen im Verein, die wir Fans kaum noch nachvollziehen können, spiegeln ein Vereinsbild wider, dessen Puzzle nicht mehr zusammenzupassen scheint. Alles wirkt wie ein trotziges Kind: Passt du mir nicht, will ich mit dir nicht mehr zusammen sein.

Alles muss so schnell wie möglich in eine Richtung optimiert werden, die uns gar nicht mehr erreicht. Im Nachhinein könnte dadurch jedoch ein Chaos entstehen, das dem Erreichen der gewünschten Ziele eher schadet.



Fragen über Fragen

Martín Demichelis ist unser neuer Trainer. Als Spieler verfügt er über internationale Erfahrung, als Trainer hingegen noch über wenig Erfahrung und bislang keine in der Bundesliga. Ole Werner kannte die Bundesliga dagegen sehr gut und hat dies in der vergangenen Saison erfolgreich unter Beweis gestellt.

Unser neuer Trainer ergriff die Chance, bei uns zu landen, nachdem er sich zuvor für einen anderen Verein (RCD Mallorca) entschieden hatte und diesem öffentlich sein Vertrauen ausgesprochen hatte. Welche Vorteile bringt er im Vergleich zu Ole Werner mit?

Letztendlich muss er sich daran messen lassen, wie erfolgreich die Mannschaft spielt und ob eine Weiterentwicklung hinsichtlich Spielkultur und Tempo sichtbar wird. Noch ist genügend Zeit vergangen, aber es ist auch noch zu wenig passiert, um ein Zwischenfazit zu ziehen oder ein Urteil zu fällen.

Angesichts der bevorstehenden schwierigen Phase mit englischen Wochen, starken Gegnern und fehlender gezielter Spielvorbereitung auf Mannschaften, die eigentlich keine Stolpersteine darstellen sollten, könnte die derzeitige Gemengelage jedoch schnell auch für ihn zum Verhängnis werden.

Was hätte das für Auswirkungen auf Marcel Schäfer und den Marktwert unserer Spieler? Welche Folgen hätte es für weitere Spielerabgänge, und wie würden wir Fans reagieren? Verstehen alle überhaupt, was möglicherweise passieren könnte? Was ist, wenn der Erfolg ausbleibt und kein Julian Nagelsmann als „Retter“ zur Verfügung steht?


Die Wochen der Wahrheit rücken näher – Ausgang offen

Noch ist nichts passiert. Nach vier Spieltagen haben wir zwei Niederlagen in der Bundesliga kassiert und stehen auf Platz 9. In der Champions League haben wir das erste Spiel verloren, sieben weitere Partien stehen noch bevor.

Mit Frankfurt, Bayern, Schalke und Elversberg warten in der Bundesliga jedoch Gegner, die nur eines oder keines ihrer ersten vier Bundesligaspiele verloren haben und sich entsprechend als kompakte, eingespielte Teams präsentieren dürften. Schalke knöpfte den Bayern beim 0:0 einen Punkt ab, und Elversberg verlor nur mit 1:2 gegen den Rekordmeister. Wer hier denkt, dass dies Selbstläufer werden, der irrt.

In der Champions League stehen zudem Partien gegen Real Madrid und Manchester City an, deren Ausgang unser Nervenkostüm arg strapazieren könnte.


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Bisheriges Abschneiden pro BL-Saison: Schlechter als Platz 7 war man nie.


Jedes Spiel bis Weihnachten wird ein Endspiel. Nicht nur gegen den SC Freiburg oder Borussia Dortmund, sondern auch in Köln sowie gegen Augsburg und Mainz, die im Jahr 2026 fast genauso viele Bundesligapunkte geholt haben wie wir.

Martín Demichelis hat bislang nur wenig vorzuweisen. Er wurde in diese Gemengelage hineinmanövriert und hat die Aufgabe angenommen. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass er in den nächsten Wochen und bis Weihnachten die Kurve bekommt, Achtungserfolge feiern und vor allem das Team stabilisieren und weiterentwickeln kann. Wir wünschen es ihm.

Aber was passiert, wenn das Gegenteil der Fall ist? Welche Folgen könnte das für alle Beteiligten haben? Wie geht es dann mit dem Verein weiter? Wer zieht die Lehren und Konsequenzen?

Eines steht fest: Der Kader sollte in diesem Jahr stark genug sein, um zumindest Platz 6 in der Bundesliga erreichen zu können. Ist das Jammern auf hohem Niveau oder steckt dahinter tatsächlich der Anspruch, immer die Champions League erreichen zu müssen?

Wir Fans sollten bleiben, unsere Erwartungen nicht allzu hoch schrauben und trotzdem unser Team unterstützen sowie Stimmung im weiten Stadionrund machen.

Es ist mittlerweile meine elfte Saison beim Rasenballsport. Ich habe bisher fast 190 Heimspiele besucht und war bei fast 230 RB-Spielen live dabei. Dass es Veränderungen geben und man nach Höherem streben mag, ist keineswegs verkehrt. Jedoch sollte man sich spätestens dann hinterfragen, wenn die aktuelle Saison einen ganz anderen Verlauf nehmen sollte als erhofft.

Bis dahin hoffe ich, dass dieses Szenario nicht eintritt. Aber mit diesen Zeilen sehe ich uns näher in die eine Richtung driften als in die andere. Die Gefahr einer langfristigen Stagnation besteht mehr denn je.