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CL Gruppe 2. Spieltag
Mittwoch, 28.10.2020, 21:00 Uhr
Ort: Manchester, Old Trafford
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STÖRCHE ZERHACKEN BULLEN - FANS FORDERN TRAINERENTLASSUNG

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Leipzig - (18.02.2011)

So schnell können Träume platzen: Dem hoffnungsvollen 3:0 Auswärtserfolg vergangener Woche folgte heute vor 3621 Zuschauern eine 1:5 Heimpleite gegen Holstein Kiel - die groß angekündigte Aufholjagd endet damit bereits am zweiten Spieltag der Rückrunde. Trainer und Mannschaft waren nach dem Spiel konsterniert - ein Großteil der Anhängerschaft setzte der dürftigen Leistung ihres Teams aber noch die Krone auf.

Der 18. Februar 2011 wird als historischer Tag in die Chroniken von RB Leipzig eingehen. Es setzte nicht nur die höchste Saionniederlage der Vereinsgeschichte, sondern erstmals entschieden sich die Fans fast geschlossen gegen den Trainer und verspotteten ihr eigenes Team gnadenlos. Dabei war das 1:5 gar nicht so desolat, wie man vielleicht vermuten oder denken mag. RB kam wie gegen Hannover 96 II gut in die Partie. Die Mannschaft war aggressiv in den Zweikämpfen, machte die Räume dicht, lies den Gästen aus Kiel nur wenig Platz zum Atmen. Die hochverdiente Führung folgte nach 16 Minuten durch das sechste Saisontor von Stürmer Daniel Frahn. Vorausgegangen war eine Flanke von Paul Schinke, dessen Hereingabe die Kieler Abwehr unterlief. Was danach passierte, ist eigentlich unerklärlich - RB gab das Heft aus der Hand und Kiel übernahm die Kontrolle. Der heute überragende Marc Heider erzielte in der 21. Minute den Ausgleich, zwei Minuten später schob Florian Meyer nach Heider-Vorlage den Ball zur Kieler Führung an Gäng vorbei. Nur Augenblicke später traf Meyer lediglich den Pfosten. Die Mannschaft von Tomas Oral konnte sich von dem Schock einigermaßen erholen, hatte durch Rosin und Rockenbach sogar die Chance zum Ausgleich. Sechs Minuten vor dem Pausentee stand Heider nach Müller-Fehler plötzlich frei vor Gäng und behielt auch diesmal die Nerven - 1:3 zur Halbzeit. Das Debakel nahm in der 62. Minute seinen Lauf, als RB gerade am Drücker war und Ecke hatte. Doch die Standartsituation verpuffte, stattdessen nahm sich Heider am eigenen (!) Strafraum die Kugel, sprintete im Laufduell mit Müller über den gesamten Platz (!), flankte anschließend präzise (!) in die Mitte auf Steve Müller, der freistehend (!) auf 4:1 (!) für Kiel erhöhte. Das letzte Tor der Partie erzielte - na klar, wer sonst - Marc Heider. Wieder schlief die Hintermannschaft von RB, wieder war das Mittelfeld mit einem einzigen Pass überwunden, wieder war RB-Keeper Gäng chancenlos. EINS zu FÜNF - in einem Heimspiel. Gegen einen Gegner, der letztes Wochenende noch daheim gegen Oberneuland nicht über ein 1:1 hinaus kam. Gehts noch peinlicher? Ja, geht es!

Denn was sich die Anhänger von RB heute leisteten, war aus meiner Sicht eine absolute Frechheit. Ich kann verstehen, dass Fans sauer sind, wenn ihre Mannschaft das Spiel innerhalb von wenigen Minuten vergeigt und nur mit Glück nicht schon 1:3 hinten liegt. Aber gleich Pfiffe? Zur Erinnerung: Nur wenige Minuten zuvor hatte die Mannschaft Kiel noch fest im Griff, ging verdient in Führung, feierten die Fans die gute Leistung ihrer Leipziger. Minuten später war davon nichts mehr zu sehen, anstatt die nun verunsicherte Mannschaft mit Anfeuerungen wieder aufzubauen, wurde das Pfeiffen als Dauerbeschäftigung erfunden. Nach der Halbzeit hatten sich die Fans wieder akklimatisiert, bis zum 1:4. Mitten in den Kieler Torjubel schallte es bereits aus dem RB-Fanblock "Oral raus!". Anscheinend wurde die Halbzeit-Bratwurst dazu genutzt, sich einen Schuldigen für die bisherige Leistung zu suchen. Die Option Mannschaft auspfeiffen hatte nicht die gewünschte Wirkung erzielt, andere Methoden mussten also herhalten. Der Trainer, ja, der ist gut - den haben wir sowieso noch nie so richtig gemocht. Was hat der hier auch noch zu suchen? Der ist nicht einmal in der Lage, aus dieser hochbegabten Truppe eine Mannschaft zu formen, die in die 3. Liga aufsteigen kann. "Oral raus!"

Schnellebig ist das Fußballgeschäft heutzutage. Vor einer Woche wurde die Wiederauferstehung gefeiert, heute fand die Apoklapyse statt. Letzte Woche wurde die Mannschaft gefeiert, heute sollte der Trainer wegen der Niederlage gefeuert werden - so ist das, bei Siegen und Niederlagen. Vor Rückrundenbeginn war man noch stolz auf die zweitbeste Abwehr der Liga, sah die Schwachstellen vor allem im Offensivbereich - heute schimpfte man, wie diese "Altherrenabwehr" überhaupt die Winterpause überleben durfte bzw. konnte. Auch wenn die Abwehr heute einen rabenschwarzen Tag erwischte und die Routiniers dahinten nicht das abriefen, was man von ihnen verlangte. Aber für Abwehrarbeit ist nicht nur die Viererkette verantwortlich - somal die Hälfte der Tore sowieso aus Kontern entstand und die Abwehrrecken zu diesem Zeitpunkt noch den gegnerischen Strafraum belagerten. Bei näherer und analytischer Betrachtung war das Erfolgsrezept bisher immer das Mittelfeld. Immerhin fünf Mann - Baier, Rost, Rockenbach, Kammlott, Schinke - die nach Ballverlust sofort hinter den Ball kommen und damit die Räume dicht machen sollten, so hat der Gegner keine direkten Anspielstationen und kann nur durch ein Dribbling oder einen hohen Ball zum Erfolg kommen - so zumindest in der Theorie. Das hat so auch in den ersten 20 Minuten funktioniert, danach nicht mehr - warum auch immer. Plötzlich waren von den fünf möglichen RB-Spielern im Mittelfeld nur noch zwei da, weil der Rest noch den vermasselten Angriff hinterhertrauerte. Gefundenes Fressen für die Konterspezialisten aus Kiel.

Das 1:5. "Oral raus!" Daran hatte man sich inzwischen gewöhnt. Half aber immer noch nichts. Deswegen, neue Taktik: Seiten wechseln. Holstein Kiel zujubeln, jeden Ballkontakt feiern, gelunge Aktionen applaudieren. Die eigene Mannschaft auspfeiffen, auslachen, sie hämisch zu Grabe tragen. Immerhin: Die Mannschaft hatte nach dem Schlusspfiff noch den Mut, gen eigenen Fanblock zu laufen - im Übrigen keine Selbstverständlichkeit. Fehler, böser Fehler. Denn ihnen wurden teilweise Stinkefinger und Hasstiraden entgegengebracht. Liebe RB-Fans, bei allem Respekt vor eurer Wut und Enttäuschung, das ist das Allerletzte. Wenn wir schon so weit sind, dass wir nach einer - zugegebenen deftigen Niederlage - so mit unseren Spielern umgehen, dann kann man sich für die Zukunft nur noch wünschen, dass RB alle Spiele auswärts bestreitet.

Tomas Oral war für mich der ärmste Bulle in der Rinderwahnherde. Er ist für die Aufstellung, Taktik und die Einstellung der Spieler zuständig. Zu Beginn hat das alles wunderbar funktioniert, was kann er dann dafür, wenn mitten im Spiel plötzlich die Partie kippt? Das hat er doch nicht zu verantworten? Okay, er kann wechseln - vielleicht Sebastian einwechseln. Die Halbzeitansprache hatte Würze, die Jungs kamen nach der Pause ordentlich in die zweite Halbzeit, spielten ruhig, konzentriert ohne Hast und Eile - das haben wir in der Vergangenheit schon anders gesehen. Danach zwei Konter und das Spiel war gelaufen. Oral stand regungs- und fassungslos an der Seitenlinie und musste die Gesänge gegen sich ertragen ohne etwas unternehmen zu können - im Gegensatz zu den Spielern. Ich bin mir sicher, dass er am liebsten selber aufs Spielfeld gegangen wäre und zumindest dem Heider eins vors Schienbein gehauen hätte - Spieler taten das übrigens nicht (siehe Müller beim 1:4).

Sei es drum, es werden unruhige Wochen für RB Leipzig und Tomas Oral. Glücklicherweise bleibt nicht viel Zeit zum Nachdenken, am Mittwoch geht es zum Tabellenletzten Türkiyemspor Berlin. Der Aufstiegszug ist abgefahren, war er zwar im Grunde genommen schon lange, aber naja. Bereiten wir uns auf die nächste Saison vor und versuchen das beste aus den restlichen Partien herauszuholen. Wer Hannover nicht überbewertete, wird auch die Niederlage gegen Holstein Kiel einzuordnen wissen. Es war nicht alles schlecht, auch wenn das Ergebnis eine andere Sprache spricht. Die Jungs auf dem Platz haben sich deutlich gegenüber der vergangenen Halbserie gesteigert, dass muss jeder eingestehen können. Lasst sie weiterspielen, unterstützt sie, baut sie auf und nächste Saison, so Gott und Beiersdorfer will, wird diese Mannschaft (hoffentlich ohne allzu große Veränderungen) das Gelernte umsetzen udn zum Angriff auf die 3. Liga stürmen. Ich widersetze mich deshalb der Mehrheit und rufe "Oral bleib".

Aufstellung:
Leipzig: Gäng - Hertzsch, Kläsener, Rosin, L.Müller (73. Franke) - Rost (73. Sebastian), Baier (56. Kutschke) - Kammlott, Rockenbach, Schinke - Frahn
Kiel: Frech - Gutzeit, Jürgensen, Petersen, Steil - Chahed (73. Sikora), Fischer, Meyer, St. Müller, Schüßler (86. Lindner) - Heider (90. Sachs)
Tore: 1:0 Frahn (16.), 1:1 Heider (21.), 1:2 Meyer (24.), 1:3 Heider (39.), 1:4 St. Müller (62.), 1:5 Heider (72.)
Zuschauer: 3621


Rojiblanco


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