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URKNALL IM REDBULLIVERSUM

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Leipzig - (05.06.2019) Big Bang im Redbulliversum. Rangnick nimmt seinen Hut bei RB Leipzig und wechselt eine Etage nach oben, wird "Head of Sport and Development Soccer" bei Red Bull und damit Hauptverantwortlicher für die Vereine in Übersee aber auch Leipzig selbst. Was bedeutet dieser Schritt?

Die Spatzen pfiffen es seit ein paar Tagen von den Dächern. Markus Krösche wird Rangnicks Nachfolge als Sportdirektor antreten. Eine Rochade, die es in sich hat, denn sie bringt die wohl größte Zäsur des Rasenballsports seit Rangnicks Amtsantritt mit sich.

Erstmals seit 2012 wird Rangnick nicht mehr direkt für RB Leipzig verantwortlich sein. Wie auf der gestrigen Pressekonferenz mitgeteilt wurde, tritt Rangnick in Houlliers Fußstapfen und wird „Head of Sport and Development Soccer“. In dieser Funktion wird er binnen Monatsfrist nicht mehr bei RBL sondern für Red Bull tätig sein. Eine direkte Einmischung in die Belange des Leipziger Rasenballsports verbieten die Regularien, dennoch wird Rangnicks Lebensmittelpunkt wie auch sein künftiges Büro abseits des Cottawegs in Leipzig bleiben.

Mit ihm zu Red Bull zieht es eine unbekannte Menge an Mitarbeitern. Mindestens Lars Kornetka wird ihm folgen. Auch Paul Mitchell könnte es ihm gleichtun. Es kann also mit Fug und Recht behauptet werden, dass dies der größte Umbruch seit Anbeginn der Ära Rangnick ist.


Der leise Abschied? Oder doch der nächste logische Schritt?


Der berüchtigte nächste "logische Schritt"?

Aber warum diese Entscheidung? Um Rangnicks Diktion zu folgen: Weil es die größten Optimierungspotentiale bietet. Mit Leipzig allein wäre es schwer, zu den europäischen Größen aufzuschließen. Um diese Lücke zu schließen, bedarf es entweder viel Geld, dass selbst Red Bull in der Höhe nicht wird beisteuern wollen, oder eines strukturellen Vorteils. Diesen strukturellen Vorteil hatte man bisher mit der Verbindung zwischen Salzburg und Leipzig. Ihn weiter auszubauen, mit den Vereinen, die dem Zugriff der UEFA nicht unterliegen, also New York und Brasilien, dürfte Rangnicks vordringlichstes Ziel sein. Es wäre der berüchtigte nächste logische Schritt in der Entwicklung des Rasenballsports als "Gesamtkunstwerk".

Die Möglichkeiten in Übersee wurden bisher nur bedingt ausgeschöpft. Ramalho, Bernardo und Adams bleiben die einzigen Trümpfe, die Red Bull hier in den letzten sieben Jahren ins Feld führen kann. Natürlich gab es auch daneben ein paar Transfers von Jugendspielern, aber jene sind die einzigen Kicker, die in Europa wirklich einschlugen. Insofern gibt es viel Raum für Verbesserungen.

Mit Vereinen in Brasilien und den USA, die nicht nur dem Namen nach zur Red Bull Familie gehören, sondern veritable Wege anbieten würden, lokal den Aufstieg für Europa zu schaffen, könnte RBL einiges an Boden auf die derzeitigen Top-Adressen des europäischen Spitzenfußballs gutmachen. Ein Weg, der nicht weniger steinig sein dürfte als jener, den RBL in Deutschland zurücklegte. Insofern verwundert es durchaus, dass die Vertragslaufzeit bis 2021 auch nach dem Wechsel zu Red Bull beibehalten wird.

Dazu ist Rangnick aber weiterhin in Leipzig tätig. Er räumt zwar sein Büro am Cottaweg, wird aber irgendwo anders in LE seine Zelte aufschlagen. Auch ein regelmäßiger Austausch mit den Verantwortlichen dürfte weiterhin stattfinden. Wie und mit welchen Verantwortlichkeiten Rangnick in dem Mikrokosmos Rasenballsport mitwirken wird und darf, bleibt noch zu klären. Auch außerhalb des von Rangnick ungeliebten offiziellen Organigramms lässt sich ja arbeiten. Das birgt selbstredend aber auch die Gefahr des Kompetenzgerangels.


Das neue Amt als Danaergeschenk? Stress zwischen Mintzlaff und Rangnick hinter den Kulissen?


Aufs Altenteil abgeschoben?

Die große Unbekannte in dieser Gleichung ist und bleibt Oliver Mintzlaff, der am Tag der Verkündung noch etwas grimmiger dreinschaute als üblich. Dem sowieso nicht als Frohnatur verschrienen Geschäftsführer wird nachgesagt, die eigentliche treibende Kraft hinter der vergifteten Gabe des Head of Global irgendwas zu sein. Ist dieses Amt nicht der Fensterplatz im Red Bull Universum, einer vom dem man aus dem bunten Treiben mehr zuschaut, als daran teilnimmt?

Zwischen Mintzlaff und Rangnick, der auf der PK im Gegensatz zum Geschäftsführer, recht gut gelaunt schien, soll es angeblich nicht mehr sonderlich harmonisch zugehen. Es geht um Pfründe und Kompetenzbereiche. Rangnick soll nicht zuletzt aus der Angst heraus, zwischen Mintzlaff und Nagelsmann zerrieben zu werden, die nicht ganz freiwillige Flucht nach oben angetreten haben.

Inwiefern diese These aus dem Hause Springer auf Tatsachen beruht, ist unklar. Aber Rangnick im Elfenbeinturm, als Head of Global Dingenskirchen, das wirkt schon etwas befremdlich. Man muss sich nur einmal die zurückgezogene Rolle seines Quasivorgängers Houllier vor Augen halten. Das scheint so gar nicht Rangnicks Kragenweite. Er war hier sieben Jahre mehr der Hans Dampf in allen Gassen denn ein Denker im stillen Kämmerlein.

Sollte diese These stimmen, dann birgt sein Abgang ein enormes Risiko. Denn Mintzlaff mag ein guter Manager sein, aber in Sachen Fußballsachverstand ist er meilenweit hinter Rangnick anzusiedeln. Diesen Fußballsachverstand hat man nun im Tagesgeschäft nur noch bedingt zur Verfügung, auch wenn mit Krösche und Nagelsmann ordentlicher Ersatz bereitsteht. Rangnick als "das" Korrektiv, wie in den letzten Jahren, scheint Geschichte.


Krösche und der SC Paderborn

Bei den Umwälzungen rund um Ralf Rangnick darf auch die Personalie Krösche nicht zu kurz kommen. Mit dem heiß umworbenen Geschäftsführer Sport des Aufsteigers Paderborn hat RBL einen weiteren Coup gelandet. Zuletzt war Schalke an Krösche interessiert, Schneider lässt schön grüßen. Krösche hatte einst mit Roger Schmidt in Paderborn zusammen gegen den Ball getreten und stieg in der zweiten Mannschaft des SCP ins Trainergeschäft ein, ehe ihn sein Kumpel Schmidt nach Leverkusen lotste, wo er als Co-Trainer agierte. Den Fußball rangnickscher Prägung kennt er also gut. Dass Krösche aber Management-Gedanken hegte, konnte man schon früh erahnen. Noch als Spieler schloss er ein BWL Studium ab. Vor zwei Jahren kehrte er nach Paderborn zurück, diesmal als Geschäftsführer Sport. Der erneute Bundesligaaufstieg des SCP ist nicht zuletzt auch sein Verdienst.

Er lotste Steffen Baumgart zum SCP, der in seinen 93 Pflichtspielen einen Punkteschnitt von über zwei hat und damit diese Saison den Wiederaufstieg in die Bundesliga feiern durfte. Er führte die Transfers von Spielern wie Vasiliadis, Tekpetey und Klement für einen schmalen Taler durch. Spieler, die in dieser Saison zu den absoluten Leistungsträgern zählten. Dazu hat er es in Rekordzeit geschafft, Rangnick davon zu überzeugen, ihn als Nachfolger einzusetzen. Eine wahrhaft titanische Leistung. Gut zwei Wochen bleiben Krösche und Rangnick bis Ende des Monats Zeit, die Übergabe abzuhandeln. An deren Ende steht der Saisonbeginn, der optimalerweise mit voller Kapelle angetreten werden soll.

Mit im Gepäck hat Krösche eine Kooperationsvereinbarung mit Paderborn, die wohl für den meisten Wirbel sorgte. Von Wettbewerbsverzerrung bis deutsches Liefering wurde alles in die wenigen bisher recht schwammigen Worte hineingeheimnisst. Fakt ist, nach der Abmeldung der U23 ist ein Verein, bei dem Leipziger Nachwuchstalente außerhalb der langen Schatten von 19-jährigen Toptalenten aus aller Welt (wie sie hier jede Saison aufs neue aufschlagen) wachsen und gedeihen können, wohl eines der größten Desiderate der Leipziger Nachwuchsabteilung. Eine Kooperation, die vielleicht einst zu einem wichtigen Baustein im Gesamtkunstwerk Rasenballsport werden könnte. Wenn man sie denn effektiv mit Leben füllen kann.


Rangnick hinterlässt seinen Nachfolgern Nagelsmann und Krösche ein gemachtes Nest.


Chancen und Risiken

Die aktuellen Umwälzungen bergen große Chancen aber auch gewisse Risiken. Gelingt es Rangnick mit ähnlichen Elan wie in Leipzig die Dependancen in Übersee zu pushen, dann dürften die Möglichkeiten, was Spieler aus beiden Amerikas anbelangt, deutlich steigen. Gelingt es Krösche in die großen Fußstapfen Rangnicks als Sportdirektor zu treten und gemeinsam mit Nagelsmann eine neue erfolgreiche Ära einzuläuten sowie die neue Kooperation mit dem SC Paderborn mit Leben zu füllen, dann könnte RB Leipzig den nächsten Schritt in seiner fußballerischen Entwicklung machen.

Nach sieben Jahren Rangnick als Trainer und/oder Sportdirektor ist der Einschnitt allerdings groß. Rangnick war in dieser Zeit stets auch das Korrektiv, wenn die Entwicklung in eine falsche Richtung driftete, er war für die Kaderplanung maßgeblich verantwortlich, er war auch der Mittler zwischen den Wünschen aus Fuschl, Mintzlaff und den sportlichen Verantwortlichen. Nun kommen zwei junge Verantwortliche, die zweifellos Meriten vorzuweisen haben, für die aber die hiesigen Gegebenheiten Neuland sind. Gut möglich, dass sich hier erst wieder neue Hierarchien herausbilden müssen. Eine Zeit in der sportlicher Misserfolg deutlich größere Risiken mit sich bringen würde.

Inwiefern Rangnick in diese Prozesse eingebunden sein wird und wie sich sein Platz in dem sich neu formierenden Redbulliversum definieren wird, bleibt abzuwarten. Auch ein verfrühter Abgang wäre denkbar, wenn sich die Aufgabe als nicht reizbar genug erweisen sollte oder doch nur vorgeschoben wäre. Gerade weil der Bezug zum Tagesgeschäft fehlt und er nur pro Forma den Hut auf hat, die tägliche Arbeit machen an den Standorten andere. Hier könnte der Lockruf aus England stärker werden, dem Land in den ein Rangnick als starker Mann eines Fußballvereins durchaus denkbar wäre und das ihn schon lange reizt. Bis die Trias aus New York, Brasilien und Leipzig nämlich die gewünschten Früchte trägt, könnten durchaus erneut sieben Jahre ins Land gehen…


Am Ende nahbarer geworden. Rangnick in Fankluft.


Bis sich alles zu einem neuen Ganzen zusammengefunden hat, verbleiben wir mit den Worten: Danke für Alles Rangnick! Ohne dich wären die letzten erfolgreichen Jahre des Leipziger Fußballs nicht denkbar gewesen!

Rumpelstilzchen


Permalink:
https://www.rb-fans.de/artikel/20190605-special-rangnick.html

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