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ES WIRD SCHICK IN LEIPZIG!

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Leipzig - (08.09.2019) Wie am 02.09. offiziell verkündet worden ist, wechselt der 23-Jahre alte, tschechische Nationalspieler Patrik Schick kurz vor Transferschluss vom italienischen Topklub AS Rom nach Leipzig zu unserem geliebten RasenBallsport. Schick wird für 3,5 Millionen Euro für ein Jahr mit Kaufoption ausgeliehen. Die Kaufoption beträgt 28 Millionen Euro, die (bei Erreichen der Champions Leauge) bis auf 29 ansteigen kann.

Das Ende des Transferfensters wurde dann doch ereignisreicher als gedacht. Der Verein bestätigte auf Nachfrage zwar immer wieder, dass man den Markt weiterhin beachten werde, aber wirkliche Not, in Anbetracht des bisherigen Kaders, natürlich nicht sah. Aus so einer, eher abwartenden Position heraus lässt sich natürlich sehr gut arbeiten und die Entwicklungen auf dem Transfermarkt sondieren. Ein Gerücht, das in Italien schon im März dieses Jahres zart aufflammte [Quelle], hielt sich dabei sehr hartnäckig und wurde letzte Woche immer konkreter – der wechselwillige, tschechische Mittelstürmer Patrik Schick von AS Rom.

Da (nach 6 Neuzugängen) zu diesem Zeitpunkt sowohl das Transferbudget aufgebraucht, als auch der Kader mit 24 Feldspielern bereits sehr breit aufgestellt und praktisch voll war, konnte eine mögliche Verpflichtung natürlich nur mit einem (nach Bruma) weiteren gewollten Abgang sinnvoll gestemmt werden. Diese Gelegenheit ergab sich mit der Leihanfrage der AS Monaco nach Jean-Kevin Augustin am Freitagabend des 30.08. kurz vor Schließung des Transferfensters (02.09.), der auch direkt am darauffolgenden Tag entsprochen wurde. Sehr kurzfristig hatte man dadurch wieder eine Kaderposition und insbesondere Budget frei, um sie direkt mit der einjährigen Leihe von Patrik Schick im Sturm (annähernd kostenneutral) wieder zu schließen.

Mit Schick haben wir nun also unseren siebten Neuzugang zu verzeichnen. Finanziell gesehen, auch in Hinblick auf das Financial Fairplay, hätte man es in Anbetracht der Voraussetzungen m.E. kaum besser darstellen können. Aber wie sieht es sportlich aus? Die Fragen, die ich in dem Zusammenhang am häufigsten gehört habe, waren: Warum machen wir das? Was kann ein Patrik Schick, was nicht auch ein Augustin konnte? Ist es überhaupt nötig, diese Kaderposition neu zu besetzen? Hat man nicht eigentlich genug Alternativen in der Offensive?

Schauen wir uns daher Patrik Schick einfach mal genauer an.


Prag – Eine Schick(e) Stadt

Der kleine Patrik wurde als Zwillingsbruder seiner Schwester Kristyna am 24.01.1996 in der tschechischen Hauptstadt Prag geboren und schloss sich bereits in jungen Jahren dem Heimatverein Sparta Prag an. Schon im Alter von 15 Jahren erkannte man auf nationaler Ebene sein Talent. Schnell folgten Einsätze in der tschechischen U16-Nationalmannschaft und der direkte Aufstieg zur U17 nach nur zwei Spielen. Schon damals gelang ihm eine erstaunliche Torquote. Als mittlerweile Stammspieler erzielte er 7 Tore in 11 Spielen. Insgesamt erzielte er in den U-Nationalmannschaften 25 Tore in 42 Spielen, d.h. 0,6 Tore pro Spiel. Eine wirklich herausragende Quote (auch im Jugendbereich). Zum Vergleich: Unser Timo Werner lag hier bei 0,7.


Transfermarkt.de


Die Leistungen als klassischer Mittelstürmer in den Jugendmannschaften blieben natürlich auch den Trainern der Profimannschaft nicht verborgen. Sein Erstligadebüt bei Sparta feierte er daher bereits im Alter von nur 18 Jahren und 3 Monaten am 03.05.2014. Drei weitere Profieinsätze (einer davon sogar in der Europa League) sollten folgen. Um ihn behutsam aufzubauen, zu entwickeln und mehr Einsatzzeit zu ermöglichen, verlieh ihn Sparta 19-jährig an den tschechischen Erstligaverein FC Bohemians Prag 1905 zur Saison 2015/16.


Schick(e) Saison 2015/16

Diese Saison trug maßgeblich dazu bei, nicht nur national, sondern auch erstmalig international so richtig auf sich aufmerksam zu machen. In nur 27 Partien erzielte der junge Vollblutstürmer 7 Treffer für die Bohemians in Liga 1. Des Weiteren gelangen ihm in (zu dem Zeitpunkt) 7 Qualifikationsspielen zur U21 EM (2017 in Polen) weitere 7 Treffer. Reich an Erfahrung und Einsatzminuten kehrte er zu Sparta Prag zurück. Hier verblieb er aber nur kurz. Denn Sampdoria Genua war schon längst auf ihn aufmerksam geworden und transferierte ihn in der Saison 2016/17 für 4 Millionen Euro nach Italien. Eine stattliche Summe für einen jungen Spieler aus einer vergleichsmäßig schwachen Liga. Insbesondere für einen Spieler, der erstmal nur als Backup und Konkurrent für die beiden im Angriff gesetzten Stürmer Fabio Quagliarella und Luis Muriel dienen sollte. Aber offensichtlich hat er die Scouts vollends überzeugt.


Bella Italia – Schickes Schönes Italien

Während nur wenige glaubten, dass er es bereits von Anfang an in die erste Mannschaft von Genua schaffen würde, belehrte er die Skeptiker schnell eines Besseren. Sein Debüt in der Seria A gab er bereits im Eröffnungsspiel am 21.08.2016 gegen den FC Empoli. Von insgesamt 41 Spielen war er am Ende der Saison 35 Spiele reicher an Erfahrung. Dabei spielte der smarte Tscheche in einer Zweierspitze sowohl als Strafraumstürmer als auch hängende Spitze 15x von Anfang an und wurde 20x eingewechselt. Pro Spiel erreichte er im Durchschnitt 47 Minuten, schoss dabei beeindruckende 13 Tore (11 davon in der Liga, 2 im Pokal) bei 3 Assists. Hier zeigte sich erstmalig auch eine seiner großen Stärke auf Topniveau. Denn 7 Treffer davon gelangen ihm nach seiner Einwechslung. Herausragende Joker-Qualitäten würde ich sagen.


Quelle: planetfootball


Natürlich ließen die 13 Saisontreffer von einem erst 20-, später 21-jährigen Mittelstürmer in seiner Debütsaison auch die nationale und internationale Konkurrenz aufhorchen. Teams aus halb Europa bekundeten ihr Interesse. Mit dabei keine geringeren als: Juventus Turin, AC und Inter Mailand, Liverpool, Everton, sowie Bayern München und Borussia Dortmund. Wohlgemerkt für einen Mittelstürmer, der erst eine Saison in einer Top-Profiliga spielte. Damals sagte Schick:

„Es war wirklich unerwartet und ein gutes Gefühl. Die Saison endete und ich konnte mir die Angebote auswählen. Am interessantesten fand ich die aus Rom, Mailand und Turin. Letztendlich entschied ich mich aber für Juventus, natürlich auch deswegen, weil mich Pavel Nedved [Landsmann und Vize Präsident von Turin] anrief und alles so aufregend klang“. [Quelle]


Schick(salhafter) Tag

Doch der Wechsel platzte. Turins offizielles Statement ist noch heute auf der Homepage abrufbar: „Der Juventus Fußballklub bestätigt mit Zustimmung von Sampdoria, dass entschieden wurde, den Transfer von Patrik Schick nicht zu finalisieren.“ [Quelle]

Was war passiert? Schick erschien, wie verabredet, zum obligatorischen Medizincheck. Bei dieser Untersuchung wurden Unregelmäßigkeiten am Herzen festgestellt. Schnell gab es Gerüchte über einen möglichen Herzfehler etc. Der Skandal war perfekt. Eine wochenlange, mediale Schlammschlacht später klappte es dennoch mit einem Wechsel - allerdings nicht nach Turin, sondern in die ewige Stadt. Die AS Rom einigte sich mit Sampdoria im August 2017 auf eine Leihe mit Kaufpflicht über ein Gesamtvolumen und Rekordsumme von ca. 40 Millionen Euro. Wahnsinn.

Wie sehr es Schick persönlich bewegte und traf, erkannte man in einem späteren Interview:

„Ich freute mich auf Turin und ehrlich gesagt, fühlte ich mich im Juni wie ein Juventus-Spieler. Aber ich war es nicht. Ich wusste, dass es nichts Ernstes hatte. Nur eine Herzmuskelentzündung, die bald vergehen würde. Mir ging es gut und ich wusste, dass ich Urlaub und genug Zeit zur Genesung hatte. Aber Juventus verzögerte meinen Transfer.

Als ich aus meinem Urlaub zurückkehrte, sagte mein Berater, wir müssten zu einer weiteren medizinischen Untersuchung nach Turin. Aber ich sagte, dass ich nirgendwo hingehen würde, weil es mich schon nervte, und es nutzlos gewesen wäre. Es war mir egal. Und ich war ein bisschen wütend. Alle Bemühungen waren unnötig und Mitte Juli galt meine Ausstiegsklausel in Höhe von 25 Mio. € nicht mehr.

Der Präsident von Sampdoria [Massimo Ferrero] konnte nun seinen Preis nennen und meinen Wert so hoch wie möglich ansetzen. Dies hat er getan und schließlich 40 Millionen Euro verlangt. Rom wollte mich haben. Als ich unterschrieb, war ich sehr erleichtert, dass ich mich endlich wieder nur noch auf meinen Fußball konzentrieren konnte.“ [Quelle]


AS Rom – Schick ist anders

Immer noch sehr unerfahrene 21 Jahre jung, medial ausgeschlachtet, Herzmuskelentzündung, psychisch und körperlich angeschlagen – man kann sich wahrlich bessere Starts in einer neuen Mannschaft eines europäischen Spitzenklubs wünschen. Er hatte es schwer reinzukommen und war gerade am Anfang, wo es zählt, sehr oft verletzt.


transfermarkt.de


Zudem waren hier die Leistungsansprüche und Konkurrenzsituationen noch einmal ganz andere. Kein geringerer als Torgarant Edin Dzeko war hier sein direkter Konkurrent. Am bosnischen Routinier führte im Sturmzentrum kein Weg vorbei. Das ganze römische Spielsystem war mit einem 4-2-3-1 (bzw. 4-3-3) taktisch voll und ganz auf den bosnischen Mittelstürmer ausgerichtet. Allein in der Vorsaison 2016/17 stand Dzeko von insgesamt 51 Spielen, 43x in der Startelf, verbrachte durchschnittlich 79 Spielminuten auf dem Feld und schoss dabei unfassbare 39 Tore und legte 15 weitere selbst vor. Der Stürmerstar war damit alle 75 Minuten, also durchschnittlich mindestens einmal pro Spiel, an einem Tor beteiligt. Ein irrer Wert.

Die logische Konsequenz: Über zwei Saisons (2017-2019) verteilt und insgesamt 99 Pflichtspielen der AS Rom, gelangen Schick lediglich 58 Spiele bei durchschnittlich 52 Spielminuten. Dabei bekam er auch nur 32 Startelf-Einsätze (26x eingewechselt) und schoss magere 8 Tore bei 3 Vorlagen. Ganze 31 Spiele musste er zudem auf die ungeliebte Rechtsaußenposition ausweichen, weil Dzeko, wie angedeutet, als zentraler Mittelstürmer in der Regel gesetzt war.



Man sieht in den Zahlen auch wunderschön, wie groß die Leistungsunterschiede auf der Mittelstürmer- im Vergleich zur Flügelstürmerposition waren, auf der er schlichtweg von seinen Qualitäten und Anlagen her verschwendet war. Schick ist viel, aber definitiv kein reiner Flügelstürmer.

Schick selbst merkte in einem Interview rückblickend an:

„Ich suche keine Ausreden, aber am Anfang gab es Probleme. Zuerst mit meinem Herzen, das mir nicht erlaubte, mich richtig vorzubereiten. Dann mit meiner Muskulatur, weil ich zu schnell zu viel wollte: Ich hätte langsamer trainieren sollen. Die Dinge sind einfach nicht so gelaufen, wie ich es erwartet hatte.

Natürlich lag es auch daran, dass ich mit Dzeko einen der besten Stürmer vor mir hatte. Ich hatte mich zwar daran gewöhnt, den Druck nicht zu spüren, auch wenn es nicht einfach war, aber in Rom herrscht definitiv noch mehr Druck als an anderen Orten. Es war keine einfache Situation. Ich hatte kein Selbstvertrauen mehr.“ [Quelle]


Sind wir nicht bereits schick genug?

Aber wo hätte RB Leipzig denn eigentlich noch Bedarf bzw. Potentiale? In meinem damaligen Artikel über unseren neuen Trainer Julian Nagelsmann und seine Zeit in Hoffenheim schrieb ich unter anderem:

„Das Zentrum des Spielfelds betonend, spielte Nagelsmann in Hoffenheim in der Regel mit drei Mittelstürmern. Dabei brachte ein Belfodil die klassischen Attribute eines Stoßstürmers mit. Er ist groß, physisch stark und besitzt einen guten „Torriecher“ (durch seine gute Positionierung im Strafraum). Andrej Kramaric und Joelinton hingegen überzeugten durch ihre Athletik und oder Größe. Beide sind relativ schnell und damit in Umschaltsituationen wichtige Faktoren. Beiden war es situativ auch mal möglich, einen Flügel zu besetzen bzw. dahin auszuweichen und die Rolle der fehlenden Flügelstürmer einzunehmen.

Gegen stark pressende Teams waren auch gern hohe, lange Bälle zu den größeren Mittelstürmern ein Mittel zum Zweck. Durch die zahlreichen, taktisch nachrückenden Mittelfeldspieler oder eben auch teilweise durch die hochstehenden Außenverteidiger im Mittelfeld bestanden sehr gute Chancen, bei Abprallern oder Ballverlusten etc. auf die zweiten Bälle im gegnerischen Drittel zu gehen.

Es ist m.E. daher kein Zufall, dass insbesondere im Sturm meist größere, robustere, aber auch technisch versierte, dribbel- und spielstarke (Mittel-) Stürmer wie: Tammy Abraham (21 Jahre, 1.90 m, Chelsea), Andreas Skov Olsen (19 Jahre, 1.87 m Nordsjaelland FC)  oder Silas Wamangituka (19 Jahre, 1.89 m, Paris FC) in der Gerüchteküche auftauchen. Stürmertypen, die flexibel sowohl im Sturmzentrum eingesetzt werden können, als auch sämtliche Fähigkeiten mitbringen, um während des Spiels, situations- oder taktisch bedingt, auf die Flügel ausweichen oder sich ins Mittelfeld fallen lassen zu können (um auch dort zu stechen und freie Räume zu schaffen).“



Den zuvor beschriebenen und gesuchten Spielertypen, hat Nagelsmann bisher nicht verpflichten können und in Leipzig eigentlich nur mit Yussuf Poulsen im Ansatz zur Verfügung stehen (teilweise auch immer mal wieder mit Abzügen in der B-Note, hinsichtlich Dribbel- und Spielstärke). Aber in Sachen: Gegner anlaufen oder auf sich ziehen, Räume schaffen, Zweikämpfe suchen und führen, Kopfballspiel und mit dem Rücken zum Tor Bälle festmachen, ist Yussi wirklich eine Wucht und unerreicht. Eingesetzt in einem Zweiersturm, ist er auch der Garant dafür, dass ein i.d.R. kleinerer Stoßstürmer, wie bspw. Timo Werner, als Partner neben ihm so hervorragend funktioniert. Auch die ersten Spiele haben gezeigt, wie wichtig ein Yussi insbesondere auch bei stark pressenden Gegnern (siehe Spiel gegen Gladbach oder Frankfurt) ist, wenn es gilt, die Pressingsinien des Gegners mit hohen Bällen auch mal zu überspielen und diese durch seine Größe vorn festzumachen.

Aber was würde passieren, wenn Yussi aufgrund von Belastungssteuerung oder Verletzung kurzzeitig rausrotiert bzw. ggf. länger (was wir nicht hoffen) ersetzt werden müsste? Die Saison ist noch lang und die vielen englischen Wochen liegen erst noch vor uns. Die zuvor beschriebenen, so erfolgreich angewandten taktischen Elemente gehörten sofort nicht mehr zum Repertoire und könnten durch seine Teamkollegen: Jean-Kevin Augustin (1,77 m) und Matheus Cunha (1,84 m), die ihre Stärken eher als Stoßstürmer bzw. im offensiven Mittelfeld hätten, auch nicht aufgefangen werden. Natürlich wären auch ein Christopher Nkunku sowie Ademola Lookman flexibel im Sturm einsetzbar, aber auch sie könnten schon aufgrund ihrer körperlichen Voraussetzungen (1,75 m bzw. 1,74 m) keinen adäquaten Ersatz zu Poulsen bilden.

Es machte daher aus meiner Sicht (und trotz eines bereits vorhandenen breiten Kaders) durchaus Sinn, eine zusätzliche Alternative bzw. Option zu Yussi verpflichten zu wollen, um dieses taktische Element und diese Variabilität im Spiel nicht zu verlieren. Auch eine offene Kaderposition mit der Leihe vom unglücklichen Augustin zu schaffen, machte absolut Sinn. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Jikas Qualitäten auch von anderen aufgefangen werden konnten, und er Spielzeit braucht, die er hier nicht mehr bekommen hätte.


Geschickt, aber selten!

Patrik Schick ist ein großer und drahtiger Mittelstürmer. Er wird zwar fast überall mit 1.86 m angeheben, laut seiner Schwester (siehe Bild) ist er aber wohl sogar 1.90 m und damit in den Dimensionen eines Poulsens (1.93 m) unterwegs.


instagram


Auch wenn er nicht so robust und wuchtig ist, wie bspw. ein Joelinton, kann er auch als klassischer Mittelstürmer agieren, mit dem Rücken zum Tor Verteidiger abwehren und sie vom Ball fernhalten. Durch seine Größe ist er prädestiniert für das Kopfballspiel. Er hat zwar in seiner Karriere auch schon einige Kopfballtore geschossen und kann sich bei hohen Bällen gut behaupten. Luft nach oben hat er hier aber noch und an einen Poulsen kommt er in diesen Disziplinen nicht heran.

Auf dem Feld ist der Linksfuß ständig unterwegs, arbeitet intensiv nach hinten und scheut kein direktes Duell in der Offensive. Hier erinnert er hingegen sehr stark an Yussi und steht unserem Urgestein (im Vergleich der jeweils besten Saisons) statistisch gesehen in nichts nach.


Spinnendiagramm, Werte per 90 min


Dribbling und Schnelligkeit

Trotz seiner Größe ist Schick auf verhältnismäßig schnellen Füßen (nein, keine Timo-Dimensionen) und technisch sehr hohem Niveau unterwegs. Dadurch ist er jederzeit in der Lage, auch die gegnerische Verteidigung bei Umschaltsituationen hinter sich zu lassen oder im Dribbling in beeindruckender Weise vorbeizuziehen. In seiner bisher besten Saison in Genua 2016/17 erreichte er fast 3,5 Dribblings (pro 90 min) von denen er 50% auch erfolgreich gestaltete. Schaut man sich zudem die gesamte U21 Europameisterschaft 2017 in Polen (inkl. aller 10 Qualifikationsspiele) genauer an, stellt man fest, dass Schick von allen teilnehmenden Spielern, absolut gesehen, sogar die drittmeisten Dribblings führte und damit nur knapp hinter Leroy Sané lag. Ein wirklich starker Wert. Es zeigt, dass Schick wirklich über ein erstaunliches technisches Niveau im 1 gegen 1 verfügt und sich einiges zutraut.


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Schusstechnik, Torgefährlichkeit und Torbeteiligungen

Sein linker Fuß ist eine Waffe. Er verfügt über einen harten, wie auch platzierten Schuss. Ob nun per Fernschuss oder im Strafraum, sieht Schick eine Chance, fackelt er nicht lange und zieht ab. Bei der U21 EM 2017 gab er die meisten Torschüsse aller Spieler ab, 54% davon direkt aus dem Spiel heraus und unfassbare 57% gingen davon sogar aufs Tor – Spitzenwerte.




Und selbst in seiner ersten und zugleich besten Saison in der ersten italienischen Liga, die wahrlich einer der besten Ligen ist, erreichte er Spitzenwerte. Knapp 49% seiner Schüsse gingen auch aufs Tor, sehr starke 30% landeten sogar im Tor. Alle 38 min gab er Durchschnitt einen Torschuss ab. Kurz gesagt: Er schießt oft, unfassbar genau und hämmert sie gerne rein.



Zieht man zudem die erzielten Assists heran, stellt man fest, dass er in Genua aller 103 Spielminuten auf dem Feld an einem Tor beteiligt war - auch hier erstaunliche (Spitzen-) Werte.



Zudem erzielte er auch bei der U21-EM im gesamten Turnier (inkl. Qualifikation) die meisten Tore und hatte die zweitmeisten Torchancen sowie Ballberührungen im gegnerischen Strafraum.



Spielstil

Der Mix aus Größe, starkem linken Fuß, hohem Körpereinsatz, ansprechender Technik und Ballkontrolle machen ihn zu einem seltenen, sehr variablen und sehr gefährlichen Mittelstürmertyp, der für gegnerische Abwehrreihen sehr bedrohlich werden kann. Ein Schuss, ein Pass oder ein Dribbling - der Verteidiger weiß nie, was er bekommt. Seine variablen Fähigkeiten erlauben es ihm zudem, je nach Spielsituation, auch auf die Außenpositionen auszuweichen. Durch diese Unberechenbarkeit erlangt er entsprechende Aufmerksamkeit und Fokussierung im Abwehrverbund, die sein Sturmpartner oft und gerne nutzen kann, sich in frei werdenden Räume zu bewegen und seinerseits Chancen zu kreieren

In Genua haben sie es geschafft, das Beste aus Schick herauszuholen. Wie schon angesprochen, agierte er hier in einem Zweiersturm aus einem 4-3-1-2 heraus, meist neben einem erfahrenen und kleineren Stoßstürmer (oft als Joker). Hier konnte er als belebendes Element seine genannten Qualitäten voll zum Tragen bringen, indem er als Stürmer agierte, der das Spiel dirigieren kann und Chancen für den anderen Stürmer kreiert. Eine perfekte Rolle für Schick, dem die Joker-Rolle sehr liegt. Insgesamt kam der Linksfuß damals auf 20 Einwechslungen und 15 Startelfeinsätze.



Fazit: Wie schick kann es werden?

Yussuf Poulsen hat einige körperliche Voraussetzungen und spielerische Fähigkeiten exklusiv in Kader von RB Leipzig, die nach einem etwaigen Ausfall kaum adäquat zu ersetzen sind. Seit dem Weggang von Davie Selke, gab es für ihn im wahrsten Sinne des Wortes eigentlich keinen Konkurrenten im Sturm auf Augenhöhe mehr im Kader. Mit Patrik Schick erhalten wir nun wieder (zumindest im Ansatz) so einen Spielertyp, der Yussi Paroli bieten kann. Einen Spielertypen, den Schick aber noch einmal eine ganz eigene, seltene Note verleiht.

Julian Nagelsmann bemühte sich (laut eigenen Pressekonferenzaussagen) m.E. nicht umsonst in Hoffenheim um seine Dienste. Denn Spieler von seiner Sorte gibt es tatsächlich nicht allzu häufig: noch jung an Jahren, groß, Linksfuß, herausragende Torquote in der Vergangenheit, stark im Dribbling, im Torschuss und dazu noch einigermaßen schnell unterwegs. Ob nun als alleinige oder einer von zwei Spitzen, Schick kann beides und ist zudem noch als Joker brauchbar. Genau diese Joker-Rolle ist es auch, die ihn bei uns ggf. auch noch wertvoll werden lassen kann. Nun bekommt Julian seinen Wunschspieler und unser Sturm wird auch körperlich wieder größer (Hoffenheim lässt grüßen). Nagelsmann traue ich es auch zu, ihn zurück auf die Erfolgspur zu bringen, weil er seine Stärken genau kennt und einzusetzen weiß. Zudem kommt ihm unser Spiel sehr entgegen. Die Alternative hinter Yussi und die Rolle, die er bei uns auf dem Feld wahrnehmen wird, könnte wie die Faust aufs Auge passen.

Erwarten dürfen wir also eine noch höhere taktische Flexibilität und eine Anreicherung der Offensive mit zusätzlichen, taktischen Elementen, die wir bisher so noch nicht zur Verfügung stehen hatten. Ja, diese Leihe macht Sinn – finanziell als auch sportlich. Das Risiko ist gering. Sticht er, haben wir einen weiteren Trumpf in der Hand und durch eine Kaufoption auch die Möglichkeit ihn längerfristig dort zu behalten. Sticht er nicht, ist das Spiel trotzdem nicht gleich verloren. Hoffen wir auf ersteres. Begrüßen wir daher nun auch unseren siebten Neuzugang gebührend: Herzlich Willkommen in Leipzig. Vítejte v Lipsku, Patrik Schick.

PS: Darf ich vorstellen? Unser Kader für die Saison 2019/20 ist nun komplett. Schick, oder? ;-)


Justgroovy


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