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9. Spieltag 1. Bundesliga
Samstag, 28.11.2020, 15:30 Uhr
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DER SAISONSTART – WO FEHLT ES NOCH ZUR SPITZE?

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Leipzig - (15.11.2020) Ein gutes Viertel der Saison ist vorbei. Die ersten Doppelspielwochen und Spitzenspiele absolviert. Leipzig tanzt noch auf allen – coronabedingt sehr leeren – Hochzeiten. Wie lief der Saisonstart?

Der nagelsmannsche Entwicklungsprozess

In Liga und Champions League auf Platz 2, jeweils nur eine Niederlage - was die Platzierungen in den wichtigen Wettbewerben angeht also ein positiver Saisonstart. In der "erwartbare Punkte Wertung" (xPTS) stünde Leipzig gar auf Platz 1 der BuLi. Während RBL aktuell die meisten Torschüsse der Liga abgibt (17,7 pro Spiel), ist die Ausbeute leider noch ausbaufähig – was möglicherweise auch an der vergleichsweise hohen Anzahl von Fernschüssen liegt (fast ein Drittel). Wirft man einen Blick auf die Torschüsse / Schüsse AUF das Tor-Raten, so liegen alle anderen Spitzenteams vor RBL. Die Präzision ist also das entscheidende Manko.

Auffällig und ggf. nach dem Wernerabgang nicht wirklich verwunderlich: RBL läuft – gerade für ein Spitzenteam – sehr selten ins Abseits. Auf der einen Seite sicherlich gut, auf der anderen Seite gibt es momentan auch noch kein lupenreines Kontertor auf dem Konto. Hin und wieder könnte es wohl im Spielaufbau etwas mehr Risikobereitschaft geben.

Meisterlich ist Leipzig derzeit im Bereich Standards. Kein Team erzielte mehr Tore nach ruhenden Bällen, RBL ist das einzige Team ohne Standardgegentor. Mit vier Gegentoren ist RBL derzeit Ligaspitze, nur der BVB lässt noch etwas weniger Torschüsse zu als Leipzig. In der Defensive gibt es also kaum Probleme.

 

 

Erwähnenswert auch die positive Entwicklung in Sachen Spielkontrolle. War man unter Rangnick noch führend, was eigene Ballverluste und schlechte Ballbehandlungen in der Liga anbelangt, so stabilisierte Nagelsmann in der letzten Saison die Kontrolle mit dem Ball, ein Trend der sich auch diese Saison weiter fortsetzt. Zu sehen ist dies auch an den gesteigerten Pass- und Ballbesitzquoten. Ganz abgeschlossen ist diese Arbeit aber noch nicht, so schlägt RBL immer noch überdurchschnittlich viele ungenaue Kurzpässe.

 

Die Entwicklung unter Nagelsmann macht weitere Fortschritte.

 

Defensive – wenig Gegentore und offensiv gefährlich

Fraglos, selbst mit einigen Ausfällen, das aktuelle Leipziger Prunkstück. RBL hat mit 4 Gegentore die beste Defensive, dazu wird diese auch immer wieder offensiv gefährlich. Konaté endlich wieder zurück und gleich stark aufgespielt. Upamecano abseits seiner kleinen Leichtsinnigkeiten, die er gern abstellen darf, ein Fels. Orban zwar etwas langsam, aber immer eine Option und auf der Außenbahn konnten Henrichs, Mukiele und vor allem Angelino überzeugen. Im defensiven Mittelfeld ersetzte Adams zeitweise Laimer, fiel dann allerdings auch verletztungsbedingt aus - und leider sind Kampl, Sabitzer und Haidara eher 8er als 6er.

Insgesamt könnte, abgesehen vom unerklärlichen Auseinanderfallen bei der historischen 0:5 Klatsche gegen ManU, nur die auffällige Verletzungshäufung zu einem Problem werden. Wenn denn mal alle fit sind, gehört die RBL-Hintermannschaft zum Besten, was die Liga zu bieten hat.

 

Grundsteinleger mit zwei Grundsteinen.

 

Offensive – spielerisch gut, aber ohne treffsicheren Stürmer

Im Sturm konnte RBL hingegen den Abgang von Werner sowie Schick bisher nicht auffangen und während Haaland locker durch die Liga trifft und Cunha in Berlin zu einem der besten Dribbler der Liga avanciert, ist momentan Poulsen Leipzig bester Stürmer und die Lebensversicherung ist ein anomalieverdächtig torhungriger Angelino sowie s.o. treffsichere Verteidiger. Auch aus der zweiten Reihe läuft es noch nicht richtig. Olmo bisher ohne Tor, Nkunku ohne Tor in der Liga, einzig bei den Altmeistern Sabitzer und Forsberg sowie bei Haidara lief das bisher besser.

Eine Spitzenmannschaft ohne den nötigen Punch in der Offensive? Das kann auf Dauer nicht gut gehen. Zu sehen beispielsweise gegen Gladbach und Manchester United, als offensiv kaum etwas aufs Grün gebracht wurde.

 

Ohne Werner ist der RBL Offensive noch in der Selbstfindung.

 

Neuzugänge – außer Henrichs bisher nur Ergänzungsspieler

Wenn es neben der Lücke im Angriff eine Sache gibt, die aktuell nicht wirklich zufriedenstellend läuft, dann ist es die Integration der Neuzugänge. Der einzige echte Lichtblick ist überraschenderweise Henrichs, der dank seiner Vielseitigkeit bereits als fester Bestandteil der Defensive agiert. Davon abgesehen gibt es aber bislang nur wenige bis keine Lichtblicke – neben dem  Pokalauftritt von Hwang in Nürnberg verbleibt nichts weiteres Zählbares. Sørloth kann die hohen Erwartungen aktuell noch nicht erfüllen. Kluivert ist sogar noch ein wenig weiter weg von der ersten Mannschaft und bei Samardzic bleibt im Plus immerhin ein auffälliger Startelfeinsatz stehen.

Die Zeit, diese Kicker weiter einzubinden, ist jedoch bis zum Saisonende begrenzt. Eine Winterpause gibt es diesmal nicht, maximal Weihnachtsferien. Die Doppelspielwochen und die Länderspiele erlauben kaum zusammenhängendes Training, so dass es diesmal auch ohne gehen muss. Diesen Balanceakt zu meistern, wird Nagelsmanns große Aufgabe der laufenden Spielzeit. Insofern ist es schon wieder sehr negativ, dass Sørloth quarantänebedingt in Norwegen bleiben muss. 

 

Sørloth bisher eher ein Leichtgewicht – Überfliege denn Überflieger.

 

Bilanz in Spitzenspielen weiterhin ausbaufähig

Wenn man von Angriff und Neuzugängen spricht, dann lohnt sich auch ein Blick auf die Spitzenspiele. Mit dem Sieg über ein arg ersatzgeschwächtes Paris, deren Ausfälle mehr kosteten als 10 Jahre Rasenballsport, konnte RBL erneut zeigen, dass die Mannschaft zumindest international entscheidende Spiele gewinnen kann. Unter ähnlichen Vorzeichen liefen letzte Saison die CL-Spiele gegen Tottenham, die ohne Kane und Son offensiv zahnlos blieben. Steht auf der Habenseite noch der Erfolg gegen Atletico, so wartet RBL in den Topspielen der Liga seit fast 14 Monaten auf einen Dreier (zuletzt Ende August 2019 in Gladbach).

In vielen der Spiele gegen die anderen Top-4 und teilweise auch international (wie letzte Saison gegen PSG und Lyon) hatte Leipzig arge Probleme, sich aussichtsreiche Chancen herauszuspielen. Gegen ManU und Gladbach gab es keine(!) Großchance, immerhin sah dies gegen Paris schon besser aus. Dennoch bleibt festzuhalten, dass RBL in diesen Spielen oft nicht konzentriert genug agierte (vgl. die divergierenden Halbzeiten der Spiele gegen BVB und FCB, wo man meist zwei unterschiedliche Gesichter zeigte), bei den wenigen Siegen meist externe Faktoren eine Rolle spielten und man insgesamt zu wenig Chancen herausspielte bzw. wenn man sie hatte, nicht konsequent genug nutzte.

Natürlich fehlt in der Kaderspitze auch die absolute Superqualität, gerade im Vergleich mit den europäischen Topteams und FCB sowie BVB, aber gegen die direkte Konkurrenz wie Lyon, Bayer oder Gladbach, gegen die man sich ggf. auf Augenhöhe oder gar eine Nasenlänge vorn wähnen darf, muss es auch mal zu einem Sieg reichen.

Dabei gelten ehemals gute Begründungen wie Unerfahrenheit und Alter des Teams nicht mehr wirklich. RBL hat einen festen Stamm mit gestandenen Spielern, die in den letzten Jahren immer international gespielt haben bzw. dies zusätzlich auch bei ihren Nationalmannschaften taten.


 

Auch gegen Bayer gab es am Ende keinen Sieg.

 

Fazit

Auch wenn Leipzig in Liga und Champions League platzierungstechnisch auf Linie ist, so läuft das Rasenballsportgetriebe nicht immer wie geölt. Die Neuzugänge sind noch nicht wirklich angekommen, Chancengenerierung und Ausbeute lassen zu wünschen übrig, im Angriff klafft das Werner-Loch und immer wieder gibt es Verletzungssorgen.

Im Hinblick auf die weiteren Verwerfungen, welche die aktuelle Länderspielpause produzieren kann (siehe Sørloth und Poulsen) sowie die ohne Winterpause weiterhin fehlenden Trainingseinheiten, verbessern sich auch die Voraussetzungen nicht wirklich.

Man muss jetzt aber auch keine düstere Zukunftsvision heraufbeschwören, denn immerhin steht Leipzig aktuell zurecht in der Spitzengruppe der Liga und hat in der Champions League alle Chancen, ins lukrative Achtelfinale einzuziehen. Aber Verein und Fans sollten sich gewahr sein, dass auch die Konkurrenz nicht schläft – und national wie international kennzeichnet sie, über einen funktionierenden Angriff zu verfügen, den über die volle Saison-Langstreckendistanz auch Leipzig benötigen wird.

Rumpelstilzchen


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