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29. Spieltag 1. Bundesliga
Samstag, 13.04.2024, 15:30 Uhr
Ort: Red Bull Arena Leipzig
RB Leipzig
VfL Wolfsburg
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WER NICHT WILL, DER HAT SCHON!

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Leipzig - (01.04.2024) Ein Sinnbild der Leipziger Saison – erst hast du kein Glück und dann kommt auch noch Pech dazu. Gegen Mainz haderte RBL mal wieder mit der eigenen Chancenverwertung und erzielte zum dritten Mal in Folge gegen die 05er keinen Treffer. Zu wenig für die eigenen Ambitionen, die nach dem Spiel wie bei einer Schallplatte mit Sprung mal wieder auf die kommenden Spiele vertagt wurden. Aber die Zeit zerrinnt Leipzig zwischen den Füßen…

Vor dem Spiel ist vor dem Spiel

Nur eines der letzten sechs Spiele gegen Mainz hatte Leipzig gewonnen, während Bayer, Bayern und Stuttgart ihre Kicks gegen Mainz diese Saison jeweils siegreich bestritten haben. Die Aufgabe beim Osterheimspiel war also klar: endlich mal wieder gegen Mainz gewinnen.

Für diesen Auftrag und um an Dortmund und Stuttgart dranzubleiben, standen Rose bis auf Haidara (gelbgesperrt) alle Kicker zur Verfügung. Kampl lief für den Malier auf, dazu ersetzte Baumgartner – nicht zuletzt dank starker Auftritte in der Nationalmannschaft – Šeško.

 

Viel fehlte nicht, aber Leipzig auch bemüht Zentner berühmt zu schießen.

 

Dreisatz des Spiels

So wird das nichts mit der Champions League! Zwar war Leipzig spielbestimmend, aber die Abschlüsse gerieten zu unpräzise (ganze sechs vergeben Großchancen) und das Spiel war insgesamt nicht druckvoll genug bzw. fehlte es mal wieder an einer klaren Strategie, wie ein tiefstehendes Mainz mit einem zugegeben sehr gut aufgelegten Keeper zu bezwingen wäre. Wie schon häufiger geschrieben, war RBL nicht mehr als die Summe seiner Einzelteile. Ohne die glückliche Phase wie gegen Köln oder Bochum blieb es am Ende bei einem 0:0, wobei Mainz am Ende noch die klarste Szene des Spiels vergab.

 

Raums Flanken sorgten insgesamt für die meiste Gefahr.

 

Die drei besten Kicker aus der schönsten Stadt der Welt

Raum: Bereitete mit seinen Flanken drei Großchancen vor, die aber wie drei andere gute Abschlussmöglichkeiten von den Abschließenden ausgelassen wurden. Hatte mit Xavi die meisten Torschussvorlagen (6) und eine relativ solide Flankenquote (über 30% - 10 von 28) zudem über 60% gewonnene Zweikämpfe und die mit Abstand meisten Tacklings. Auch wenn der Flankenansatz sicher nicht unbedingt die beste Wahl für ein unterdurchschnittlich groß gewachsenes Team war, so waren seine Hereingaben deutlich besser als die von der anderen Seite, wo Henrichs mal wieder 0% aufs Feld zauberte.

Xavi: Zu verspielt und am Ende des Spiels zeitweise abgemeldet (gut 30 Minuten vor der Schlussphase ohne echte Aktionen) bzw. einfallslos, dennoch offensiv mal wieder einer der Aktivposten. Sechs Torschussvorlagen und zwei eigene Abschlüsse zeugen von dieser Tatsache. Führte die meisten Zweikämpfe und war der Leipziger, der am häufigsten gefoult wurde. Gewann doppelt so viele Dribblings wie alle anderen Leipziger zusammengenommen, was die problematische Kaderkomposition sehr deutlich unterstreicht.

Schlager: Der Beißer im Mittelfeld, gewann 11 Zweikämpfe mit einer Quote von fast 85% und war damit der beste Duellant auf dem Feld. Immer wieder erstaunlich, wie er im Vergleich zu anderen Sechsern abschneidet. Kampl führte beispielsweise fünf Duelle und gewann keines. Hatte im Mittelfeld die meisten Pässe (92), nur Lukeba hatte auf dem Feld mehr (102).

 

Xavi wieder eine Augenweide, tauchte aber am Ende ab.

 

Luft nach oben

Baumgartner: War mit Österreich gut, hätte aber zur Halbzeit von Rose ausgewechselt werden müssen. Schlechteste Passquote aller Startelfspieler, kaum Zug zum Tor, schlechte Zweikampfwerte. Kurzum er fiel gegenüber den anderen deutlich ab. Šeško hatte am Ende immerhin eine dicke Chance auf der Vergeben-Seite.

Kampl: Schon oben erwähnt: Er gewann keinen Zweikampf und war gegenüber Schlager klar abgemeldet. Aber auch Seiwald und Elmas konnten als Einwechsler nicht überzeugen, weswegen es Rose hier an Alternativen mangelte.

Henrichs: Auch hier erstaunlich, wie stark die Unterschiede zu Raum heraustraten. Beim Flanken besonders aber auch bei Griffigkeit auf dem Feld (3 gegen 13 Zweikämpfe) und bei den allgemeinen Spielanteilen. Henrichs ist schon eine Zeitlang in einem Formtief.

Einwechsler: Wie Leipzig bei Toren nach Einwechslung führend sein kann – versteht nach dem Spiel kein Mensch.

 

Tweet des Spiels

Wahrscheinlich die am häufigsten gebrauchte Floskel diese Saison und trotzdem immer wieder wahr.

 

Champagner statt Bier – die Fans

Tolle Choreo und ein gut gefüllter Fanblock, der harte Kern lieferte jedenfalls besser als die Spieler auf dem Feld. Daneben aber einige osterbedingte Lücken im Stadion, die Ticketbörse war schon gerammelt voll, das bedeutet meist eine gleich große Anzahl von Tickets, die gar nicht erst dort eingestellt werden. Da kann man von Glück reden, dass die Sitze nun der Farbe der Zuschauer angepasst wurden, sonst würde man es in der alten Schwimmbadoptik noch deutlich besser sehen. Auch wenn Osterferien waren, die Luft ist auch fanseitig (zumindest außerhalb des Fanblocks) etwas raus. Arsch hoch für Europa? Das war einmal.

 

Rot-Weiß sind uns´re Farben, Wir werden niemals untergehen.

 

Pfeife des Spiels

Willenborg galt schon vor dem Spiel nicht gerade als Glücksbringer unserer Rasenballer und dürfte diesen Ruf nach dem Spiel weiter verteidigt haben. Immerhin war es das vierte von fünf Heimspielen, das Leipzig unter seiner Leitung nicht gewinnen konnte und die Gegnerschaft war dabei alles andere als illuster. Abseits von ein paar ausbaufähigen Zweikampfbewertungen (Vorteil weggepfiffen, Gelb für Xavi), konnte man Willenborg aber nur einen Vorwurf machen, nämlich das Foul an Xavi auf der Strafraumgrenze nicht überprüft zu haben. Der Handelfmeter hätte keines Checks bedurft, aber das kann man wohl eher VAR Schlager ankreiden. Am Ende keinen Elfer für Mainz zu geben, war gemessen am Leipziger Spielglück schon fast die kritikwürdigere Entscheidung, aber wohl im Zusammenhang mit Xavi ausgleichende Gerechtigkeit. In der Hinrunde hätte entweder Barreiro seine Großchance verwertet oder Willenborg den Elfer gegeben. Insgesamt gab es schon deutlich souveräner geleitete Spiele.

 

Woanders ist das Gras immer grüner.

 

Aufgefallen

1)      Immer Pech ist am Ende einer Saison auch nur ein Synonym für Unvermögen! Genau das, was Openda zu einem echten großen Stürmer fehlt, fiel Leipzig gegen Mainz heftig auf die Füße. Openda hat gut 4 xG mehr als Guirassy aber der Stuttgarter hat vier Tore mehr als der Belgier. Diese Freigiebigkeit (nicht nur durch den Belgier) ist symptomatisch für diese Spielzeit und wird letztlich xG-technisch nur durch die Fernschussstore und solche entfesselten Minuten wie gegen Köln kaschiert.

2)      Vor dem Spiel hatte ich gewarnt, dass man Mainz nicht auf die leichte Schulter nehmen darf, da sie selten Spiele hoch verlieren und Leipzig zuletzt zwar dreimal gewonnen hatte, aber die Gegner doch in die unterste Kategorie der Liga fielen. Im Spiel war RBL zwar die ganze Zeit tonangebend, aber als dann nichts zu gehen schien, brach das Team in der zweiten Halbzeit auch zur Unzeit noch ein. Anstatt den Schwung der ersten Minuten nach der Pause zu nutzen, gab es fast 25 (60.-84.) keinen einzigen Leipziger Torschuss. Die Wechsel verpufften (zumal auch wieder zu spät und mit Openda nahm Rose einen Aktivposten raus). Dass die Ernsthaftigkeit fehlte, war auch an so manchem Hakentrick (Olmo!) zu sehen. Kann man machen, wenn man 2:0 führt, davor zählt Erfolg über Form.

 

Im Keeper berühmt schießen, ist Leipzig schon mal Tabellenführer.

 

3)      So viele Kicker, wo man sich immer fragt, wie die Schwankungen so groß sein können. Olmo zaubert sich im Nationaldress durch die Abwehr und lässt in Leipzig zwei Großchancen liegen. Baumgartner kommt bei Spielen von Beginn an auf insgesamt eine Torbeteiligung, während er in den letzten drei Spielen für Österreich vier in dieser Kategorie aufweist. Šeško bekommt am Ende zwei gute Chancen und macht sie nicht rein. Einige Kicker wie Henrichs, Kampl und die Einwechsler Elmas, Seiwald und Poulsen fallen komplett ab. Es ist irgendwie der Wurm drin.

4)      Was Leipzig am meisten fehlt, ist ein klarer Plan (und hier ist besonders Rose in der Pflicht), wie man sich als Mannschaft den Gegner zurechtlegt. Wenn Olmo, Openda und Xavi kein Geistesblitz ereilt und Raums Flanken von den Abnehmern nicht verwertet werden, gibt es keinen echten Matchplan die zweifelsfrei vorhandenen PS im Spiel mit dem Ball gemeinschaftlich auf den Rasen zu bringen. Deswegen ist Leipzig in der Jahrestabelle auch auf Platz sechs hinter Augsburg und allen Teams, die aktuell vor uns stehen – wie will man da ernsthaft daran glauben, dass es an Stuttgart (6 Punkte mehr 2024) oder Dortmund (9 Punkte mehr 2024) noch vorbeigehen soll?

 

Habe ich das nicht schon drölfzig Mal gelesen?

 

5)      Was ich nach dem Spiel übrigens nicht mehr lesen möchte, sind die immer gleichen Floskeln. „Wir wollten unbedingt“ … „es kommen noch X Spiele“, "wir haben uns nicht belohnt, bla ...". Blub. Das geht mir mit zerrinnender Zeit etwas auf den Zeiger. Warum dann diese uninspirierte Schlussphase? Wo bleiben die Synergieeffekte, die Saison neigt sich ihrem Ende entgegen, aber bei einigen fragt man sich, ob sie erst seit gestern mittrainieren. Ich weiß, es gehört zum Geschäft, aber das ist mir zu wenig selbstkritisch. Die Abschlüsse waren schlecht (fast immer zu zentral) und aus der Feldüberlegenheit (2/3 Ballbesitz, 12 Ecken) wurde am Ende viel zu wenig gemacht. Und diese Kritikpunkte sind nicht neu, man kann sie gefühlt seit dem Herbst in jedem Spielbericht lesen.

6)      Im Statistischen Bereich des Vorberichts war ich kurz auf die Statistik gegen Mainz eingegangen, die dürfte nach dem sechsten sieglosen Spiel in den letzten sieben Begegnungen allen bekannt sein. Dreimal in Folge gegen Mainz nicht zu treffen ist aber auch schon eine ganz spezielle Leistung – selbst wenn Zentner mit 9,8 der Spieler des Spiels war. Leipzig bleibt also auch bei der unchristlichen Zahl von 666 Gegentoren – fast schon die beste Nachricht dieses Fußballwochenendes. Interessant daneben, dass im siebenten Spiel Leipzigs als Fünfter gegen einen Tabellen-16. zum vierten Mal ein 0:0 am Ende stand.

 

Eine Statistik zum vergessen.

 

7)      Durch den Sieg Dortmunds sind die Borussen jetzt drei Punkte weggezogen, das wird also schwer die auf einer Wolke schwebenden (nur eine Pleite in den letzten 16 Pflichtspielen) Bienen noch einzuholen. Hornissenartig kommt Leipzig nämlich nicht daher – eher wie so eine zufriedene, gemächlich dahersummende Hummel. Stuttgart scheint sowieso außer Reichweite – beide Teams spielen am nächsten Wochenende aber gegeneinander. Damit RBL etwas mit diesem Rennen um Platz 3/4 zu tun hat, muss aber ein Sieg in Freiburg her. Hier gibt Streich seine Abschiedstournee und hat sich nach dem Nackenschlag gegen die Hammers und der Niederlage gegen Leverkusen mit einem 3:0 in Gladbach zurückgemeldet. Die letzten 10 Spiele gegen RBL konnte er nicht gewinnen, die letzten fünf verlor der scheidende Trainer des SCF – hält wenigstens diese Leipziger Serie? Es wäre immens wichtig.

 

Vielleicht muss intern auch mal einer so auf den Tisch hauen?

 

Fazit & Ausblick

Da Dortmund in München gewonnen hat – zum ersten Mal in der Liga seit 10 Jahren (Bayern hat echt fertig diese Saison) – hat sich die Lage für Leipzig weiter verschlechtert. Die Truppe um Trainer Rose ist einfach zu instabil, um die Champions League Qualifikation ernsthaft zu schaffen. Dazu müsste man nämlich fast alle letzten sieben Spiele gewinnen und dies, obwohl Leipzig seit Anfang der Saison nie mehr als vier Siege in Folge geschafft hat. Da glaube ich eher an den Osterhasen…

Im Prinzip gilt in dieser Spielzeit schon viel zu lange das Prinzip Hoffnung. Spiele am Ende noch an sich zu reißen, das traut man vielleicht Leverkusen zu aber nicht Leipzig. Die letzten 30 Minuten bis zu der zugegeben beiderseits etwas aufregenderen Schlussphase: ein Offenbarungseid! So spielst du nicht, wenn du A) an dich glaubst und B) einen klaren Plan hast.

Ganz abgefahren ist der Zug sicherlich noch nicht, aber eine entsprechende Entwicklung, die sich nicht nur aus ein paar tollen Minuten gegen andere Kellerkinder speist, in denen dir einfach alles gelingt, ist nicht wirklich zu sehen. Olmo, Openda, Xavi könnte ein Trio infernale sein, aber es sind nur drei Kicker, die oft lediglich zufällig zusammen auf dem Platz zu stehen scheinen. Gegen Freiburg wird so – gemessen am Rest der Saison – auch die Serie von zuletzt zehn Spielen ohne Niederlage und fünf Siegen in Folge gegen den SCF brechen.

 

Eine Nullnummer, die sich wie eine Niederlage anfühlt.

 

KickerWhoscoredSofacoreRBLBundesligaFotMobunderstatfbref

 

Statistik
RB Leipzig: Gulácsi – Henrichs (82. Simakan), Orbán (C), Lukeba, Raum – Kampl (82. Seiwald), Schlager – Xavi, Olmo – Openda (68. Šeško), Baumgartner (68. Poulsen, 87. Elmas)
Bank: Blaswich – Lenz, Bitshiabu, Klostermann
1. FSV Mainz 05: Zentner (C) – Van den Berg, Guilavogui, Hanche-Olsen (81. Fernandes) – Amiri, Barreiro, Mwene, Caci (56. Widmer) – Onisiwo (56. Gruda), Burkardt, Ajorque (56. Lee)
Bank: Rieß – Richter, Ngankam, Krauß, Papela
Schiedsrichter: Frank Willenborg (Osnabrück)
Tore: Fehlanzeige
Torschüsse: 20 / 8
Schüsse aufs Tor: 10 / 2
expected Goals: 2,92 / 1,01
Passquote: 86% / 71%
Zweikampfquote: 53% / 47%
Ballbesitz: 67% / 33%
Fouls: 10 / 15
Ecken: 12 / 2
Abseits: 4 / 2
Gelbe Karten: Lukeba (3), Xavi (7) / Caci (6), Mwene (4), Amiri (4), Barreiro (6), Hanche-Olsen (2)
Zuschauer: 44.813

Rumpelstilzchen


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  • 1. FSV Mainz 05
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  • Rückrunde
  • Unentschieden
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