LEIPZIG BESCHENKT FRANKFURT REICHLICH
Leipzig - (07.12.2025) Unsere Leipziger schieben einem desolaten Frankfurt, dessen Defensive nicht zum ersten Mal bröckelte, am Nikolaustag standesgemäß sechs Tore in die Schuhe. Der zweite Kantersieg in dieser Saison und für die SGE die höchste Niederlage in diesem Jahrtausend. Ein besonders Harder Abend für Frankfurt, während in Leipzig vieles festlich glänzte. Zum einen Diomande mit einem Dreierpack in Halbzeit 2 und zum anderen die Fans des einzig wahren Rasenballsports, die endlich mal wieder gemeinsam, als Einheit, Spaß hatten!
Vor dem Spiel ist vor dem Spiel
Auf zu den nächsten 700? Nach dem Pflichtspieljubiläum und der Pflicht gegen den FCM stand in der Liga die Kür gegen Frankfurt an. Die SGE hatte schon mehr Bundesligasiege (707) als Leipzig Pflichtspiele auf dem Konto und steht damit auf Platz 7 der ewigen Tabelle, in der RBL in Sachen Punkteschnitt immer noch solide auf Platz 2 rangiert.
Nur einmal konnte die SGE bisher in Leipzig gewinnen, also war zu hoffen, dass kein weiterer Punkt oder Sieg hinzukäme. Der Kick gegen Magdeburg war eher durchwachsen und auch das Lazarett lichtete sich bei den Rasenballern noch nicht. So startete Ole Werner unter den Augen der anwesenden Leipziger Legende Emil Forsberg mit Nedeljković ins Topspiel gegen die SGE. Sonst gab es im Vergleich zum eher überschaubaren Kick in Gladbach keine Änderung.
Emil Forsberg. Lauter Applaus für den Schweden zur Halbzeit. Er gibt viele warme Worte zurück. #RBLSGE #Forsberg pic.twitter.com/21II9an4FS
— RB-Fans.de (@rb_fans) December 6, 2025
Legenden leben länger!
Dreisatz des Spiels
Ein fast schon optimaler Spielverlauf mit frühen Leipziger Treffern in beiden Halbzeiten, was den Gästen schnell den Zahn zog. Während die offensive Harmlosigkeit der SGE noch durch den Ausfall von Burkardt verständlich war, agierte die Hintermannschaft selbst für Frankfurter Verhältnisse extrem durcheinander und laufschwach. Die Rasenballer versenkten nicht nur fast jede Großchance, sondern liefen auch erstmals in der Saison substanziell mehr als der Gegner. Die Folge war ein fulminantes 6:0 – ein von den Rängen (Choreo, Support) bis zum Spielfeld beinahe makelloser Auftritt. Gute Liedauswahl der Capos, viel mehr andere Fans des Stadions einbezogen, gute Mitmachquote, so macht das wieder Spaß und kann in engen Spielen dem Team helfen! Weiter so!
💯 So nämlich! 🔴⚪️#RBLSGE #Bundesliga pic.twitter.com/p2Ckpr0pg2
— RB Leipzig (@RBLeipzig) December 6, 2025
Choreo und eine vorweihnachtliche Eintracht nach der letzten Kritik.
Aufgefallen
1 – er läuft und läuft und läuft
Erstmals in dieser Spielzeit lief RBL deutlich mehr als der Gegner. Am Ende standen gut fünf Kilometer mehr auf dem Zettel. Die läuferischen Defizite kritisierten wir zuletzt häufig in den Spielberichten, dieses Mal darf es erstmals lobend erwähnt werden. Dazu passte die Aussage von Werner nach dem Spiel: „Es spielt nur, wer mitverteidigt. Wer stehen bleibt, nicht zurückläuft oder seine Aufgaben nicht macht, spielt bei uns nicht“.
Diomande: Zweitjüngster Dreierpack-Torjäger und der jüngste seit gut 60 Jahren.
2 – Nimmermüder Nusa
Nusa, wer ist dieser Nusa? Dem baldigen norwegischen Weltmeisterfahrer in Leipzigs Reihen, der besonders in seiner Nationalmannschaft 2025 außergewöhnlich glänzen konnte, wurde zuletzt immer wieder unterstellt, dass er zu wenige Tore im Bullendress erzielt. Dennoch sammelt er die meisten Minuten auf der Außenbahn. Auch gegen die SGE blieb er bis zum Ende auf dem Rasen, obwohl andere doppelt oder dreifach am wunderbarem Torspektakel unter Flutlicht beteiligt waren. Warum setzt also Ole Werner so sehr auf Nusa? Warum sitzt eher Bakayoko und nicht Nusa auf der Bank? Wollte Werner ihn zum Nikolaus beschenken, indem er die gesamte Spielzeit erhielt? Eher nicht. Es liegt an der Arbeitsrate, die ihn deutlich von anderen, auch Leipzigern, unterscheidet. Gegen die Frankfurter waren es allein 20 Bodenzweikämpfe, 11 davon gewonnen, und neun Dribblings, die den Gegner gebunden und den Spielspaß genommen haben. Etwas, dass man Woche für Woche von ihm bekommt, auch wenn er seltener als sein Gegenüber und Überflieger Diomande trifft. 121 Zweikämpfe in 837 Bundesligaminuten. Das macht über 13 in je 90 Minuten. Beinahe 60% gewinnt er davon. Das ist die klare RB-DNA, die Schäfer wieder sehen wollte und Werner deshalb bevorzugt einsetzt.
Baumi und Harder – gesucht und gegenseitig gefunden.
3 – Harder geht hart
Dänischer Knoten geplatzt – die Erleichterung ist dem jungen Dänen anzumerken, als er sich wie der skandinavische Superman das imaginäre Hemd aufreißt und die Bullen präsentiert. Nach einem starken Auftritt ohne Tor gegen Magdeburg darf der 20-jährige sich endlich Bundesligatorschütze nennen. Doch nicht nur auf dem Scorerboard machte Harder heute auf sich aufmerksam. Vor dem 2:0 hält er im Frankfurter Strafraum den Ball so lange, bis Baumgartner einlaufen konnte und beim 4:0 sorgte er mit seinem Laufweg dafür, dass Koch aus der Mitte herausgezogen wird und Diamonde den Raum lässt, den er braucht. Den Ausfall von Romulo hat er genutzt und auch die Mannschaft weiß den wuchtigen Stürmer immer besser einzusetzen.
Alle für einen – die Defensivleistung ist wieder ein Steckenpferd unserer Mannschaft. Wo Openda, Sesko und zum Teil Xavi noch genervt abgewunken und damit der Defensivreihe einen Bärendienst geleistet haben, verteidigt nun wieder das Kollektiv. Harder mit 11, Diamonde mit 13 und Nusa sogar mit 20 Zweikämpfen zeigen, wo die Abwehrarbeit beginnt. Das siebte zu Null im 13. Spiel ist daher nur folgerichtig.
#Harder spielerisch mit einer der besten Stürmer-Leistung die ich bis hierhin in unserem Trikot gesehen habe. Mannschaftsdienlich, clever, kämpferisch und mit 100% positiver Entscheidungsfindung. Stimmung heute wieder homogener im Stadion 👍🏼#RBLeipzig #RBLSGE pic.twitter.com/2HjQoazGBj
— sir_Ribben (@sirRibben) December 6, 2025
Gegen den FCM noch glücklos, aber immer weiter im Aufwind.
4 – defence wins...
Ein starker Saisonstart, der auch Glück benötigte, durchweg Zweiter hinter den Bayern, dann im Herbst die Niederlage gegen Hoffenheim und drei verletzte Stammspieler. Die aktuelle Saison hatte bisher unglaublich viele Parallelen zur desolaten vorherigen Spielzeit. Nur wie diesmal auf die Punktverluste gegen die TSG und die langfristigen Ausfälle geantwortet wurde, lässt sich einen vor Freude die Augen reiben. Werner holte ab da 2 Siege und ein Remis in der Liga. Vandevoordt wurde nur noch im Pokal bezwungen, weil man dort am Anfang etwas zu lasch an Magdeburg ranging und vom Todesfall des Gegnerfans betroffen war. Dennoch siegte man auch in dem Spiel, als die Zügel wieder angezogen wurden. Die Ligarivalen trafen nur noch aus sehr knappen Abseitsstellungen. 4 Spiele, 11:1 Tore und in Punkten gesprochen 10 bzw. tatsächlich 7 in der Liga sammelten somit Team und Werner ein. Eine Antwort, die wir letzte Saison auch erhofft hätten, welche aber bis Saisonende ausblieb. Schwamm drüber. Das Hier und Jetzt zählt und glänzt endlich wieder, nicht nur im Nikolausstiefel sondern auch vom grünen Rasen im Zentralstadion.
5 – Der zweitjüngste Trainer kann doch mit der Jugend
Werner kann nicht mit jungen Spielern – oder etwa doch? Der größte Mythos hinter dem 1,89 m großen Norddeutschen ist, dass er nichts mit jungen Spielern anzufangen weiß. Begannen unsere Jungs noch mit einem Altersschnitt von 24,8 Jahren, standen zum Ende des Spiels bubenhafte 22,8 Jahre auf dem Feld. Ein Schnitt, der von den alten Recken wie Gulacsi und Orban noch ordentlich nach oben gezogen wird. Hinzu kommt das Debüt vom 16-jährigen Samba Konaté. Doch Werner setzt nicht nur jung ein, sondern weiß auch jung einzusetzen. Man kann wohl endgültig mit dem Mythos aufräumen. Case closed!
Top-Spiel auf dem Platz und auch auf den Rängen.
— Flo (@Der_wahre_Fan_) December 6, 2025
Ich möchte nie wieder hören, dass die Szene kritikunfähig ist und man nicht mit denen reden kann. #RBLSGE
6 – Die Kritik wurde aufgenommen und gut verarbeitet.
Mehr als positiv erwähnen sollte man heute die sichtbare Einheit auch neben dem Platz. Es war vielleicht nicht das lauteste Spiel aller Zeiten aus unserer Kurve, dennoch war es der Beweis, dass auch die Capos und die aktive Fanszene lernwillig sind und zuhören können. Sämtliche Kritikpunkte der letzten Wochen - auch die in unserem Artikel - wurden positiv aufgefasst und umgesetzt. Es gab bedeutend mehr Wechselgesänge, einige alte Klassiker wurden gespielt und die Ansagen der Capos waren bestimmt aber höflich. Man merkte, dass dies auch gut ankam, auch wenn der Funke noch nicht auf alle übersprang. Auch hier gab es also eine wirklich gute Leistung an einem sehr schönen Fußballabend. Dies auch noch gepaart mit einer schönen Choreografie, welche eigentlich schon gegen Magdeburg präsentiert werden sollte, aber aus gegebenem Anlass verschoben wurde.
7 – Dem Auditorium angepasst
Einige Chemiefans im Stadion – natürlich in ihren schwarzen Vereinsfarben. Chemiker und Frankfurter verbindet eine recht innige Freundschaft. Schön, dass sich die SGE-Kicker angepasst haben, so mussten sich die Chemie Fans fußballerisch nicht umstellen.
Nach der höchsten Pflichtspielniederlage seit März 1996, ist die Stimmung in Frankfurt am Tiefpunkt. ↘️
— Sky Sport News (@SkySportNews) December 6, 2025
💬 Weitere sagte Krösche: "Wir verteidigen einfach schlecht und machen es den Leipzigern viel zu einfach. Wir machen zu viele einfache Fehler und dann reicht es einfach… pic.twitter.com/zlfhYiSNCL
Meilensteine Leipzig-Style.
8 – Eine Jahrtausendtoreflut
Leipzigs zweithöchster Bundesligaheimsieg und Frankfurts höchste Bundesliganiederlage seit fast 30 Jahren. Ein denkwürdiger Kick, der auch fanseitig einen würdigen Rahmen hatte. Mit dem sechsten Heimsieg in Serie ist man nur einen Sieg von Leipzigs Bestmarke in der Bundesliga entfernt, die Hasenhüttl einst zwischen September 16 und Januar 17 aufstellte. Das ist übrigens schon ein Heimsieg mehr als es unter Rose und Lőw in der letzten Saison zwischen November und dem Saisonende in Leipzigs Ligaspielen zu bewundern gab.
Nicht genug Facepalms heute.#RBLSGE 2:0 | #SGE pic.twitter.com/wVYGDS9bSw
— Дани5ооо I ダニ5𝖔𝖔𝖔 I Europa League Sieger 2022 (@Dani5ooo) December 6, 2025
Am Ende wollte die SGE Bank nicht mehr hinschauen...
Fazit
Der SGE mal einfach so die höchste Vereinsniederlage in diesem Jahrtausend beizubringen und dies trotz des Sommerumbruchs und einigen Verletzungssorgen, muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Mit dem Sieg hat Ole Werner die besten ersten 13 Ligaspiele seit Hasenhüttl hingelegt und die RBL-Fans können optimistisch auf die letzten zwei Spiele vor der Weihnachtspause blicken, denn die Rasenballer scheinen so langsam wieder mehr als nur die Summe ihrer Einzelteile zu sein – ein echtes Team eben.
Nun geht es zuerst nach Berlin zum NOFV-Duell und am Ende kommen die auch etwas unsteten und daher schwer berechenbaren Leverkusener nach Leipzig. Zwei Spiele, in denen im Idealfall sechs Punkte geholt werden sollten. Nach dem verdienten Sieg über Frankfurt scheint dies durchaus möglich zu sein.
Nordische sachlichkeit selbst nach einem Kantersieg.
Kicker – Whoscored – Sofacore – RBL – Bundesliga – FotMob – understat – fbref
Mit so einem Ergebnis feiert es sich leicht.
Statistik
RB Leipzig: Gulácsi – Nedeljeković, Orbán, Lukeba, Raum (C, 67. Maksimović) – Schlager, Seiwald (72. Banzuzi), Baumgartner (67. Finkgräfe) – Diomande (87. Konaté), Harder (67. Gomis), Nusa
Bank: Vandevoordt – Klostermann, Haidara, Bakayoko
Eintracht Frankfurt: Zetterer – Collins, Koch, Theate – Kristensen, Dahoud (57. Höjlund), Chaibi, Brown (69. Amenda) – Doan (67. Götze), Batshuayi (47. Ngankam), Bahoya (57. Larsson)
Bank: Santos – Baum, Uzun, Skhiri
Schiedsrichter: Daniel Siebert (Berlin)
Tore: 1:0 Harder (5.), 2:0 Baumgartner (31.), 3:0 Diomande (47.), 4:0 Diomande (55.), 5:0 Raum (62.) HE, 6:0 Diamonde (65.)
Torschüsse: 16 / 8
Schüsse aufs Tor: 7 / 2
expected Goals: 3,64 / 0,47
Passquote: 84% / 79%
Zweikampfquote: 56% / 44%
Ballbesitz: 52% / 48%
Laufstrecke: 118,0km / 113,3km
Fouls: 9 / 17
Ecken: 4 / 0
Abseits: 1 / 1
Gelbe Karten: Raum / Collins, Theate
Zuschauer: 47.012
*xG, ausgeschrieben expected goals meint die Erwartbarkeit der abgegebenen Schüsse, den Weg ins gegnerische Tor zu finden, hierbei wird jeder Torschuss einzeln bewertet, die Wahrscheinlichkeit computergesteuert berechnet und anschließend addiert. Heraus kommt ein Gesamtwert, der dann den sogenannten xG-Wert anzeigt.
*xGA, ausgeschrieben expected goals against meint die Erwartbarkeit der abgegebenen Schüsse, den Weg ins eigene Tor zu finden, hierbei wird jeder Torschuss des Gegners einzeln bewertet, die Wahrscheinlichkeit computergesteuert berechnet und anschließend addiert. Heraus kommt ein Gesamtwert, der dann den sogenannten xGA-Wert anzeigt.
Rumpelstilzchen, AlexHell, Rolei79, Der_wahre_Fan
Permalink:
https://www.rb-fans.de/artikel/20251207-spielbericht-frankfurt.html
- 1. Bundesliga
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- Adventszeit
- Antonio Nusa
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