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DFB-Pokal Viertelfinale
Mittwoch, 11.02.2026, 20:45 Uhr
Ort: Allianz Arena München
FC Bayern München
RB Leipzig
Spielplan RB Leipzig

1. LIGA QUICKTABELLE

1
Bayern München
51
2
Borussia Dortmund
48
3
1899 Hoffenheim
42
4
RB Leipzig
39
5
VfB Stuttgart
39
6
Bayer 04 Leverkusen
36
7
SC Freiburg
30
8
Eintracht Frankfurt
28
9
1. FC Union Berlin
25
10
1. FC Köln
23
11
Hamburger SV
22
12
Mönchengladbach
22
13
FC Augsburg
22
14
1. FSV Mainz 05
21
15
Wolfsburg
19
16
Werder Bremen
19
17
St. Pauli
17
18
1. FC Heidenheim
13

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Hamburg - (29.01.2026) Noch nie hatte Leipzig auf St. Pauli getroffen und daher auch noch nicht gewonnen. Nur eines dieser Dinge sollte sich nach Spielende geändert haben. Zwar brach Diomande per Fernschuss nach einer Ecke den Reeperbahntorfluch aber durch einen späten Elfmeter für St. Pauli – verschuldet durch einen sprichwörtlichen Ausrutscher des Kapitäns – stand am Ende die verdiente Punkteteilung. Wenn Leipzig nicht besser agieren kann als ein Abstiegskandidat, dann wird es am Ende nicht zur Königsklasse reichen.

Vor dem Spiel ist vor dem Spiel

In Heidenheim konnte Leipzig durch eine Leistungssteigerung in Halbzeit 2 und eine hohe Effizienz endlich wieder ein Auswärtsspiel gewinnen. Gegen den Tabellenletzten muss das selbstredend der Anspruch sein und so galt dies auch für das Spiel gegen St. Pauli. Dort hatte RBL in drei Spielen weder getroffen noch logischerweise gewonnen. Um diesen Umstand im vierten Gastspiel zu ändern, setzte Werner – der seinerseits auch vier Spiele am Millerntor benötigt hatte, um den ersten Sieg einzufahren (mit Werder letzte Saison) – auf die gleiche Elf wie gegen Heidenheim.

 

Raum war ob des Jubels von Diomande nicht begeistert.

 

Dreisatz des Spiels

Erneut war Leipzig in zu vielen Belangen unterdurchschnittlich und hatte daher den noch bis kurz vor Ende möglichen Sieg final auch nicht verdient. 7,5 km weniger Laufleistung und weniger xG als St. Pauli (zumindest bei bundesliga.de) – das durch den Elfer den höchsten xG Wert seit September hatte. Zudem zu wenig Präzision im Passspiel und Effizienz bei den Abschlüssen. Kurzum gewogen und erneut für zu leicht befunden. Der dumme Elfer in den letzten Spielminuten, die Sahnekirsche auf einer viel zu ängstlichen Schlussphase. Ein Ausrutscher, der dem Kapitän so nicht passieren darf. Mit der Leistung wird Leipzig sukzessive aus den Toprängen rausfallen. Schon jetzt steht RBL in den letzten 10 Spieltagen nur noch auf Platz 7 und hat mit 14 Punkten nur zwei mehr geholt als im letzten Jahr im gleichen Zeitraum. Damals titelten wir im Februar und März „Auf Augenhöhe mit Augsburg“ und „Nicht mal mehr auf Augenhöhe mit Mainz“ – ist Geschichte dazu verdammt, sich zu wiederholen?

 

Kritischer Rückblick?

 

Aufgefallen

1 – Und täglich grüßt das Murmeltier…

Guter Film übrigens kam direkt nach dem Spiel und war deutlich unterhaltsamer als selbiges. Aber zurück zum Fußball: Nicht zum ersten Mal verschenkt Leipzig wertvolle Spielzeit mit Müßiggang. Während der ersten Hälfte waren es eher die Konter der Hamburger als die Angriffe der Leipziger, die wirkliche Gefahr versprühten. Was blieb war viel Ballbesitz in ungefährlichen Zonen und je nach Metrik rund 0,5 xG auf beiden Seiten. So reißt du als Topteam nicht das Heft des Handels an dich, sondern verschenkst die kostbare Spielzeit. Dieses Bild wiederholte sich dann in der Schlussphase, als Leipzig auch noch den Ballbesitz an die Gastgeber schenkte und keinen nennenswerten Abschluss erspielte. Fazit in diesen letztlich entscheidenden Minuten und damit rund einem Drittel der Spielzeit hatte RBL kaum mehr als 0,1 xG.

 

Ein Diomande macht eben noch keinen Sommer.

 

2 – Ein Spiel dauert eben mehr als 90 Minuten

Letztlich wäre diese Bräsigkeit nicht entscheidend gewesen, wenn wenigstens die Defensive bis zum Ende funktioniert hätte. St. Pauli – als das Team mit den wenigsten und schwächsten (xG pro Abschluss) Torschüssen, war offensiv erwartbar schwach. Aber die Einladungen am Ende konnte selbst das Team aus dem Tabellenkeller dann nicht mehr ausschlagen. So war es zwar schön, dass der erste Abschluss aufs Tor durch die Gastgeber in die 90 Minute fiel (Kopfball) und der zweite (Elfmeter) erst in der Nachspielzeit, allein dieser hatte dann schwerwiegende Folgen. Mit mehr Elan hätte RBL die sich bietenden Räume bespielen können, den legte man aber erneut nicht an den Tag. Übrigens haben nur Köln und Wolfsburg mehr Spiele nach eigener Führung nicht gewonnen bzw. verloren als RBL.

 

3 – Lästige Laufwerte Litanei

Die beiden ersten Punkte führen unweigerlich zum Dauerthema der letzten wie auch der aktuellen Saison. Was auch immer die Rasenballer zu sich nehmen, es kann keinesfalls beflügelnd wirken. Nur der HSV und Werner Ex-Klub Bremen laufen noch weniger. Man darf festhalten, dass, wenn Leipzig deutlich weniger Meter aufs Feld bringt als der Gegner (gegen Pauli waren es über 7,5 km), kann es sich den Sieg auch gleich gepflegt in die Haare schmieren. Diese Laufwerte bleiben, nicht zuletzt ob der geringen Belastung ohne den internationalen Wettbewerb, ein echtes Enigma. Hoffenheim ist Zweiter in diesem Ranking und die Bayern – logischerweise mit extremem Ballbesitz sind Platz 1. Leipzig verschenkt hier ein valides Mittel, um den Gegner zu dominieren und auch offensiv durch Freilaufen Räume zu schaffen. Ein echtes Problem gegen die zeitweise sehr tief gestaffelten Hamburger.

 

Aubaufähiges Ingame-Coaching.

 

4 – Fehlende Wechsel & Transferpolitik

Was in den letzten Spielen auch extrem ins Auge fällt, sind die späten Wechsel. Leipzig hat – zumindest nach Einschätzung des Trainerteams – wohl keine echten Optionen von der Bank. Je nach Sichtweise (selbsterfüllende Prophezeiung und so weiter) gibt die Bilanz Werner recht – kein Trainer mit mehr als einer Metzgerhand von Spielen hat diese Saison ein weniger glückliches Händchen als Werner. 88 Einwechslungen stehen 3 Torbeteiligungen gegenüber. Selbst der bereits gefeuerte Paul Simonis hatte mit der Hälfte die gleiche Anzahl und von den 18 die der nächste Auswärtsgegner (Köln unter Kwasniok) nach Einwechslungen aufs Feld bringt ist RBL so weit entfernt wie die Erde vom Mond. Das bedeutet also entweder, dass Leipzig bei der zweiten Reihe eine falsche Transferpolitik betrieben hat oder dass Werner als Trainer sehr wenig Impakt auf das laufende Spiel hat. Wahrscheinlich trifft beides teilweise zu. Zumal Wechsel wie der von Harder gegen Rômulo kaum Überraschungspotenzial bieten und so ein Spiel auch kaum positiv beeinflussen können. Auch Schäfer muss sich ob der fraglichen Bundesligatauglichkeit der Bank hinterfragen.

 

Harder für Rômulo einzuwechseln dürfte eher wenig Überraschungswerte bieten.

 

5 – Das Formationsdilemma

Zum einen hat RBL nun endlich wieder dribbelstarke Außenbahnspieler, zum anderen birgt die daraus resultierende Umstellung auch Probleme. Fehlte es RBL letzte Saison an Breite, so vermisst man ohne Ouédraogo einen echten Taktgeber im Zentrum. Gerade ein formschwacher Baumgartner kann diese gestalterische Lücke nicht auffüllen. Zudem haben die Gegner momentan auch den (recht simplen) Schüssel zum Kontern dieses Ansatzes gefunden und doppeln konsequent die Außen.

Ein weiterer Nebeneffekt ist die Umstellung auf die Viererkette, welche die eher offensiv und für ein 3-5-2 ausgelegten Außenverteidiger Baku und Raum zu häufig in 1:1 Situationen bringt, in denen sie überfordert sind. Die Entstehung des Elfers passt hier recht gut ins Bild.

 

Zumindest auf den Rängen stimmte der Einsatz.

 

6 – Statistisch gesehen das Maximum geholt

Blickt man auf die bisherige Bilanz am Millerntor, war wahrscheinlich nicht mehr drin. Kein Sieg und kein Tor. Immerhin konnte der Torbann durch Diomande gebrochen werden. Aber wirklich herausgespielt war der Gewaltschuss nach Ecke nun auch nicht. Das erste Tor konnte durch den Elfmeterausgleich nicht wirklich gefeiert werden und da seit dem zweiten Spieltag alle anderen Topteams gegen St. Pauli standesgemäß drei Punkte geholt haben, kann das wohl bedeuten, dass RBL nicht zu diesem erlauchten Kreis zu zählen ist.

 

7 – Da kommen Erinnerungen auf…

In den letzten 10 Spielen holte RBL lediglich 14 Punkte. Der Abstand zu Platz 4 (Stuttgart) in diesem Zeitraum beträgt ebenso 4 Punkte wie der auf Platz 14 (Mainz). Im letzten Jahr, als Rose gehen musste, erzielte RBL 12 Punkte und Frankfurt hat aktuell in diesem Zeitraum 13 Punkte erspielt. Das soll nicht bedeuten, dass Werner wie Toppmöller in Frage gestellt werden muss, aber Leipzig befindet sich aktuell am Scheideweg. Mit Leistungen wie gegen St. Pauli oder die Bayern gewinnst du am Ende maximal einen Trostpreis aber die Königsklasse sicherlich nicht. Der Weckruf scheint – gemessen den Laufleistungen und den vielen Auszeiten in den Spielen noch nicht bei allen angekommen zu sein. Wenn man jetzt das Ruder nicht nachhaltig herumreißt, dann endet die Saison wie die Letzte.

 

Knapp und hart aber nicht unbedingt falsch zusammengefasst.

 

Fazit

Was soll man noch groß sagen. St. Pauli hatte abseits des ersten Spieltags gegen den BVB gegen alle Topteams verloren. Die Quintessenz daraus – wie auch aus den letzten Spielen überhaupt – RBL ist kein Topteam. Zu unstet die Leistungen, zu eindimensional der Spielplan, zu schwach die Auswärtsauftritte und zu leicht die Abwehrfehler.

Natürlich war mehr drin, allein Rômulo hatte zwei gute Chancen auf dem Fuß bzw. Kopf. Aber das galt auch für St. Paulis Konter. RBL nimmt sich aber momentan zu viele Auszeiten in den Spielen, was darüber hinaus mit läuferischen Minderleistungen korreliert. Zwei gute Halbzeiten, das hat Seltenheitswert.

Nun kommt Mainz, die Aufstellung wird sich bis auf Baumgartner (gelbgesperrt) nicht ändern. Gegen die Mainzer hat Leipzig die letzten drei Heimspiele einen mageren Punkt und ein ebenso mageres Tor erzielt. Erneut spricht die Statistik nicht für die Rasenballer…

 

Diomande, Raum und Werner selbstkritisch nach dem Spiel.

 

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Die Pressekonferenz nach dem Spiel.

 

Statistik
FC St. Pauli: Vasilj – Ando, Wahl, Mets – Saliakas, Sands (76. Irvine), Smith (C), Pyrka – Fujita (76. Rasmussen), Jones (67. Kaars), Sinani (76. Pereira Lage)
Bank: Voll – Robatsch, Ritzka, Oppie
RB Leipzig: Gulácsi – Baku, Orbán, Bitshiabu, Raum (C) – Schlager, Seiwald, Baumgartner (85. Banzuzi) – Diomande, Romulo (64. Harder), Nusa (85. Gomis)
Bank: Vandevoordt – Klostermann, Finkgräfe, Nedeljeković, Maksimović
Schiedsrichter: Florian Exner (Münster)
Tore: 0:1 Diomande (66.), 1:1 Kaars (90.+3) FE
Torschüsse: 7 / 12
Schüsse aufs Tor: 2 / 5
expected Goals: 1,33 / 2,06
Passquote: 78% / 84%
Zweikampfquote: 58% / 42%
Ballbesitz: 46% / 54%
Laufstrecke: 128,22km / 120,62km
Fouls: 6 / 8
Ecken: 4 / 3
Abseits: 5 / 3
Gelbe Karten: – / Baumgartner (5)
Zuschauer: 29.147

*xG, ausgeschrieben expected goals meint die Erwartbarkeit der abgegebenen Schüsse, den Weg ins gegnerische Tor zu finden, hierbei wird jeder Torschuss einzeln bewertet, die Wahrscheinlichkeit computergesteuert berechnet und anschließend addiert. Heraus kommt ein Gesamtwert, der dann den sogenannten xG-Wert anzeigt.

*xGA, ausgeschrieben expected goals against meint die Erwartbarkeit der abgegebenen Schüsse, den Weg ins eigene Tor zu finden, hierbei wird jeder Torschuss des Gegners einzeln bewertet, die Wahrscheinlichkeit computergesteuert berechnet und anschließend addiert. Heraus kommt ein Gesamtwert, der dann den sogenannten xGA-Wert anzeigt.

Rumpelstilzchen


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