Nackte Zahlen - Umsatz, Gewinn, Fernsehgelder, etc.

Alles rund um den Verein RasenBallsport Leipzig inkl. News und Betreuerstab
Eventi.absolut
Beiträge: 3387
Registriert: Mo 20. Mai 2013, 21:19
x 205
x 227

Re: Nackte Zahlen - Umsatz, Gewinn, Fernsehgelder, etc.

Beitrag von Eventi.absolut » Fr 9. Feb 2018, 10:15

Fußballvereine bilanzieren nicht nach Markwert, die Ablösesumme wird nach Vertragslaufzeit abgeschrieben.

Bei z. B. Keita wird dann der Restbuchwert mit einem Buchgewinn (Transfererlös) aufgelöst.

nevermore
Beiträge: 1573
Registriert: Mo 12. Jun 2017, 13:59
x 84
x 223

Re: Nackte Zahlen - Umsatz, Gewinn, Fernsehgelder, etc.

Beitrag von nevermore » Fr 9. Feb 2018, 10:29

STBRos hat geschrieben:
nevermore hat geschrieben:
STBRos hat geschrieben:
nevermore hat geschrieben:Was hat das jetzt mit einer vernünftigen Fremdkapitalfinanzierung zu tun? Ist dir bekannt, dass Insolvenz eine Liquiditätsfrage und keine Frage der Finanzierungskoeffizienten ist?
Sehr interessant. Bisher ging ich bei Insolvenz immer vom Überschuldungsfall bei Kapitalgesellschaft aus, mithin, die Verbindlichkeiten übersteigen das Vermögen.

Woher hast Du Dein Wissen?
Aus meinem Ökonomiestudium.
Das hast Du niemals studiert. Falls doch, wechsle auf Jura oder Pädagokik.


Solvenz ist prinzipiell einmal die Abwesenheit von Insolvenz. Obwohl keine akademisch-definierte Grenze zur Liquidität besteht, könnte man das Wort Insolvenz auch mit Überschuldung gleichsetzen. Ein Unternehmen ist überschuldet, wenn seine Schulden höher sind als seine Vermögensgegenstande, was zu einem negativen Eigenkapital führt.
Oh doch. Das habe ich studiert. Du kannst dir also deine überheblichen Bemerkungen sparen. Oder ich kann es dir auch in deinem eigenen Ton zurückgeben. Du hört dich an wie jemand, der Lehrbuchtextbausteine nachplappert, ohne Zusammenhänge oder den Anwendungsfall verstanden zu haben. Normalerweise bekommt man übrigens im Ökonomiestudium auch ein bisschen Jura mit, was ganz gut ist, denn da lernt man, dass der Sinn und Zweck des Insolvenzrechts nicht in erster Linie im Einhalten von akademischen Fremdkapitalgrenzen, sondern zuallererst im Gläubigerschutz besteht.

Ein Unternehmen muss Insolvenz anmelden, wenn es seinen laufenden Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann - allen voran Löhne und Gehälter. Schon daraus geht eigentlich hervor, dass dabei die Liquidität eine Rolle spielt. Die Fremdkapitalquote ist dabei erst einmal nachrangig.

Rein theoretisch kann ein Unternehmen sogar dann Insolvenz anmelden müssen, wenn gar keine Fremdkapitalfinanzierung vorliegt. Nämlich dann, wenn die Einnahmen nicht ausreichen, die laufenden Zahlungsverpflichtungen zu bedienen, kein Fremdkapital aufgenommen werden kann, um die Verpflichtungen zu bedienen, und auch die eigenen Vermögensgegenstände nicht ausreichen oder nicht rechtzeitig veräußert werden können, um die Zahlungsunfähigkeit abzuwenden. Der Fall ist zwar sehr konstruiert und wird in der Praxis kaum eintreten, aber theoretisch denkbar, und zeigt, dass es bei Anmeldung einer Insolvenz in erster Linie um die Zahlungsunfähigkeit geht.

Umgekehrt muss ein hoch verschuldetes Unternehmen nicht insolvent sein, wenn es weiterhin zahlungsfähig ist. Hier gibt es sogar ein praktisches Beispiel aus dem Fußball, den BVB. Bekanntlich eine Kapitalgesellschaft. Der stand schon 2003 mit einem Schuldenstand von damals ca. 120 Mio vor der Insolvenz, weil Löhne und Gehälter nicht mehr bezahlt werden konnten. Bankkredite gab es nicht mehr. Die Insolvenz konnte abgewendet werden, weil die Bayern dem BVB kurzfristig 2 Mio liehen. Und zwar nicht, weil diese 2 Mio zusätzlicher Schulden bei den Bayern den Schuldenberg so drastisch reduziert hätten. Sondern weil sie den BVB in die Lage versetzten, die Löhne und Gehälter weiter zu bezahlen.

Ob ein Unternehmen Insolvenz anmelden muss oder nicht, hat zuallererst mal mit der Unfähigkeit zu tun, die laufenden Zahlungsverpflichtungen zu bedienen. Und nicht mit Fremdkapitalquoten. Denn die Unfähigkeit, laufende Zahlungsverpflichtungen zu bedienen, ist normalerweise längst gegeben, bevor der Fall der Totalüberschuldung eingetreten ist. Das hat aber alles nichts mehr mit RB zu tun, und deshalb bin ich jetzt raus von hier.

Benutzeravatar
mahe
Beiträge: 6153
Registriert: Fr 11. Mär 2011, 22:11
Mein Fanclub: SFL
Wohnort: RBA + Auswärtsäcker
x 112
x 175

Re: Nackte Zahlen - Umsatz, Gewinn, Fernsehgelder, etc.

Beitrag von mahe » Fr 9. Feb 2018, 11:22

so ist es!

da reicht auch schon eine lehre für bürokaufleute, ein studium in BWL o.ä. ist nicht zwingend.
seit 27.09.2009
33 1.BL (17&16)
65 2.BL (33&32)
38 3L (19&19)
107 RL (49&41) + (10&7)
11 OL (1H) + (7&3)

05 CL (3&2)
09 dfb-pokal (6&3)
13 LP (3&10)

44 tests (33&11)

auswärts-km
15/17 14.530
10/15 22.729

STBRos
Beiträge: 436
Registriert: Do 13. Aug 2015, 11:00
x 189

Re: Nackte Zahlen - Umsatz, Gewinn, Fernsehgelder, etc.

Beitrag von STBRos » Fr 9. Feb 2018, 13:02

nevermore hat geschrieben:
STBRos hat geschrieben:
nevermore hat geschrieben:
STBRos hat geschrieben:
nevermore hat geschrieben:Was hat das jetzt mit einer vernünftigen Fremdkapitalfinanzierung zu tun? Ist dir bekannt, dass Insolvenz eine Liquiditätsfrage und keine Frage der Finanzierungskoeffizienten ist?
Sehr interessant. Bisher ging ich bei Insolvenz immer vom Überschuldungsfall bei Kapitalgesellschaft aus, mithin, die Verbindlichkeiten übersteigen das Vermögen.

Woher hast Du Dein Wissen?
Aus meinem Ökonomiestudium.
Das hast Du niemals studiert. Falls doch, wechsle auf Jura oder Pädagokik.


Solvenz ist prinzipiell einmal die Abwesenheit von Insolvenz. Obwohl keine akademisch-definierte Grenze zur Liquidität besteht, könnte man das Wort Insolvenz auch mit Überschuldung gleichsetzen. Ein Unternehmen ist überschuldet, wenn seine Schulden höher sind als seine Vermögensgegenstande, was zu einem negativen Eigenkapital führt.
Oh doch. Das habe ich studiert. Du kannst dir also deine überheblichen Bemerkungen sparen. Oder ich kann es dir auch in deinem eigenen Ton zurückgeben. Du hört dich an wie jemand, der Lehrbuchtextbausteine nachplappert, ohne Zusammenhänge oder den Anwendungsfall verstanden zu haben. Normalerweise bekommt man übrigens im Ökonomiestudium auch ein bisschen Jura mit, was ganz gut ist, denn da lernt man, dass der Sinn und Zweck des Insolvenzrechts nicht in erster Linie im Einhalten von akademischen Fremdkapitalgrenzen, sondern zuallererst im Gläubigerschutz besteht.

Ein Unternehmen muss Insolvenz anmelden, wenn es seinen laufenden Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann - allen voran Löhne und Gehälter. Schon daraus geht eigentlich hervor, dass dabei die Liquidität eine Rolle spielt. Die Fremdkapitalquote ist dabei erst einmal nachrangig.

Rein theoretisch kann ein Unternehmen sogar dann Insolvenz anmelden müssen, wenn gar keine Fremdkapitalfinanzierung vorliegt. Nämlich dann, wenn die Einnahmen nicht ausreichen, die laufenden Zahlungsverpflichtungen zu bedienen, kein Fremdkapital aufgenommen werden kann, um die Verpflichtungen zu bedienen, und auch die eigenen Vermögensgegenstände nicht ausreichen oder nicht rechtzeitig veräußert werden können, um die Zahlungsunfähigkeit abzuwenden. Der Fall ist zwar sehr konstruiert und wird in der Praxis kaum eintreten, aber theoretisch denkbar, und zeigt, dass es bei Anmeldung einer Insolvenz in erster Linie um die Zahlungsunfähigkeit geht.

Umgekehrt muss ein hoch verschuldetes Unternehmen nicht insolvent sein, wenn es weiterhin zahlungsfähig ist. Hier gibt es sogar ein praktisches Beispiel aus dem Fußball, den BVB. Bekanntlich eine Kapitalgesellschaft. Der stand schon 2003 mit einem Schuldenstand von damals ca. 120 Mio vor der Insolvenz, weil Löhne und Gehälter nicht mehr bezahlt werden konnten. Bankkredite gab es nicht mehr. Die Insolvenz konnte abgewendet werden, weil die Bayern dem BVB kurzfristig 2 Mio liehen. Und zwar nicht, weil diese 2 Mio zusätzlicher Schulden bei den Bayern den Schuldenberg so drastisch reduziert hätten. Sondern weil sie den BVB in die Lage versetzten, die Löhne und Gehälter weiter zu bezahlen.

Ob ein Unternehmen Insolvenz anmelden muss oder nicht, hat zuallererst mal mit der Unfähigkeit zu tun, die laufenden Zahlungsverpflichtungen zu bedienen. Und nicht mit Fremdkapitalquoten. Denn die Unfähigkeit, laufende Zahlungsverpflichtungen zu bedienen, ist normalerweise längst gegeben, bevor der Fall der Totalüberschuldung eingetreten ist. Das hat aber alles nichts mehr mit RB zu tun, und deshalb bin ich jetzt raus von hier.
Und dann höre ich damit auf, weil es nichts mit RB zu tun hat, RB extrem gesund gewachsen ist, was vor allem am Management und der Entwicklung der Spielermarktwerte liegt. Aber wie gesagt, noch einmal:

Bei den beiden zwingenden Insolvenzantragspflichten ist die Zahlungsunfähigkeit kaum zu „übersehen“. Jedoch ist auch bei Überschuldung grundsätzlich unverzüglich ein Insolvenzantrag zu stellen.

Die zum Teil kritische Diskussion um die veröffentlichten Zahlen kann ich ohnehin nicht nachvollziehen. Bislang war doch eine zentrale Kritik an RB die, dass hier ein Produkt vermarktet werden soll. Die Zahlen zeigen nun aber doch, dass dies sicher Gegenleistung für das Sponsoring ist, aber doch vielmehr Geld verdient werden soll. Gelingt dies, ist mir um die Nachhaltigkeit der Beteeiligung nicht bange.
Wir schätzen die Menschen, die frisch und offen ihre Meinung sagen - vorausgesetzt, sie meinen dasselbe wie wir. (Mark Twain)

Benutzeravatar
Jupp
Moderator
Beiträge: 16833
Registriert: Di 25. Aug 2009, 16:41
x 241
x 669

Nackte Zahlen - Umsatz, Gewinn, Fernsehgelder, etc.

Beitrag von Jupp » Fr 9. Feb 2018, 13:12

Es ist doch letztlich derzeit klar, dass die Darlehen steigen. Wir waren und sind in der TV-Geldtabelle auf dem letzten Platz, unser Stadion ist nicht überdurchschnittlich groß, der VIP-Bereich nicht ideal und die Sponsoren waren in Liga 2 bzw. der ersten Hinrunde in Liga 1 auch nicht so vertreten wie jetzt. Der Bereich Merchandising wurde erst diese Saison richtig ausgebaut. Trotzdem wurde in den Kader stark investiert.

Bis unser Stadion in 3 Jahren fertig ist und wir in der TV-Geldtabelle dann weiter oben dabei sind, gilt es sich weiter oben zu etablieren. Der BVB hatte einen Umsatz von 400 Mio. €, wir 120 Mio. €. Das zeigt nochmal wie außergewöhnlich letzte Saison die Leistung war und das eben noch ein deutlicher Abstand besteht. Die Entwicklungsschritte werden jetzt kleiner bzw. wäre es jetzt ein großer Erfolg wieder unter die ersten 4 zu kommen und auch Europa League wäre nicht selbstverständlich, da es auch immer Überraschungsteams gibt und wir erst im 2. Bundesligajahr sind. Leverkusen, Schalke und Gladbach sind ja aktuell finanziell nicht schlechter aufgestellt und der BVB und Bayern noch deutlich vor uns.
RB-Fans.de Facebook: http://www.facebook.com/rbfans.le
RB-Fans.de Twitter: http://twitter.com/rb_fans
RB-Fans.de Instagram: https://instagram.com/rb_fans_de/

Benutzeravatar
Jupp
Moderator
Beiträge: 16833
Registriert: Di 25. Aug 2009, 16:41
x 241
x 669

Re: Nackte Zahlen - Umsatz, Gewinn, Fernsehgelder, etc.

Beitrag von Jupp » Do 21. Feb 2019, 12:34

Der Geschäftsbericht von RBL für 2017 ist beim Bundesanzeiger abrufbar.
Kernergebnisse:
- Umsatz: 217,8 Mio. € (Vorjahr 119,9 Mio. €)
- Jahresüberschuss bei 1,4 Mio. €
- Gehaltskosten 87,5 Mio. € (Vorjahr 53,7 Mio. €)
- Verbindlichkeiten: 164,4 Mio. € (Vorjahr 96,9 Mio. €)

Positiv: Der Umsatz stieg deutlich stärker als Gehaltskosten, die Verbindlichkeiten dürften zum großen Teil von Red Bull gedeckt sein, dennoch finde ich die Höhe der Summe schon ein wenig besorgniserregend. Spannend sind die 76 Mio. € im Bereich "Sonstige betriebliche Aufwendungen", dürfte der Stadionkauf dabei sein. Liebe BWLer hier, macht was draus, ich bin da absolut kein Experte und würde mich über Interpretationen der Zahlen freuen.
RB-Fans.de Facebook: http://www.facebook.com/rbfans.le
RB-Fans.de Twitter: http://twitter.com/rb_fans
RB-Fans.de Instagram: https://instagram.com/rb_fans_de/

Eventi.absolut
Beiträge: 3387
Registriert: Mo 20. Mai 2013, 21:19
x 205
x 227

Re: Nackte Zahlen - Umsatz, Gewinn, Fernsehgelder, etc.

Beitrag von Eventi.absolut » Do 21. Feb 2019, 12:55

Unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen wird das Stadion nicht sein.

Ein Stadion (Gebäude) wird als Anlagegut aktiviert und über eine bestimmte Laufzeit (über viele Jahre hinweg) abgeschrieben.

Die Abschreibungen dazu (wie die Ablösesummen für Spieler) werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sein.

Ggf. ist in den Verbindlichkeiten ggü. Red Bull das Darlehen für das Stadion mit dabei.

Edit: Sehe gerade das die Afa auf Spielerwerte extra ausgewiesen ist, sind also nicht in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen dabei.

nevermore
Beiträge: 1573
Registriert: Mo 12. Jun 2017, 13:59
x 84
x 223

Re: Nackte Zahlen - Umsatz, Gewinn, Fernsehgelder, etc.

Beitrag von nevermore » Do 21. Feb 2019, 18:28

Hier noch mit ein paar Kommentaren von Fachleuten:
https://rblive.de/2019/02/21/rb-leipzig ... -finanzen/

Diesen Zahlen zufolge dürfte man im Jahr 2018 Schalke im Hinblick auf den Umsatz überholt haben, und wäre dann der drittstärkste Verein der Liga (bezogen auf den Umsatz).

Benutzeravatar
EisenerBulle
Beiträge: 11753
Registriert: Di 24. Feb 2015, 17:08
Wohnort: Leipzig
x 1331
x 704

Re: Nackte Zahlen - Umsatz, Gewinn, Fernsehgelder, etc.

Beitrag von EisenerBulle » Do 21. Feb 2019, 21:21

Naja, das sieht irgendwie alles ganz gut aus. Zeigt aber zum anderen auch, dass wir den Werner-Transfer nicht verpuffen lassen dürfen. Da sollte zwingend was rumkommen. Und das könnte sehr sehr hilfreich sein. Sind ja nicht umsonst alle so angespannt.
"Tradition ist die Weitergabe des Feuers, nicht die Anbetung der Asche." (Gustav Mahler)

hendrik
Beiträge: 1411
Registriert: Do 25. Dez 2014, 21:14
x 90

Re: Nackte Zahlen - Umsatz, Gewinn, Fernsehgelder, etc.

Beitrag von hendrik » Sa 23. Feb 2019, 02:51

Gibt es einen ausgemachten Steuerfachmann / frau unter euch ?!
Das wäre toll mal ein genaues Statement abzugeben.
Alle vorherigen Beiträge wabern im dichten Nebel des dtsch. Steuerrrechts.

Antworten