Quo vadis RB Leipzig?

Alles rund um den Verein RasenBallsport Leipzig inkl. News und Betreuerstab
Benutzeravatar
kometa
Beiträge: 479
Registriert: Mo 14. Jul 2014, 17:36
x 11

Re: UEFA Champions League, Halbfinale: RB Leipzig - Paris St. Germain; Dienstag, 18.08.2020, 21 Uhr

Beitrag von kometa » Mi 19. Aug 2020, 09:36

So schön wie das selbst und auch medial immer wieder beschworene Märchen von der langfristig beisammen gehaltenen Leipziger Truppe auch ist, gestern ist uns genau das zum wiederholten mal auf die Füße gefallen. Ich mache das niemandem zum Vorwurf aber man merkt dann eben doch den großen Unterschied zum Gegner: die Erfahrung auf der wirklich großen Bühne. Dazu zählen für mich ausschließlich k.o.-Runden im Europapokal und bei Welt- und Kontinentalmeisterschaften. Dass man bei Paris da klar nochmals mit Blick auf Erfahrung nachverpflichtet hat, bestätigte Tuchel ja bei Sky im Interview nach dem Spiel. Bei uns stehen da als Erfahrung bei den Altgedienten der Bundesligaaufstieg, ein Frühjahr in der Europa League sowie ein Run ins Pokalfinale in der Vita. Der Unterschied war dann halt das ganze Spiel deutlich zu sehen. Mit der grundsätzlichen Ausrichtung unseres Clubs auf Jugendentwicklung und Erzielung von Transfererlösen haben wir die Möglichkeiten voll ausgeschöpft, für die nächsten Schritte müssten teurere und erfahrenere Spieler das Gerüst des Teams bilden und selbst das erhöht nur Wahrscheinlichkeiten auf gute Platzierungen und ist keine Garantie.

Baggihra
Beiträge: 6
Registriert: Mi 19. Aug 2020, 10:55

Quo vadis RB Leipzig?

Beitrag von Baggihra » Mi 19. Aug 2020, 11:08

kometa hat geschrieben:
Mi 19. Aug 2020, 09:36
So schön wie das selbst und auch medial immer wieder beschworene Märchen von der langfristig beisammen gehaltenen Leipziger Truppe auch ist, gestern ist uns genau das zum wiederholten mal auf die Füße gefallen. Ich mache das niemandem zum Vorwurf aber man merkt dann eben doch den großen Unterschied zum Gegner: die Erfahrung auf der wirklich großen Bühne. Dazu zählen für mich ausschließlich k.o.-Runden im Europapokal und bei Welt- und Kontinentalmeisterschaften. Dass man bei Paris da klar nochmals mit Blick auf Erfahrung nachverpflichtet hat, bestätigte Tuchel ja bei Sky im Interview nach dem Spiel. Bei uns stehen da als Erfahrung bei den Altgedienten der Bundesligaaufstieg, ein Frühjahr in der Europa League sowie ein Run ins Pokalfinale in der Vita. Der Unterschied war dann halt das ganze Spiel deutlich zu sehen. Mit der grundsätzlichen Ausrichtung unseres Clubs auf Jugendentwicklung und Erzielung von Transfererlösen haben wir die Möglichkeiten voll ausgeschöpft, für die nächsten Schritte müssten teurere und erfahrenere Spieler das Gerüst des Teams bilden und selbst das erhöht nur Wahrscheinlichkeiten auf gute Platzierungen und ist keine Garantie.
Für mich der beste und spannendste Beitrag, wo will Leipzig in den nächsten Jahren hin? Die Strategie "Transfererlöse und Jugend" reicht, wenn überhaupt, nur mit viel Glück mal zum Gewinn der Meisterschaft oder vielleicht DFB Pokal, wobei da der BVB und MÜNCHEN noch eine gewichtige Rolle mitspielen und da kommt für mich Mateschitz ins Spiel. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen das das Ansprüche des Redbull Machers sind, der will gewinnen. Zumal sich dann auch Nagelsmann wohl eher kurzfristig als langfristig neu orientiert wenn er merkt das er in Leipzig den nächsten Schritt nicht gehen kann weil das Spielermaterial fehlt.

Nächste Saison ohne Werner wird extremst schwer. Schick und Angelinho sind noch in der Schwebe. Es gibt derzeit nur die Neuverpflichtungen von Henrichs und Hwang. Wenn man nicht aufpasst findet man sich kommende Saison eher im Mittelfeld wieder. Upamecano ist auch nur noch ein Jahr da. Forsberg, eigentlich der Spielgestalter, scheint Problem mit Nagelsmann zu haben. Rashica hatte ein miserable Rückrunde und ist damit auch eine Wundertüte. Meiner Meinung nach muss man jetzt auch durch Verpflichtungen ein Zeichen an Liga und in Europa setzen, trotz Corona.

Benutzeravatar
kometa
Beiträge: 479
Registriert: Mo 14. Jul 2014, 17:36
x 11

Re: UEFA Champions League, Halbfinale: RB Leipzig - Paris St. Germain; Dienstag, 18.08.2020, 21 Uhr

Beitrag von kometa » Mi 19. Aug 2020, 13:50

Baggihra hat geschrieben:
Mi 19. Aug 2020, 11:08
Für mich der beste und spannendste Beitrag, wo will Leipzig in den nächsten Jahren hin? Die Strategie "Transfererlöse und Jugend" reicht, wenn überhaupt, nur mit viel Glück mal zum Gewinn der Meisterschaft oder vielleicht DFB Pokal, wobei da der BVB und MÜNCHEN noch eine gewichtige Rolle mitspielen und da kommt für mich Mateschitz ins Spiel. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen das das Ansprüche des Redbull Machers sind, der will gewinnen. Zumal sich dann auch Nagelsmann wohl eher kurzfristig als langfristig neu orientiert wenn er merkt das er in Leipzig den nächsten Schritt nicht gehen kann weil das Spielermaterial fehlt.
Das deckt sich auch mit meinen Eindrücken, was das Selbstverständnis von RedBull angeht. Ich habe das Gefühl, dass Oliver Mintzlaff hier die größmögliche Abnabelung vom Mutterkonzern erreichen will. Aus finanzieller Hinsicht ist das zu begrüßen. Aber so wie er seit Monaten gebetsmühlenhaft an jeder passenden und unpassenden Stelle über die begrenzten Mittel und den großen Abstand zu München und Dortmund referiert, scheint er sich davon eine zusätzliche Akzeptanz in der Branche + Medien und Publikum zu erhoffen, dass er an diesem Standort und mit dieser Clubgeschichte nie erreichen wird.

Benutzeravatar
michawhv
Beiträge: 1959
Registriert: Mo 9. Sep 2013, 18:03
Wohnort: Wilhelmshaven, (Niedrischsachsen)
x 255

Re: Quo vadis RB Leipzig?

Beitrag von michawhv » Mi 19. Aug 2020, 14:19

Was schrieb ich zuletzt? :

"Genau das stört mich, mit den Ambitionen, die man hat, diese Ausreden von wegen:

"Ist immer noch ne junge Truppe und auf dem Niveau fehlt einfach massiv Erfahrung."

Ja, das Erreichte ist Klasse, aber wie lang will man denn noch das Argument "junge Truppe" bringen?
Damit erreicht man nicht das Ziel eines Pokales, da es ja massiv an Erfahrung fehlt?

Gut, wer sich mit oberem Mittelmaß oder den ersten 4 irgendwann zufrieden gibt, der braucht nicht alles an Erfahrung, da kann man jung und frisch sein.
Aber die gesteckten Ziele wird man nicht erreichen."

Aber eben so, nur auf junge Dynamik zu setzen wird es nie etwas, ganz sicher. Stillstand ist Rückwärts.
Stimmung ist Stimmung:

www.youtube.com/watch?v=n0SrgVO5Ih4

Benutzeravatar
michawhv
Beiträge: 1959
Registriert: Mo 9. Sep 2013, 18:03
Wohnort: Wilhelmshaven, (Niedrischsachsen)
x 255

Re: Quo vadis RB Leipzig?

Beitrag von michawhv » Mi 19. Aug 2020, 14:27

Meine persönliche Ansicht, wenn möglich, mal ein oder zwei gestandene Spieler holen, nicht immer nur Talente, welche hier reifen und dann vertickt werden.

Ja, Fußball ist gerade finanziell ein knallhartes Geschäft.
RB hat sehr sehr viel erreicht, in kurzer Zeit.

Aber der Weg, nur auf "Talente" zu setzen, mag finanziell durchaus schwarze Zahlen generieren, aber nie einen Titel.
Stimmung ist Stimmung:

www.youtube.com/watch?v=n0SrgVO5Ih4

Benutzeravatar
Rumpelstilzchen
Administrator
Beiträge: 22687
Registriert: Fr 23. Okt 2009, 12:03
Wohnort: Leipzig
x 52
x 387

Re: Quo vadis RB Leipzig?

Beitrag von Rumpelstilzchen » Mi 19. Aug 2020, 14:36

Ich glaube kaum, dass Mintzlaff sich groß Gedanken um seine Wirkung beim Publikum macht, jedenfalls nicht beim externen und hier ist es den meisten ja eh egal. Man darf gespannt sein, ob sich die Transferstrategie ändert, jetzt wo Rangnick weg ist. Im Prinzip deuten ja Spieler wie Schick, Rashica oder Sorloth schon darauf hin, denn sie sind alle dem Talentealter entwachsen. Eine Hinwendung zu Spielern mit mehr Erfahrung und höerem Stadning sehe ich dennoch nicht, einfach weil die auch das Gehaltsgefüge noch weiter ausdehnen würden. Zudem muss sich diese neue Strategie erst einmal beweisen. Denn solche Spieler wird man m.E. schlechter los, wenn sie nicht funktionieren.

Abseits davon finde ich nicht, dass man zwingend erfahrene Spieler holen sollte. Wir haben ja durchaus einen erfahrenen Stamm, der jetzt EL und zweimal CL (bald 3) in dne Knochen hat und wir sind dabei bis in die Bundesligaspitzengruppe vorgestoßen. Das man dennoch einen Abstand zu den ganz Großen Europas hat liegt am Geld und nicht daran wie man es einsetzt bzw. eingesetzt hat. Ein Schritt in diese Richtung kann letztlich genauso scheitern und RBL letztlich unattraktiver für Talente machen, mit denen man weitere Mittel generieren muss, um die Lücke zu schließen.
Bild

Frankenfan
Beiträge: 102
Registriert: Mo 1. Jun 2020, 12:26
x 28
x 46

Re: Quo vadis RB Leipzig?

Beitrag von Frankenfan » Mi 19. Aug 2020, 14:54

Den Beiträgen hier kann ich nur zustimmen.

Habe den Interviews gestern bei Sky mit Minzlaff (vor dem Spiel) und Krösche sowie Nagelsmann (nach dem Spiel) aufmerksam zuhört. Mich nervt dieses sich gegenseitig loben, was der Verein in so kurzer Zeit erreicht hat. Hatte irgendwie den Anschein, als ob alle damit zufrieden wären und keiner an den ganz großen Wurf und die ganz großen Ziele glaubt. Alle wären wohl zufrieden, wenn wir kommende Saison das Erreichte aus dieser Saison bestätigen könnten.

Ich vermisse hier den Spirit, den beispielsweise früher Matthias Sammer verströmte. Der hat die Bayern 2013 zum Triple geputscht.

Ich finde, es wird Zeit, dass man die ganz großen Ziele formuliert und auch öffentlich dafür einsteht. Damit würde man auch für Topspieler noch interessanter.
Die verbreitete Sichtweise, dass wir für junge Topspieler nur eine Durchgangsstation sind, ist für mich das Grundübel.

Ich sage provokativ: Lasst uns jetzt in dieser Transferperiode das FFP der UEFA voll ausreizen und vielleicht noch darüber hinausgehen. So wie es PSG und ManCity in der Vergangenheit gemacht haben.

Setzen wir bei unseren Neuzugängen noch stärker auf absolute Topqualität. Die Vorstellung, dass uns Spieler, die wir als Teenies geholt haben, alleine zu einem Titel verhelfen, halte ich für naiv.

Und wir wollen doch Titel, oder?

Benutzeravatar
roger
Beiträge: 2358
Registriert: So 7. Aug 2011, 13:47
x 114

Re: Quo vadis RB Leipzig?

Beitrag von roger » Mi 19. Aug 2020, 14:57

Es wird unglaublich wichtig sein in den nächsten paar Jahren, Abgänge zu kompensieren. Man muss davon ausgehen dass jetzt jedes Jahr eine Stammkraft geht. Bisher wurden wir davon meist verschont. Werner ist jetzt der Anfang, Upa wird folgen. Zudem wird selbst unser Team älter. Kampl etwa sehe ich rein altersmäßig maximal noch 2 Jahre hier.

Die Champions League jedes Jahr zu erreichen ist Pflicht, wenn es weiter voran gehen soll. Selbst dann wird jedoch schwer. Eine Meisterschaft ist gegen die überlegene Konkurrenz erstmal ausgeschlossen, Pokal würde viel Glück brauchen und den einen perfekten Tag gegen Bayern/Dortmund.
"Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom.", Albert Einstein

Benutzeravatar
schmidder
Beiträge: 2153
Registriert: So 23. Nov 2014, 18:43
x 79

Re: Quo vadis RB Leipzig?

Beitrag von schmidder » Mi 19. Aug 2020, 15:07

Frankenfan hat geschrieben:
Mi 19. Aug 2020, 14:54
Den Beiträgen hier kann ich nur zustimmen.

Habe den Interviews gestern bei Sky mit Minzlaff (vor dem Spiel) und Krösche sowie Nagelsmann (nach dem Spiel) aufmerksam zuhört. Mich nervt dieses sich gegenseitig loben, was der Verein in so kurzer Zeit erreicht hat. Hatte irgendwie den Anschein, als ob alle damit zufrieden wären und keiner an den ganz großen Wurf und die ganz großen Ziele glaubt. Alle wären wohl zufrieden, wenn wir kommende Saison das Erreichte aus dieser Saison bestätigen könnten.

Ich vermisse hier den Spirit, den beispielsweise früher Matthias Sammer verströmte. Der hat die Bayern 2013 zum Triple geputscht.

Ich finde, es wird Zeit, dass man die ganz großen Ziele formuliert und auch öffentlich dafür einsteht. Damit würde man auch für Topspieler noch interessanter.
Die verbreitete Sichtweise, dass wir für junge Topspieler nur eine Durchgangsstation sind, ist für mich das Grundübel.

Ich sage provokativ: Lasst uns jetzt in dieser Transferperiode das FFP der UEFA voll ausreizen und vielleicht noch darüber hinausgehen. So wie es PSG und ManCity in der Vergangenheit gemacht haben.

Setzen wir bei unseren Neuzugängen noch stärker auf absolute Topqualität. Die Vorstellung, dass uns Spieler, die wir als Teenies geholt haben, alleine zu einem Titel verhelfen, halte ich für naiv.

Und wir wollen doch Titel, oder?
Kann solchen Beiträgen ehrlich gesagt wenig abgewinnen. Einfach weil hier erwartet wird, das Red Bull das Portmonee aufmacht und mit Geld um sich wirft. Warum sollte Red Bull das tun? Und wem bringt das was? Messi wird jetzt nicht nach Leipzig wechseln nur weil Red Bull jetzt 300 Mio. € bereitstellt. Du musst halt erstmal ein großer Fisch sein, mit große Fische zu dir kommen. Man sieht doch selbst bei Dortmund noch, dass sie einfach ein Sprungbrett sind und das trotz der Vita der letzten Jahre. Man wird halt einfach nicht über Nacht zur fuballerischen Großmacht.

Mit der Transferstrategie bekommt man halt, maximal alte ausgediente Stars...und dann? Hast du ein Team voller Diven und Großverdienern, die junge Spieler blockieren und ihr eigens Süppchen kochen. Warum sollte ein Ü30 Spieler, der ggf. schon mal die CL gewonnen haben, sich für RB zerreißen? Da kann nix erfolgreiches bei rum kommen, im Gegenteil auf langer Sicht schadet man dem Verein viel mehr. Junge Spieler werden nicht entwickelt, Gehaltsgefüge wird gesprengt und der Verein gerät in eine finanzielle Schieflage und wird total abhängig.

Was ist an dem Ziel ein gesunder, weitestgehend unabhängiger Verein zu sein, falsch? Und das erreicht man halt nur über die aktuelle Strategie.

Ich finde den Weg des langsamen Wachstums genau richtig, nur so kann es gehen.
So lange besser möglich ist, ist gut nicht genug

Baggihra
Beiträge: 6
Registriert: Mi 19. Aug 2020, 10:55

Re: Quo vadis RB Leipzig?

Beitrag von Baggihra » Mi 19. Aug 2020, 15:55

Ich bin mal gespannt was wir nach fünf Spieltagen in der neuen Bundesliga Saison diskutieren. Jetzt steht ja erst einmal in drei Wochen Nürnberg an. Hoffe trotzdem nach wie vor, dass wir noch ein paar Verstärkungen bekommen. Stand jetzt wird es sehr schwierig Platz 3 oder 4 in der Liga zu halten als nach höheren zu streben.

Der BVB hat sich deutlich verstärkt, Bayern steht zumindest auf dem Papier bereits als Meister fest, die können sich ja eigentlich nur selbst schlagen und dann hast mit Gladbach, Leverkusen und Konsorten noch genug Vereine dabei die sich mit RB um Champions League duellieren. Champions League ist für RB Pflicht weil die Millionen benötigt werden um den Kader zu halten und weiter auszubauen, da kommst mit Euro League nicht wirklich weit.

Minzlaff selbst ist mir in der Außenkommunikation zu defensiv, das hängt wohl aber sehr mit dem generellen Ruf von RB zusammen, wenn er jetzt ganz aggressiv nach oben schaut, geht ja wieder ein Rauschen durch den Blätterwald. Irgendwann musst dich aber so oder so entscheiden was dir wichtiger ist (a) Erfolg mit Geld erkaufen und dich noch unbeliebter machen oder (b) zu dich versuchen bei den Fans in der Liga beliebter machen.

Antworten